Kreta – Tag 10 – Wanderung durch die Samaria-Schlucht

Eine traumhafte Wanderung durch die Samaria-Schlucht

Bis zu 4.000 Wanderer laufen zur Hauptsaison durch die Samaria Schlucht – jeden Tag. Das Naturerlebnis geht dabei vollkommen verloren. Nur gut, dass auf Kreta Ende April kaum etwas los ist

Vom Busbahnhof in Chania (GPS: N 35 30.713, E 24 01.016 – Google Maps) – kostenlose Parkplätze an der Straße gibt es hier am Morgen ausreichend – starten wir pünktlich um 7.45 Uhr mit dem Bus nach Omalos/Xyloskalo (GPS: N 35 18.489, E 23 55.089 – Google Maps), dem oberen Eingang der Samaria-Schlucht auf 1.230 Metern. Das Ticket für die Busfahrt muss vor Fahrtantritt am Schalter im Busbahnhof von Chania gekauft werden. Denkt unbedingt daran, gleich ein Rückfahrticket von Chora Sfakion nach Chania zu kaufen. Der Preis für beide Fahrkarten liegt bei rund 16 Euro pro Person (Stand: April 2016). Ihr solltet euch vorab immer informieren, ob die Samaria-Schlucht geöffnet ist. Wir haben erst am Busbahnhof am Ticketschalter erfahren, dass die Samaria-Schlucht zugänglich ist. In der Regel öffnet die Samaria-Schlucht erst Anfang Mai und ist bis Ende Oktober begehbar. Bei schlechtem Wetter oder starkem Wind wird der Zugang aber gesperrt. Wer auf die Idee kommen sollte, es trotzdem zu versuchen: Das ist kein guter Einfall. Der komplette Eingang ist eingezäunt. Wer die Samaria-Schlucht trotz der Absperrung begehen will, muss schon ein gewisses Maß an krimineller Energie mitbringen und über den Zaun klettern. Ich bezweifle, dass das gerne gesehen wird.

Mit dem Bus zum Eingang der Samaria-Schlucht

Der Bus bringt uns über eine kurvige Landstraße auf 1.230 Meter nach Xyloskalo. Hier beginnt die Wanderung durch die Samaria-Schlucht. Gleich am Eingang ist das Ticket zu lösen. Mit fünf Euro pro Person ist der Eintrittspreis überaus fair – es wird nämlich wirklich einiges geboten. Der “Hölzerne Treppe” genannte Abstieg führt uns durch einen herrlichen Mischwald tief hinein in die Schlucht. Der Weg ist gut gesichert und problemlos zu gehen. Es ist mitunter etwas steil und auf dem Geröll und den glatten Felsen können auch geübte Wanderer schnell einmal ausrutschen. Feste Wanderschuhe, wie sie leider die wenigsten tragen, sind sehr zu empfehlen. Immer wieder halten wir kurz an und genießen den herrlichen Blick in die Samaria-Schlucht.

Samaria-Schlucht im Morgendunst

Die Samaria-Schlucht liegt noch im Morgendunst

Abstieg in die Samaria-Schlucht

Nach einer guten Stunde erreichen wir im Oberlauf das felsige Flussbett. Von nun an geht es die nächsten Stunden recht gemütlich immer weiter in die Samaria-Schlucht hinein. Obwohl der Weg technisch nicht anspruchsvoll ist, darf man die über 15 Kilometer lange Wanderung auf keinen Fall unterschätzen. Wir begegnen zwei älteren Wanderern, die nach dem Abstieg schon völlig am Ende ihrer Kräfte sind und die von ihren Wanderführern irgendwie wieder nach oben geschafft werden müssen. Wer also zuhause auch keine längeren Wanderungen macht, sollte hier auf Kreta nicht unbedingt damit anfangen. Zumal der Weg im weiteren Verlauf durchaus noch recht anstrengend wird, wenn der Weg über Stock und Stein führt. 

Flussbett der Samaria-Schlucht

Wir erreichen das Flussbett der Samaria-Schlucht. Hier darf auch gerne ein wenig geklettert werden – man kann das Flussbett aber meist auf einem Wanderpfad umgehen

Beste Wasserversorgung in der Samaria-Schlucht

Der Pfad führt immer wieder durch das Flussbett, das aber nur noch stellenweise etwas Wasser führt. Wer mag, kann auch vom Pfad abzweigen und durch das Flussbett der Samaria-Schlucht wandern. Hier muss man sich immer wieder neue Stellen suchen, um riesigen Felsblöcke oder tiefe Wassergumpen zu umgehen. Die normal veranschlagte Wanderzeit von fünf bis sechs Stunden verlängert sich dadurch enorm.

Alle paar Kilometer gibt es einen Rastplatz mit Plumpsklo und der Möglichkeit, seine Wasserflaschen mit frischem Wasser zu befüllen. Das erklärt auch die hässlichen Schläuche, die sich durch die gesamte Samaria-Schlucht ziehen. Dafür muss man eben nicht viel Wasser mitschleppen, was die Wanderung extrem vereinfacht.

Noch stehen die Wände der Samaria-Schlucht sehr weit auseinander. Die Wanderung führt auf den ersten Kilometern recht unspektakulär durch den Wald. Nach drei Stunden erreichen wir das Ruinendorf Samaria, das über eine Brücke erreicht wird – ein ideales Plätzchen, eine Pause einzulegen und die Brotzeit auszupacken.

Rastplatz Samaria-Schlucht

Einer der zahlreichen Rastplätze auf der Wanderung durch die Samaria-Schlucht

Gesicherter Wanderweg Samaria-Schlucht

Hier führt uns der Weg weiter nach unten

Brücke in den verlassenen Ort Samaria

Die Brücke führt uns in den verlassenen Ort Samaria – hier machen viele Wanderer Rast

Wanderin Samaria-Schlucht

Die Samaria-Schlucht bietet eine herrliche Kulisse für Fotos

Brunnen Samaria-Schlicht

An diesem Rastplatz gibt es auch frisches Trinkwasser

Ruinen von Samaria

Blick auf die Ruinen von Samaria

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Der spektakuläre Teil der Samaria-Schlucht

Nach etwa dreieinhalb Stunden erreichen wir die erste Engstelle. Die Wände stehen hier schon sehr dicht beieinander und der Wanderweg verläuft nun direkt durch das steinige Flussbett. Die Felswände ragen hunderte Meter in die Höhe – hier beginnt der mit Abstand spektakulärste Teil der Samaria-Schlucht.

Steile Felswände in der Samaria-Schlucht

Blick in die Samaria-Schlucht. Hier beginnt der beeindruckendste Teil der Wanderung

Wanderin Samaria-Schlucht

In der Samaria-Schlucht gibt es viele tolle Motive

Engstelle Samaria-Schlucht

Die Wände der Samaria-Schlucht rücken immer enger zusammen

Wanderer Samaria-Schlucht

Hier erkennt man gut, wie hoch die Felswände der Schlucht sind

Wanderung Samaria-Schlucht

An einigen Stellen muss der seichte Bach gequert werden

Wandergruppe Samaria-Schlucht

Ganz alleine wird man in der Samaria-Schlucht nie sein

Wanderer in der Samaria-Schlucht

Wenn hier im Frühjahr das Schmelzwasser durchfließt, ist kein Durchkommen – jetzt ist es problemlos möglich, durch die Schlucht zu wandern

Holzbrücke in der Samaria-Schlucht

Hier führt eine Brücke über den Bach

Wanderweg Samaria-Schlucht

Die Wanderung durch die Samaria-Schlucht ist extrem abwechslungsreich

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Steinschlaggefahr

Schilder weisen darauf hin, diesen Teil der Samaria Schlucht wegen Steinschlaggefahr zügig zu passieren. Ein Wanderer ist sogar mit einem Helm unterwegs. Wir lassen und aber nicht hetzen und genießen diesen Teil der Schlucht ausgiebig. Auch der Blick zurück lohnt sich immer wieder. Ein Stück weiter erreichen wir die Sideroportes, die “Eisernen Pforten”. Mit nur drei Metern Abstand ist das die engste Stelle der Samaria-Schlucht. Hier durchqueren wir einige Male den flachen Fluss. Große Steine erleichtern Wanderern mir nicht wasserfesten Schuhen die Überquerung.

Die Eiserne Pforte der Samaria-Schlucht

Die sogenannte Eiserne Pforte – die Wände stehen hier gerade einmal drei Meter weit auseinander

Aufseher mit Esel in der Samaria-Schlucht

Einer der Aufseher der Schlucht auf dem Weg nach oben

Hier endet der spektakulärste Teil der Wanderung. Die Wände der Schlucht rücken wieder weiter auseinander und die Felsen, über die wir eben noch gestiegen sind, weichen sattem Grün. Nach 13 Kilometern erreichen wir den Ausgang der Samaria Schlucht. In einer Taverne kann man noch einmal eine Rast einlegen und den atemberaubenden Blick in die Samaria Schlucht genießen.

Am Ende der Samaria-Schlucht

Jetzt liegt der spektakulärste Teil der Wanderung hinter uns

Auslauf der Samaria-Schlucht

Von der mächtigen Schlucht ist jetzt nicht mehr viel zu sehen

Ausgang der Samaria-Schlucht

Am Ausgang der Samaria-Schlucht – unter anderem sind Highheels verboten. Wer aber wirklich mit solchen Schuhen in die Schlucht will, dem ist nicht mehr zu helfen. Ganz ohne Grund wird es dieses Schild aber wohl nicht geben

Taverne Samaria-Schlucht

Die kleine Taverne am Ende der Schlucht

Die Wanderung neigt sich dem Ende

Ganz am Ende der Wanderung sind wir aber noch nicht. Bis nach Agia Roumeli, von wo aus die Fähre ablegt, sind es noch gut zwei Kilometer Fußweg. Wir passieren die Ruinenstadt Palea Agia Roumeli. 1952 zerstörte ein Hochwasser das Dorf – die Bewohner überließen das Dorf seinem Schicksal und siedelten weiter direkt ans Meer. Wer partout nicht mehr gehen will oder Kinder dabei hat, kann sich für 1,50 Euro die letzten zwei Kilometer mit dem Minibus zum Hafen fahren lassen.

Ruinenstadt Palea Agia Roumeli

Die Ruinenstadt Palea Agia Roumeli

Rückfahrt mit der Fähre

Die Fähre nach Chora Sfakion legt pünktlich um 17.45 Uhr ab. Die Tickets kosten zwölf Euro pro Person und sind etwa 100 Meter oberhalb des Anlegers in einem kleinen Häuschen erhältlich. Wer mit dem Auto angereist ist und zum Parkplatz in Xyloskalo zurück muss, übernachtet in Agia Roumeli und wandert am nächsten Tag durch die Samaria-Schlucht zurück. Alternativ kann man auch ein Taxi nehmen. Das muss allerdings vorab gebucht werden und nicht ganz billig.

Wir haben noch gut eineinhalb Stunden Zeit, bevor die Fähre ablegt. Wer mag, macht es sich in einer der vielen Tavernen in Agia Roumeli gemütlich oder nutzt die Pause, um noch einmal ins Meer zu springen.

Strand von Agia Roumeli

Der Strand von Agia Roumeli lädt zum Verweilen ein

Ticketschalter für die Fähre in Agia Roumeli

Hier etwas oberhalb des Fährablegers gibt es die Tickets für die Fähre

Blick von der Fähre auf Agia Roumeli

Blick von der Fähre auf Agia Roumeli

Der Ausgang der Samaria-Schlucht vom Meer aus gesehen

Der Ausgang der Samaria-Schlucht vom Meer aus gesehen

Mit der Fähre nach Chora Sfakion

Die Fähre bringt uns mit Zwischenstopp in Loutro in eineinhalb Stunden nach Chora Sfakion. Von der linken Seite der Fähre genießt man einen tollen Blick auf die Küste. Wir kommen auch noch einmal am Ausgang der Aradena-Schlucht und am Sweetwater-Beach vorbei. Zwischen den riesigen Felsen sehen wir einige Wanderer. Vom Boot aus ist es nur schwer zu glauben, dass hier tatsächlich ein Wanderweg entlangführt.

Die Aradena-Schlucht vom Meer aus gesehen

Wir kommen auch noch einmal an der Aradena-Schlucht vorbei

Loutro von der Fähre aus

Loutro von der Fähre aus gesehen

Vom Hafen in Chora Sfakion sind es noch einmal einige hundert Meter bis zur Bushaltestelle. Die Busse warten auf die Fähre, trotzdem sollte man sich ein wenig beeilen. Von Chora Sfakion fährt der Bus noch einmal eineinhalb Stunden zurück nach Chania. Wer nicht einschläft, bekommt noch einmal ein paar spektakuläre Blicke auf die Küste.

Vegetarisch essen auf Kreta

In Chania verschlägt es uns ins To Stachi – womöglich das einzige vegetarische Restaurant auf Kreta. Das Essen ist wirklich ausgezeichnet und die Inhaberin überaus herzlich. Genau wie in Anopolis gibt es hier neben der Karte auch jeden Tag andere Gerichte – man kann alles probieren, wir waren von jedem Gericht begeistert. Wir sind sich sicher, dass auch überzeugte Fleischesser das To Stachi mit einem Grinsen verlassen. Die freundliche Inhaberin erzählt uns auch die Geschichte vom Pachnes und vom Psiloritis. Die Bewohner rund um den Pachnes wollten den Tourismus ankurbeln und haben versucht, den Berg mit aufgetragenen Steinen zu erhöhen. Daraufhin wurde der Psiloritis, der früher einen anderen Namen trug, erst Psiloritis genannt, was sich mit höchster Berg übersetzt.

Das Video zur Wanderung durch die Samaria-Schlucht

Fazit:

Die Wanderung durch die Samaria-Schlucht ist ein Highlight auf Kreta. Der Weg ist anfangs im Abstieg ein recht steil und wegen des Schotters rutschig – schon alleine deswegen sollte man gute Wanderschuhe tragen. Technisch ist die Wanderung zwar nicht besonders schwierig. Meist folgt man einem gut ausgebauten Wanderweg. Im Flußbett ist dann allerdings etwas Trittsicherheit nötig. Hier sind wieder gute Wanderschuhe und eventuell Wanderstöcke von Vorteil. Aufgrund der Länge der Tour – und der Hitze im Sommer – darf die Samaria-Schlucht auf keinen Fall unterschätzt werden. Teilweise verläuft der Weg komplett in der prallen Sonne. Frisches Wasser gibt es alle paar Kilometer, man muss also keine Unmengen an Wasser mitschleppen. Wer wie die meisten Besucher “nur” absteigt und keine längeren Touren gewohnt ist, wird froh sein, endlich am Strand anzukommen. Immerhin sind rund 13 Kilometer und 1.200 Meter im Abstieg zu überwinden – das geht ordentlich auf die Knie.

Tourdaten Samariaschlucht im Abstieg:

Datum: April 2015
Gesamtweglänge: 12,8 Kilometer
Höhenmeter im Abstieg: 1.200 Meter
Reine Gehzeit: 6:00 Stunden

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Nützliche Links und GPS-Koordinaten im Überblick:

Wichtige Tipps zur Samaria-Schlucht

In der Hauptsaison ist die Samaria-Schlucht vollkommen überlaufen. Wer die Schlucht ursprünglich erleben will, bucht seine Kreta-Reise Anfang Mai oder im September oder Oktober. Wer während der Hauptsaison unterwegs ist, sollte die Wanderung sehr früh beginnen. Ab halb acht kommen die ersten Reisebusse in Xyloskalo an. Die Schlucht öffnet bereits um sechs Uhr morgens.

Anreise zur Samaria-Schlucht

Viele Wege führen nach Rom – das gilt natürlich auch für die Samaria-Schlucht. Wer nicht an einer organisiertem Tour teilnimmt, nicht mit dem eigenen Auto anreist sich selbst um den Rücktransfer zum Parkplatz kümmert und wer die Samaria-Schlucht nicht zweimal begehen will, steigt in Chania einfach in den Bus nach Omalos/Xyloskalo. Der Bus startet im Busbahnhof von Chania. Die aktuellen Fahrzeiten findet ihr hier. Man sollte hier bereits das Rückfahrtticket von Chora Sfakion nach Chania buchen. Die Busfahrt nach Xyloskalo dauert eine Stunde. Für die Wanderung durch die Samaria-Schlucht steht euch damit genug Zeit zur Verfügung. Die Fähre nach Chora Sfakion kostet 12 Euro. Den Fahrplan der Fähre findet ihr hier. Die Tickets für die Fähre gibt es nicht direkt am Ableger in Agia Roumeli, sondern ein Stück weiter oben im Ort. Die Fahrt mit der Fähre nach Chora Sfakion dauert 90 Minuten, die Rückfahrt mit dem Bus nach Chania noch einmal solange. Wenn die Fähre in Chora Sfakion anlegt, müsst ihr noch einmal durch den kompletten Hafen laufen, bis rechts eine Treppe auf einen großen Parkplatz führt. Hier wartet der Bus bereits. Wer in Paleochora oder Sougia wohnt, fährt am Morgen mit dem Bus zum Einstieg der Samaria-Schlucht und nimmt am Abend die Fähre nach Hause.

Das kostet die Wanderung durch die Samaria-Schlucht

Mit dem Eintritt für die Samaria-Schlucht kostet die Rundtour mit Bus und Fähre etwa 33 Euro pro Person (Stand: April 2016).

Hier kommst du zum nächsten Tag unserer Kreta-Reise

 

Deine Meinung ist uns wichtig

Bist du auch schon durch die Samaria-Schlucht gewandert? Wie waren deine Eindrücke? Kannst du die Tour bedenkenlos empfehlen oder würdest du die Wanderung lieber nicht mehr machen? Vielleicht hast du ja auch noch den einen oder anderen Tipp für die Samaria-Schlucht? Dann hinterlass doch einen kurzen Kommentar – wir freuen uns 🙂

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4 replies
  1. Oliver
    Oliver says:

    Tolle Schlucht. Aber als Flachlandbewohner von 0 auf 16km ist den Knien doch ganz anders geworden. Nach 4 Tagen taten mir noch alle Gelenke weh. Aber es lohnt sich

    Reply

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