Reiseziele im Mai: Der Sweet Spot des Jahres – 15 Ideen für Entdecker

Der Mai ist der „Sweet Spot“ des Reisejahres. Während auf der Nordhalbkugel der Frühling einzieht, öffnet sich für viele Fernziele oft das beste Zeitfenster vor der großen Sommerhitze oder der Regenzeit. Es ist der Monat für Entdecker, die das Besondere suchen, ganz ohne die Touristenströme des Hochsommers.

Ob du nach Strandurlaub, Wanderabenteuern, Kulturtrips oder Budget-freundlichen Zielen suchst: Meine 15 handverlesenen Mai-Reiseziele bieten alles. Dich erwarten perfekte Temperaturen, weniger Touristen als zur Hauptsaison und unvergessliche Erlebnisse – weltweit.

1. Sächsische Schweiz: Das Elbsandsteingebirge im schönsten Grün

Das junge Laub der riesigen Buchenwälder leuchtet im Mai im Licht der aufgehenden Sonne fast unnatürlich und steht im harten Kontrast zu den dunklen, bizarren Sandsteinfelsen. Wer in die Sächsische Schweiz reist, fühlt sich wie in einer Märchenwelt. Es ist die beste Zeit für Touren zur weltberühmten Basteibrücke oder durch die mystischen Schwedenlöcher, bevor es im Hochsommer heiß und voll wird.

Die Temperaturen sind im Mai ideal: angenehme 18–20 Grad und eine herrliche Fernsicht von den Aussichtspunkten. Besonders spektakulär ist die Ferdinandaussicht am Morgen, mit dem besten Blick auf die Basteibrücke. Der beliebte Aussichtspunkt ist nur wenige Gehminuten vom großen Besucherparkplatz Bastei entfernt.

Ein Tipp ist das Kirnitzschtal: Fahr unbedingt mit der historischen gelben Straßenbahn tief in den Nationalpark und erkunde von dort aus die blühenden Täler zu Fuß. Die Bahn rattert seit 1898 durch das enge Tal – ein Erlebnis. Ein Klassiker ist auch die Rundwanderung über die Basteibrücke hinunter in den Amselgrund und dann durch die Schwedenlöcher wieder nach oben.

Wenn du die Region umfassend erkunden willst, solltest du den Malerweg ins Auge fassen: er gilt als einer der schönsten Fernwanderwege Deutschlands. Die acht Etappen führen durch eine Landschaft, die einst Caspar David Friedrich zu seinen berühmtesten Gemälden inspiriert hat.

Wer Klettern will, findet im Elbsandsteingebirge eines der traditionsreichsten Kletterreviere Europas mit über 1.000 zugelassenen Kletterfelsen. Beachte saisonale Sperrungen zum Schutz brütender Greifvögel.

Das Beste? Du brauchst keinen Flieger, kein Hotel für 300 Euro die Nacht und keinen Reisepass. Die Sächsische Schweiz ist das perfekte Outdoor-Paradies direkt vor der Haustür – und im Mai zeigt sie sich von einer ihrer schönsten Seiten.

Wichtig: Besonders an den Pfingstfeiertagen sind viele Unterkünfte in der Region ausgebucht, eine zeitige Buchung ist empfehlenswert.

Für wen? Wanderer, Fotografen, Naturliebhaber und alle, die spektakuläre Landschaften suchen, ohne Deutschland zu verlassen.

🌡 Wetter im Mai: ca. 18–20 Grad, teils sonnig mit gelegentlichen Schauern – ideal zum Wandern und Klettern | 🚗 Anreise: Mit dem Auto oder der Bahn nach Bad Schandau – perfekte Basis für den gesamten Nationalpark

Sehenswürdigkeiten in der Sächsischen Schweiz & Wanderungen in der Sächsischen Schweiz

2. Prag: Ein Märchen im Blütenrausch

Die tschechische Hauptstadt Prag ist im Mai ein Fest für die Sinne. Dich erwartet eine tolle Mischung aus Kultur, Geschichte und einer fast mediterranen Leichtigkeit, die man der Stadt an der Moldau im grauen Winter gar nicht zugetraut hätte.

Wenn ab dem 12. Mai das renommierte Musikfestival „Prager Frühling“ (Pražské jaro) beginnt, herrscht eine ganz besondere Stimmung. In den prachtvollen Konzertsälen im Rudolfinum und im Obecní dům, aber auch in der ČEZ Open Air Zone vor dem Rudolfinum mit kostenloser Live-Übertragung, erklingen klassische Klänge von Smetana bis Dvořák – aufgeführt an Orten, die selbst Musikgeschichte geschrieben haben. Wichtig: Die Eröffnungskonzerte sind oft Monate im Voraus ausverkauft. Wer das Festival erleben will, sollte sich frühzeitig Tickets sichern.

Das wahre Spektakel findet aber im Freien statt. Die zahlreichen Gärten und Parks stehen in voller Blüte – besonders der Petřín-Hügel verwandelt sich meist von Ende April bis Anfang Mai in ein Meer aus rosa und weißen Obstblüten. Der Petřín-Hügel ist seit Jahrhunderten ein Ort für Verliebte, die sich am 1. Mai – in Tschechien der „Tag der Liebenden“ – unter den blühenden Bäumen oder lila Flieder küssen. Der Wallenstein-Garten gleich hinter dem Senat ist ein weiterer Tipp: barocke Gartenarchitektur, Pfauengehege und erstaunlich wenige Besucher für eine der meistbesuchten Städte Europas.

Die Cafés am Altstädter Ring stellen ihre Tische nach draußen, das weiche Frühlingslicht lässt die goldenen Türme der Stadt besonders schön glänzen und du kannst das geschäftige Treiben bei einem kühlen tschechischen Bier in der Sonne beobachten. Wenn dir der Trubel am Altstädter Ring zu viel wird, spaziere über die Moldau zum Letná-Park. Im prachtvollen gusseisernen Hanavský Pavilon sitzt du auf der Terrasse zwischen blühenden Kastanien und genießt den berühmten „Fünf-Brücken-Blick“ über die Moldau.

Tipp: Früh morgens, kurz nach Sonnenaufgang gegen 5:30 Uhr, gehört die berühmte Karlsbrücke fast dir allein – und das Licht ist dann ohnehin das beste zum Fotografieren. Und nach einem leckeren Frühstück in einem der vielen Cafés kannst du die Prager Burg, die größte Burganlage der Welt, erkunden.

Ein Ausflug lohnt sich nach Kutná Hora, rund eine Stunde östlich von Prag. Die mittelalterliche Silberbergbaustadt, Teil des UNESCO-Welterbes, mit ihrer berühmten Knochenkapelle Sedlec Ossuary und dem gotischen Dom der Heiligen Barbara ist zu dieser Jahreszeit noch nicht so überlaufen wie im Sommer.

Für wen? Kulturreisende, Städtebummler, Musikliebhaber und alle, die eine der schönsten europäischen Metropolen ohne Massenandrang erleben wollen.

🌡 Wetter im Mai: ca. 18–20 Grad, meist sonnig – ideal für Stadtbummel und Ausflüge | ✈️ Flugzeit: ca. 1 Stunde ab Deutschland, alternativ bequem mit dem Zug in ca. 4–5 Stunden erreichbar

Sehenswürdigkeiten in Prag

3. Gardasee: Zitronenduft und glitzerndes Alpenpanorama

Der Mai ist am Gardasee die Zeit der Sinne und der Düfte. In Orten wie Limone sul Garda blühen die Zitronenhaine und verströmen ein Aroma, das Urlaubsgefühle weckt. Das ist der Moment, in dem man versteht, warum Goethe, D.H. Lawrence und Winston Churchill alle irgendwann hierher kamen und nicht mehr gehen wollten. Der Gardasee ist im Mai pures Lebensgefühl.

Der Norden des größten italienischen Sees rund um Torbole und Riva del Garda ist im Mai fest in der Hand von Windsurfern und Kitesurfern, die die frischen Morgen- und Nachmittagswinde nutzen. Der Ora – ein thermischer Wind, der jeden Nachmittag zuverlässig aus dem Süden bläst – macht Torbole zu einem der besten Windsurf-Spots in ganz Europa. Profis nutzen morgens den Pelèr aus dem Norden.

Gleichzeitig bieten die Berge im Norden des Alpensees ein fantastisches Mountainbike-Revier: Trails für jeden Anspruch, von gemütlichen Seeuferrouten bis zu technischen Singletrails hoch über dem Wasser. In Rival Del Garda findet meist Anfang Mai das FSA Bike Festival Riva del Garda, ein Pflichttermin für alle Fahrrad-Fans, statt. Auf der größten Fahrradmesse Europas gibt es in traumhafter Bergkulisse viel Neues zu sehen und auszuprobieren, aber auch Rennen für jedes Level, vom Bike-Marathon bis zur e‑MTB Challenge.

Der Monte Baldo, gemütlich per Seilbahn von Malcesine aus zu erreichen, trägt im Mai oft noch eine weiße Schneekappe, während unten an der Uferpromenade die Palmen und Oleander im in den schönsten Farben stehen. Der lange Bergrücken ist ein beliebtes Ausflugsziel bei Wanderern.

Im Süden des Gardasees wartet Sirmione, erbaut auf einer Halbinsel, mit der mittelalterlichen Scaliger-Burg direkt im Wasser und den antiken Ruinen der Grotten des Catull, einer der größten römischen Villenanlagen nördlich der Alpen. Im Mai ist in den engen Gassen von Sirmione, zumindest im Vergleich zum Sommer, vergleichsweise wenig los und die Preise für die Boutique-Hotels mit Seeblick sind noch nicht auf Spitzenniveau. Ein Abendspaziergang entlang der Halbinsel von Sirmione bei Sonnenuntergang mit Blick über den See mit den Alpen im Hintergrund ist unvergesslich.

Für Weinliebhaber ist der Mai die ideale Zeit für Ausflüge in die umliegenden Weinberge. Der Bardolino am Ostufer und der Lugana im Süden sind zwei der bekanntesten Weine der Region. Wie wäre es mit einer Weinprobe in einem der vielen Weingüter rund um den See? Besonders im Lugana-Gebiet südlich von Sirmione lohnt sich ein Stopp bei kleineren Weingütern wie dem Weingut Corte Anna der Familie Palvarini. Hier wirst du oft noch persönlich empfangen und kannst den Weißwein direkt dort probieren, wo er wächst – auf einer sonnigen Terrasse inmitten der Weinberge.

Lohnenswert ist auch eine Bootstour von Sirmione nach Limone. Nimm die Fähre, um die prachtvollen Villen vom Wasser aus zu bestaunen – die Überfahrt ist wie eine kleine Kreuzfahrt vor einer Alpenkulisse.

Tipp: Die Küstenstraße Gardesana Occidentale am Westufer ist im Mai zumindest unter der Woche noch gut befahrbar. Im Juli und August herrscht hier oft Dauerstau. Nutze den Wonnemonat, um die kleinen Orte wie Gargnano oder Tignale in Ruhe zu erkunden, die im Sommer von Tagesausflüglern überschwemmt werden.

Für wen? Wassersportler, Weinliebhaber, Kulturreisende und alle, die Italien ganz entspannt sehen und erleben wollen – mit Alpenpanorama inklusive.

🌡 Wetter im Mai: ca. 20–22 Grad, sonnig und mild – das Wasser ist mit ca. 15 Grad noch sehr kalt, aber perfekt für Mutige oder einen kurzen Sprung nach der Mountainbike-Tour | 🚗 Anreise: ca. 4–5 Stunden mit dem Auto ab München oder Stuttgart – kein Flug nötig

Sehenswürdigkeiten am Gardasee

4. Schottland: Sonniges Hoch vor der Mückenplage

Schottland im Mai fast so etwas wie ein Geheimtipp. Wer schon einmal bei horizontalem Regen im November dort war, wird den Mai kaum wiedererkennen. Statistisch gesehen ist dieser Monat einer der sonnigsten und trockensten des ganzen Jahres in den Highlands. Die Moore beginnen zu grünen, der gelbe Ginster blüht an den Hängen und in den schottischen Wäldern verwandelt der Bluebell (Hasenglöckchen) ganze Waldböden in einen blauen Teppich. Noch dazu sind die Tage herrlich lang. Ende des Monats sit es bis 22 Uhr hell.

Doch der entscheidende Vorteil im Mai ist ein winziges Insekt, beziehungsweise das Fehlen dieses Insekts: die berüchtigten „Midges“. Die beißenden Stechmücken, die das Reisen im Juli und August zur Höllenqual machen, sind im Mai noch nicht geschlüpft. Du kannst am Ufer von Loch Lomond picknicken, durch die Cairngorms im Nordosten von Schottland wandern oder auf die Isle of Skye fahren, ohne von einer surrenden Insektenwolke verfolgt zu werden. Für alle, die Schottland schon immer bereisen wollten, aber von den Horrorgeschichten über die Midges abgeschreckt wurden: Der Mai ist euer Monat.

Auf den Wanderwegen ist im Mai schon durchaus was los, sie sind aber nicht überlaufen. Für den berühmten West Highland Way – 154 Kilometer durch eine der wildesten Landschaften Europas, von Milngavie bei Glasgow bis Fort William – ist der Mai der ideale Zeitrum. Wer nicht den kompletten Weg gehen will, nimmt sich einfach die schönsten Etappen heraus, etwa die Strecke am Ostufer des Loch Lomond entlang.

Auf der Isle of Skye blühen im Mai die Heide und der Ginster, während die dramatischen Felsformationen des Old Man of Storr oder die Fairy Pools im schönsten Frühlingslicht fast unwirklich wirken. Die Pubs haben ihre Kamine abends noch an. Nach einem langen Tag in der frischen Highland-Luft sorgt das für die perfekte Wohlfühlatmosphäre. Ein Glas Whisky am Kamin, draußen der Wind: das ist Schottland pur.

Tipp: Miete dir ein Auto. Öffentliche Verkehrsmittel sind in den Highlands Mangelware. Mit einem Mietwagen erreichst du die einsamsten Buchten, die spektakulärsten Aussichtspunkte und die urtümlichsten Pubs auf eigene Faust und in deinem eigenen Tempo.

Für wen? Naturliebhaber, Wanderer, Whisky-Fans und alle, die wilde Landschaften suchen, ohne dafür einen langen Flug auf sich nehmen zu müssen.

🌡 Wetter im Mai: ca. 14–16 Grad, einer der sonnigsten Monate des Jahres in den Highlands – Regenjacke trotzdem einpacken | ✈️ Flugzeit: ca. 2 Stunden nach Edinburgh oder Glasgow, alternativ mit dem Zug von London in ca. 5 Stunden

Sehenswürdigkeiten in Schottland & Bahnreise durch Schottland

5. Wales: Wilde Küstenpfade und einsame Buchten

Wales wird als Reiseziel oft unterschätzt. Während die großen europäischen Sommerziele ab Mai „warmlaufen“, zeigt sich das kleine Land von seiner spektakulärsten Seite, fast unbemerkt von der Masse. Wer einmal hier im Urlaub war, versteht sofort, warum die Waliser so stolz auf ihre Heimat sind.

Der Pembrokeshire-Coast-Nationalpark – auf Walisisch Parc Cenedlaethol Arfordir Penfro – ist der einzige Küstennationalpark in ganz Großbritannien und im Mai ein Paradies für Wanderer. Die blauen Hasenglöckchen, der gelbe Stechginster (riecht bei Sonnenschein nach frischer Kokosnuss) und die rote Lichtnelke blühen und das Meer leuchtet an windstillen Tagen in einem Türkis, das man hier nicht erwarten würde.

Strände wie die versteckte Barafundle Bay sind oft menschenleer und wirken mit ihrem weißen Sand und dem klaren Wasser fast karibisch. Nur die Wassertemperatur von etwa 13 Grad erinnert dich daran, dass du in Großbritannien bist. Nur Einheimische und absolut Tapfere springen ins kühle Nass. Für das ultimative Wales-Erlebnis übernachtest du in einem traditionellen Inn wie dem The Stackpole Inn. Von hier erreichst du die Barafundle Bay auf einem malerischen Klippenpfad, auf dem dir der Duft von blühendem Stechginster in die Nase steigt.

Auch Vogel-Fans kommen im Mai auf ihre Kosten: Auf der kleinen Insel Skomer, nur eine 20-minütige Bootsfahrt von Martin’s Haven entfernt, landen im Mai tausende Papageitauchern (Puffins), um zu brüten. Die Seevögel mit den bunten Schnäbeln watscheln einem buchstäblich vor die Füße – ein Erlebnis, das Kinder wie Erwachsene begeistert. Wichtig: Die Bootsüberfahrten sind extrem begehrt. Buche dein Ticket, sobald die Termine (immer am 1. Dezember des Vorjahres) freigegeben werden. Wer kein Ticket mehr für den Landgang ergattert, kommt sicher auch auf einer Insel-Rundfahrt auf seine Kosten.

In den Bergen von Snowdonia – Walisisch Eryri – sind die Wanderwege nach dem Winter schneefrei und bieten fantastische Ausblicke über die gesamte Cardigan Bay bis hin zur Halbinsel Llŷn. Der Yr Wyddfa (Snowdon), mit 1.085 Metern der höchste Berg Wales‘, ist im Mai auf mehreren Routen begehbar. Du erreichst den Gipfel entweder zu Fuß oder mit der historischen Snowdon Mountain Railway. Die einzige Zahnradbahn in Großbritannien bringt Besucher seit 1896 auf den Gipfel. Der Blick reicht bei klarem Wetter bis nach Irland.

Tipp: Wales ist perfekt für einen Roadtrip. Die Straßen sind schmal, kurvenreich und führen durch Landschaften, die so dramatisch sind, dass du alle paar Meter anhalten willst, um zu fotografieren. Plane also viel mehr Zeit ein als du denkst.

Für wen? Wanderer, Naturliebhaber, Vogelbeobachter und alle, die raue Küsten, tiefe grüne Täler und eine Prise keltische Magie suchen und abseits der ausgetretenen Touristenpfade wandeln wollen.

🌡 Wetter im Mai: ca. 16–18 Grad; wechselhaft, aber oft sonnig – Regenjacke gehört ins Gepäck | ✈️ Flugzeit: ca. 2 Stunden nach Cardiff, alternativ mit dem Zug von London Paddington nach Cardiff in ca. 2 Stunden

6. Irland: Forty Shades of Green

Wenn du wissen willst, warum Irland die „Grüne Insel“ genannt wird, musst du im Mai kommen. Dann leuchten die Wiesen, die Heckenlandschaften und die moosbedeckten Steinmauern im schönsten Grün. Das hat Johnny Cash zu seinem berühmten Song „Forty Shades of Green“ inspiriert (übrigens schon im Flugzeug im Anflug auf Irland).

Weißdorn, Rhododendren und unzählige Wildblumen säumen die engen Straßen. Der Mai ist auch der Monat mit dem geringsten Niederschlag, was in Irland durchaus ein Argument ist. Und natürlich haben die Schafe ihre Lämmer auf den Wiesen – idyllischer geht es kaum.

Der Mai eignet sich bestens für einen Roadtrip entlang des Wild Atlantic Way, mit rund 2.500 Kilometern einer der längsten Küstenrouten der Welt. Plane mindestens zehn Tage ein, um die Highlights zwischen der Hafenstadt Kinsale im County Cork im Süden und Malin Head, dem nördlichsten Punkt der Insel, in der Grafschaft Donegal im Norden in Ruhe zu erkunden.

Der Ring of Kerry, Teil des Wild Atlantic Way, ist eine der bekanntesten Panoramastraßen Europas: 179 Kilometer durch eine Landschaft aus Bergseen, Atlantikbuchten und mittelalterlichen Klosterruinen. Tipp: Lkw und große Reisebusse fahren den Ring of Kerry wegen der engen Straßen immer gegen den Uhrzeigersinn (Killarney -> Killorglin -> Cahersiveen -> Kenmare -> Killarney), um sich nicht gegenseitig zu verkeilen. Du solltest also im Uhrzeigersinn fahren. So hängst du nicht in der Kolonne hinter den Bussen fest. Mit einem größeren Fahrzeug, etwa einem Camper, bietet sich indes die Fahrtrichtung der Reisebusse an.

Ein weiteres Highlight am Wild Atlantic Way sind die Cliffs of Moher an der Westküste. Im Mai hast du oft freie Sicht auf den Atlantik, ohne dass der berüchtigte Seenebel alles verschluckt. Die bis zu 214 Meter hohen Klippen sind zu jeder Jahreszeit beeindruckend. Aber wenn im Mai die Grasnarbe satt grün leuchtet und der Atlantik tiefblau bis zum Horizont reicht, ist dieser Ort schlicht atemberaubend. Plane reichlich Zeit ein, um die Klippen in beide Richtungen zu erwandern, weit abseits des Haupteingangs, wo sich die Massen tummeln.

Abends in den Pubs von Doolin oder Galway ist die Stimmung ausgelassen. Die Musiker und Einheimischen feiern die ersten warmen Tage des Jahres. Irische Sessionmusik in einem irischen Pub ist gelebte Kultur. Du sitzt einfach da, trinkst dein Guinness und lässt dich mitreißen. Die Tage sind im Mai bereits so lang, dass du bis nach 21 Uhr draußen sein und die spektakulären Sonnenuntergänge an der Westküste bewundern kannst.

Auch kulturell lohnt sich eine Reise im Mai nach Irland: Wer die irische Seele verstehen möchte, reist zum Hill of Uisneach (The Catstone). Hier, am spirituellen Mittelpunkt des „alten“ Irland, wird seit 1988 beim Bealtaine Fire Festival Geschichte lebendig (immer am oder rund um den 1. Mai). Wenn bei Dämmerung das zentrale Feuer entzündet wird, um die Sonne und die Fruchtbarkeit des Sommers zu begrüßen, spürt man die uralte Verbindung der Iren zu ihrem Land. Dich erwartet ein Spektakel aus Trommeln, Fackelumzügen und Schattenwesen, das die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen lässt. Tickets frühzeitig sichern!

Für wen? Naturliebhaber, Roadtrip-Liebhaber, Pub-Kultur-Fans und alle, die das echte, ungefilterte Europa suchen – mit einer Herzlichkeit, die man in kaum einem anderen Land so spürt.

🌡 Wetter im Mai: ca. 16–18 Grad, der trockenste Monat des Jahres in Irland – Regenjacke nie vergessen | ✈️ Flugzeit: ca. 2–2,5 Stunden nach Dublin, Cork oder Shannon ab Deutschland

Sehenswürdigkeiten in Irland

7. Baltikum: Frühlingserwachen an der Ostsee

Das Baltikum, gemeint ist damit Estland, Lettland und Litauen, sind im Mai noch echte Tipps für Entdecker, die abseits der bekannten Urlaubsorte Neues erkunden wollen. Die langen, dunklen Winter sind vorbei, und die Menschen strömen nach draußen, um jeden Sonnenstrahl zu genießen. In den Hauptstädten Tallinn, Riga und Vilnius herrscht eine Aufbruchstimmung, die ansteckend ist: Die Cafés eröffnen ihre Terrassen in den mittelalterlichen Altstädten, die Parks werden zu grünen Oasen und die Straßen füllen sich mit Menschen.

Die Altstädte von Tallinn, Riga und Vilnius gehören zum UNESCO-Welterbe – und alle drei sind im Mai noch weit entfernt vom Besucherandrang in anderen europäischen Städten.

Die mittelalterliche Altstadt von Tallinn wirkt mit ihren kopfsteingepflasterten Gassen und der mächtigen Stadtmauer wie eine lebendige Filmkulisse. Riga beeindruckt mit der größten Ansammlung von Gebäuden im Jugendstil weltweit: Über 800 Gebäude in der Innenstadt – das ist etwa ein Drittel – tragen die geschwungenen Fassaden und ornamentalen Details dieser Epoche. Vilnius überrascht mit einer der schönsten barocken Altstädte Mitteleuropas (oder je nach Definition Nordosteuropas), verwinkelten Gässchen und einer lebendigen Kunstszene, die weit über die Grenzen des kleinen Landes hinaus bekannt ist.

Alle drei Städte lassen sich bequem in einer Woche erkunden – und die Preise für Essen, Trinken und Übernachten sind im Vergleich zu Paris, London oder Barcelona angenehm moderat.

Wenn du die unberührte Wildnis Estlands erkunden willst, darfst du den Soomaa-Nationalpark nicht verpassen. Im Mai hast du hier die Chance, die berühmte „fünfte Jahreszeit“ zu erleben: Wenn Schmelzwasser oder starker Regen die Wälder flutet, gleitest du mit dem Kanu lautlos zwischen den Stämmen hindurch. Ein Erlebnis, das du so nirgendwo sonst in Europa findest. Alternativ führen Holzbohlenwege durch weite Hochmoore, die im Wonnemonat herrlich blühen und duften.

In Litauen ist die Kurische Nehrung im Mai ein Tipp. Diese schmale Landzunge zwischen der Ostsee und dem Kurischen Haff – ebenfalls UNESCO-Welterbe – ist eine der faszinierendsten Landschaften Europas. Die riesigen Wanderdünen rund um Nida verschieben sich langsam im Wind, die Kiefernwälder duften frisch nach Harz und Meer, und die langen Sandstrände gehören im Mai fast dir allein. Das kleine Fischerdorf Nida mit seinen typischen bunten Holzhäusern und Wetterfahnen war einst Sommerresidenz von Thomas Mann – sein Ferienhaus ist heute ein kleines Museum.

In Lettland lockt der Gauja-Nationalpark mit seinen roten Sandsteinfelsen, dichten Wäldern und mittelalterlichen Burgruinen, die im Mai besonders saftig grün umrahmt sind. Die Burg Turaida bei Sigulda thront über dem Flusstal der Gauja und bietet einen spektakulären Ausblick über die Landschaft. Der Nationalpark eignet sich hervorragend für Radtouren, Kanufahrten auf der Gauja und Wanderungen durch die Sandsteinschluchten.

Tipp: Kombiniere Tallinn, Riga und Vilnius auf einer Rundreise. Zwischen den Städten fahren mehrmals täglich Fernbusse – perfekt für alle, die für wenig Geld möglichst viele Länder sehen wollen.

Für wen? Entdecker, Städtereisende, Naturliebhaber und alle, die Geschichte, Architektur und unberührte Natur ohne die typischen Touristenpfade zu fairen Preisen suchen.

🌡 Wetter im Mai: ca. 15–18 Grad, die Tage werden bereits sehr lang – ideal für ausgedehnte Stadtbummel und Outdoor-Erlebnisse | ✈️ Flugzeit ca. 2–2,5 Stunden direkt nach Tallinn, Riga oder Vilnius ab vielen deutschen Flughäfen

Sehenswürdigkeiten in Tallinn, Sehenswürdigkeiten in Riga & Sehenswürdigkeiten in Vilnius

8. Aragonien: Mittelalterliche Orte & Pyrenäen-Frühling für Bergfexe

Während die Strände in Spanien im Mai schon gut besucht sind, bietet die Region Aragonien (auch Aragon genannt) im Norden des Landes ein völlig anderes Erlebnis – und eines, das die wenigsten deutschen Reisenden auf dem Radar haben.

Da sind zum einen die Täler der Pyrenäen, in denen der Frühling mit einer Wucht ausbricht, die du gesehen haben musst! Die Wasserfälle schwellen durch die Schneeschmelze zu tosenden Giganten an, die Wiesen sind mit Enzian, Lilien und Wildorchideen übersät, und die Luft riecht nach Frühling.

Das Herzstück ist der Ordesa-y-Monte-Perdido-Nationalpark, einer der ältesten und wildesten Nationalparks Spaniens und seit 1997 UNESCO-Welterbe. Ende Mai sind auch Wanderwege in höheren Lagen wieder begehbar und die Bedingungen oft ideal: 20 Grad tagsüber – kühl genug für anspruchsvolle Touren, warm genug für kurze Hosen in den Tälern. Der Cañón de Añisclo, eine der dramatischsten Schluchten der Pyrenäen, ist im Mai mit tosendem Wasser und üppiger Vegetation auf seinem Höhepunkt. Am Eingang zum Ordesa-Nationalpark liegt auch eines der schönsten Dörfer Spaniens: Aínsa. Im Frühling kannst du auf dem mittelalterlichen Marktplatz sitzen und bei einem Glas Somontano auf die schneebedeckten Berge schauen.

Für Mountainbiker ist Aragonien ein Traum. Das Gebiet rund um Benasque (Puro Pirineo) im Benasque-Tal im Herzen der Pyrenäen bietet Trails für jeden Anspruch, von gemütlichen Tälern bis zu technischen Singletrails auf über 2.000 Metern. Und wer hoch hinaus will: Der Pico Aneto, mit 3.404 Metern der höchste Gipfel der Pyrenäen, ist für erfahrene Alpinisten im Mai ein Traum, allerdings meist noch als anspruchsvolle Firntour mit Steigeisen oder Tourenskiern. Auf dem Gipfel erwartet dich ein Panorama, das über die gesamte zentrale Pyrenäenkette bis weit in den Süden reicht.

Weiter südlich erwarten dich mittelalterliche Dörfer, die ihresgleichen suchen. Ein unvergessliches Highlight ist etwa das kleine Städtchen Albarracín. Das Örtchen, umgeben von einer Verteidigungsanlage aus dem 10. Jahrhundert, thront auf einem nahezu vollständig vom Rio Guadalaviar umschlossenen Felsmassiv. Die Stadt Teruel ist für ihr einzigartiges Ensemble der Mudéjar-Architektur bekannt und gehört seit 1986 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Oder wie wäre es mit einem Roadtrip auf der Silent Route, eine der schönsten Motorrad-Strecken in ganz Spanien. Die Straße verbindet die Örtchen Gargallo im Norden und Cantavieja im Süden. Auf der Fahrt erwarten dich unzählige Kurven, tiefe Schluchten und mächtige Felsformationen.

Tipp: Aragonien erkundest du am besten mit dem Mietwagen. Fliege nach Zaragoza (hier gibt es aber nur wenige Verbindungen) oder Barcelona. Von Barcelona erreichst du alle wichtigen Orte in Aragonien in rund zwei bis drei Stunden. Die Straßen sind kurvenreich und spektakulär.

Für wen? Bergwanderer, Kletterer, Mountainbiker, Genussreisende und alle, die das authentische, raue Spanien suchen, weit weg von Ballermann und Beachclubs.

🌡 Wetter im Mai: ca. 20–23 Grad in den Tälern, deutlich kühler auf den Gipfeln | ✈️ Flugzeit: ca. 2–2,5 Stunden nach Zaragoza oder Barcelona ab Deutschland

Sehenswürdigkeiten in Aragonien

9. Algarve: Erste Badetage und einsame Klippen

An der Algarve beginnt im Mai das süße Leben – lange bevor der Rest Europas auch nur ans Meer denkt. Mit Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad ist es bereits herrlich warm, die Strände füllen sich langsam, aber die erdrückende Hitze des Hochsommers fehlt noch. Die Vegetation ist nach dem Winterregen satt grün und saftig – ein herrlicher Kontrast zum ockerfarbenen Gestein der Klippen.

Im Osten, in der Ria Formosa rund um Tavira am Fluss Gilão, zeigt sich die Algarve still und ursprünglich: flache Lagunen, Salzmarschen, Flamingos und endlose Sandstrände, die du nur per Boot erreichst. Im Westen, rund um Lagos und Sagres, wird die Region dramatisch und wild. Die berühmte Ponta da Piedade bei Lagos – ein Labyrinth aus goldenen Felsbögen, Grotten und Meereshöhlen direkt am Wasser – kannst du bei ruhiger See per Kajak erkunden.

Für den „Seven Hanging Valleys Trail“ – auf Portugiesisch Percurso dos Sete Vales Suspensos – ist der Mai der perfekte Monat. Der rund 12 Kilometer lange Küstenwanderweg (Hin- und Rückweg) zwischen Praia da Marinha und Praia de Vale Centianes führt direkt an den Klippen entlang, mit Ausblicken auf das Meer. Im Frühling säumen Wildblumen den Weg, die Luft duftet nach Zistrosen. Ihr harziger Duft ist zusammen mit dem Salzgehalt der Luft das „Parfüm der Algarve“. Und das Beste: Du hast die Strecke fast für dich allein. Im August ist das undenkbar.

Die kleinen Fischerorte wie Carvoeiro oder Ferragudo sind durchaus belebt, aber noch weit entfernt von den Zuständen im August. Jetzt bekommst du noch einen Tisch ohne Reservierung in den besten Fischrestaurants. Die fangfrische Dourade kommt vom lokalen Markt und kostet nur einen Bruchteil dessen, was du in Deutschland zahlen würdest. Dazu ein Glas gekühlter Weißwein aus der Region und der Blick aufs Meer – mehr braucht es nicht.

Tipp: Der Atlantik ist mit etwa 16 bis 17 Grad noch sehr kühl, aber an windgeschützten Buchten wie der Praia da Marinha oder der Praia de Benagil kannst du wunderbar die erste Bräune des Jahres tanken. Wenn du die berühmte Benagil-Höhle – eine der schönsten Meereshöhlen Europas – von innen sehen willst, buchst du eine Bootstour ab Portimão oder Armação de Pêra.

Für wen? Strandliebhaber, Wanderer, Feinschmecker und alle, die Südeuropa ganz entspannt erkunden wollen – mit Sonne, Meeresrauschen und ohne Gedränge am Strand.

🌡 Wetter im Mai: ca. 22–25 Grad, viel Sonne und kaum Regen – Atlantikwasser ca. 16–17 Grad, ideal für aktive Strandtage | ✈️ Flugzeit: ca. 3 Stunden nach Faro ab Deutschland

10. Norwegen: Ein ganzes Land im Rausch

Wer Norwegen im Mai besucht, erlebt ein Land im Ausnahmezustand – im positiven Sinne. Der 17. Mai, der norwegische Verfassungstag, ist kein steifer Staatsakt, sondern das größte und herzlichste Volksfest Skandinaviens. Überall, von den prachtvollen Straßen Oslos bis in die entlegensten Fischerdörfer der Fjorde, tragen die Norweger ihre Bunad – kostbare, handgestickte Trachten, die die regionale Herkunft verraten. Keine Militärparaden, keine politischen Reden. Stattdessen: endlose Umzüge, Flaggenmeere und eine Energie, die jeden Besucher mitreißt.

Doch auch abseits des Verfassungstags ist der Mai magisch. In den Fjorden blühen tausende Obstbäume in voller Pracht, während auf den Berggipfeln noch Schnee liegt. Der Hardangerfjord, zur Blütezeit der Obstbäume auch „Blütenfjord“ genannt, zeigt sein schönstes Gesicht – rosa und weiße Blütenwolken über dem tiefblauen Wasser, mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund.

Wenn du sportlich unterwegs sein willst, findest du ideale Bedingungen für erste Wanderungen in den Fjordregionen. Der berühmte Preikestolen – die flache Felskanzel 604 Meter über dem Lysefjord – ist im Mai meist gut begehbar und die Wege sind noch nicht so überlaufen wie im Sommer.

Auch nach Oslo lohnt sich eine Reise im Frühling. Die Stadt erwacht nach dem langen Winter mit einer Lebensfreude, die ansteckend ist. Die Cafés in Aker Brygge öffnen ihre Terrassen, der Vigeland-Skulpturenpark zeigt sich im frischen Frühlingsgrün und das weltberühmte Frammuseum – die Fram ist das Schiff, mit dem Roald Amundsen als erster Mensch den Südpol erreichte – kannst du ohne lange Warteschlangen besichtigen.

Tipp: Plane deinen Besuch bewusst rund um den 17. Mai. Buche Hotels frühzeitig, denn Norweger aus dem ganzen Land reisen für den Verfassungstag in die Städte. Die Atmosphäre an diesem Tag ist einmalig.

Für wen? Naturliebhaber, Fotografen, Kulturreisende und alle, die eines der schönsten Volksfeste im hohen Norden erleben wollen.

🌡 Wetter im Mai: ca. 12–15 Grad in den Fjordregionen, im Norden lange Tage mit bis zu 20 Stunden Licht | ✈️ Flugzeit: ca. 2–2,5 Stunden nach Oslo oder Bergen ab Deutschland

Sehenswürdigkeiten in Norwegen

11. Santorin: Die Kykladen-Perle ohne die Massen

Die Vulkaninsel Santorin (oder Santorini) ist im Hochsommer überlaufen und teuer, aber im Mai ein absoluter Reisetipp, wenn du die weltbekannte Kykladen-Insel auf deiner Bucket List abhaken willst.

Die ikonischen weißen Häuser von Oia und Fira strahlen unter der kräftigen Frühlingssonne, die berühmten blauen Kuppeln leuchten vor einem makellos azurblauen Himmel – und du kannst durch die engen, gepflasterten Gassen spazieren, ohne im Strom der Kreuzfahrttouristen steckenzubleiben. Und in den Tavernen der Insel sind die Einheimischen nach der Winterpause entspannt und gastfreundlich, die Preise für Hotels mit Caldera-Blick im Vergleich zum August fast schon ein Schnäppchen.

Die Temperaturen liegen bei angenehmen 22 bis 25 Grad – perfekt, um die spektakulärste Wanderung der Insel zu unternehmen: den Kammweg von Fira nach Oia. Gut 10 Kilometer entlang des Kraterrandes (quasi ohne Schatten!), mit Blick auf die Caldera, die Vulkaninsel Nea Kameni und das tiefblaue Ägäische Meer auf beiden Seiten. Der Weg ist nicht schwer und nach drei bis vier Stunden erreichst du Oia. Hier angekommen kannst du dich mit einem Glas Assyrtiko – dem trockenen Weißwein der Insel, angebaut auf uralten Reben direkt im Vulkanboden – belohnen. Starte früh morgens, bevor die Sonne zu stark wird. Zurück geht’s mit dem Bus.

Das Ägäische Meer hat im Mai erfrischende 18 bis 19 Grad – ausreichend für die ersten mutigen Badegänge. Die schwarzen Lavastränden von Perissa und Kamari an der Ostküste der Insel erwärmen sich durch das dunkle Gestein schneller als normale Sandstrände und sind im Mai angenehm warm unter den Füßen. Wer die roten und weißen Felsen bevorzugt, fährt zur Akrotiri-Bucht im Südwesten – einer der malerischsten Ecken der Insel, oft noch fast menschenleer.

Ein Highlight ist ein Ausflug zur Vulkaninsel Nea Kameni im Zentrum der Caldera. Du erreichst die Insel ausschließlich mit einer organisierten Tour oder einem gemieteten Boot. Der Ausflug schließt ein Bad in den heißen Schwefelquellen ein. Du stehst hier auf einem aktiven Vulkankrater, riechst den Schwefel und schaust zurück auf die weißen Dörfer, die sich an den Calderarand schmiegen. Im Frühjahr ohne Warteschlangen, ohne Gedränge.

Tipp: Buche dein Hotel in Imerovigli statt in Oia. Das kleine Dorf auf dem höchsten Punkt des Calderarandes bietet denselben atemberaubenden Blick wie Oia – zu deutlich günstigeren Preisen und ohne die Tagestouristen-Massen beim Sonnenuntergang.

Für wen? Paare, Fotografen, Weinliebhaber und alle, die Santorin so erleben wollen, wie es eigentlich sein sollte – still, schön und unvergesslich.

🌡 Wetter im Mai: ca. 22–25 Grad, 11 Sonnenstunden täglich – Ägäis ca. 18 bis 19 Grad, ideal für erste Badeausflüge | ✈️ Flugzeit: ca. 3–3,5 Stunden nach Santorin ab Deutschland

Sehenswürdigkeiten auf Santorin

12. Seoul: Ein Lichtermeer zu Buddhas Geburtstag

Die südkoreanische Hauptstadt Seoul ist im Mai in einem visuellen Rausch, könnte man sagen. Zwar ist die Kirschblüte oft schon Ende April vorbei, aber Anfang Mai blühen in Seoul die prachtvollen Azaleen, die die Parks in ein leuchtendes Pink tauchen.

Das Hauptereignis ist das Lotus Lantern Festival (Yeon Deung Hoe), das rund um Buddhas Geburtstag stattfindet und zu den schönsten Stadtfesten in ganz Asien zählt. Zehntausende handgefertigte Laternen in Form von Lotosblumen, Tieren und Drachen werden in einer riesigen Parade durch das Stadtzentrum getragen. Die gesamte Stadt ist mit bunten Laternen geschmückt, was besonders abends in den Tempeln wie dem Jogyesa-Tempel für eine magische Stimmung sorgt: orangefarbenes Licht, Räucherduft, das leise Murmeln von Gebeten. Ein krasser Kontrast zur pulsierenden Großstadt.

Klimatisch ist der Mai einer der besten Reisemonate für Südkorea. Der Himmel ist oft blau, die Temperaturen liegen bei 20 bis 22 Grad und die Regenzeit beginnt erst im Juni. Die Paläste der Stadt – allen voran der Gyeongbokgung-Palast aus dem 14. Jahrhundert mit seinen farbenprächtigen Holzpavillons und weiten Innenhöfen – sind von blühenden Gärten umgeben. Wer möchte, leiht sich in einem der Geschäfte rund um den Palast einen traditionellen Hanbok, das koreanische Nationalgewand. Du wirst dich wundern: Den Hanbok tragen mehr Besucher, als du denkst. Zum einen wegen des freien Eintritts. Der Hauptgrund ist aber ein anderer: Besonders Asiatinnen wollen absolut perfekte Fotos von sich in traumhafter Kulisse und buchen nicht selten einen Fotografen dazu.

Abseits der Paläste und Tempel ist Seoul immer eine Stadt zum Entdecken. Die Koreaner nutzen das Wetter für Picknicks am Han-Fluss mit Chimaek (Chicken und Bier) oder genießen das Wetter beim Radfahren auf den kilometerlangen Uferwegen. Der quirlige Straßenmarkt Gwangjang Market in Jongno ist besonders sehenswert: frische Bindaetteok (Mungbohnenpfannkuchen), knusprige Mayak Gimbap oder für Mutige Seidenraupenpuppen, die dampfend in großen Töpfen liegen. Street Food auf neuem Niveau.

Wenn du gerne wanderst, findest du im Bukhansan-Nationalpark am nördlichen Stadtrand beste Bedingungen. Die Granitkuppen des Parks ragen über 800 Meter auf und bieten spektakuläre Ausblicke über die Megacity. Höhepunkt ist der Gipfel des Baegundae, auf den ein steiler felsiger Weg führt, der durchaus Trittsicherheit erfordert.

Tipp: Das Lotus Lantern Festival findet jedes Jahr rund um Buddhas Geburtstag statt – das genaue Datum variiert je nach Mondkalender, liegt aber meist zwischen Ende April und Ende Mai. Prüfe das aktuelle Datum vor der Buchung und plane deinen Besuch bewusst um die große Laternenparade herum, die traditionell am Wochenende vor dem eigentlichen Feiertag stattfindet. Sie beginnt am Nachmittag und zieht sich mit tausenden Lichtgestalten bis tief in die Nacht durch das Herz von Seoul.

Für wen? Kulturreisende, Streetfood-Liebhaber, Städtebummler und alle, die eine asiatische Metropole erleben wollen, die gleichzeitig ultramodern und tief traditionell ist.

🌡 Wetter im Mai: ca. 20–22 Grad, meist sonnig und trocken – ideal vor der Regenzeit im Juni | ✈️ Flugzeit: ca. 11–12 Stunden nach Seoul ab Deutschland – Direktflüge ab Frankfurt verfügbar

13. Japan: Die grüne Stille nach dem Kirschblütensturm

Fast jeder möchte zur Kirschblüte nach Japan. Verständlich. Aber besonders kurz danach ist Japan eine Reise wert. Sobald die rosa Blüten gefallen sind, kehrt eine wunderbare Ruhe in die Tempel von Kyōto und die Parks von Tokio ein und das Land zeigt sein eigentliches Gesicht.

Japan erlebt im Mai die Zeit des Shinryoku – des frischen Grüns. Die Ahornbäume leuchten in einem intensiven Grün. Die Bambuswälder von Arashiyama in Kyōto rauschen im Frühlingswind, die Zen-Gärten der alten Kaiserstadt liegen in jenem meditativen Licht, für das sie geschaffen wurden – und das nicht in dem Gedränge, das dich im April erwartet.

Das Wetter ist auf den Hauptinseln perfekt: warme, sonnige Tage zwischen 22 und 25 Grad, aber kühle Abende, bevor im Juni die Regenzeit Tsuyu einsetzt und den heißen Sommer ankündigt.

Ein Highlight sind die Glyzinien-Festivals (Fuji Matsuri). Die beste Zeit ist in der Regel Anfang bis Mitte Mai. Im Ashikaga Flower Park in der Präfektur Tochigi hängen meterlange lila Blütentrauben. Auch der Kawachi Fujien auf Kyushu ist berühmt für seine Glyzinientunnel, durch die du wie in einem lila Traum spazierst. Buche Tickets für die bekannten Parks unbedingt im Voraus.

Aber Achtung, du solltest die Golden Week beachten. In der großen Ferienwoche, zwischen dem 29. April und dem 5. Mai, ist ganz Japan unterwegs. Die Züge sind voll, die Hotels teuer und die Sehenswürdigkeiten überfüllt. Aber sobald die Golden Week vorbei ist – ab dem 6. Mai – sinken die Preise spürbar, die Shinkansen sind wieder leer und die Zen-Gärten gehören wieder dir. Wer flexibel ist, plant die Anreise bewusst nach der Golden Week.

Für Wanderer bietet das Frühjahr in Japan unvergessliche Touren abseits der Städte. Der Kumano Kodo auf der Kii-Halbinsel südlich von Ōsaka – ein über 1.000 Jahre altes Pilgerwegenetz durch dichte Zedernwälder und zu imposanten Tempelanlagen – bietet zu dieser Jahreszeit beste Bedingungen: grün, still und spirituell aufgeladen. Lohnenswert ist auch die Region der Fuji-Seen am Fuße des Berges mit traumhaften Wegen mit Blick auf den schneebedeckten Gipfel, das Wahrzeichen Japans.

Tipp: Du kannst Japan hervorragend mit dem Mietauto erkunden, aber auch mit dem Zug. Die Fahrt mit dem Shinkansen ist ein Erlebnis für sich und die Züge sind zu 100 Prozent pünktlich.

Für wen? Kulturreisende, Naturliebhaber, Fotografen und alle, die Japan ohne Massenandrang erkunden wollen.

🌡 Wetter im Mai: ca. 22–25 Grad auf den Hauptinseln, sonnig und trocken vor der Regenzeit im Juni | ✈️ Flugzeit: ca. 12–13 Stunden nach Tokio oder Ōsaka ab Deutschland – Direktflüge ab Frankfurt und München verfügbar

Sehenswürdigkeiten in Japan & Reiseroute durch Japan

14. Südwesten der USA: Utahs Nationalparks vor dem Ansturm

Der Mai ist mit der beste Monat für eine Reise durch Utahs legendäre „Mighty 5“: die fünf Nationalparks Arches, Canyonlands, Bryce Canyon, Zion und Capitol Reef, die zusammen eine der wildesten Landschaften der Erde bilden. Im Hochsommer machen Temperaturen von über 40 Grad Wanderungen zur Qual oder gar zur Gefahr. Im Mai herrschen tagsüber angenehme 25 Grad.

Im Arches National Park wartet die wohl berühmteste Wanderung des Mormonenstaates: der Weg zum Delicate Arch. Nach rund einer Stunde Aufstieg stehst du vor dem Wahrzeichen Utahs – einem 16 Meter hohen freistehenden Sandsteinbogen, hinter dem die schneebedeckten La Sal Mountains leuchten. Im Mai ganz ohne die brütende Hitze und ohne die heftigen Nachmittagsgewitter im Hochsommer.

Im Zion National Park lockt eine der berühmtesten Schluchtwanderungen der USA: die Narrows. Du wanderst hier buchstäblich im Fluss, den Virgin River hinauf, flankiert von bis zu 300 Meter hohen Sandsteinwänden, die sich stellenweise auf wenige Meter verengen. Im Mai kann der Wasserstand nach der Schneeschmelze allerdings noch zu hoch für die Narrows sein (Sperrungen sind sehr häufig). Prüfe das vor Ort im Besucherzentrum. Ach ja, Neoprensocken sind Pflicht! Wer lieber hoch hinaus mag, erklimmt Angels Landing über einen luftigen Felsgrat über dem Zion Canyon, mit Ketten gesichert und einem Tiefblick, der keine Höhenangst verzeiht. Für die Tour ist ein Permit erforderlich.

Im Bryce Canyon liegt im Mai manchmal noch Schnee. Die berühmten roten Hoodoos, jene bizarren Felsnadeln, die in Tausenden aus dem Boden ragen, wirken so noch unwirklicher. Die Nächte im Bryce Canyon sind im Mai klar und bitterkalt (oft unter 0 Grad). Dafür gehört der Sternenhimmel zu den dunkelsten und sternenreichsten der gesamten USA. Ohnehin hat Utah die höchste Dichte an zertifizierten Sternenparks weltweit.

Im Frühjahr darfst du dich noch auf ein weiteres Phänomen freuen: auf die Wüstenblüte. Dann setzen Kakteen und Wüstenblumen bunte Farbtupfer in die rote Felslandschaft – rosa, gelb, leuchtendes Orange. Da im Mai noch keine Schulferien in den USA sind, halten sich die Besuchermassen im Vergleich zum Juli in Grenzen. Die Campingplätze sind noch nicht ausgebucht, die Parkplätze vor den Trailheads nicht um 8 Uhr morgens voll und die Ranger haben sogar Zeit für Gespräche.

Tipp: Der klassische Ausgangspunkt für einen Roadtrip durch Utah ist Las Vegas. Aus der Spielerstadt sind es rund fünf Stunden Fahrt bis zum Zion National Park. Miete ein Auto (für die gängigen Routen reicht ein normaler Pkw; für die „Backroads“ im Capitol Reef oder Grand Staircase-Escalante brauchst du ein SUV), pack eine Kühlbox mit Proviant und plane mindestens zehn Tage ein – fünf Parks in weniger Zeit ist möglich, aber schade.

Für wen? Naturliebhaber, Wanderer, Fotografen, Roadtrip-Fans und alle, die das Gefühl von unendlicher Freiheit in einer Landschaft erleben wollen, die so surreal ist, dass sie wie ein anderer Planet wirkt.

🌡 Wetter im Mai: ca. 22–25 Grad tagsüber, kühle Nächte um 5–8 Grad | ✈️ Flugzeit: ca. 12–14 Stunden nach Las Vegas ab Deutschland, meist mit einem Zwischenstopp

Sehenswürdigkeiten in Utah & Sehenswürdigkeiten im Südwesten der USA

15. Australien: Goldener Herbst in Melbourne

Während Europa in den Frühling startet, erlebt der Südosten Australiens im Mai einen prachtvollen Herbst. Melbourne verwandelt sich in ein Meer aus Gold-, Gelb- und Rottönen, wenn die Bäume ihre Farbe wechseln und Fotografen aus aller Welt anreisen.

Das Wetter ist mit etwa 18 Grad ideal für ausgedehnte Spaziergänge durch die Stadt, ohne die Hitze des australischen Sommers, die Melbourne im Januar in eine Bratpfanne verwandelt. Die versteckten Laneways mit ihren Street-Art-Fassaden, Espressobars und kleinen Boutiquen laden zum Schlendern ein. Legendär ist die kulinarische Szene: In keiner anderen australischen Stadt isst du so gut und so vielfältig. Von vietnamesischen Nudelsuppen über griechische Tavernen bis zu preisgekrönten Fine-Dining-Restaurants in der Innenstadt – in Melbourne gibt es alles, was das Schlemmerherz begehrt.

Entlang der Great Ocean Road, eine der schönsten Küstenstraßen der Welt, ist das Licht im Frühling weicher als im Hochsommer. Die berühmten Twelve Apostles – riesige Felsnadeln, die aus dem Ozean ragen – wirken im goldenen Herbstlicht fast unwirklich. In der Nebensaison sind die Parkplätze vor dem Aussichtspunkt auch noch nicht um 7 Uhr morgens voll, die Unterkünfte entlang der Route günstiger und die kleinen Küstenorte wie Lorne oder Apollo Bay wieder die entspannten Fischerörtchen, die sie eigentlich sind.

Von Ende April bis Anfang Mai kannst du das Bright Autumn Festival im Örtchen Bright im Ovens Valley besuchen, rund dreieinhalb Stunden mit dem Auto entfernt. Höhepunkt ist der Alan Findlay Memorial Gala Day (meistens am ersten Mai-Wochenende) mit Markt, Musik in den Straßen und einer großen Parade. In und rund um Bright verwandelt der Herbst die Landschaft in ein buntes Farbenmeer, das an den bekannten Indian Summer in Kanada erinnert.

Tipp: Kombiniere Melbourne und die Great Ocean Road mit einem Abstecher in den Grampians National Park, rund drei Stunden nordwestlich der Stadt. Dich erwarten spektakuläre Felsformationen und Begegnungen mit Kängurus oder Emus, die sich in der kühleren Herbstluft besonders gerne zeigen.

Für wen? Kulturreisende, Feinschmecker, Naturliebhaber und alle, die Australien von seiner entspannten Seite erleben wollen – mit einem goldenen Herbst, den man auf dem fünften Kontinent so nicht erwartet.

🌡 Wetter im Mai: ca. 16–18 Grad in Melbourne, sonnige Herbsttage mit kühlen Abenden | ✈️ Flugzeit: ca. 22–24 Stunden nach Melbourne ab Deutschland, meist mit einem Zwischenstopp in Dubai, Singapur oder Doha

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Biggi Bauer ist Reisejournalistin, Buchautorin (u. a. Dumont), Video-Creatorin, Social-Media-Expertin und Mitgründerin des Foto- und Reiseblogs Phototravellers.de.

Nach Stationen beim Radio, Fernsehen und in großen Verlagshäusern teilt sie ihr Wissen hier auf dem Blog in über 300 Artikeln zu den Themen Reisen, Wandern und Outdoor.

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