Knossos auf Kreta: Über 4.000 Jahre Geschichte – lohnt sich der Besuch?

↻ 30. Mai 2026
Tipps für die Ruinenstadt Knossos auf Kreta

Der Palast von Knossos, rund fünf Kilometer südlich der Hauptstadt Heraklion gelegen, ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten auf Kreta und auch zur Nebensaison immer gut besucht. 

Wir sind geschichtlich sehr interessiert und fanden die Ruinen des minoischen Palasts durchaus spannend. Was du in der Palastruine sehen kannst und ob sich ein Besuch lohnt, verraten wir dir in diesem Artikel.

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Der Eintritt in den Palast von Knossos

Der Eintritt für den minoischen Palast von Knossos – seit 2025 zusammen mit den anderen minoischen Palästen auf Kreta Teil des UNESCO-Welterbes – beträgt 20 €. Kinder kosten 10 €. Ob der Preis gerechtfertigt ist, musst du für dich selbst entscheiden. Wir persönlich empfinden den Preis als zu hoch.

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Der Palast von Knossos war einst überaus imposant. Die Anlage soll über 1.000 Zimmer auf fünf Etagen beherbergt haben.

Von der ursprünglichen Palastanlage ist natürlich nicht mehr viel zu sehen außer einigen Grundmauern. Allerdings sind viele Gebäude im Zuge einer aufwändigen Restaurierung neu aufgebaut worden – aber leider mit viel Stahlbeton und anderen modernen Baustoffen. Das stört das Gesamtbild.

Wir schlendern durch die Ruinen

Wie bereits erwähnt, wurde der Palast von Knossos mit vielen modernen Baustoffen wieder aufgebaut. So kann man sich ein gutes Bild machen, wie der Palast wohl früher ausgesehen hat. Allerdings hätte man die Anlage sicher auch mit weniger sichtbaren Beton restaurieren können. Das ist ein Wermutstropfen.

Trotzdem war die Stimmung des Ortes für uns etwas ganz besonderes. Es macht schon Spaß, in den zwischen 2100 und 1800 v. Chr. erbauten Grundmauern herumzulaufen und sich vorzustellen wie wohl das Leben bis 1370 v. Chr. hier so war. Am besten kommst du früh am Morgen – so hast du die Palastanlage fast für dich alleine und du umgehst die Mittagshitze.

Der Palast von Knossos wurde durch ein Erdbeben zwischen 1750 und 1700 v. Chr. zerstört, danach aber noch prächtiger wieder aufgebaut. Um 1370 v. Chr. wurde Knossos schließlich in einer kriegerischen Auseinandersetzung mit den Achäern vollkommen zerstört. 1878 begannen die Grabungen auf dem Gelände. So lange war Knossos nur ein Mythos in der Geschichte Kretas.

Rekonstruierter Nordeingang

Der rekonstruierte Nordeingang ist ein beliebtes Fotomotiv. Die bunten Säulen mit den Wandmalereien sehen schon toll aus.

Der Thronsaal

Das bekannteste Teil der Ruinenstadt Knossos ist der Thronsaal. Hier wurde ein Thron aus Alabaster gefunden, weshalb der Raum seinen Namen hat. Im Vorraum stehen Bänke, eine riesige Schale ziert die Vorhalle. Hier könnten Waschungen stattgefunden haben.

Rote Wände und Wandmalereien verzieren den Thronsaal. Hier wurde früher alles sehr aufwändig gestaltet und für den Obersten stilvoll eingerichtet.

Fresken und Malereien

Die Fresken und Malereien, die noch übrig sind und bei der Restauration von Knossos freigelegt wurden, erzählen viel über die Gepflogenheiten der damaligen Zeit.

Malereien zeigen zudem auch die Mode und Kunst der damaligen Zeit. Frauen trugen Puffärmel und schmale Gewänder. Auch wurden sportliche Wettkämpfe auf den Wänden festgehalten.

Darüber hinaus findest du in der Anlage auch viele Vasen und Behältnisse aus der damaligen Zeit. Die Pithoi, das sind großes Vorratsgefäße, sind schön anzuschauen. Zum Teil stehen sehr viele Gefäße nebeneinander zwischen den Mauern.

Rekonstruierte Mauern

Vieles, was du auf dem Gelände von Knossos siehst, ist eine Rekonstruktion. Dennoch geben die Geschosse, die Mauerreste sowie die Formen der Wände und Steine einen Überblick wie das Leben in Knossos wohl gewesen sein muss.

Besonders spannend finden wir die These, die ein Wissenschaftler aufgestellt hat, wonach es sich bei dem Palast von Knossos nicht um einen Palast, sondern um eine Stätte der Toten, also einen Friedhof handelt.

Lohnt ein Besuch von Knossos?

Unserer Meinung nach kann man Knossos durchaus besuchen. Du darfst dich dann aber nicht davor scheuen, dass hier Scharen an Besuchern unterwegs sind und du zunächst eine lange Straße mit Verkaufsständen entlanglaufen musst. Am besten kommst du zur Eröffnung am Morgen oder eine gute Stunde vor Schließung der Anlage. Die Mittagszeit solltest du in jedem Fall meiden!

Als Touristenfalle würden wir den Palast von Knossos allerdings nicht bezeichnen. Denn die aufwändige Rekonstruktion haben wir durchaus geschätzt und verstehen auch, dass die Instandhaltung dieses riesigen Geländes einiges an Geld kostet. Wenn du Urlaub auf Kreta machst, empfehlen wir dir also durchaus einen Besuch in Knossos.

Wenn du aber die imposanten Tempelanlagen auf Sizilien oder Angkor Wat in Kambodscha schon besucht hast, dürftest du von Knossos eher enttäuscht sein.

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Autor:in
Florian Westermann ist Reisejournalist, Buchautor (u. a. Dumont) und preisgekrönter Profi-Fotograf.

2010 gründete er den Foto- und Reiseblog Phototravellers.de, auf dem er seine Expertise in über 400 Artikeln zu den Themen Reisen, Wandern, Outdoor und Fotografie teilt.

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