Die ultimative Anleitung für das perfekte Landschaftsfoto

So gelingt dir das perfekte Landschaftsfoto

Eine Kurzanleitung für Foto-Einsteiger und Hobby-Fotografen

Ultimativ? Perfekt? Und schon wieder jemand, der im Internet mit Superlativen nur so um sich wirft. Und trotzdem – oder gerade deswegen – bist du jetzt auf unserem Blog gelandet. Der Mensch ist schon irgendwie einfach zu durchschauen, was .-) Aber wäre es nicht toll, mit ein paar einfachen Tricks das perfekte Landschaftsfoto zu schießen? Das hört sich erst einmal nach einem Quacksalber an, oder? Nein, es ist wirklich nicht so schwer, mit ein paar einfachen Handgriffen grandiose Landschaftsfotos zu schießen – selbst für Anfänger und Hobby-Fotografen ohne teure Kameraausrüstung. Und genau an solche richtet sich dieser Überblick: An Menschen, die noch nicht lange Fotografieren und auf der Suche nach Einsteiger-Tipps sind. Für Profifotografen ist diese Anleitung sicher ein wenig zu einfach und wenig umfangreich gefasst. Um Anfänger nicht zu verwirren, habe ich die Regeln aber absichtlich sehr überschaubar gehalten und Sonderfälle weggelassen.

Über den Autor: Florian ist professioneller Landschaftsfotograf und veranstaltet Fotoreisen und Fotokurse. Seine Fotos waren schon in bekannten Magazinen zu sehen und wurden in großen Ausstellungen gezeigt. Einen Überblick über seine Arbeiten gibt es in der Online-Fotogalerie und auf Landschaftsfotografien.com. Außerdem ist er Autor mehrerer Bücher zum Thema Fotografie.

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Vier Zutaten für das perfekte Landschaftsfoto

Ich möchte in dieser Kurzanleitung gar nicht weiter auf technische Details eingehen. Selbst wenn dir Begriffe wie Blende, ISO und Belichtungszeit ein Fremdwort sind, kannst du grandiose Fotos mit nach Hause bringen. Aber natürlich ist es von Vorteil, wenn du die Grundlagen der Fotografie beherrschst. Das kommt aber mit der Zeit ganz von alleine, wenn du öfters im manuellen Modus fotografierst. Okay, jetzt aber genug um den heißen Brei geredet. Die vier Zutaten für einmalige Landschaftsbilder (und wieder so ein Superlativ) sind:

  • DSLR oder DSLM
  • ein Objektiv mit einem sehr großen Bildwinkel (Weitwinkelobjektiv)
  • ein Stativ
  • Fernauslöser

Man mixe das ganze gut durch und fertig ist das Landschaftsfoto. Gut, Spaß beiseite. Mit einem Weitwinkelobjektiv erzielst du ganz einfach Perspektiven, die das menschliche Auge nicht gewohnt ist. Der Weitwinkeleffekt verzaubert jeden Betrachter in (hoffentlich ehrfürchtiges) Staunen. Zumindest, wenn du ein paar Regeln beherzigst. Ob ein Weitwinkelobjektiv Sinn macht und was es bewirkt, liest du hier in unserem  Weitwinkel-Ratgeber.

Nützliche Literatur zum Thema Fotografie

Der perfekte Vordergrund für das beste (*räusper) Foto aller Zeiten

Also gut, du bist mit deiner Kamera, dem Weitwinkelobjektiv und dem Stativ unterwegs. Zunächst suchst du dir einen markanten Vordergrund. Was das sein kann? Das zeige ich dir am besten anhand von ein paar Beispielen.

Reynisdrangar-Felsen

Die Reynisdrangar-Felsen auf Island. Der Fels ist ein toller Vordergrund, die relativ lange belichtete Brandung ist das i-Tüpfelchen

Caldera de los Cuervos

Moosbewachsene Steine im Vordergrund. Im Hintergrund ist die Caldera de los Cuervos auf Teneriffa zu sehen

Salinen von Marsala

Die Salinen bei Marsala auf Sizilien. Der schmale Weg ist der perfekte Vorderdrund und zieht den Betrachter in das Foto

Limone Gardasee

Limone am Gardasee. Dieser Fels unterhalb der Hafenmauer sprang mir direkt ins Auge. Hier war allerdings ein wenig Kletterei angesagt. Zudem waren die moosbewachsenen Felsen übelst rutschig. So einen markanten Vordergrund konnte ich mir aber einfach nicht entgehen lassen

Barmsee am Abend

Der Barmsee in Bayern ist nur Insidern ein Begriff. Zur richtigen Jahreszeit findet man im See prächtige Wasserpflanzen

Du siehst schon, als Vordergrund bieten sich viele Dinge an. Mit der Zeit wirst du durch die Gegend rennen und an jeder Ecke ein gutes Fotomotiv entdecken. Es ist übrigens immer eine gute Idee, sich Fotos anderer Fotografen anzuschauen. Das schult den fotografischen Blick, ohne den jedes Foto zum Scheitern verurteilt ist. Da hilft auch die beste Kamera nichts – allenfalls ein außergewöhnliches Motiv mit einer atemberaubenden Lichtstimmung kann dann noch über Schwächen im Bildaufbau hinwegtäuschen. Wir bieten zu diesem Thema übrigens ein eBook an *hüstel* –  hier kannst du es bestellen.

Die Einstellungen an der Kamera

Ist das Motiv und der passende Vordergrund ausgewählt, geht es ans Fotografieren. Die Kamera sollte immer aufs Stativ (zur  Stativübersicht) – einfach weil du so den Bildaufbau viel bewusster gestalten, den Horizont gerade ausrichten und die Belichtungszeit lang halten kannst. Bei Aufnahmen aus der Hand ist das nicht möglich, weil es bei etwas längeren Belichtungszeiten einfach zu Verwacklern kommt.

Nun zu den richtigen Einstellungen an der Kamera: Am besten gehst du in den manuellen Modus (keine Angst, der beißt nicht), stellst die Blende auf 11 oder 13 und wählst den niedrigsten ISO-Wert (in der Regel 100, je nach Kamera kann der niedrigste ISO-Wert aber auch 64 oder 200 sein). Die Belichtungsmessung der Kamera zeigt dir nun recht zuverlässig an, wie lange du das Foto belichten musst. Dazu muss der kleine Pfeil oder der Balken auf der Belichtungsskala einfach in die Mitte auf den Nullwert geschoben werden. Das ist nicht immer perfekt, aber eine gute Orientierung.

Belichtungsmessung Kamera

Die Belichtungsskala zeigt dir, ob dein Foto richtig belichtet wird. Bei schwierigen Lichtsituationen, etwa bei starkem Gegenlicht, kann die Belichtungsmessung aber versagen. Hier ist dann Erfahrung oder schlichtes Probieren gefragt

Ganz wichtig ist auch der Fokus. Die einfachste Methode, um dein Foto von vorne bis hinten scharf zu bekommen, ist es, den Fokus im manuellen Modus anhand der Entfernungsskala auf kurz vor unendlich zu stellen. Eine andere Möglichkeit ist die Hyperfokale Distanz. Wenn du dich jetzt fragst, was das ist: Stell den Fokus einfach auf unendlich, das Resultat ist (an einem Weitwinkelobjektiv) ähnlich. Wenn deine Fotos trotzdem unscharf werden, lies am besten unseren  Ratgeber gegen unscharfe Fotos. Zum Auslösen nutzt du am besten einen Fernauslöser.

Die Einstellungen an der Kamera noch einmal in der Kurzfassung:

  • Blende 11 oder 13
  • ISO 100
  • Belichtungszeit laut Kamera (in nächsten Schritt auf dem Weg zum Foto-Profi passt du ISO und Blende deinen Bedürfnissen an, um exakt solange zu belichten, wie es das Motiv verlangt)
  • Fokus auf knapp vor unendlich
Entfernungsskala Objektiv

Teure Objektive haben in der Regel eine Entfernungsskala. Stell den Fokus manuell auf kurz vor unendlich oder in den Unendlich-Bereich (aber bitte nicht ganz bis zum Anschlag drehen). Um rauszufinden, welche Stellung die beste an deinem Objektiv ist, musst du ein wenig experimentieren

Manueller Fokus Sony Alpha 6000

Das Kit-Objektiv der Sony Alpha 6000 etwa hat keine Entfernungsskala. Trotzdem kannst du das Objektiv manuell (MF) einstellen (den entsprechenden Menüpunkt wählen). Auch hier kannst du die Einstellung “Unendlich” (die Acht) wählen

Mit diesen Einstellungen an der Kamera kannst du jetzt wirklich gaaaaaaaanz nah (und noch einen Schritt näher) an den ausgewählten Vordergrund. Je weitwinkliger dein Objektiv ist (also je größer der Bildwinkel ist), desto näher kannst du an den Vordergrund ran. Es lohnt sich auch, einmal die bodennahe Froschperspektive zu testen. Du wirst sehen, mit einem Weitwinkelobjektiv ist der Effekt auf das Foto immens. Hier findest du eine  Übersicht inklusive Kaufberatung über derzeit erhältliche Weitwinkelobjektive.

Grundlagen der Landschaftsfotografie

Das sind für jeden Anfänger und Hobby-Fotografen ganz wichtige Grundlagen für die Landschaftsfotografie. Natürlich wirkt nicht jedes Foto mit einem Weitwinkelmotiv – einige Motive verlangen etwa ein Teleobjektiv mit anderen Einstellungen. Und natürlich spielen Filter in der Landschaftsfotografie eine sehr große Rolle. Weitere Tipps zum Thema Landschaftsfotografie gibt es in unserem Ratgeber 11 Tipps für atemberaubende Landschaftsfotos“. Und hier findest du viel  Wissenswertes zu Kamerafiltern. Eine Faustregel besagt übrigens: Nach 10.000 Auslösungen bist du gut genug, um wirklich gelungene Fotos mit nach Hause zu bringen. Jetzt heißt es also: üben, üben, üben. Mit unseren Tipps zum Thema Fotografie werden dir schon bald deutlich bessere Landschaftsfotos gelingen. Und wenn du das Ganze noch etwas abkürzen willst, schau doch einmal bei unseren  Live-Fotokursen vorbei.

Und eines noch: Ich hoffe sehr, meine Superlativen haben dich nicht zu sehr gestört. Das ganze ist natürlich auch ein wenig ironisch gemeint (so ein toller Hecht bin ich nun auch nicht). Mit diesen Tipps solltest du jetzt aber wirklich Fotos machen, die die Welt so noch nicht gesehen hat .-)

Blick in die Alpen von der Zugspitze

Dieses Foto entstand auf dem Gipfel der Zugspitze und ist ein Beispiel dafür, das ein Weitwinkelobjektiv nicht immer erste Wahl ist. Dieses Bild wurde mit einer leichten Tele-Brennweite aufgenommen. Mit dem Weitwinkelobjektiv hätte ich hier oben auf Deutschlands höchstem Berg schlechte Karten gehabt

Tipps für Smartphone-Fotografen

Du hast keine Kamera und auch kein Weitwinkelobjektiv? Nun, auch mit dem Smartphone kannst du mit einer leicht veränderten Perspektive den Betrachter in den Bann ziehen. Viele moderne Smartphones haben relativ weitwinklige Linsen verbaut. Geh in die Knie und betrachte die Welt aus den Augen eines Frosches. Du hast einen spannenden Vordergrund entdeckt? Super, dann geh mit dem Smartphone so nah wie möglich ran. Hier findest du noch mehr nützliche Fototipps für Smartphone-Fotografen.

Bergkulisse

Dieses Foto in den Alpen entstand mit dem iPhone 6s. Du siehst, auch hier kommt der Weitwinkeleffekt ziemlich gut rüber

Nützliche Literatur zum Thema Fotografie

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Hast du noch einen anderen wichtigen Tipp für atemberaubende Landschaftsfotos? Wir sind gespannt! Hinterlass doch einen kurzen Kommentar – wir freuen uns 🙂

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