Die schönsten Sehenswürdigkeiten im Bayerischen Wald
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Bayerischer Wald Sehenswürdigkeiten: 20 Highlights für 2024

Der Bayerische Wald ist nicht nur ein Paradies für Wanderer und Naturliebhaber, sondern auch ein Ort mit einer tief verwurzelten Kultur und Tradition.

In diesem Artikel nehmen wir dich mit auf eine spannende Reise durch die malerischen Landschaften und zu den verborgenen Schätzen dieses einzigartigen Fleckchens Erde.

Und nun viel Spaß mit unserer Übersicht über die besten Sehenswürdigkeiten im Bayerischen Wald.

Aktualisiert am 29.01.2024
Die Reiseblogger Biggi Bauer und Florian Westermann

1. Unsere Top-Sehenswürdigkeit: der Baumwipfelpfad

Der Aussichtsturm des Baumwipfelpfads
Der Baumwipfelpfad ist eine architektonische Augenweide. Hat uns sehr gefallen

Ein ganz besonderer Tipp ist der Ausflug auf den Baumwipfelpfad Bayerischer Wald. Er ist eine absolute Top-Sehenswürdigkeit. Hast du so etwas schon gemacht?

Insgesamt gibt es viele Baumwipfelpfade in Deutschland. Alle haben eine andere Form. Der im Bayerischen Wald ist der älteste von allen. Mit einer Gesamtlänge von 1300 Metern zählt der barrierearme Baumwipfelpfad zu einem der längsten der Welt. Seine Form ist zudem sehr schön. Er sieht wie ein Holzei aus.

Auf dem Baumwipfelpfad wirst du in luftigen Höhen über den Wald hinauskommen. 44 Meter hoch ist der Aussichtsturm. Von dort oben hast du einen traumhaften Ausblick auf den Nationalpark. Außerdem wird dir eine ganz neue Perspektive eröffnet.

Weißt du wie ein Wald von oben aussieht? Schau es dir unbedingt an. Der Baumwipfelpfad ist für alle geeignet – für Familien, ältere Generationen und Leute, die Interesse an einem tollen Ausblick und den Wald an sich haben.

Wir können den Baumwipfel-Pfad nur empfehlen. Wenn du mehr Interesse daran hast, kannst du alles genauer in unserem Bericht zum Baumwipfelpfad nachlesen.

Tipp: Hier findest du die besten Ausflugsziele im Bayerischen Wald bei schlechtem Wetter.

Tägliche Führungen um 14 Uhr über 90 Minuten. Zusätzlich Führungen montags, dienstags und freitags um 11:00 Uhr. Die Führungen kosten 3 Euro zuzüglich des Eintrittspreises. Der Eintritt in den Baumwipfelpfad kostet 9,50 Euro.

2. Wanderung auf den Großen Arber

Biggi im Winter auf dem Großen Arber
Die Wanderung auf den Großen Arber ist ein unvergessliches Erlebnis

Der Große Arber ist mit 1455,5 Metern der höchste Berg Bayerns außerhalb der Alpen und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Bayerischen Wald.

Die Wanderung auf den Großen Arber ist im Sommer wie im Winter ein Top-Highlight für alle Outdoor-Fans. Im Winter entstehen auf dem aussichtsreichen Gipfel die sogenannten Arbermandl. Das sind verschneite Latschen und Bergfichten, die wilde Formen bilden.

Im Winter ist der Große Arber außerdem ein beliebtes Skigebiet (hier findest du die schönsten Skigebiete in Bayern).

3. Kleiner Arbersee und Großer Arbersee

Der Blick über den Großen Arbersee im Bayerischen Wald
Ein Ausflug in den Bayerischen Wald ist erst mit einem Besuch des Großen Arbersees perfekt – Foto: Marion Hob

Vom Parkplatz des Tierparks in Lohberg fährt eine Bimmelbahn zum Kleinen Arbersee. Dort kannst du die Idylle genießen, einen Spaziergang um den See machen und den Gedanken freien Lauf lassen.

Auch um den Großen Arbersee führt ein neuer barrierearmer Wanderweg. Der Große Arbersee liegt in der Südostflanke des Arbermassivs. Im Bereich an der Straße kannst du Ruder- und Tretboote ausleihen. Beide Seen sind bei Familien mit Kindern sehr beliebt und tolle Ausflugsziele. Die Arberseen sind auf jeden Fall eine tolle Sehenswürdigkeit.

4. Tier-Freigelände im Nationalparkzentrum Lusen

Spielende Bären
Diese spielenden halbstarken Bären waren gut drauf. Für Kinder sind sie sicherlich eine tolle Sehenswürdigkeit

Wenn du im Nationalpark Bayerischer Wald bist, dann solltest du dir auf jeden Fall noch Zeit für das Tier-Freigehege nehmen. Dort triffst du eine Vielfalt an Waldbewohnern, Arten, die schon recht selten geworden sind und Tiere wie den Bären, den es im Bayerischen Wald leider nicht mehr gibt. Dafür triffst du Luchs und Wolf auch außerhalb der Gehege an. Am meisten gefreut haben wir uns über die Greifvögel und Eulen-Arten.

Es gab Nachwuchs, spielende Bären-Halbwüchsige, vor sich hin käuende Elche und heimische Vögel zu beobachten. Obwohl wir generell gegen Zoos und das Einsperren von Tieren sind, durften wir hier sehen, dass die Tiere wenigsten mehr Gehege haben, als in Zoos. Tiere wie die Wildkatze jedoch, waren auf zu kleinem Raum eingesperrt, was wir überhaupt nicht gut heißen können.

Tipp: Was du mit Kindern im Bayerischen Wald machen kannst, haben wir für dich in einem extra Artikel zusammengefasst.

5. Historisches Besucherbergwerk Bodenmais/ Silberberg

Ein Stollen aus dem 15. Jahrhundert im Bergwerk Bodenmais
Dieser Stollen hat schon einige Jahre auf dem Buckel

“Glück auf“ begrüßt uns ein Mann im schwarzen Oberteil mit goldenen Knöpfen im historischen Besucherbergwerk Bodenmais. Bevor es los geht und wir unter Tage in den Stollen gehen, wird jeder mit einem blauen Kittel und einem gelben Helm ausgestattet.

Wir folgen dem Bergwerksführer tief in den Stollen. Früher wurde in der Silberbergmine in Bodenmais Eisenerz abgebaut. Um das zu gewinnen, wurden manchmal sogar 50 Feuer im Stollen angemacht, die dann dazu führten, dass das Erz im erhitzten Zustand leichter zu bergen war.

Später arbeitete man mit Bohrhämmern und Sprengungen. Das Eisenerz befindet sich 250 Meter unter der Bergspitze. Früher wurde nicht nur Silber und Gold gewonnen, sondern auch Quarz, womit man Glas schleifen konnte. Als man das Material zum Glas schleifen synthetisch herstellen konnte, wurde das Bergwerk nicht mehr gebraucht.

Die Führung geht 800 Meter durch den Barbarastollen. Insgesamt gibt es 20 Kilometer Stollen. Wir besichtigen die ehemalige Bergschmiede, den Maschinenraum, einige Förderschächte und Fuhrwerke bis zu einer gewaltigen Höhlung, dem Großen Barbaraverhau.

Der Bremsberg Förderschacht arbeitet mit einem Gegenzug von 600 Kilogramm. Die Länge beträgt 60 Meter und das Gefälle 40 Grad. Die Förderleistung betrug täglich 60 Tonnen. Pro Tonne gewann man allerdings nur sieben bis zehn Gramm Silber und ein bis drei Gramm Gold. Unser Bergwerksführer gibt uns zum Abschluss noch eine Kostprobe wie laut so ein Bergwerksbohrer damals war. Diese Original Bohrer, die immer noch funktionieren wurden auch bis 1962 benutzt. Dann fand die letzte Förderung statt.

6. Wanderung auf den Lusen – kleines Outdoor-Abenteuer

Biggi auf dem Gipfel des Lusen
Der Ausblick vom Lusen ist schon gewaltig. Wir sind der Meinung: Diese Sehenswürdigkeit darfst du nicht verpassen

Ein absolutes Highlight im Nationalpark Bayerischer Wald ist auf jeden Fall die Wanderung auf den Lusen. Die Tour ist eine der beliebtesten im Woid und somit auch immer gut besucht. Der Blick vom Lusen zählt zu den bekannten Sehenswürdigkeiten des Bayerischen Waldes.

Es führen verschiedene Varianten auf den Lusen hinauf. Die wohl beliebteste startet am Parkplatz Waldhausreibe. Aber Achtung: ab 9 Uhr dürfen hier keine Autos mehr parken. Dafür fährt der Nationalparkbus – der Igelbus – alle Haltestellen an.

Von der Waldhausreibe aus, folgst du immer der Luchs-Wegmarkierung. Dieser Rundweg ist 4,2 Kilometer lang und eignet sich perfekt für eine Familienwanderung.

Jetzt gilt es nur noch über die Himmelsleiter nach oben zu kommen. Die Himmelsleiter sind Stufen aus Wurzeln und Steinen, die nach oben führen. Am Gipfel angekommen treffen wir dann auf das Blockmeer am Lusen. Granitblöcke türmen sich wild übereinander.

Vom Lusen-Gipfel aus hast du einen Traumblick über den Bayerischen Wald bis zum Rachel, der höchste Gipfel im Nationalpark. Die ausführliche Wanderung findest du in unserem Extra-Artikel über die Wanderung auf den Lusen.

7. Freilichtmuseum Finsterau

Küche im Freilichtmuseum Finsterau
Das Freilichtmuseum Finsterau hat alte Einrichtungen in alten Höfen erhalten. Und damit auch ein wenig die Geschichte ihrer Bewohner

Von Mauth aus fahren wir mit dem EBike hinauf nach Finsterau. Wir biegen bald ab auf den Radweg 89 und dann auf den Radweg 90. Wir verlassen die Straße und fahren durch den Wald. Hier sind wir alleine, können die Luft genüsslich einsaugen und hören weit und breit keinen Menschen. Herrlich.

Schließlich kommen wir aus dem Wald heraus und fahren auf dem Genussradweg die Straße entlang. Endlich haben wir unser Ziel erreicht: das Freilichtmuseum in Finsterau.

Das Freilichtmuseum Finsterau befindet sich zwischen der Grenze des Bayerischen Waldes und dem Nationalpark Šumava. Dort findest du originalgetreu erhaltene und wieder aufgebaute Jahrhunderte alte Baukultur. Zudem bekommst du einen tollen Einblick in die einstige Arbeitswelt. Du kannst in alte Höfe hineinschauen, durch Wohnungen laufen, die noch original eingerichtet sind. Du kannst dir Stallungen anschauen und erfährst viel Wissenswertes über die damalige Zeit.

Besonders gut gefallen hat mir der Kapplhof und das Raidlhaus sowie der Tanzerhof. Mach dich auf eine Reise in die Vergangenheit. Es lohnt sich. Übrigens hat das Freilichtmuseum Finsterau täglich wechsendes Programm sowie Jahresprogramme.

8. Das Wirthaus d’Ehrn

Suppe im Gasthaus Ehrn
Diese leckere Gemüsesuppe gab es im Gasthaus d’Ehrn

Im Freilichtmuseum Finsterau befindet sich auch das historische Wirtshaus die Tavernwirtschaft d’Ehrn. Thomas Kröber ist dort Museumswirt seit 1987. Die Ehrn bewirtet er mit seiner Frau.

Auf den Tisch kommen nur reginale Produkte. Zwar gibt es hin und wieder Ausnahmen für den Fisch, aber Kröber achtet ganz genau darauf, was er seinen Gästen auftischt. Und es gibt nur das auf dem Teller, das die Saison herbringt. Wenn der Jäger seines Vertrauens ein Reh vorbeibringt, gibt es Reh in der Tavernwirtschaft d’Ehrn. Wenn nicht, dann eben nicht.

Und noch etwas macht die d’Ehrn ganz besonders: der Chef nimmt sich Zeit kurz mit jedem Gast zu plaudern. Er kommt an den Tisch, fragt, ob das Essen schmeckt und spricht über Gott und die Welt. Wenn Kröber alles aus der Natur serviert, dann weiß er aber auch, dass das nicht mehr in vielen Gasthäusern und Restaurants der Fall ist. Reine Handarbeit ist selten geworden. Bei ihm gibt’s die aber noch.

Tipp: Wenn du in der Tavernwirtschaft reservierst, dann kommst du kostenfrei ins Freilichtmuseum hinein.

9. Bodenmais

Bodenmais ist der meist besuchte Urlaubsort im Bayerischen Wald. Kein Wunder, denn im heilklimatischen Kurort findest du Entspannung pur. So wird etwa in der Kurklinik Silberberg-Klinik in Bodenmais eine Heilstollentherapie angeboten.

Auch der Kurpark in Bodenmais mit Vitalzentrum sowie das Schwimmbad Silberberg-Freibad sind sehr schön angelegt.

Im Alten Rathaus erfährst du in einer Sonderausstellung alles über die Geschichte des Bergbaus. Am Brunnenhof am Rathaus finden im Sommer Konzerte statt. Im Zentrum des Ortes steht die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt.

Neben dem historischen Besucherbergwerk Silberberg und dem Joska Glasparadies findest du dort noch weitere Glasbläsereien.

10. Steinklamm

Die Steinklamm im Bayerischen Wald
In der Steinklamm kannst du viel erkunden

Gleich vorweg: wenn du Fotograf bist, dann wird dir diese kleine Klamm sehr gut gefallen. Fast an jeder Steinstufe fällt das Wasser in der Steinklamm in träumerischen Kaskaden herunter. Bewaffnet mit mehreren Stativen und Equipment klettern wir an vereinzelte Stufen hinunter.

Wir sind erneut super beeindruckt, welch tolles Gebiet sich hier befindet. Übrigens ist auch die Landschaft ganz anders. Die Felsen sind mit Moos bewachsen. Alles sieht unberührt aus. In unseren Augen ist die Steinklamm eine richtig tolle Sehenswürdigkeit.

Die Wasserfälle sind super schön. Wir können dir nur raten, dass du dir die Klamm anschaust. Vom Parkplatz in Spiegelau in der Steinklammstraße aus, läufst du wenige Minuten bis zum Beginn der Klamm. Wer mag, kann auch einen Rundweg laufen. Das dauert etwa 2,5 Stunden und ist mit 7,5 Kilometern angegeben. Nach der Klamm läufst du noch etwas weiter und kommst an einen kleinen See, den Stausee Großarmschlag. Diese Tour lohnt sich auf jeden Fall.

11. Glashütte Theresienthal

Glasmacher am Werk
Diesen Glasmachern konnten wir beim Arbeiten zuschauen

Im Bayerischen Wald fällt sofort eines auf: Es gibt hier unzählige Glashütten, Glas-Ateliers, oder Glas-Kunst. Glas so weit das Auge reicht. Das geht im Bayerischen Wald auf eine lange Tradition zurück. Früher gab es hier sogenannte Wanderglashütten. Das lag vor allem daran, dass man früher zum Glasherstellen viel Holz brauchte.

Heute werden die Öfen meist mit Erdgas befeuert. Die Poschinger Hütte war die älteste Glashütte im Bayerischen Wald. Der Ofen ist jetzt aus. Sie bestand in Frauenau seit 1568.

Eine tolle Glashütte für deinen Besuch ist die Glashütte Theresienthal. Wir empfehlen dir auf jeden Fall den Besuch dieser Sehenswürdigkeit.

In den meisten Glashütten gibt es eine Führung. Wer mag kann eine Glaskugel mit den Glasmachern zusammen blasen. Vor Ort kannst du übrigens auch tolle Glaskunstwerke erstehen.

Schau auch unbedingt bei Weinfurtner, dem Glasdorf in Arnbruck im Bayerischen Wald, vorbei.

12. Mit dem Ranger durch den Urwald

Ranger Sigi zeigt uns den Nationalpark Bayerischer Wald
Unser Ranger Sigi in Aktion. Er kennt sich wirklich top aus

Na? Wusstest du, dass es im Bayerischen Wald Ranger gibt? Ich kannte die bisher nur aus den Nationalparks in den USA.

Wir gehen mit Ranger Sigi auf Tour in den Wald hinein. Genauer schauen wir zum Ausgangspunkt Sagwassersäge. Die Sagwasser entspringt ursprünglich hinter dem Lusen. Vor etlichen Jahren wurde der Bach dafür verwendet, Holz zu transportieren. Von der Sargwassersäge aus kannst du ein paar Wanderungen unternehmen.

Wir gelangen mit Ranger Sigi nun tiefer in den Wald hinein und erfahren viel über die Pflanzen, wie wichtig Todholz ist, über seltene Pilzarten, die Flora und Fauna und wie der Nationalpark Bayerischer Wald geschützt wird. Der Nationalpark ist eine absolute Top-Sehenswürdigkeit.

Sigi ist ein Urgestein der Ranger im Park. Seit 25 Jahren macht er seinen Job. Er trifft Menschen, läuft im Nationalpark umher und kommuniziert die Message des Nationalparks. Der Ranger ist Berufswandernd unterwegs und hat sich zum Ziel gesetzt dem Menschen die Natur zu erklären und ihn dafür zu sensibilisieren.

13. Kaffeerösterei Kirmse in Zwiesel

Die bekannte Kafferösterei Kirmse in Zwiesel
Die bekannte Kafferösterei Kirmse in Zwiesel mit dem Inhaber

Wenn es um Kaffee geht, dann hat er richtig viel Ahnung. Jens Kirmse ist Inhaber der Kaffeerösterei Kirmse in Zwiesel. In dem alten Spielzeugmuseum, in dem sich nun die Kaffeerösterei befindet, hat Kirmse ein ganz neues Reich geschaffen. Ein Kaffee-Reich.

Der Sammler aller möglichen Kaffee-Utensilien hat dort in Zwiesel ein wahres Kaffee-Museum geschaffen. Es ist eine absolute Sehenswürdigkeit.

Den Kaffe-Junkie in ihm hat wohl seine Großmutter geweckt. Sie lud Sonntags immer zur Kaffeezeremonie. Damals gab es eine Tasse Bohnenkaffee mit bestem Geschirr. Das war Ende der 1960er. Der Kaffee hatte Jens Kirmse so angefixt, dass er beim Kaffee-König persönlich in Hamburg in die Lehre ging.

Heute hat er seine eigene Kaffeerösterei in Zwiesel. Und hier wird der Kaffee noch von Hand geröstet. Dabei kommen Herrn Kirmse nur die besten Bohnen in die Hand. Damit das auch so bleibt, stattet er Kaffee-Plantagen auf der ganzen Welt einen Besuch ab. Er lebt das Kaffeegeschäft. Das merkt man.

Vor allem weiß Kirmse genau, welcher Kaffee richtig angebaut wurde, wo noch mit Hand gepflückt wird, wo keine Pestizide zum Einsatz kommen und wo der Kunde noch vertrauensvoll einkaufen kann. Nämlich bei ihm in Zwiesel. Das geht zum Teil so weit, dass Australier nach Zwiesel kommen, um dort Australischen Kaffee zu kaufen.

Wenn du bisher noch kein Kaffee-Junkie bist, dann können wir dir garantieren, dass du spätestens nach dem Besuch in der Kaffeerösterei in Zwiesel einer bist. Und du wirst den Laden nicht ohne eine Tüte des schwarzen Goldes verlassen. Auf jeden Fall solltest du das Zwiesel Goldböhnchen testen. Denn einmal probiert, wirst du keinen anderen Kaffee mehr trinken wollen.

Termine:

14. Bärwurzerei Hieke in Zwiesel

Führung der Bärwurzerei
Zwei der drei Schwestern, die das Unternehmen Hieke führen

Als Mitbringsel aus dem Bayerischen Wald darf er auf gar keinen Fall fehlen: der Bärwurz. Und den bekommst du in der Bärwurzerei Hieke in Zwiesel. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum du der Bärwurzerei einen Besuch abstatten solltest. Der Laden sowie die zugehörige Anlage um das Unternehmen ist einige Fotos wert und allein schon wegen seiner Einrichtung eine absolute Sehenswürdigkeit.

Die Bärwurzerei Hieke ist ein Familiengeführter Betrieb nun schon in der dritten Generation. Und so traditionell die Herstellung des klaren Wurzelschnapses in der Firma noch ist, umso moderner ist die Führungsebene dahinter. Drei super hübsche Schwestern führen den Betrieb weiter.

Für die jüngeren Herrschaften gibt es sogenannte Limited Editions, die sich perfekt für einen Apero, im Sekt und auch sonst als Stamperl (bayerisch für ein kleines Schnapsglas voll) genießen lassen.

Dennoch: der traditionelle Bärwurz wird im Betrieb nach wie vor produziert und von den Gästen und Besuchern des Bayerischen Waldes sehr gerne gekauft. Der Bärwurz ist ein klarer Schnaps, der sehr würzig wie die selbige Wurzel schmeckt. Er ist mild im Abgang und man schreibt ihm eine Magenlindernde Eigenschaft zu. Früher wurde der Bärwurz bei Gebährenden eingesetzt, um Wehen zu lindern. Er half aber auch bei Wundbehandlung oder gegen Schwellungen.

Tipp: Für Familien lohnt auf jeden Fall ein Besuch des Wolpertinger-Museums. Hier wird die Geschichte rund um den Wolpertinger kindgerecht erzählt. Und die Figuren sehen einfach super aus. Gerade für Kinder ist das Museum eine richtig tolle Sehenswürdigkeit.

15. Rippenfarnweg an der Sagwasser zum Tummelplatz

Das sogenannte Sagwasser im Bayerischen Wald
Das sogenannte Sagwasser

Diese kleine, aber sehr schöne Tour startet an der Igelbus-Haltesstelle Sagwassersäge. Der Bach diente dazu Baumstämme zu transportieren. Wir laufen zunächst über eine Brücke. Hier kannst du noch uralte Bohlen aus vergangener Zeit sehen. Damals wurde der Fluss mit diesen Bohlen „präpariert“ damit die drei Meter langen Baumstämme besser durchs Wasser gleiteten.

Die Tour führt ein wenig Bergauf durch Mischwald. Dann folgen wir dem Sagwasser parallel. Nach 45 Minuten etwa erreichst du die Sagwasserklause. Hier wurden früher die Baumstämme gestapelt und dann zu Wasser gelassen. Dieser Ort ist in unseren Augen auf jeden Fall eine Sehenswürdigkeit.

Du folgst jetzt weiter dem Weg und kommst schließlich an den Tummelplatz, eine große Weide. Hier kannst du, wenn du Lust hast, noch einen Abstecher zum Aussichtsfelsen Hohlstein, von den Einheimischen Großalmeyerschloß genannt, machen. Wir folgen weiter dem ausgeschilderten Weg, es geht jetzt wieder nach unten bis hin zum Ausgangspunkt. Die gesamte Tour ist mit 4 Stunden und 11,9 Kilometern angegeben.

16. Grenzüberschreitung von Bayern nach Tschechien (Bučina)

Grenzzaun in Tschechien
Hier fanden viele Menschen ihren Tod – der Grenzstreifen ist eine spannende Sehenswürdigkeit

Nach dem kommunistischen Putsch wurde im Jahr 1948 die tschechisch-bayerische Grenze dicht gemacht. Winston Churchill nannte das den Eisernen Vorhang. Die Mauer in Berlin ist jedem ein Begriff, aber die Grenzen verliefen weiter. An den Grenzzäunen nach Tschechien sind ganz viele Menschen gestorben, weil sie versuchten zu fliehen, versuchten durchzuklettern oder erschossen wurden.

Der Grenzstreifen in Tschechien war vier bis zehn Kilometer breit. Bewohner von Dörfern wurden umgesiedelt und die Häuser platt gemacht. Für den Grenzzaun. Heute kannst du Teile des alten Grenzzauns noch anschauen. Auch die Wachtürme sind noch vorhanden. Für uns ist dieses Gebiet absolut sehenswert und eine Top-Sehenswürdigkeit.

Draht so weit das Auge blicken kann. Wer vielleicht die erste Hürde gemeistert hatte, traf weiter innen auf Zäune mit Strom. Der erste Zaun war zwei Meter hoch. Im mittleren Teil, der noch höher war (2,5 Meter) wurde der Zaun mit Volt aufgeladen. Von 3000 bis 6000 Volt ist die Rede. Danach folgte noch ein weiterer Zaun.

Infolge der samtenen Revolution von 1989 fiel der eiserne Vorhang. Grenzzäune wurden aufgemacht.

Du findest diesen Ort in Bučina kurz hinter der deutsch-tschechischen Grenze (Google Maps). Bučina lässt sich übrigens hervorragend kombinieren mit einem Besuch des nahe gelegenen Freilichtmuseums Finsterau. Die fünf Kilometer Entfernung radelst du mit dem Rad locker in 15 bis 20 Minuten. Zu Fuß musst du eine gute Stunde einplanen.

17. Buchberger Leite (Klamm)

Urwald in der Buchberger Leite
Die Natur sieht hier schon urig aus

Die Buchberger Leite ist eine abgefahrene Schluchtenlandschaft. Geröllreiche Bäche, steile Felsriegel und urwald-gleiche Wälder. Der Wald und die Natur ist hier unberührt und wird auch so in Ruhe gelassen. Das sieht man. Moosbewachsene Baumstämme, die über dem Flusslauf liegen. Dort entsteht neues Leben. Die sagenumwobenen Felsen des Bayerischen Pfahls dirigieren die Wolfsteiner Ohe, so heißt der Fluss, durch die Schlucht.

Doch was genau sind diese Pfahle? Das ist ein mit Quarz und Schiefer gefüllter Erdriss. Entstanden vor 275 Millionen Jahren.

Der vordere Bayerische Wald wurde um hunderte Meter gegenüber dem Inneren Bayersichen Wald verschoben. Bei dieser Verschiebung und durch Reibung entstand bei einer enormen Hitzeentwicklung ein neues Gestein. Der Pfahlschiefer. Diese Gesteinsart kannst du in der Felswand an der Klamm bewundern.

Ansonsten folgst du einfach dem Weg durch die Klamm. Wir fanden dort unzählige gigantische Fotomotive. Zu Beginn der Klamm durchquerst du die riesige Felsenmauer über einen Tunnel. Für uns ist die Klamm eine der wichtigen Sehenswürdigkeiten im Bayerischen Wald.

18. Glasmuseum in Frauenau

Wer nach der Glasbläserschau noch nicht genug hat, kann sich auch das Glasmuseum in Frauenau anschauen. Es handelt sich hierbei um ein staatliches Museum, in dem du viel über die Geschichte der Glaskultur erfährst. Dort finden wechselnde Sonderschauen statt und es gibt auch eine Tourist-Info.

Gegründet wurde es bereits 1975. Im Museums-Shop kannst du gläserne Kostbarkeiten und Souvenirs erstehen. Rund um das Glasmuseum sind auch die Gläsernen Gärten. Sie sind ebenfalls eine tolle Sehenswürdigkeit.

19. JOSKA Glasparadies in Bodenmais

Dass sich im Bayerischen Wald alles um das Thema Glas dreht, hatten wir dir vorher schon erzählt. Was du ebenfalls unbedingt sehen musst, wenn du im Bayerischen Wald bist, ist das JOSKA Glasparadies in Bodenmais.

Hier kannst du das Glashandwerk erleben und beim Glasblasen zusehen. Übrigens stellt die Joska Glasbläserei auch Pokale für den Wintersport her.

Ebenfalls sehr beliebt sind die bunt dekorierten Kristall-Gärten rund um die Anlage. Natürlich findest du auch viele Objekte zum Kaufen. Für Kinder und Familien bietet sich das Kinderland an.

Das JOSKA Glasparadies ist täglich von Montag bis Sonntag geöffnet.

20. Großer Falkenstein

Der Große Falkenstein ist mit 1315 Metern einer der schönsten Berge im Arberland Bayerischer Wald. Du steigst auf den Berg über das Zwieslerwaldhaus, das Kreuzstraßl und das Scheuereck hinauf.

Die Wanderung hinauf dauert etwa zwei Stunden. Oben am Gipfel steht das Falkensteinschutzhaus.

Eine besonders schöne Sehenswürdigkeit im Gebiet des Großen Falkensteins ist das sogenannte Höllbachgspreng. In diesem Felsengebiet gibt es einige Wasserfälle. Sie alle münden über die Höllbachschwelle in einen kleinen See.

Karte mit allen Sehenswürdigkeiten im Bayerischen Wald

In unserer interaktiven Karte findest du alle Sehenswürdigkeiten im Bayerischen Wald auf einen Blick. Viel Spaß beim Entdecken der schönsten Orte im Woid.

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4 Kommentare

  • Hallo Biggi und Flo,
    danke für den ausführlichen Artikel über meine Heimat.
    Wir wollen am Samstag eine Wanderung in Finsterau machen und uns die Grenzüberreste ansehen.
    Ihr ward dort mit dem Radl, aber wisst Ihr vielleicht noch, wie man von Finsterau zu Fuß hinkommt? Ist das ein spezieller Wanderweg?
    Liebe Grüße
    Sabine

    • Hallo Sabine,

      das ist kein spezieller Weg, da kannst du natürlich auch einfach wandern. Sonst einfach mal bei Google Maps schauen, was der vorschlägt.

      Viele Grüße
      Florian

  • Der Bayerische Wald ist wirklich ein tolles, sehr abwechslungsreiches Urlaubsziel. Im Winter kann man auch gut Ski fahren, am Grossen Arber gibt es sogar eine schwarze Abfahrt.
    Und man sollte sich wirklich in einer der traditionellen Glashütten ein Souvenir mitnehmen, die Produkte sehen toll aus und halten auch den einen oder anderen Runterfaller aus.
    Mir hat übrigens das Photo von Flo beim Kaffeesortieren besonders gut gefallen; für die Arbeiterinnen früher war es freilich harte Arbeit!
    Auch die spielenden Bärchen :So süß!
    Liebe Grüße, Birgit

    • Liebe Birgit, danke für deinen lieben Kommentar. Das freut uns sehr. Ja mal sehen, vielleicht trauen wir uns sogar mal auf die Ski im Arber-Gebirge. Schon damals zur Schulzeit sind alle immer am Arber zum Skifahren gewesen. Und du hast Recht: die Arbeiterinnen haben das 10 Stunden am Stück gemacht. Zumal das Band echt schnell lief. Da kam Flo gut ins Schwitzen. Liebe Grüße, Biggi

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