Wanderung auf Roß- und Buchstein (1701m)

Wanderung auf Roß- und Buchstein

Roß- und Buchstein sind ein beliebtes Ausflugsziel im Münchner Umland

In den höheren Lagen über 2000 Metern der deutschen Alpen liegt Anfang April noch jede Menge Schnee. Das trifft insbesondere auf die Nordwände zu. Nicht ganz so hohe Gipfel wie der Roß- und Buchstein in den Tegernseer Bergen sind eine super Alternative für alle, die gerne in den Bergen unterwegs sind und sich nicht durch Schneefelder kämpfen wollen. Von der Münchner Innenstadt erreicht man den Wanderparkplatz kurz hinter dem Örtchen Bayerwald (GPS: N 47 36.939, E 11 40.637 Google Maps) nach rund einer Stunde mit dem Auto. Der kostenpflichtige Wanderparkplatz (drei Euro für den gesamten Tag; Stand: Mai 2017) ist riesig und gut ausgeschildert. Die Wanderung auf Roß- und Buchstein ist bei den Münchnern aber so beliebt, dass man besser schon sehr früh anreist – andernfalls kann es passieren, dass der Parkplatz aus allen Nähten platzt.

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Direkt am Parkplatz markiert ein Wegweiser den Beginn der Wanderung auf Roß- und Buchstein. Es geht zunächst über einen recht steilen Steig im Zick-Zack durch den Wald hinauf. Anfang April blühen schon die ersten Blumen. Es schimmert blau im Unterholz und die Vögeln zwitschern den Frühling herbei. Der südseitige Steig ist gut ausgebaut und führt anfangs über viele Stufen. Der Blick auf die umliegenden Berge wird versperrt durch den dichten Wald. Aber das ändert sich bald. Nach 25 Minuten erreichen wir auf 1145 Metern den Niederleger der Sonnbergalm. Der Steig wird rauer und teilt sich immer wieder auf. Wasserlauf oder Weg, das ist oft nicht mehr zu erkennen. Aber keine Sorge, die Richtung ist nicht zu verfehlen.

Wanderweg Wald

Die Wanderung auf Roß- und Buchstein beginnt idyllisch im Wald

Der erste Blick auf Roß- und Buchstein

Hier weiter oben gibt es endlich immer wieder schöne Blicke auf die umliegenden Gipfel der Tegernseer Berge. Roß- und Buchstein zählen aber mit Abstand zu den beeindruckendsten hier in der Gegend. Auf einem freien Bergrücken erreichen wir nach einer Stunde den Hochleger der Sonnbergalm auf 1498 Metern (in der Regel bewirtet in der Weidesaison von Juni bis September). Direkt vor uns tun sich Roß- und Buchstein auf. Auf dieser Höhe liegt der erste Schnee. Wir folgen dem Pfad nach links über ein großes Schneefeld. Aber keine Sorge, gefährlich ist das nicht. Wir müssen lediglich ein wenig aufpassen, auf dem inzwischen schon durch andere Wanderer plattgetretenen Schnee nicht auszurutschen.

Ausblick Alpen

Immer wieder gibt es schöne Blicke auf die umliegenden Gipfel

Hochleger der Sonnbergalm

Der Hochleger der Sonnbergalm taucht auf

Roß- und Buchstein

Hier sehen wir Roßstein (links) und Buchstein

Sonnbergalm

Noch einmal der Blick zurück zur Sonnbergalm

Über einen Mini-Klettersteig auf den Roßstein

Nach ein paar Minuten liegt das Schneefeld hinter uns und wir stehen am Fuße des Felsmassivs, das Roß- und Buchstein bildet. Nicht ganz so trittsichere Wanderer wählen hier den linken Weg und erreichen die Tegernseer Hütte (1650 m) von hinten über einen schönen Steig ohne größere Schwierigkeiten. Im Winter ist hier allerdings Obacht geboten: Der Steig verläuft zum Teil an einem sehr steilen Hang – hier herrscht akute Lawinengefahr. Wir wählen den kleinen Klettersteig hinauf zum Buchstein. Auf den Wegweiser warnt der Hinweis „Gefährlicher Weg“ allzu leichtsinnige Wanderer vor dieser Variante. An einigen Stellen müssen wir die Hände zu Hilfe nehmen und Stahlseile entschärfen die eine oder andere Stelle. Höhenangst sollte man hier nicht haben und ein gutes Maß an Trittsicherheit sollte ebenfalls vorhanden sein. Passionierte Bergwanderer dürften mit dem Mini-Klettersteig aber keine Probleme haben.

Wegweiser Roßstein

Hier kann man sich entscheiden, ob man den schweren Weg auf den Roßstein nimmt oder hintenrum die leicht Variante

Aufstieg Roßstein

Die schwere Variante im Aufstieg zum Roßstein

Klettersteig Roßstein

Der Weg ist teils ausgesetzt und mit Seilen gesichert

Ausblick Bayerische Voralpen

Der Blick ist schon von hier atemberaubend

Roßsteinnadel

Die Roßsteinnadel ist ein beliebtes Kletterziel. Auf den Gipfel führen mehrere Routen in ganz unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden

Auf dem Roßstein-Gipfel

Schon bald rückt das Gipfelkreuz des Buchsteins, der mit 1698 Metern ganze drei Meter niedriger ist als der Roßstein, in Sichtweite. Die letzten Meter zum Gipfel sind problemlos zu gehen. Vom Buchstein-Gipfel liegen uns die Bayerischen Voralpen zu Füßen. In der Ferne erkennen wir Gipfel wie  Wallberg, Brecherspitz, Wendelstein, Guffert, Jochberg oder Rofanspitze. Aber auch Riesen wie  Zugspitze, Hochwanner oder Karwendelspitze stechen ins Auge. Direkt unter uns liegt die Tegernseer Hütte und dahinter der Buchstein. Die Saison auf der Tegernseer Hütte beginnt in der Regel am zweiten Maiwochenende und dauert bis zum ersten Novemberwochenende – dafür sind wir also noch etwas zu früh dran. Das hat natürlich den Vorteil, dass die Wanderwege noch nicht allzu überlaufen sind.

Tegernseer Hütte und Buchstein

Die Tegernseer Hütte taucht unterhalb des Buchsteins auf

 Roßstein-Gipfelkreuz

Das Roßstein-Gipfelkreuz mit Blick auf den Buchstein

Ausblick Roßstein

Vom Roßstein-Gipfel hat man einen tollen Rundumblick

Buchstein-Gipfel

Blick vom Roßstein auf den Buchstein

In leichter Kletterei auf den Buchstein

Wir steigen hinab zur Tegernseer Hütte – direkt dahinter führt eine steile Rinne hinauf zum Buchstein. Aus der Ferne sieht die Rinne extrem steil aus, aus der Nähe relativiert sich das ein wenig. Es gibt überall gute Tritte und Griffe und nach wenigen Minuten haben wir das steilste Stück hinter uns gebracht. Der normale Bergwanderer wird hier wohl an seine Grenzen stoßen. Der Weg durch die steile Rinne ist schon sehr ausgesetzt und erfordert etwas Kletterfertigkeit (II. UIAA). Wenn hier viele Kletterer unterwegs sind, kann es mitunter sehr eng werden. Außerdem droht Steinschlag und der Fels ist mitunter sehr speckig. Seilsicherungen oder künstliche Tritte gibt es keine.

Tegernseer Hütte

Die Tegernseer Hütte hat noch geschlossen – zu erkennen an den verbauten Fenstern

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Roßstein

Blick auf den Roßstein

Kletterstelle Buchstein

Der Aufstieg ist nicht ganz ungefährlich. Sind Kletterer über einem, droht akute Steinschlaggefahr

Kletterstelle Buchstein

Durch diese Rinne geht es in leichter Kletterei im zweiten Grad hinauf auf den Buchstein

Das Gipfelkreuz auf dem Buchstein

Wir lassen die steile Rinne hinter uns und erreichen nach wenigen Minuten das Buchstein-Gipfelkreuz. Die Aussicht ist hier natürlich nicht viel anders als vom Roßstein-Gipfel. Wegen des etwas heiklen Aufstiegs sind wir hier oben aber fast alleine, während sich auf dem gegenüberliegenden Roßstein zahlreiche Wanderer tummeln. Wir genießen die Aussichte und die Sonne und verbringen gut und gerne eine Stunde auf dem Gipfel, bevor wir uns an den Abstieg machen. Wer jetzt genug hat, steigt entweder über den Mini-Klettersteig ab oder geht direkt hinter der Tegernseer Hütte den Wanderweg zurück in Richtung Hochleger der Sonnbergalm und zurück zum Parkplatz.

Buchstein-Gipfelkreuz

Geschafft – das Buchstein-Gipfelkreuz

Blick auf Roßstein

Vom Buchstein genießt man einen herrlichen Blick auf den Roßstein

Wanderparadies Tegernseer Berge

Die Wanderung lässt sich aber auch fast beliebig verlängern und zu einer großen Rundtour ausweiten. Zahlreiche Wanderwege durchziehen die Region. Wir wählen die Variante hinunter zur  Buchsteinhütte auf 1260 Metern, die wir nach 45 Minuten erreichen. Wir haben Glück: Bei dem tollen Bergwetter hat die Hütte ausnahmsweise schon geöffnet und dutzende Ausflügler genießen ihr kühles Bier in der prallen Sonne. Wir gesellen uns dazu und feiern den Frühlingsbeginn.

Abstieg zur Buchstein Hütte

Auf dem Abstieg zur Buchstein Hütte liegt noch jede Menge Schnee

Buchstein Hütte

An der Buchstein Hütte ist bei diesem Wetter einiges los

Buchstein Hütte Schild

Die Buchstein Hütte

Rundwanderung über die Buchsteinhütte

Von der Buchsteinhütte wandern wir am Fuße des Buchsteins zunächst auf breiten Forstwegen, dann auf einem schmalen Waldpfad wieder in Richtung Hochleger der Sonnbergalm – eine wenig gegangene Variante, da im Laufe der Tour noch einmal rund 300 Höhenmeter überwunden werden müssen. Unterhalb der Alm müssen wir uns auch noch durch große sulzige Schneefelder kämpfen – das zehrt an den Kräften. Einfacher wäre der Abstieg ins Tal zum Schwarzenbach. Vom Parkplatz Klamm aus wären es dann aber noch etwa drei Kilometer über einen Wanderweg an der B307 entlang bis zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Wanderweg

Weiter geht es zunächst über breite Wege, bevor wir wieder auf einem schmalen Steig im Wald wechseln

Buchstein

Hier noch einmal ein schöner Blick auf den Buchstein

Sonnbergalm

Wir erreichen wieder den Hochleger der Sonnbergalm

Sonnbergalm

Die Sonnbergalm in ihrer ganzen Pracht

Tourdaten Roß- und Buchstein (Rundwanderung über Buchsteinhütte)

Tourdatum: April 2017
Gesamtweglänge: 10,8 Kilometer
Höhenmeter: 1120 Meter
Reine Gehzeit: 3:45 Stunden

Die GPS-Daten als Download

 

Fazit

Die Wanderung auf Roß- und Buchstein – übrigens auch ein erstklassiges Klettergebiet – zählt zu den Klassikern unter den Münchner Hausbergen und kann in der Regel schon recht früh im Jahr gegangen werden. Der Normalweg hinauf zum Roßstein ist auch für weniger geübte Wanderer problemlos möglich und überrascht mit tollen Ausblicken auf die Bayerischen Voralpen und weit darüber hinaus. Der Buchstein-Gipfel bleibt Wanderern mit Klettererfahrung vorbehalten. Ab Mitte Mai hat auch die Tegernseer Hütte geöffnet, die zwischen beiden Gipfeln liegt. Bei strahlendem Sonnenschein schmeckt das Bier hier besonders gut.

Nützliche Links

Wanderkarten, Reiseführer und Wissenswertes zur Region

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Zahlen und Fakten über Roß- und Buchstein und Tegernseer Hütte

  • Der Roßstein ist 1698 Meter hoch und damit drei Meter niedriger als der Buchstein
  • Der Buchstein misst 1701 Meter
  • Die Tegernseer Hütte liegt mit 1650 Metern fast auf Gipfelhöhe
  • 1903 wurde die erste Hütte genau an der Stelle erbaut, an der heute die Tegernseer Hütte steht
  • 1913 wurde die alte Hütte abgerissen und durch eine größere ersetzt
  • 1965 brannte die Hütte komplett ab. Grund: Blitzschlag

 

 

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