Fraueninsel Sehenswürdigkeiten: Kloster, Campanile & ein Hauch Ewigkeit

↻ 15. Mai 2026
Highlights und Sehenswürdigkeiten auf der Fraueninsel im Chiemsee

Die Fraueninsel im Chiemsee verzaubert mit einigen schönen Sehenswürdigkeiten, die du unbedingt sehen solltest. Welche Highlights das sind, verraten wir dir in diesem Artikel.

Du erreichst die Fraueninsel übrigens nur mit dem Schiff. Schon die Fahrt in atemberaubender Alpenkulisse ist ein unvergessliches Erlebnis.

Wir stellen dir hier die schönsten Orte und Sehenswürdigkeiten auf der Fraueninsel vor. Viel Spaß 😊.

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1. Kloster Frauenwörth

Die bekannteste Sehenswürdigkeit auf der Fraueninsel ist das Kloster Frauenwörth mit der weithin sichtbaren weiße Campanile, dem freistehenden Glockenturm aus dem 12. Jahrhundert und das weithin sichtbare Wahrzeichen der Insel. Etwa ein Drittel der Fläche der Insel bedeckt der Klosterbereich. Gegründet wurde die Abtei von Herzog Tassilo III. von Bayern, allerdings später als das Kloster auf der Herreninsel, um 782.

Lange Zeit war das Kloster über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Im Zuge der Säkularisierung verlor das Kloster seinen Status. Erst 1836 erlaubte König Ludwig II. den Benediktinerinnen wieder, das Kloster wieder zu nutzen. Aber unter der Bedingung, dass sie für ihre Existenz selbst sorgen. Sie gründeten daraufhin das Irmengard-Internat und unterrichteten dort Mädchen.

Ein Inselführer ist empfehlenswert, um noch mehr über die Insel zu erfahren.

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2. Kirche Mariä Opferung und die Heilige Irmengard

Absolut sehenswert ist die Kirche Mariä Opferung aus dem 11. Jahrhundert. Auf dem Friedhof ruhen unter anderem der Chiemseemaler Max Haushofer sowie die Schriftsteller Wilhelm Jensen und Felix Schlagintweit. Eine bemerkenswerte Figur in der Geschichte dieser Kirche ist die Heilige Irmengard, eine Tochter von König Ludwig dem Deutschen.

Irmengard war Äbtissin und hatte die Aufgabe, das verfallene Kloster wieder aufzubauen. Bei einem Umbau der Kirche zwischen 1004 und 1010 wurde ihr Grab unter der tragenden Säule der Kirche entdeckt. Im Jahr 1631 wurde das Grab erneut geöffnet, dabei fehlte der Kopf des Skeletts. Dieser war bei der ersten Öffnung entnommen und ins Kloster Seeon gebracht worden.

1922 wurden die Gebeine der Heiligen Irmengard wiedervereinigt. Eine DNA-Analyse im Jahr 2003 bestätigte schließlich, dass der Schädel, der inzwischen in einem gläsernen Schrein hinter dem Altar der Klosterkirche Frauenwörth liegt, tatsächlich zu Irmengard gehört.

3. Torhalle

Die karolingische Torhalle auf der Fraueninsel ist ein architektonisches Juwel und eines der ältesten Gebäude seiner Art. Ursprünglich aus dem Jahr 850 stammend, beherbergte das Erdgeschoss die Nikolauskapelle und das Obergeschoss die Michaeliskapelle. Während Restaurierungsarbeiten wurden hier beeindruckende Engelsdarstellungen entdeckt.

Der Zugang zur Torhalle erfolgt durch eine runde Durchfahrt, und das Gebäude selbst hinterlässt einen eindrucksvollen Eindruck. Sie gilt zudem als der älteste Hochbau Süddeutschlands.

4. Lindenhain

Im Lindenhain stehen zwei über 1000 Jahre alte Bäume: Die Tassilolinde und die Marienlinde, berichtet unser Inselführer. Schon der mittelalterliche Dichter und Sänger Walter von der Vogelweide soll in einem seiner Werke die Linden auf der Fraueninsel besungen haben.

Der Lindenhain wird auch als Kraftort bezeichnet. Es heißt, er sei mit geomantischen Zonen verbunden, die von der Kampenwand über das Kloster bis hin zu einer alten Einsiedelei in den Bergen reichen. Dieser Ort ist etwas ganz Besonderes und wird oft von Besuchern der Kirche Mariä Opferung zur Heiligen Irmengard aufgesucht.

5. Kriegergedächtniskapelle

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde auf der Fraueninsel die Kriegergedächtniskapelle errichtet, die sich ebenfalls im Lindenhain befindet. Unser Inselführer berichtet, dass das wohl am meisten fotografierte Motiv der Kapelle ein großes Gemälde des Malers Hiasl Maier-Erding ist. Es zeigt ein betendes Fischerpaar am Chiemsee. Die Kapelle steht an der Stelle, wo früher die Martinskirche stand.

6. Fischer-Restaurants und Gaststätten

Auf der Fraueninsel leben insgesamt sechs Fischerfamilien und im Chiemsee sind 28 Fischarten beheimatet, sodass du unbedingt einen frischen Chiemsee-Fisch probieren solltest. Vom frisch geräucherten Chiemsee-Renken bis zu anderen regionalen Schmankerln findet hier jeder etwas nach seinem Geschmack.

Besuche unbedingt eine der Fischerfamilien, um ihren hochgelobten Fisch zu kosten, wie unser Inselführer bestätigt. Auf der Insel findest du außerdem eines der ältesten Wirtshäuser Bayerns, das Hotel-Café-Restaurant „Zur Linde“ (obwohl der langjährige Wirt sich 2018 verabschiedet hat), den Klosterwirt, den Inselwirt und das Inselbräu.

7. Töpfereien und Künstler

Zwischen den malerischen Häusern und gepflegten Gärten der Inselbewohner findest du einige traditionelle Töpfereien. Die Töpfereien schließen früg am Abend, daher solltest du den Nachmittag nutzen, um dir die kleinen Läden anzusehen.

Auf der Insel gibt es zum Beispiel die Inseltöpferei Georg Klampfleuthner und Keramik Im Boothaus. Die Insel Frauenchiemsee ist eine der ältesten Künstlerkolonien Europas, gegründet im Jahr 1828. Bekannte Kreative wie der Freilicht-Maler Max Haushofer, der Schriftsteller Ludwig Ganghofer und Ludwig Thoma haben hier ihre Spuren hinterlassen.

8. Klosterladen

Ein besonderes Highlight auf der Insel ist der Klosterladen, wo klostereigene Produkte angeboten werden, die bei den Besuchern sehr beliebt sind. Von Kräutersäckchen bis hin zu selbstgemachten Likören gibt es eine Vielzahl netter Mitbringsel von der Insel. Besonders empfehlen kann ich den Chiemseer Wildfrucht-Likör.

9. Die Krautinsel

Von der Fraueninsel aus hast du einen herrlichen Blick auf die kleinste Insel im Chiemsee: die Krautinsel. Früher diente sie den Inselbewohnern zum Gemüseanbau, daher auch der markante Name. Die Beziehung zur Krautinsel ist jedoch kompliziert, da insgesamt 40 Eigentümer der Fraueninsel Anspruch auf Teile der Krautinsel haben. Die kleine Insel ist übrigens unbewohnt.

10. Baden auf der Fraueninsel

Auch auf der Fraueninsel hast du auch die Möglichkeit baden zu gehen. Im Südwesten der Insel gibt es eine Wiese mit Seezugang. Hier stören auch die Ausflugsschiffe nicht.

11. Der berühmte Christkindlmarkt

Im Dezember findet auch der Fraueninsel ein Christkindlmarkt statt. Im Winter bei festlicher Beleuchtung über die Insel zu spazieren ist ein unvergessliches Erlebnis. Insgesamt bieten 90 Aussteller ihre Werke und Leckereien an. Für die Kinder gibt es ein Märchenzelt, einen Streichelzoo mit Alpakas, Weihnachtsvorlesungen und ein historisches Karussell.

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Anreise mit dem Boot auf die Fraueninsel

Der Chiemsee verfügt über fünf Bootsanlegestellen am Festland (Bernau, Prien, Gstadt, Seebruck und Chieming). Die meisten Besucher fahren von der Anlegestelle Prien.

Die Tickets bekommst du am Ableger am Schalter. Lohnenswert ist auch ein Abstecher auf die Insel Herrenchiemsee, die sich gut mit der Fraueninsel kombinieren lässt.

Nostalgie-Fans fahren mit dem Raddampfer “Ludwig Fessler” mit der historischen Bar, der seit 1926 in Betrieb ist. Neben der Inseltour West und der Inseltour Ost gibt es auch noch die Große Chiemseetour (Website).

Übrigens darfst du auf die Chiemsee-Schiffe auch ein Fahrrad mitnehmen, um den See zu überqueren oder die Tour abzukürzen. Auf den Inseln selbst darst du nicht mit dem Rad fahren.

Chiemsee-Reiseführer

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Autor:in
Biggi Bauer ist Reisejournalistin, Buchautorin (u. a. Dumont), Video-Creatorin, Social-Media-Expertin und Mitgründerin des Foto- und Reiseblogs Phototravellers.de.

Nach Stationen beim Radio, Fernsehen und in großen Verlagshäusern teilt sie ihr Wissen hier auf dem Blog in über 300 Artikeln zu den Themen Reisen, Wandern und Outdoor.

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