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Wendelstein Wanderung: Mittelschwere Bergtour

Dank seiner markanten Form und der Gipfelstation ist der Wendelstein weithin sichtbar. Obwohl der Wendelstein zu den beliebtesten Münchner Hausbergen zählt, haben wir es bisher noch nie auf den 1838 Meter hohen Gipfel geschafft. Das liegt auch daran, dass gleich zwei Bergbahnen, eine Zahnradbahn und die Wendelstein-Seilbahn, auf den Wendelstein fahren. Wir lieben aber die Ruhe an den Bergen – der Wendelstein hatte da irgendwie nie ins Schema gepasst.

Ganz alleine wird man auf dem Wendelstein nie sein, weil eine der Wendelstein-Bergbahnen immer in Betrieb ist. Inzwischen ist es aber Anfang Dezember und in den Bergen geht es doch etwas ruhiger zu. Das nutzen wir, um endlich den Wendelstein in Angriff zu nehmen.

Aktualisiert am 08.05.2022

Beginn der Wanderung in Osterhofen

Wir brechen am Parkplatz der Wendelstein-Seilbahn in Osterhofen (GPS: N 47 41.260, E 11 58.780  Google Maps) auf. Der Hochnebel lichtet sich langsam und die Gipfel der Alpen liegen schon im strahlenden Sonnenlicht. Es ist so früh am Morgen noch recht frisch, aber wir werden ja schon bald ins Schwitzen kommen. Der Weg führt uns zunächst an einem kleinen Bach entlang. Nach ein paar Minuten erreichen wir den Bahnhof Osterhofen. Von und nach München fahren hier regelmäßig Züge der  BOB. Auch deshalb ist der Wendelstein ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel. Wer im Sommer nach der Wanderung auf die Bahn wartet, kann sich die Zeit in einer – natürlich kostenlosen – Kneippanlage vertreiben. Dafür empfiehlt es sich aber, ein Handtuch in den Rucksack zu werfen. Wir lassen die letzten Häuser in Osterhofen hinter uns und steigen einen Waldweg hinauf.

Wendelstein-Seilbahn
An der Talstation der Wendelstein-Seilbahn beginnt unsere Wanderung
Wendelstein im Nebel
Der Hochnebel lichtet sich langsam und gibt den Blick auf den Wendelstein frei
Bahnhof Osterhofen
Nach wenigen Minuten erreichen wir den Bahnhof Osterhofen

Wanderkarten, Reiseführer und Wissenswertes zur Region

Unterwegs kommen wir an ein paar Hochlandrindern vorbei, die sich bei den frostigen Temperaturen pudelwohl fühlen. Schon bald verlassen wir den Waldweg und kommen zurück auf die asphaltierte Straße. Vor uns liegt noch das Bergcafé Siglhof, zu dem man auch mit dem Auto fahren kann. Direkt hinter dem Bergcafé geht es nun in den Wald. Nach eineinhalb Stunden Aufstieg kurz nach der Sigl-Alm auf 1.350 Metern lichten sich die Bäume und die massive Südwand des Wendelsteins baut sich über uns auf. Von hier erkennen wir schon gut die Bergstation und den markanten Gipfelaufbau mit der Sternwarte.

Hochlandrinder
Die Hochlandrinder fühlen sich pudelwohl
Ausblick Alpen
Anfang Dezember liegt die Landschaft in mystischem Licht vor uns
Teerstraße
Wir kommen noch einmal auf eine Teerstraße
Großer Traithen
Immer wieder blicken wir auf den Kleinen Traithen und den Großen Traithen
Wanderweg zum Wendelstein
Der Wanderweg führt uns gemütlich in Richtung Wendelstein
Sigl-Alm
Wir erreichen die Sigl-Alm
Südwand Wendelstein
Wenige Minuten später taucht die Südwand des Wendelsteins auf

König-Maximilian-Weg

Der Weg führt uns zunächst über eine weite Ebene vorbei am Lacherlift und der Wendelsteinalm auf 1420 Metern, in denen in den Sommermonaten Getränke, Brotzeiten und Kuchen serviert werden. Wir lassen die Wendelsteinalm hinter uns und müssen uns etwa eine Viertelstunde später entscheiden, ob wir über die Bocksteinscharte oder über die Zeller Scharte auf dem König-Maximilian-Weg aufsteigen. Wir entscheiden uns für die rechte Variante, den König-Maximilian-Weg.

Lacherlift
Wir erreichen den Lacherlift
Wendelsteinalm
Gleich daneben befindet sich die Wendelsteinalm
Lacherlift und Wendelsteinalm
Der Blick zurück auf Lacherlift und Wendelsteinalm
Wendelstein
Der Wendelstein in seiner ganzen Größe
König-Maximilian-Weg
Wir folgen dem König-Maximilian-Weg

Es geht zunächst durch den Schnee, bis wir wieder einen breiten Fahrweg erreichen. Von hier aus weist ein Wegweiser zur Larcherspitz, die in 20 Minuten zu erreichen wäre. Wir bleiben aber auf Kurs in Richtung Wendelstein. Wir folgen dem Fahrweg und blicken auf die Trasse der Zahnradbahn, die in den massiven Fels gebaut ist.

Larcherspitz
Direkt vor uns ragt die Larcherspitz in den Himmel
Wanderweg zum Wendelstein
Zunächst geht es auf diesem breiten Weg weiter in Richtung Wendelstein
Wanderweg Wendelstein
Das letzte Stück erfordert ein wenig Trittsicherheit und ist stellenweise mit einem Stahlseil gesichert
Wendelsteinhaus
Jetzt liegt das Wendelsteinhaus direkt vor uns

Wendelsteinhaus & Wendelstein-Kapelle

Über einen schmalen und mit Schnee bedeckten Bergpfad steigen wir auf zum Wendelsteinhaus auf 1724 Metern, das nur noch gut 100 Meter unter dem Wendelstein-Gipfel liegt. Hier endet auch die Seilbahn. Wer wie wir zum Gipfel will, muss noch einmal eine Viertelstunde einplanen. Im Sommer kann der Aufstieg auch deutlich länger dauern, wenn sich Massen an Touristen über den bestens gesicherten und – leider – betonierten Gipfelweg drängen. Wir haben Glück. Zwar fährt die Seilbahn, dennoch geht es hier oben auf dem Wendelstein heute trotz schönstem Bergwetter recht ruhig zu. Wer sich den kurzen Anstieg zum Gipfel gar nicht zutraut, erfreut sich an der kleinen Wendelstein-Kapelle und macht einen Abstecher zum Aussichtspunkt „Gacher Blick“, den man von der Terrasse des Wendelsteinhauses aus über eine Treppe erreicht.

Wendelstein-Kapelle
Ein weiteres Highlight auf der Tour ist die Wendelstein-Kapelle
Bergstation Wendelstein
Wir passieren die Bergstation der Seilbahn

Aufstieg zum Wendelstein-Gipfel

Die letzten Höhenmeter zum Wendelstein-Gipfel sind noch einmal ein Highlight der Wanderung. Der Weg führt in engen Serpentinen die steile Wand hinauf – die Aussicht ist fantastisch. Das gilt auch für den Gipfel, den wir nach einer Viertelstunde erreichen. Nördlich des Wendelsteins bedeckt Hochnebel die Landschaft, nur einige Berggipfel stoßen aus der dichten Wolkendecke. In Richtung Süden das gleiche Bild. Der Hochnebel liegt wie eine träge Masse im Tal und verdeckt alle Anzeichen der Zivilisation.

Wanderweg Wendelstein
Von nun an schlängelt sich der bestens gesicherte Weg in Serpentinen nach oben in Richtung Wendelstein-Gipfel
Wanderweg Wendelstein
Der Weg ist abenteuerlich in den Fels gehauen
Hochnebel im Tal
Im Tal zieht schon wieder Hochnebel auf
Blick auf Bayrischzell
Der Blick auf Bayrischzell
Berge im Nebel
Wohin das Auge blickt Nebel
 Wendelstein-Kapelle
Auch die Wendelstein-Kapelle ist von hier oben bestens zu sehen
Alpenpanorama
Ein fantastisches Alpenpanorama

Gipfelblick vom Wendelstein

Während es im Tal ziemlich ungemütlich sein dürfte, genießen wir hier oben auf 1838 Metern den herrlichsten Sonnenschein und eine atemberaubende Aussicht. Gipfel wie der Hohe Göll, die  Ellmauer Halt im Wilden Kaiser oder der Großvenediger sind bei klarer Sicht bestens zu sehen.

Wendelstein-Gipfelkreuz
Geschafft! Wir erreichen das Wendelstein-Gipfelkreuz
Gipfelaufbau Wendelstein
Der Gipfel ist leider total verbaut. Der Ausblick entschädigt ein wenig
Blick vom Wendelstein in die Alpen
Blick in die Alpen
Wilder Kaiser
Der Wilde Kaiser mit dem 2.344 Meter hohen Ellmauer Halt als höchsten Gipfel fällt sofort ins Auge

Abstieg vom Gipfel

Nach einer ausgedehnten Pause machen wir uns langsam wieder an den Abstieg. Wer mag, kann auch auf einem Rundweg um den Gipfel einmal komplett um den Wendelstein wandern. Darauf verzichten wir aber, schließlich ist der Ausblick von ganz oben nur schwer zu übertreffen.

Abstieg Wendelstein
Wir steigen wieder über den gut ausgebauten Wanderweg ab
Wendelstein
Eine der schönsten Motive auf dem Wendelstein
Aussichtspunkt "Gacher Blick"
Der Aussichtspunkt „Gacher Blick“

Rückweg über die Bocksteinscharte

Für den Abstieg entscheiden wir uns für die Bocksteinscharte, die an der Terrasse des Wendelsteinhaus’ beginnt und unter der Wendelstein-Seilbahn hindurchführt. Diese Variante ist einen Ticken anspruchsvoller als der König-Maximilian-Weg, vor allem bei Schnee und Eis im Abstieg. Wirklich dramatisch wird es aber auch hier nie und ausgesetzte Stellen sucht man vergebens. Bei solchen Verhältnissen sind außerdem  Grödel sehr zu empfehlen.

Wanderweg Wendelstein
Der Weg ist stellenweise stark vereist – Vorsicht ist geboten
Wendelsteinbahn
Wer sich die Wanderung nicht zutraut, nimmt einfach die Wendelsteinbahn
Ausblick Tal
Die Sonne sinkt immer tiefer und taucht die Landschaft in mystisches Licht. Zeit, innezuhalten

Atemberaubender Sonnenuntergang

Kurz vor Sonnenuntergang machen wir noch einmal Rast. Wir warten, bis die Sonne hinter dem Horizont verschwindet und den Himmel hoffentlich bunt färbt. Wir haben Glück. Das Stativ habe ich heute zwar Zuhause gelassen, aber es gelingen trotzdem ein paar ganz ansehnliche Aufnahmen. Den Parkplatz erreichen wir schließlich erst in tiefster Dunkelheit – wir sind wohl wieder einmal die letzten am Berg gewesen.

Sonnenuntergang in den Alpen
Kurz vor Sonnenuntergang leuchtet der Himmel
Dürrmiesing und Hochmiesing
Zum Abschluss unserer Wanderung werden wir mit diesem Himmelsleuchten über dem Dürrmiesing und dem Hochmiesing belohnt

Das Video zur Wanderung auf den Wendelstein

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Tourdaten Wendelstein

Datum: Dezember 2016
Gesamtweglänge: 14,3 Kilometer
Höhenmeter: 1030 Meter
Reine Gehzeit: 4:45 Stunden

Die Wanderung auf den Wendelstein ist technisch nicht sehr anspruchsvoll und daher auch für weniger geübte Wanderer zu empfehlen. Gute Wanderschuhe sind aber ein Muss. Außerdem erfordert die Rundwanderung mit über 1000 Höhenmetern und mehr als 14 Kilometern eine sehr gute Kondition. Anfängern ist die Wanderung aufgrund der Länge nicht zu empfehlen. Es spielt keine große Rolle, ob man für den Aufstieg die Bocksteinscharte oder die Zeller Scharte auf dem König-Maximilian-Weg wählt. Im Abstieg erfordert die Bocksteinscharte aber definitiv mehr Trittischerheit. Wer den rund sieben Kilometer langen Aufstieg zum Gipfel scheut, kann natürlich auch eine der beiden Bergbahnen nutzen. Aber nur wer den Wendelstein komplett erwandert, hat sich sein Weißbier auf der großen Aussichtsterrasse des Wendelsteinhaus’ wirklich verdient. Die gut 100 Höhenmeter zum Wendelstein-Gipfel sind für jeden machbar und stellen auch für Familien mit Kindern kein Problem dar. Bei Eis und Schnee kann es mitunter ziemlich glatt werden – aber da ist der Weg dann ohnehin offiziell gesperrt. Dran halten tut sich aber kaum jemand. Der Aufstieg erfolgt dann allerdings auf eigene Gefahr.

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