DSLM oder DSLR – welche Kamera soll ich kaufen?

Kaufberatung: DSLR oder DSLM

Die beste Kamera für jeden Einsatzzweck

Die spiegellosen Systemkameras (DSLM für Digital Single Lens Mirrorless) sind auf dem Vormarsch. Was sofort auffällt: DSLMs sind kompakter und leichter als Spiegelreflexkameras (DSLR für Digital Single-Lens Reflex). Es gibt schon lange Stimmen, die das Ende der DSLR vorhersagen. Der Trend zur DSLM scheint unaufhaltsam. Vor allem der japanische Elektronikhersteller Sony hat das früh erkannt und etwa mit der  Alpha 6000* ( Testbericht) mit APS-C-Sensor und der  Alpha 7* oder der  Alpha 7 II* mit Vollformatsensor (35 mm Kleinbildformat) Hunderttausende Fotografen überzeugt, von der DSLR auf die DSLM zu wechseln.

Die Platzhirschen Canon und Nikon waren lange nur Statisten im boomenden DSLM-Markt. Mit der Einführung des Canon EOS R-Systems und des  Nikon Z-Systems* Ende 2018 wollen Canon und Nikon verloren gegangenes Terrain zurückerobern. Doch eine Frage bleibt: Welches System ist denn nun das Bessere? Sollten Fotografen zur DSLM greifen oder zur DSLR? Eines vorweg: Beide Kamerasysteme haben ihre Vor- und Nachteile. Es kommt wirklich ganz auf deine speziellen Bedürfnisse an, ob du nun eine spiegellose Systemkamera (DSLM) oder eine Spiegelreflexkamera (DSLR) kaufen solltest. Auch wenn viele bekannte Fotografen inzwischen zur DSLM greifen: Spiegellose Systemkameras haben nicht nur Vorteile. Es gibt nach wie vor gute Gründe, auf die gute alte DSLR zu setzen. Welche das sind, verrate ich dir in diesem Artikel.


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Bildqualität

Viele Anfänger fragen sich: Welche Kamera macht denn bessere Bilder? Diese Frage ist schnell beantwortet. Es spielt keine Rolle, ob du zur DSLM oder zur DSLR greifst. Bei der Bildqualität unterscheiden sich beide Systeme nicht. Wie kann das sein? Der grundlegende Unterschied zwischen beiden Kamerasystemen ist der Spiegel, der der DSLR ihren Namen verdankt.

Bei einer Spiegelreflexkamera fällt das Licht durchs Objektiv, wird vom Schwingspiegel reflektiert und im optischen Sucher angezeigt (vereinfachte Darstellung). Löst du aus, klappt der Spiegel hoch und das Licht fällt auf den Bildsensor. Genau diesen Spiegelmeachanismus besitzt die DSLM nicht. Darum ist die DSLM auch kompakter und leichter ist als eine DSLR. Die Bildqualität hängt aber neben dem verwendeten Objektiv einzig und alleine vom Bildsensor ab (und natürlich vom Fotografen).

Viele DSLMs und DSLRs haben exakt den gleichen Bildsensor verbaut. Heißt: Ob du zur DSLM oder zur DSLR greifst, hat keinen Einfluss auf die Bildqualität. Ist der gleich Sensor verbaut, liefern beide Kamerasysteme die gleiche Bildqualität. Feinheiten wie ein anderer Autofokus (wichtig etwa für Wildlife- oder Porträtfotografen) bei verschiedenen Kameramodellen lasse ich hier außen vor.

Polarlichter über dem Kirkjufell

Wurde das Bild mit einer DSLM oder einer DSLR aufgenommen? Das ist für Außenstehende nicht zu beurteilen. Bei der Bildqualität unterscheiden sich DSLM und DSLR grundsätzlich nicht

Unentschieden.

DSLM 1 : 1 DSLR

Autofokus

Lange war der Phasendetektions-Autofokus (DSLR) dem Kontrast-Autofokus (DSLM) klar überlegen. Das ändert sich langsam. Zudem werden in vielen höherpreisigen DSLMs sogenannte Hybrid-Autofokus-Systeme, als eine Kombination aus Phasen- und Kontrast-AF, verbaut. Damit ist im Grunde kein Unterschied mehr zwischen den Systemen (sehr wohl aber zwischen verschiedenen Herstellern) zu erkennen.

Unentschieden.

DSLM 2 : 2 DSLR

Serienbildgeschwindigkeit

Der DSLM “fehlt” der Spiegelmechanismus. Das ist ein Vorteil, wenn es darum geht, viele Bilder in sehr kurzer Zeit aufzunehmen. Sonys Spitzenmodell Alpha 9 (eine DSLM) schießt bis zu 20 Bilder in der Sekunde. Nikons Flaggschiff D5 (DSLR) schafft zehn bis zwölf Bilder in der Sekunde, 14 bei hochgeklapptem Spiegel. Die  Canon M50* ( Testbericht), eine im Einsteigerbereich angesiedelte DSLM, kommt auf zehn Bilder in der Sekunde.

Auto auf der F 35 auf Island

Die Canon EOS M50 schießt bis zu zehn Bilder in der Sekunde. Damit sind solche Fotos wie hier auf Island ein Kinderspiel

Klarer Vorteil DSLM.

DSLM 3 : 2 DSLR

Größe und Gewicht: Kameragehäuse

Die große Stärke der spiegellosen Kameras ist ihre kompakte Bauweise. Durch den fehlenden Spiegelmechanismus kann das Gehäuse kleiner gebaut werden. Das spart nicht nur Platz, sondern auch Gewicht.

Eine moderne DSLM mit APS-C-Sensor wie die  Sony Alpha 6500* wiegt mit Akku (ohne Objektiv) 453 Gramm. DSLMs mit Vollformatsensor bringen natürlich mehr Gewicht auf die Waage. Die Ende 2018 erschienene  Nikon Z7* etwa wiegt 675 Gramm. (Je nach Ausstattung und Robustheit des Gehäuses variiert das Gewicht der verschiedenen Kameramodelle aber mitunter stark).

DSLRs sind schwerer und größer. Eine  Canon EOS 2000D* mit APS-C-Sensor als Einsteigerkamera wiegt 475 Gramm. Eine  Canon EOS 80D* mit APS-C-Sensor und sehr guter Ausstattung kommt auf 730 Gramm. Die  Nikon D850* mit Vollformatsensor kommt auf 1005 Gramm. DSLRs sind aber nicht nur schwerer, sondern auch größer. Es gibt zwar auch Fotografen, die lieber eine etwas griffigere Kamera mit mehr Gewicht in der Hand haben.

Dieser Punkt geht aber klar an die DSLM.

DSLM 4:2 DSLR

Größe und Gewicht: Objektive

Gerade spiegellose APS-C-Kameras kommen oft mit unglaublich kompakten Objektiven daher. Vergleicht man aber ähnliche Objektive mit einer ähnlichen Leistung, stellt man fest: Es ist nicht vorrangig der Kamerabody, der ein Kamerasystem groß und schwer macht, sondern das Objektiv. Als Beispiel sei hier das Nikkor Z 24–70 mm 1:4 für Nikons spiegellose Z-Kameras genommen. Das Objektiv bringt rund 500 Gramm auf die Waage. Zum Vergleich: Ein vergleichbares Canon EF 24-70mm f/4L IS USM, entwickelt für Vollformat-DSLRs, wiegt 600 Gramm. Auch bei anderen Brennweiten sind Objektive für DSLMs in der Regel etwas leichter.

Sony Alpha 5000 klappbares Display

Sony Alpha 5000: Mit dem Kit-Objektiv (das liefert natürlich nicht die besten Resultate ab) ist die Kamera extrem leicht und kompakt

Biggi mit Kamera in San Francisco

Zugegeben, ein recht lustiges Bild im Morgengrauen irgendwo in San Francisco. So eine Vollformat-DSLR mit Teleobjektiv ist schon ein Klopper, der ersteinmal geschultert werden will. Eine Vollformat-DSLM mit einem vergleichbaren Objektiv ist aber nicht sehr viel leichter

Auch wenn der Unterschied geringer ist, als manch einer denkt. Dieser Punkt geht knapp an die DSLM.

DSLM 5:2 DSLR

Gewichtsvergleich DSLM vs. DSLR

Als Landschaftsfotograf brauche ich eine breite Palette an Objektiven. Ein Muss ist das Ultraweitwinkelobjektiv. Dazu kommen ein Standard-Zoom-Objektiv und ein Teleobjektiv. Ich habe einmal ein paar virtuelle Fotorucksäcke gepackt, mit denen ich so auch unterwegs sein könnte. Die Ausrüstung ist recht gut vergleichbar. Was erstaunt: Der Gewichtsvorteil der DSLM ist vorhanden, aber nicht so deutlich, wie man vielleicht erwartet. Gepackte Kamera-Rucksäcke im Vergleich:

  • Vollformat-DSLR
  • Nikon D850 1005 Gramm
  • Nikkor 17-35 mm 1:2,8D IF-ED 745 Gramm
  • Nikkor 24-85 mm 1:3,5–4,5 465 Gramm
  • Nikkor 70-200 mm 1:4G 850 Gramm
  • 1 Ersatzakku 86 Gramm
  • Gesamtgewicht: 3151 Gramm
  • Vollformat-DSLR
  • EOS 5D Mark IV 895 Gramm
  • Canon EF 16-35 mm f/2.8L III 790 Gramm
  • Canon EF 24-70 mm f/4L IS USM 600 Gramm
  • Canon EF 70-200 mm f/4L IS II USM 780 Gramm
  • 1 Ersatzakku 72 Gramm
  • 3137 Gramm
  • Vollformat-DSLM
  • Sony Alpha 7R III 657 Gramm
  • Sony FE 16-35 mm F2,8 GM 680 Gramm
  • Sony Vario-Tessar T FE 24–70 mm F4 ZA OSS 426 Gramm
  • Sony FE 70-200 mm F4 G OSS 840 Gramm
  • 3 Ersatzakkus 171 Gramm
  • 2774 Gramm

Der Vorteil der Vollformat-DSLM Sony Alpha 7R III mit entsprechender Ausstattung zur Vollformat-DSLR  Canon EOS 5D Mark IV* liegt in diesem Fall gerade einmal bei 363 Gramm. Trotzdem können vielleicht schon 150 Gramm weniger in der Hand subjektiv einen enormen Gewichtsvorteil bedeuten. Der Kamerarucksack ist indes oft fast gleich schwer. Aber das kommt eben immer stark auf die Objektiv an. Es gibt auch für DSLRs sehr kompakte und leichte Objektiv. Ein Bekannter war lange mit einem lichtstarken Teleobjektiv (die sind sehr groß und schwer) unterwegs und ist beim Systemwechsel von der DSLR auf DSLM auf ein weniger lichtstarkes Teleobjektiv gewechselt. Das spart natürlich enorm viel Gewicht. Die Ausstattung ist dann aber auch absolut nicht mehr vergleichbar.

Wenn dir wirklich daran gelegen ist, Platz und Gewicht zu sparen, greifst du zu einer Kamera mit APS-C-Sensor (oder kleiner). 90 Prozent der Fotografen, die mit einer Vollformat-Kamera unterwegs sind, werden das Potenzial des Sensors wohl nie nutzen. Wer etwa nur Bilder fürs Web erstellt oder hin und wieder ein Fotobuch druckt, nutzt nicht einmal das Potenzial einer modernen APS-C-Kamera. Mit einer Canon EOS M50 (APS-C-Sensor mit 24 MP) etwa kannst du ein Foto rein rechnerisch bis ca. 50×34 cm hochauflösend (mit 300 DPI) drucken. Mehr geht nicht, fragst du jetzt? Aber sicher geht auch mehr. Je größer ein Foto, desto mehr Abstand nimmt der Betrachter in der Regel ein, um es anzuschauen. Bei einer Auflösung von 120 DPI kannst du mit der EOS M50 Bilder im Format 126x84cm drucken. Ein Foto dieser Größe mit 120 DPI ist durchaus noch ansehnlich. Erst bei näherer Betrachtung wirst du “Treppenstufen” erkennen.

  • APS-C-DSLR
  • Nikon D500 860 Gramm
  • Nikkor AF-P DX 10-20 mm 1:4,5–5,6 G VR 230 Gramm
  • Nikkor AF-P DX 18-55 mm 1:3,5–5,6 G VR 205 Gramm
  • Nikkor  AF-S DX 55-200 mm 1:4–5,6G ED VR II 300 Gramm
  • 1 Ersatzakku 86 Gramm
  • 1681 Gramm
  • APS-C-DSLM
  • Sony Alpha 6500 453 Gramm
  • Sony E 10-18 mm F4 OSS 225 Gramm
  • Sony Vario-Tessar T E 16-70 mm F4 ZA OSS 308 Gramm
  • E55-210 mm F4,5-6,3 OSS 345 Gramm
  • 3 Ersatzakkus 171 Gramm
  • 1502 Gramm

Gerade im Bereich der APS-C-Kameras habe ich mich aufgrund der relativ kleinen Auswahl etwas schwer mit vergleichbaren Objektiven getan. Der Vergleich zeigt aber klar: Der Gewichtsvorteil der DSLM ist nicht so groß, wie gedacht. Interessant ist der Vergleich zwischen Vollformat-Kameras und APS-C-Kameras. Hier ist der Unterschied sehr deutlich. Dazu muss man aber auch sagen, dass die Objektive fürs Vollformat in einer anderen Liga spielen.

Objektivauswahl

Je stärker die Nachfrage nach DSLMs steigt, desto mehr Objektive kommen auf den Markt. Stand Ende 2018 ist es aber nach wie vor so, dass Nutzer einer DSLR eine deutlich größere Auswahl haben. Nicht nur an neuen Objektiven, sondern auch an gebrauchten Objektiven. Mitunter können Objektive, die zehn oder zwanzig Jahre auf dem Buckel haben, problemlos an einer modernen DSLR betrieben werden. Ich nutze etwa ein altes, aber doch recht gutes 80-400mm Nikkor-Objektiv an meiner Vollformat-Kamera. Gebraucht gibt es das Objektiv für etwa 500 Euro. Von solchen Schnäppchen können Besitzer einer DSLM nur träumen.

Klarer Treffer für die DSLR.

DSLM 5:3 DSLR

Akkulaufzeit

Die DSLM hat bauartbedingt keinen optischen Sucher wie die DSLR. Stattdessen verfügt die DSLM über einen elektronischen Sucher. Günstigere Modelle verfügen sogar nur über das Display (wie bei der guten alten „Digicam“). Der elektronische Sucher verbraucht enorm viel Strom. Bei vielen DSLMs hält ein Akku daher nur für etwa 300 Fotos. Neuere Modelle schaffen zum Teil bis zu 500 Fotos. Trotzdem: Besitzer einer DSLM müssen immer mindestens einen Ersatz-Akkus mitnehmen. Die zusätzlichen Ersatz-Akkus minimieren den Gewichtsvorteil wieder etwas und sind zudem teuer in der Anschaffung, zumindest wenn man zu den Original-Akkus der Hersteller greift (was ich sehr empfehle). Die geringe Akku-Laufzeit kann ein entscheidender Nachteil auf Reisen sein, auf denen man nicht jeden Tag an eine Steckdose zum Laden kommt.

Zum Vergleich: Moderne DSLRs schaffen mit einem Akku bis zu 1000 Auslösungen (mitunter auch mehr). Nur wer viel mit dem Display arbeitet, wird deutlich weniger Fotos mit einer Akkuladung schaffen. Auf unserer Fotoreise zum  Everest Base Camp war ich daher sehr froh, dass ich mich auf die enorme Ausdauer meiner DSLR verlassen konnte. Zumal man auch mit fast leerem Akku immer auf der Lauer liegen kann. Der optische Sucher verbraucht schließlich keinen Strom. Mit der DSLM und dem elektronischen Sucher ist das schlicht unmöglich.

Dieser Punkt geht klar an die DSLR.

DSLM 5:4 DSLR

Optischer vs. elektronischer Sucher

Spiegellose Kamers sind mit einem elektronischen Sucher ausgestattet (Einsteigermodelle haben aber oft nur das Display zur Anzeige). Spiegelreflexkameras sind immer mit einem optischen Sucher ausgestattet, der mit Hilfe des eingebauten Spiegelmechanismus funktioniert.

Doch welches System ist nun besser? Das ist eine Frage der persönlichen Vorlieben. Anfänger werden bei der DSLM die Möglichkeit, etwa das Histogramm (zeigt, ob es zu dunkle oder zu helle Teile im Foto gibt) oder das “fertige” Foto schon vor der Aufnahme im Sucher anzeigen zu lassen, zu schätzen wissen. Profis, die mit den Einstellungen einer Kamera gut vertraut sind, können auf dieses Gimmick in der Regel verzichten. In der Dunkelheit schlägt der optische Sucher der DSLR die elektronischen Systeme der spiegellosen Kameras. Während in der Nacht bei elektronischen Suchern nur noch Rauschen zu erkennen ist, hat man bei einem optischen Sucher immerhin noch den Hauch einer Ahnung, was man vor der Linse hat.

Dieser Punkt endet unentschieden. Jedes System hat seine Vor- und Nachteile. Anfänger setzen eher auf den elektronischen (und leider energiehungrigen) Sucher der DSLM, Profis schätzen das klare Bild des optischen Suchers auch bei Dunkelheit.

Unentschieden.

DSLM 6:5 DSLR

Der Spiegel – Fluch und Segen

Der Spiegel bei einer DSLR begründet das höhere Gewicht und auch das größere Volumen. Der Spiegel hat aber auch Vorteile. Wechselt man das Objektiv, schütz der heruntergeklappte Spiegel den dahinter liegenden Sensor vor Staub. Gerade Outdoor-Fotografen, die auch einmal bei Sturm in der Wüste das Objektiv wechseln, kann so ein Sensor-Schutz in Form des Spiegels sehr hilfreich sein. Bei der DSLM liegt der Sensor direkt hinter dem Objektiv. Wechselt man die Linse, ist der Sensor völlig ungeschützt.

Nikon D810

Nikon D810: Der Sensor liegt geschützt hinter dem Spiegel

Canon EOS M10

Canon EOS M10: Bei der DSLM liegt der Sensor ungeschützt direkt hinter dem Objektiv

Unentschieden.

DSLM 7:6 DSLR

Fazit: DSLM oder DSLR

Der Sieg geht damit knapp an die DSLM. Ob du dich nun aber für eine DSLM oder eine DSLR entscheidest, hängt stark vom Einsatzzweck der Kamera ab.

Einsatzzwecke DSLR

  • Fotografen, die oft in eher rauen Gegenden unterwegs sind, wissen den Schutz des Bildsensors durch den Spiegel einer DSLR zu schätzen.
  • Auch die enorme Ausdauer der Akkus spricht für die DSLR – auch im harten Feldeinsatz.
  • Nachtaufnahmen gelingen mit einem optischen Sucher der DSLR leichter.
  • Für die DSLR spricht zudem die fast unendliche Auswahl an Objektiven (vor allem auch an gebrauchten Objektiven).

Einsatzzwecke DSLM

  • Anfänger werden die Möglichkeit bei der DSLM schätzen, alle wichtigen Infos und sogar das “fertige” Foto vor dem Auslösen im elektronischen Sucher anzeigen zu lassen.
  • Fotografen, die Timelapse-Aufnahmen erstellen, greifen definitiv zur DSLM. Der mechanische Verschluss der DSLR ist ein Verschleißteil und eignet sich nicht dazu, Hunderte oder Tausende Fotos in kürzester Zeit zu machen. Hier ist der elektronische Verschluss der DSLM eindeutig im Vorteil.
  • Auch etwa Langzeitreisende, die auf jedes Gramm Gewicht achten, landen eher bei der DSLM in Kombination mit einem leichten, aber dafür nicht ganz so überragenden Objektiv. Langzeitreisende haben dafür mitunter das Problem mit den wenig ausdauernden Akkus (und zusätzlicher Ersatz-Akkus, die auch wieder wiegen). Bedenke auch, dass gute Objektive immer sehr groß und schwer sind. Das gilt für DSLMs und DSLRs gleichermaßen. Kommt es dir vor allem aufs Gewicht an, greifst du auch zu einer Kamera mit APS-C-Sensor oder einem noch kleinerem Sensor und nicht zum Vollformat. Den Unterschied wirst du in der Regel nur bei großen Drucken/Abzügen erkennen.
  • Videofilmer landen in der Regel bei einer hochpreisigen DSLM wie der  Olympus OM-D E-M1 Mark II* oder der  Sony Alpha 7R II* mit einem auf fünf Achsen stabilisierten Bildsensor (dieses Feature gibt’s bei der DSLR noch nicht).

Das perfekte System gibt es also nicht. Der Trend geht zwar klar zur DSLM (speziell mit Vollformat-Sensoren). Doch auch die DSLR hat ihre Stärken. Ich hoffe, dass beide Systeme auf lange Sicht bestehen bleiben und jeder Fotograf die Kamera nutzen kann, die seinen Ansprüchen gerecht wird.

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2 replies
  1. Rudi Schmitz says:

    Hallo Florian,

    ein spannender Vergleich, der klar zeigt, dass dieses ganze Gerede um die DSLM ein wenig überbewertet wird. Ich kenne auch zwei, die sind von der DSLR auf eine DSLM umgestiegen und schwärmen jetzt, wie viel Gewicht sie dabei sparen. Was sie nicht sagen: Statt lichtstarker 2.8er Objektive haben sie jetzt weniger lichtstarke Objektive gekauft. Klar, dass man da Gewicht spart. Sowas wird dann aber gerne totgeschwiegen. Aber jeder wie er mag.

    Beste Grüße
    Rudi

    Reply
    • Florian Westermann says:

      Hallo Rudi,

      ja, das ist oft die Sache, die die Leute vergessen. Also ich bin nach wie vor gerne mit meiner DSLR unterwegs. Die 2.8er Objektive, die sind aber kein Spaß beim Transport. Ist bei der DSLM aber auch nicht soooo viel anders dann.

      Viele Grüße
      Florian

      Reply

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