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Korsika: Wanderung zum Ninosee (1743 m)

Die Wanderung zum Ninosee gehört zu den schönsten Touren auf Korsika. Der Ninosee liegt am bekannten Fernwanderweg GR 20.

Die Straße führt mich idyllisch durch einen imposanten Wald mit riesigen Bäumen. Immer wieder erhasche ich tolle Blicke in das weite Tal.

Aktualisiert am 03.03.2022
strasse-korsika

Wanderparkplatz zum Ninosee

Am Wanderparkplatz zum Ninosee (GPS: N 42 17.066, E 8 55.265 – Google Maps) ist noch nicht viel los, ich bin zum Glück einer der ersten, der diese im Sommer überaus beliebte Tour heute angeht. Der Weg führt mich von Anfang an genussreich durch den Hochwald Valdu Niellu. Typisch sind die bis zu 500 Jahre alten, riesigen Schwarzkiefern (Laricio-Kiefern) – ein imposantes Bild. Die Kiefern werden bis zu 50 Meter hoch und der Stamm kann bis zu zwei Meter Durchmesser erreichen. Die Farben des Herbstes verzaubern mich. Das Moos schimmert in den schönsten Grüntonen, die Bäume sind in grellen Gelb- und Orangetönen gekleidet. Die Vögel zwitschern und in der Ferne ist ein Specht bei der Arbeit zu hören. Der Pfad startet gemütlich und ist ab der ersten Minute ein Genuss für die Sinne. Ich folge dem Weg, der dank zahlreicher Steinmännchen und Markierungen meist gut zu finden ist, eine gute Stunde durch den wunderbaren Wald. Neben mir plätschert ein Gebirgsbach ins Tal und immer wieder geben die Bäume einen Blick auf die Berge ringsherum frei.

Wanderweg Ninosee
Die Wanderung zum Ninosee beginnt hier im Wald
Wanderweg Ninosee
Schon nach wenigen Minuten lichtet sich der Wald
Herbst Korsika
Der Wald leuchtet in den schönsten Herbstfarben
Steinplatte Wanderung Ninosee
Im Laufe der Wanderung zum Ninosee geht es auch über Steinplatten. Bei Eis und Schnee kann das ein Problem werden
Wegweiser Ninosee
Wegweiser wie hier sind Mangelware
Wanderweg Ninosee
Der Wanderweg ist meistens aber gut auszumachen
Steinmännchen
Steinmännchen wie dieses sieht man öfter

Finaler Aufstieg zum Ninosee

Der finale Anstieg zum Ninosee zehrt mehr an den Kräften. Es geht steil nach oben über Geröll und riesige Felsplatten. Auch hier weisen Steinmännchen den Weg, einige führen aber auch in die Irre. Nach zweieinhalb Stunden erreiche ich endlich ein Felsplateau, hinter dem der Ninosee liegen muss. Die Spannung steigt ins Unermessliche – was wird mich wohl erwarten? Der Blick auf den Ninosee und über die Hochebene ist überwältigens – und die Ruhe ist unbeschreiblich. Ich höre nichts als den Wind, der leise über die beeindruckende Landschaft weht. Am Himmel ziehen ein paar Greifvögel ihre Runde und in der Ferne sind ein paar Wanderer zu sehen. Ich genieße die fantastische Aussicht und steige die paar Meter zum Ninosee ab.

Aussicht Berge Ninosee
Ich lasse den Wald hinter mir und genieße eine spektakuläre Sicht
Ausblick Wanderung Ninosee
Auch der Blick zurück lohnt sich – besonders die imposanten Schwarzkiefern beeindrucken
Steinmännchen Wanderung Ninosee
Hier sind wieder ein paar Steinmännchen – einige führen aber in die Irre
Bergwelt Korsika
Die Landschaft ist schroff, aber unglaublich schön
Ninosee in der Ferne
Geschafft! Hier vor mir liegt er, der Ninosee
Ninosee
Mit der Bergkulisse im Hintergrund ist der Ninosee absolut beeindruckend

In einer faszinierenden Berglandschaft

Im Sommer weiden hier Rindviecher, Schafe und natürlich die berühmten Korsika-Schweine. Im Oktober sind aber nur noch ihre Ausscheidungen auf den Wiesen zu sehen, die weit verbreitet über die gesamte Hochebene verteilt sind. Zum Baden ist der Ninosee also kaum geeignet – und um die Wasservorräte aufzufüllen schon gar nicht. Um so erstaunter bin ich, als ich einige Fische in den Wasserläufen entdecke.

Wasserlauf Ninosee
Die vielen Wasserläufe sind ganz typisch
Bunte Bäume am Ninosee
Hier oben auf 1.740 Metern hat der Herbst auch auf Korsika längst Einzug gehalten
Wanderweg Ninosee
Ich folge dem Weg und lasse den Ninosee bald hinter mir

Blick auf das Rotondo-Massiv

In der Ferne erblicke ich eine imposante Gebirskulisse – das Rotondo-Massiv. Obwohl ich nicht viel Zeit habe, mache ich mich noch auf den Weg und folge einem Stück dem legendären Fernwanderweg GR20, der auf einer Strecke von 168 Kilometern durch Korsikas imposante Bergwelt führt. Der Ninosee ist nur noch in der Ferne zu erblicken. Bis auf eine kleine Hütte und einem Kondensstreifen am Himmel ist hier oben kein Zeichen menschlicher Zivililisation auszumachen. Selbst das Handynetz ist nicht mehr vorhanden. Der kleine lohnt sich absolut: Der Blick in das Tal und auf die dahinterliegenden Berge ist einfach unbeschreiblich.

Wasseradern Ninosee
Die Wiese ist durchzogen von Wasseradern
Gefrorenes Wasser Ninosee
Das Wasser ist sogar jetzt gegen Mittag noch gefroren – so kalt ist es hier im Oktober
Gebirgskette Monte Rotondo
Die Gebirskette des Monte Rotondo – atemberaubend
Ninosee und Capu a u Tozzu
Blick zurück auf den Ninosee und den Capu a u Tozzu
Capu a u Tozzu
Ich bin wieder auf dem Rückweg in Richtung Ninosee
Wanderweg GR20
Diese Kuh lässt sich von mir nicht stören
GR20
Ich folge dem GR20
Ninosee
Fotografenherzen schlagen hier höher
Spiegelung Capu a u Tozzu
Ich habe Glück und der eisige Wind lässt kurz nach. Hier spiegelt sich der Capu a u Tozzu im Ninosee
Fernblick Wanderung Ninosee
Der Rückweg beloht mich noch einmal mit tollen Fernblicken
Kalb im Gebirge
Dieses fluffige Kälbchen betrachtet mich mißtrauisch

Fahrt durch die Défilé de la Scala di Santa Regina

Am Nachmittag muss ich in L’Île-Rousse sein – meine Zeit mit dem Zelt auf Korsika endet heute. Auf der eineinhalb Stunden langen Fahrt komme ich auf der D84 durch die Défilé de la Scala di Santa Regina, einen der bekanntestens Canyons auf Korsika. Die Straßenführung durch die steilen Felswände ist unglaublich. Ich halte immer wieder an, um den grandiosen Blick zu genießen.

Korsika Landschaft
Ich bin auf dem Weg in den Norden – die Landschaft erinnert mich immer wieder an den Südwesten der USA
Défilé de la Scala di Santa Regina
Die Fahrt durch die Schlucht Défilé de la Scala di Santa Regina ist ein Highlight auf Korsika
Défilé de la Scala di Santa Regina
Die Schlucht ist wirklich imposant. Ich halte immer wieder an und genieße die Aussicht
Défilé de la Scala di Santa Regina
Hier noch ein Blick in den Canyon

Sonnenuntergang in L’Île-Rousse

Am Abend hole ich Biggi vom Flughafen aus Bastia ab. Vorher baue ich aber noch meine Kamera direkt in L’Île-Rousse am Leuchtturm auf. Belohnt werde ich mit einem dramatischen Sonnenuntergang.

Leuchtturm L’Île-Rousse
Der Himmel zum Sonnenuntergang in L’Île-Rousse ist absolut dramatisch
Leuchtturm L’Île-Rousse
Es ist schon recht dunkel und der Leuchtturm von L’Île-Rousse spiegelt sich im Meer

Hôtel l’Escale Coté Port in L’Île-Rousse

In L’Île-Rousse checken wir im Hôtel l’Escale Coté Port ein. Das Hotel ist modern eingerichtet und bietet alle Annehmlichkeiten, die man sich nach einer Woche im Zelt wünschen kann. Die Zimmer sind angenehm groß und alles ist in Top-Zustand. Zudem sind die Zimmerpreise zur Nebensaison wirklich in Ordnung.

Hôtel l'Escale Coté Port
Unser Zimmer im Hôtel l’Escale Coté Port

Tourdaten Ninosee

Reisezeitraum: Oktober 2016
Gesamtweglänge: 12,5 Kilometer
Höhenmeter: 750 Meter
Reine Gehzeit: 5:30 Stunden

Die Wanderung zum Ninosee erfordert aufgrund der Länge der Tour und der Höhenmeter Kondition, ist ansonsten aber ohne technische Schwierigkeiten recht leicht zu schaffen. Die Kulisse ist auf der gesamten Strecke wirklich traumhaft. Der Ninosee toppt das ganze noch einmal. Wer noch Lust hat, wandert ein wenig weiter und folgt so dem GR20. Im Sommer ist der Ninosee ein beliebtes Wanderziel. Lässt man den Ninosee hinter sich, kehrt auch im Sommer Ruhe ein.

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