Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Heidelberg
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Heidelberg Sehenswürdigkeiten: 10 schöne Orte, die du sehen musst

Mit ihrer malerischen Altstadt, einzigartigen Geschichte und sehenswerten Natur ist Heidelberg eine der schönsten Städte sowie eine der Top-Sehenswürdigkeiten in Deutschland.

Der verträumte Charme der Neckarstadt in Baden-Württemberg inspirierte bereits viele bekannte Dichter und Denker, was Heidelberg den Beinamen "Stadt der Romantik" eingebracht hat.

Wir stellen dir hier die schönsten Sehenswürdigkeiten und Orte in Heidelberg vor.

Aktualisiert am 06.05.2022

Heidelbergs Top-10-Sehenswürdigkeiten im Überblick

Die meisten Heidelberger Sehenswürdigkeiten befinden sich in der überschaubaren Altstadt, deren Gassen du bequem zu Fuß erkunden kannst. Dazu reicht ein Tagesausflug erstmal aus. Wenn du mehr Seiten von Heidelberg oder auch seine schöne Umgebung kennenlernen möchtest, rate ich dir, ein ganzes Wochenende einzuplanen.

Heidelberg bei Nacht
Die Stadt Heidelberg bei Nacht. Hier siehst du das beleuchtete Schloss, die Alte Brücke, die Heiliggeistkirche und vieles mehr

1. Philosophenweg

Unser Rundgang startet ganz romantisch in der Natur: Der wunderschöne Philosophenweg führt dich vom Heidelberger Stadtteil Neuenheim auf den Heiligenberg, immer am Neckar entlang. Nicht nur Botaniker und Naturliebhaber werden begeistert sein, denn auf der Strecke wimmelt es nur so von tollen Aussichtsmöglichkeiten auf die Sehenswürdigkeiten von Heidelberg und die Umgebung – der perfekte Ausgangspunkt, um dir einen ersten Eindruck von der Stadt zu verschaffen.

Der Eingang zum Weg ist trotz Beschilderung relativ versteckt und beginnt in einer der teuersten Wohngegenden Heidelbergs. Nach den ersten steilen Metern kommst du am Philosophengärtchen vorbei, von wo du einen grandiosen Blick auf die Altstadt hast. Hier kannst du auch die Büste Eichendorffs sowie ein im Sockel eingraviertes Gedicht von ihm bewundern.

Weiter geht es auf einem von Bäumen gesäumten Weg bis zu den Hängen des Heiligenbergs. Durch seine besondere Lage herrscht hier ein anderes Klima als im Tal. Es ist im Schnitt deutlich wärmer als in der Stadt, was auch dazu führt, dass die Vegetation an die Toskana erinnert. So stößt du unterwegs auf exotische Bäume wie Zypressen, Pinien, Zitronenbäume und sogar Palmen – ein kleiner Trost für alle, deren diesjähriger Italien-Urlaub ins Wasser fällt.

Einen Spaziergang in dieser Idylle solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen. Wer weiß, vielleicht wirst du hier genauso inspiriert wie einst viele Gelehrte und Künstler vor dir. Der schnellste Weg in die Altstadt ist der enge und steile Schlangenweg, der den Philosophenweg mit unserer nächsten Top-Sehenswürdigkeit verbindet.

Ein ganz besonderes Highlight ist übrigens die Segway-Tour entlang des Philosophenweges (hier buchen*).

Tipp: Etwa zwei Kilometer vom Philosophenweg entfernt befindet sich ein weiterer spannender Ort. Die Thingstätte (Google Maps) ist eine Freilichtbühne, die in der Zeit des Nationalsozialismus nach griechischem Vorbild erbaut wurde. Noch ein Stück weiter geht es zur Klosterruine St. Stephan und zum Heiligenbergturm, von dem du ebenfalls eine Top-Aussicht genießt. Die gesamte Gegend ist übrigens auch ein beliebtes Wandergebiet namens Zollstock, wo du Natur-Highlights wie die Holdermanns-Eiche findest.

Blick vom Philosophenweg auf die Stadt
Blick vom Philosophenweg auf die Stadt

2. Alte Brücke

Sie wurde von Dichtern wie Friedrich Hölderlin oder Gottfried Keller besungen sowie von vielen Malern in ihren Gemälden verewigt: die Alte Brücke, eines der Wahrzeichen Heidelbergs. Sie gehört auf jeden Fall zu den beliebtesten Attraktionen der Stadt und ist damit die Top-Sehenswürdigkeit!

Mit neun Bögen überspannt die malerische Brücke aus rotem Sandstein den Neckar und verbindet die Altstadt mit dem Neckarufer auf der anderen Seite des Flusses. Eingerahmt in das Stadtbild und die umliegenden Berge bietet sie ein wunderschönes Panorama.

Der Name der Brücke trügt ein wenig: Eigentlich ist die Alte Brücke eine noch relativ junge Schönheit mit vielen aus Holz gebauten Vorgängern. Als die achte hölzerne Brückenkonstruktion durch das große Eishochwasser von 1784 zerstört wurde, wurde unter Kurfürst Karl Theodor 1786 an der gleichen Stelle eine neue, steinerne Brücke errichtet. Nach ihrer Sprengung durch deutsche Soldaten im März 1945 wurde sie in den beiden Folgejahren wiederaufgebaut und dient heute hauptsächlich als Fußgängerbrücke.

Sehr zu empfehlen ist immer auch ein geführter Rundgang durch die Altstadt (hier kannst du eine private Tour buchen* – oder hier alternativ eine Gruppenführung*).

Das mittelalterliche Brückentor ist top erhalten
Das mittelalterliche Brückentor ist top erhalten

Sehenswert sind – abgesehen von der spektakulären Aussicht natürlich – das mittelalterliche Brückentor sowie die Statuen von Karl Theodor und Minerva, der römischen Göttin der Weisheit, auf dem zweiten beziehungsweise siebten Pfeiler.

Ein besonderer Hingucker ist der Brückenaffe, dessen Geschichte bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Die heutige Bronzefigur stammt allerdings erst aus dem Jahr 1979. Der Affe ist ein Zeichen für Spott und hält einen Spiegel in seiner linken Hand, während er mit der rechten Hand den bösen Blick abwehrt. Der Kopf der Statue ist hohl, sodass du dich als Heidelberger Brückenaffe ablichten kannst.

Wenn du über die ausgestreckten Finger der rechten Hand streichst, wirst du nach Heidelberg zurückkehren – so heißt es zumindest. Beim Berühren des Spiegels wirst du angeblich reich und das Anfassen der Mäuse neben dem Affen bedeutet viele Kinder. Auch eine spannende Methode, um Probleme zu lösen beziehungsweise Wünsche zu erfüllen, oder? Überzeuge dich selbst von der Magie des Brückenaffen und schau dir die Sehenswürdigkeit an!

Tipp: Auf der anderen Seite der Brücke, also dort wo der Schlangenweg beginnt, befindet sich der sogenannte Liebesstein, an dem Verliebte Schlösser anbringen können. In anderen Städten kennt man das normalerweise von Brückengeländern – aber nicht in Heidelberg!

Die Alte Brücke in Heidelberg ist ein Top-Fotomotiv
Die Alte Brücke in Heidelberg ist ein Top-Fotomotiv

3. Heiliggeistkirche

Von der Alten Brücke geht es nun in die historische Heidelberger Altstadt – genauer gesagt auf den Marktplatz, wo sich nicht nur das Rathaus, sondern auch die Heiliggeistkirche befindet. Sie ist die größte und bedeutendste Kirche der Stadt und prägt zusammen mit dem Schloss das Stadtbild.

Errichtet wurde das Bauwerk von 1398 bis 1515 und diente ursprünglich als repräsentatives Gotteshaus und Grabstätte der Kurfürsten. Allerdings geht seine Bedeutung darüber hinaus: So beherbergte die Heiliggeistkirche lange Zeit die Bibliotheca Palatina, eine der wichtigsten deutschen Bibliotheken der Renaissance.

Außerdem ist diese Sehenswürdigkeit ein Paradebeispiel der wechselvollen konfessionellen Geschichte Heidelbergs. Von 1706 bis 1936 wurde die Kirche von beiden Konfessionen genutzt: Das Langhaus war protestantisch, der Chor katholisch und die Gottesdienste fanden durch eine Mauer getrennt statt. Seit 1936 gehört die Kirche zur Evangelischen Landeskirche in Baden.

Schon von außen fällt die Schmucklosigkeit der Kirche auf, wodurch sie eine gewisse monumentale Wirkung auf die Besucher hat. Spannend sind auch die kleinen Souvenirläden am Fuße der Kirche, wo du Mitbringsel für alle Daheimgebliebenen kaufen kannst.

Blick auf die Stadt und die Heiliggeistkirche
Blick auf die Stadt und die Heiliggeistkirche. Der riesige Kirchturm ist nicht zu übersehen

Der Innenraum ist ähnlich karg ausgestattet. Der Schein trügt jedoch: Vor der Reformation war die Kirche reich geschmückt mit prächtigen Altären, Heiligenbildern und Orgeln, die im Rahmen der Bilderstürme entfernt und zerstört wurden. Apropos Orgel: In der Heiliggeistkirche spielten bereits Musikgenies wie 1763 der damals erst siebenjährige Wolfgang Amadeus Mozart.

Zur Abrundung deines Besuchs kannst du gegen eine kleine Spende den Kirchturm besteigen und von der Aussichtsplattform aus den Blick über die pittoreske Heidelberger Altstadt wandern lassen.

Adresse: Hauptstraße 189, Am Marktplatz (Google Maps)
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 11 bis 17 Uhr, Sonntag 12.30 bis 17 Uhr

⭐ Die besten Reiseführer für deinen Ausflug nach Heidelberg

Für weitere Insidertipps kann ich dir diese spannenden Reiseführer ans Herz legen. Darin findest du die beliebtesten Attraktionen der Stadt und weitere nützliche Tipps und Tricks.

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4. Hauptstraße

Der Marktplatz grenzt direkt an die Hauptstraße, mit 1,6 Kilometern eine der längsten Fußgängerzonen Europas. Shoppingfans sind in der bekannten Einkaufsmeile bestens aufgehoben: Abgesehen von den üblichen Geschäften sind es vor allem die kleinen, individuellen Boutiquen, die zum Stöbern einladen. Für eine Verschnaufpause bieten sich die vielen traditionsreichen Cafés und Restaurants an.

Es lohnt sich auch, in die weniger überfüllten Seitengassen abzubiegen. Hier findest du neben malerischen Fotomotiven vielleicht auch deinen ganz persönlichen Geheimtipp. Viel Spaß bei deinem Einkaufsbummel und beim Erkunden dieser Sehenswürdigkeit!

Tipp: Zwei spannende Adressen für alle Naschkatzen habe ich direkt noch parat. Auf dem Weg von der Alten Brücke zur Hauptstraße kommst du nämlich an der Bonbon Manufaktur (Website, Google Maps) vorbei, wo du sogar selbst Süßigkeiten herstellen kannst. Und wenn du von der Hauptstraße in die Friedrichstraße abbiegst, findest du an ihrem Ende den Zuckerladen (Website, Google Maps). Der nostalgische Shop hat alles, was das Herz begehrt – nur keine festen Preise! Was du letztendlich bezahlst, entscheidet hier der Würfel.

5. Universität Heidelberg

Nur einen Katzensprung von der Hauptstraße entfernt befinden sich viele Gebäude der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Diese wurde bereits im Jahr 1386 gegründet und ist damit die älteste Uni Deutschlands. Benannt wurde sie nach dem Gründer Kurfürst Ruprecht I. sowie Markgraf Karl Friedrich, der maßgeblich zur Neuorganisation der Universität zu Beginn des 19. Jahrhunderts beigetragen hat.

Viele bekannte Persönlichkeiten wie Joseph von Eichendorff, Hannah Arendt oder Helmut Kohl haben hier studiert oder unterrichtet. Insgesamt kann sich die Uni Heidelberg mit 33 Nobelpreisträgern – sei es Professoren, Doktoren oder Absolventen – schmücken. Da kann man wirklich nur staunen!

Adresse: Grabengasse 1 (Google Maps)
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8.30 bis 21 Uhr, Samstag und Sonntag 9 bis 21 Uhr

Eines der Wahrzeichen der Uni Heidelberg ist die Universitätsbibliothek, die zu den imposantesten Bibliotheksgebäuden Deutschlands zählt. Das heutige Bauwerk wurde 1905 eröffnet und ist eine architektonische Meisterleistung aus Manierismus und Jugendstil. Eine tolle Sehenswürdigkeit für Architekturfans und Bücherwürmer!

Auch ein Blick ins Innere beeindruckt: Hier sind neben verschiedenen Ausstellungen die Büsten berühmter Gelehrter zu sehen. Eine Top-Sehenswürdigkeit der Uni-Bib – um es im Studentenjargon zu sagen – ist auch der Codex Manesse, die umfangreichste und berühmteste deutsche Liedersammlung aus dem Mittelalter.

Tipp: Ebenfalls einzigartig ist die Sammlung Prinzhorn (Website), die zum Universitätsklinikum Heidelberg gehört. Das Museum beherbergt beeindruckende Kunstwerke von Patienten und Patientinnen psychiatrischer Anstalten, die einen spannenden Einblick in deren Gedanken ermöglichen.

6. Studentenkarzer

Der Studentenkarzer ist eine weitere Sehenswürdigkeit der besonderen Art und befindet sich ebenfalls auf dem Campus in der Heidelberger Altstadt. Bereits seit ihrer Gründung besaß die Uni ihre eigene Gerichtsbarkeit, sodass ein Amtmann Haftstrafen über undisziplinierte Studenten verhängen konnte.

Diese kommen ja bekanntlich besonders im alkoholisierten Zustand auf die besten Prank-Ideen, wie man heute sagen würde. Von 1778 bis 1914 wurden sie im Karzer für „Kavaliersdelikte“ wie nächtliche Ruhestörungen oder andere Verstöße gegen die öffentliche Ordnung bestraft. Der Arrest dauerte, je nach Delikt, zwischen drei Tagen und vier Wochen, wobei die Studenten ihre Vorlesungen besuchen durften – Bildung geht vor!

Der Studentenkarzer in Heidelberg
Der Studentenkarzer in Heidelberg

Die Häftlinge vertrieben sich ihre Zeit im Gefängnis, indem sie ihrer Kreativität auf den Karzerwänden freien Lauf ließen. Auf diese Weise entstanden zahlreiche Kunstwerke, zum Beispiel Karikaturen oder die Abzeichen ihrer jeweiligen Studentenverbindung, die du noch heute bestaunen kannst. Freue dich auf eine einzigartige Zeitreise, erwarte aber keine Michelangelos oder Monets.

Tipp: Wenn dich Kunst interessiert, solltest du dir die Street Art in Heidelberg nicht entgehen lassen. Seit 2015 findet in der Stadt nämlich das METROPOLINK Festival für urbane Kunst (Website) statt und über die Jahre haben sich tolle Gemälde in ganz Heidelberg angesammelt. Du kannst sie an ausgewählten Terminen im Sommer bei einer spannenden Stadtführung, der Urban Romantic Tour im Cabrio-Bus, besichtigen. Alle Infos findest du auf der verlinkten Website unter „Touren“.

7. Kornmarkt

Wenn du wie ich immer auf der Suche nach tollen Fotomotiven bist, lohnt sich ein Abstecher zum Kornmarkt. Du kommst hier aber wahrscheinlich eh vorbei, denn der Platz befindet sich auf direktem Weg vom Hauptmarkt zum Schloss.

Der Kornmarkt entstand im 16. Jahrhundert auf dem ehemaligen Gelände des Heilig-Geist-Spitals. Heute gehört er zu den schönsten Ecken Heidelbergs: Du kannst hier nicht nur einen Blick auf das Schloss werfen, sondern auch die umliegenden malerischen Gebäude bewundern.

Auf dem idyllischen Kornmarkt spielt sich übrigens auch ein Teil des stimmungsvollen Heidelberger Weihnachtsmarkts ab.

In der Mitte des Platzes befindet sich weitere Sehenswürdigkeiten wie der Muttergottesbrunnen, der auch Kornmarkt-Madonna genannt wird. Die Säule wurde 1718 im Auftrag vom katholischen Kurfürsten Karl Philipp als Zeichen der Gegenreformation aufgestellt. Hintergrund waren die religiösen Streitereien zwischen Karl Philipp und der damals bereits mehrheitlich reformierten Heidelberger Bevölkerung.

Die originale Statue ist allerdings inzwischen ins Kurpfälzische Museum gewandert, du siehst heutzutage also nur noch eine Kopie auf dem Kornmarkt. Das tut der Schönheit des Platzes jedoch keinen Abbruch.

8. Heidelberger Schloss

Vom Kornmarkt geht es nun zum absoluten Wahrzeichen der Stadt, auf das du wahrscheinlich bereits sehnsüchtig gewartet hast: das Heidelberger Schloss. Majestätisch thront die Ruine aus Neckartäler Sandstein 80 Meter über den Dächern der Altstadt und zählt mit jährlich knapp 1,2 Millionen Besuchern zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Deutschlands.

Das Schloss wurde im 13. Jahrhundert als Burg erbaut und diente bis zu seiner Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg als Residenz der pfälzischen Kurfürsten. Im Anschluss wurde es nur teilweise restauriert, der Wiederaufbau des Schlosses wurde jedoch 1764 aufgrund der Brandschäden eines Blitzschlags ganz aufgegeben.  

Tipp: Hier kannst du deine ganz private Führung durch die imposante Schlossanlage buchen*.

Das beeindruckende Heidelberger Schloss
Das beeindruckende Heidelberger Schloss – erst, wenn man näher ran kommt, erkennt man, dass man vor einer Ruine steht

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden Schloss und Stadt zum Inbegriff der Sehnsuchtsvorstellungen der deutschen Romantik und sind auch heutzutage noch das Traumziel vieler Touristen aus aller Welt.

Der Zauber der Schlossruine ist in all seinen verwinkelten Bauten und geheimnisvollen Sälen zu spüren. Wenn du die Augen offen hältst, wirst du bei deinem Besuch immer wieder auf spannende Geschichten und Spuren stoßen.

Das mächtige Schloss Heidelberg im Herbst
Das mächtige Schloss Heidelberg im Herbst – ein Traum

Im Schlosskeller findest du ein Highlight nicht nur für Weinliebhaber: das Große Fass, das größte Weinfass der Welt, das sage und schreibe 221.000 Liter Wein fassen könnte. Es war bereits das vierte Fass an dieser Stelle, wurde allerdings nur dreimal befüllt, da es nie dicht war.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts soll es vom kleinwüchsigen und trinkfesten Hofnarren Perkeo bewacht worden sein, der angeblich das Große Fass in einem Zug austrinken konnte und letztlich an einem versehentlich getrunkenen Becher Wasser gestorben sein soll. Seine Holzfigur steht auch heute noch neben dem riesigen Behältnis und ist ebenfalls eine Sehenswürdigkeit Heidelbergs.  

Die Holzfigur des Hofnarren Perkeo in Heidelberg
Die Holzfigur des Hofnarren Perkeo in Heidelberg

Eine weitere Top-Attraktion ist der sogenannte Altan, die heutige Besucherterrasse. Hier hast du nicht nur eine märchenhafte Aussicht auf das Neckartal und die ganze Stadt, sondern kannst auch einen Blick auf den berühmten Rittersprung, eine seltsame schuhähnliche Vertiefung im Sandschein, werfen.

Hier soll angeblich ein Ritter, der mit einer Hofdame auf frischer Tat ertappt wurde, verzweifelt aus dem Fenster gesprungen sein. Zurück blieb nur sein Fußabdruck. Heute machen sich viele Besucher einen Spaß daraus, mit ihrem eigenen Schuh in den Rittersprung zu treten. Die Legende besagt, dass denjenigen, dem der Abdruck passt, ein glückliches Leben erwartet. Da tritt man doch gerne mal in den Fußstapfen eines Ritters.

Tipp: Wenn du zwischen Juni und August in Heidelberg bist, solltest du dir die Schlossfestspiele (Website) nicht entgehen lassen. Dann dient die Schlossruine als atemberaubende Kulisse für Konzerte, Schauspiel und Tanz.

9. Deutsches Apotheken-Museum

Im Heidelberger Schloss (Website) befindet sich seit 1957 auch das Deutsche Apotheken-Museum. In seinen Räumen erfährst du alles über die Geschichte der Pharmazie, von der Antike bis ins 21. Jahrhundert.

Zu den umfangreichen Sammlungen zählen unter anderem sieben vollständige Apothekeneinrichtungen aus unterschiedlichen Epochen, zum Beispiel aus der Zeit der Renaissance, dem Barock und den 1930er-Jahren. Abgesehen von den vielen Medikamenten und „magischen“ Mitteln kannst du hier auch die weltweit größte Sammlung von emailbemalten Gläsern aus dem 18. Jahrhundert bewundern.

Das Deutsche Apotheken-Museum ist nicht nur eine Top-Sehenswürdigkeit in Heidelberg, sondern gehört auch zu den meistbesuchten Museen Deutschlands. Ein Besuch lohnt sich nicht nur bei Regen, zumal der Eintritt im Schlossticket enthalten ist.

Alte Apotheker-Gläser zur Aufbewahrung
Alte Apotheker-Gläser zur Aufbewahrung

10. Königstuhl

Unser Rundgang endet da, wo er aufgehört hat: in der Natur. Der Königstuhl ist mit seinen 568 Metern zwar nicht besonders hoch, dennoch gehört der Heidelberger Hausberg zu den Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt. In der Oase der Erholung erwarten dich nicht nur beeindruckende Ausblicke auf Heidelberg und das Neckartal, sondern auch viele weitere Aktivitäten und „Höhepunkte“.

Der Freizeitpark Märchenparadies verspricht märchenhafte Stunden für Familien mit kleinen Kindern. Ein weiteres Erlebnis für Groß und Klein ist der Besuch der Falknerei Tinnunculus. Alle Naturliebhaber werden sich über Wanderwege in sämtlichen Schwierigkeitsstufen freuen, Astronomiefans können in der Landessternwarte in kosmische Welten eintauchen. Du merkst schon: Hier ist für jeden etwas dabei.

Den Berg kannst du zum einen bequem mit den traditionsreichen Heidelberger Bergbahnen erreichen. Von der Talstation Kornmarkt fährt die untere Bahn über die Station Schloss zur Molkenkur, wo du auf deinem Weg zum Königstuhl in die Bergbahn umsteigen musst. Genauere Informationen zu Preisen und Fahrzeiten findest du auf der Website.

Eine sportliche Alternative zur Bergbahn ist die sogenannte Himmelsleiter, eine steile Treppe, die am Kornmarkt beginnt und dich am Schloss vorbei nach oben führt. Nach 1600 Stufen körperlicher Anstrengung wirst du am Gipfel durch einen grandiosen Ausblick auf Heidelberg und die Umgebung belohnt.

Die Heidelberger Bergbahn bringt dich zügig hinauf auf den Hügel
Die Heidelberger Bergbahn bringt dich zügig hinauf auf den Hügel

Ausflugstipp Schloss Schwetzingen

Nur etwa 8 Kilometer von Heidelberg entfernt befindet sich das Schloss Schwetzingen (Website), eine weitere Top-Sehenswürdigkeit in der Umgebung. Es wurde 1350 erstmals urkundlich erwähnt und diente den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor im 18. Jahrhundert als Sommerresidenz.

Schloss Schwetzingen in der Nähe von Heidelberg ist ein Top-Ausflugsziel in Baden-Württember
Schloss Schwetzingen in der Nähe von Heidelberg ist ein Top-Ausflugsziel in Baden-Württemberg

Heutzutage kannst du in der über 72 Hektar großen Schlossanlage so einiges entdecken. Neben dem imposanten Rokoko-Theater, dem ältesten Theater in Baden-Württemberg, sind auch die barocken Innenräume des Schlosses sehenswert. Diese kann man allerdings, genauso wie das Theater, nur im Rahmen einer Führung besichtigen.

Die Krönung eines jeden Besuchs ist jedoch der barocke Schlossgarten, der von Karl Philipp in Auftrag gegeben wurde. Er wurde nach französischem Vorbild in strengen geometrischen Formen angelegt und beeindruckt durch seine symmetrischen Blumenbeete, akkurat geschnittenen Hecken und Wasserspiele.

Die Schlossanlage Schwetzingens aus der Luft
Die Schlossanlage Schwetzingens aus der Luft

Im Gegensatz dazu steht der angrenzende naturnahe englische Garten, einer der ersten englischen Landschaftsgärten in Deutschland.

Im Schlosspark finden sich viele antike Tempel, die die Vernunft ganz im Sinne der Aufklärung zelebrieren. Die allegorischen Skulpturen hingegen haben keine tiefere Bedeutung und sind einfach nett anzusehen. Im Schlossgarten steht auch eine Moschee.

Der Schlossgarten war übrigens schon in kurfürstlicher Zeit für die gesamte Bevölkerung zugänglich – damals noch ohne Eintrittsgeld. Aber auch heute lohnt es sich noch, die paar Euros hinzublättern und den Garten in seiner ganzen barocken Pracht zu bestaunen.

Im Schlossgarten steht auch diese schöne Moschee
Im Schlossgarten steht auch diese schöne Moschee

Tipp: Ich habe auch noch zwei weitere Ausflugstipps für dich. Einmal ist das der Zoo Heidelberg (Website) mit mehr als 2.000 Tieren. Und dann kann ich dir noch den Wolfsbrunnen (Google Maps) ans Herz legen, einen wahren Insider-Tipp. Die historische und denkmalgeschützte Brunnenanlage umfasst mehrere Wasserspiele und ein Lustschloss, das heute als Gasthaus genutzt wird. Diese beiden Sehenswürdigkeiten sollten unbedingt noch auf deine Liste.

Essen & Trinken in Heidelberg

Damit du deine Zeit in Heidelberg nicht mit der langen Suche nach guten Essensmöglichkeiten verbringst, gebe ich dir im Folgenden einige kulinarische Geheimtipps.

Tipp: Erkunde die Street-Food- und Craft-Beer-Szene der Stadt doch auf einer privaten Verkostungstour (hier buchen*).

Heidelberg ist idyllisch am Neckar gelegen
Heidelberg ist idyllisch am Neckar gelegen. Die Neckarwiese am Nordufer eignet sich übrigens hervorragend zum Entspannen

Wo in Heidelberg übernachten – die besten Hoteltipps

Für alle Hostelfreunde ist das hippe Hostel Lotte – The Backpackers (hier Preise checken*) genau die richtige Adresse. Es überzeugt nicht nur durch seine Top-Lage zwischen Kornmarkt und Schloss, sondern auch durch seine individuell gestalteten Zimmer.

Im Herzen der Altstadt befinden sich auch viele schöne Hotels. Das Arthotel Heidelberg (hier Preise checken*) punktet hinter der historischen Fassade durch seine moderne und stilvolle Einrichtung sowie den Dachgarten, der zur Erholung über den Dächern Heidelbergs einlädt.

Das Hotel Zur Alten Brücke (hier Preise checken*) und das Hotel Villa Marstall (hier Preise checken*) bieten charmante und gemütliche Zimmer mit Blick auf den Neckar. Im Hotel Backmulde (hier Preise checken*) werden Tradition und Komfort großgeschrieben – auch ein Besuch seines historischen Gasthauses ist absolut empfehlenswert.

Wer zwischendurch gerne auch mal selbst kocht oder einfach eine eigene Wohnung bevorzugt, ist in den Ferienwohnungen Neckarblick (hier Preise checken*) im Herzen der Altstadt gut aufgehoben. Sie begeistern durch ihre Lage, Ausstattung und Wohlfühlfaktor und eignen sich bestens für eine Reise mit mehr Personen.

Die HeidelbergCARD

Zum Schluss möchte ich dir noch die HeidelbergCARD zeigen. Sie kostet zwischen 19 und 23 Euro und gilt für 1, 2 oder 4 Tage. Für Familien gibt es eine Sondervariante für 2 Tage und 43 Euro.

Das lohnt sich definitiv, denn mit der HeidelbergCARD kannst du die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen und auch das Schlossticket inklusive der Bergbahn sind im Preis enthalten. Das heißt, den Fasskeller und das Deutsche Apotheken-Museum kannst du damit ebenfalls besuchen! Darüber hinaus gibt es weitere Ermäßigungen bei Führungen und Touren, Museen und Ausstellungen, Gastronomie, Shopping und Kultur.

Kaufen kannst du die HeidelbergCARD entweder online oder vor Ort in einer der Touristeninformationen, zum Beispiel am Hauptbahnhof oder im Rathaus.

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