1. Mallorca: Die schönste Insel Europas vor dem Massentourismus

Mallorca im August – das kennt jeder. Aber Mallorca im April? Das ist eine andere ganz Insel. Die Temperaturen liegen am Tag bei angenehmen 18–23 Grad. Die Mandelblüte ist zwar schon vorbei, dafür blühen im April die unzähligen Orangen- und Zitronenbäume und erfüllen die Täler mit einem herrlichen Duft.
Die Strände gehören dir noch fast alleine und das Cap de Formentor, die spektakulärste Steilküste der Insel, wird noch nicht von Tausenden Tagestouristen überrannt. Prominente wie Grace Kelly, Audrey Hepburn und John Wayne lieben Mallorca – du verstehst warum, wenn du zum ersten Mal an den Klippen stehst. Im April ist es oft windig. Die Aussicht ist toll, aber du brauchst hier oben definitiv eine Windjacke!
Der April ist außerdem die perfekte Wanderzeit in der Serra de Tramuntana, dem UNESCO-Welterbe-Gebirge im Nordwesten der Insel. Du entgehst beim Wandern der größten Sommerhitze, die Vegetation ist satt grün nach dem Winter und der Blick vom Puig de Massanella, dem zweithöchsten Gipfel der Insel mit 1.365 Metern, reicht bis zum Meer. Wer die Schlucht des Torrent de Pareis nach Sa Calobra erwandern möchte, kann im April Glück oder Pech haben. Die Schlucht ist ab frühestens ab April begehbar, wenn das Wasser nicht zu hoch ist. Es kann aber durchaus sein, dass die Tour im April noch nicht machbar ist. Informiere dich vorab vor Ort über die Verhältnisse.
Und dann ist da noch die Nostalgiebahn von Palma nach Sóller. Wenn du mit dem historischen Tren de Sóller (von deutschen Urlaubern oft „Roter Blitz“ genannt – die Einheimischen nennen den Zug nicht so) durch das Goldene Tal fährst, hast du die blühende Landschaft fast für dich allein.
Tipp: Buche Mallorca im April lieber zeitig. Die spanische Mittelmeerinsel hat sich als Frühjahrsziel herumgesprochen. Aber es ist noch deutlich günstiger und ruhiger als im Hochsommer.
Für wen? Alle, die Mallorca wirklich kennenlernen wollen, jenseits vom Ballermann und jenseits der Hochsaison-Massen.
🌡 Wetter im April: ca. 18–23 Grad, sonnig mit gelegentlichen Schauern – ideal zum Wandern und Erkunden | ✈️ Flugzeit: ca. 2 Stunden ab Deutschland
Sehenswürdigkeiten auf Mallorca
2. Niederlande: Keukenhof & Königstag in Lisse

Du stehst mitten in einem Meer aus Millionen von Tulpen, so weit das Auge reicht. Orangerot, leuchtendes Gelb, tiefes Violett. Das ist kein Instagram-Filter, das ist der Keukenhof im April.
Der Keukenhof bei Lisse ist von Mitte März bis Mitte Mai geöffnet und gilt als einer der schönsten Blumengärten der Welt. Über 7 Millionen Blumenzwiebeln blühen hier auf rund 32 Hektar. Übrigens gibt es jedes Jahr ein spezielles Motto, nach dem bestimmte Gartenbereiche und Blumenshows gestaltet werden. Außerdem gibt es rund um den Keukenhof schier unendlich lange Tulpenfelder, die Touristen aus alles Welt anziehen, auf der Jagd nach dem perfekten Instagram-Bild.
Im April ist die Blüte auf ihrem absoluten Höhepunkt und am 27. April feiert das Land zu Ehren des Königs Willem-Alexander den Königstag (Koningsdag). Dann verwandeln sich die Niederlande in ein orangefarbenes Volksfest: Straßenmärkte, Konzerte, Bootsparaden auf den Grachten. Amsterdam ist an diesem Tag ein einziges großes Open-Air-Festival. Beachte, dass der Königstag auf den Samstag vorgeschoben wird, wenn der 27. April ein Sonntag ist.
Tipp: Plane deinen Besuch an einem Werktag. An den Wochenenden ist es im und rund um den Keukenhof besonders bei schönem Wetter rappelvoll. Ganz gemütlich erreichst du dein Ziel mit dem Express-Bus, dem Keukenhof Express (Bus), der unter anderem ab Amsterdam RAI, dem Flughafen Schiphol oder Haarlem fährt. Und buche die Tickets unbedingt online im Voraus. Vor Ort gibt es keine Tageskasse.
Dieses Reiseziel ist perfekt für Paare, Fotografen und alle, die einmal im Leben einen Farbrausch erleben wollen, der jeden Instagram-Filter alt aussehen lässt.
🌡 Wetter im April: ca. 10–14 Grad; wechselhaft, aber oft sonnig | 📸 Beste Fotozeit: morgens zwischen 8 und 10 Uhr, wenn das Licht weich ist
3. Toskana: Dolce Vita zwischen Raps, Mohn und Zypressen

Es gibt einen Moment in der Toskana, der garantiert immer im Gedächtnis bleibt: Du fährst eine kurvige Landstraße entlang, rechts und links siehst du grüne Hügel, der Raps und Mohn leuchten gelb und rot zwischen dem Grün, und in der Ferne thront eine Zypressenallee vor einem alten Agriturismo. Im April ist die Toskana ein Traum für jeden Fotografen.
Der April ist eine der schönsten Zeiten für deine Reise in die Toskana. Die Hügel sind so grün wie zu keiner anderen Jahreszeit, in Florenz geht es vor den Uffizien noch gelassen zu und die Preise für die Agriturismi sind verhältnismäßig moderat. Wenn du Ostern reist, solltest du in Florenz den „Scoppio del Carro“ nicht verpassen – eine spektakuläre Tradition am Ostersonntag.
Wer zu Ostern reist, erlebt Dorffeste und Märkte, die den Frühling mit lokalen Spezialitäten zelebrieren. Nicht nur im April eignet sich die Toskana außerdem hervorragend für einen Roadtrip: Von Florenz über Siena und San Gimignano bis ins Val d’Orcia, das fotografische Highlight der Toskana. Im Hochsommer sind die Hügel oft schon braun gebrannt. Plane mindestens 5 Tage ein, um die Strecke zu genießen.
Geheimtipp: Die kleinen Dörfer rund um Pienza und Montalcino sind im April noch relativ leer. Perfekt also für Erlebnisse und Fotos, die du so im Juli oder August nicht mehr hast.
Für wen? Genussreisende, Fotografen, Weinliebhaber und alle, die Italiens Seele abseits der großen Städte suchen.
🌡 Wetter im April: ca. 13–20 Grad, gelegentliche Schauer | 🚗 Roadtrip-Tipp: Mietwagen ab Florenz oder Pisa – One-Way möglich
Sehenswürdigkeiten in der Toskana
4. Malta & Gozo: Ostertraditionen, Geschichte & Sonne im Mittelmeer

Ostern in Malta ist ein Erlebnis. Es gibt wohl keinen Ort in Europa, wo die Karwoche so intensiv, so laut und so ehrfürchtig zelebriert wird wie in den maltesischen Dörfern.
Die Karfreitagsprozessionen, besonders in Valletta, Rabat und Żebbuġ, blicken auf eine jahrhundertealte Tradition. Lebensgroße Statuen werden durch enge Gassen getragen, Trommeln schlagen im langsamen Rhythmus, Kerzen flackern im Abendlicht. Dazu angenehme Temperaturen von rund 20 Grad, viel Sonne und das türkisblaue Mittelmeer direkt vor der Haustür. Das ist kein Osterurlaub – das ist ein Erlebnis.
Malta ist winzig klein, aber ein kulturelles Highlight: Die Festungsstadt Valletta (UNESCO-Welterbe), die bekannten Filmkulissen von Game of Thrones wie das mächtige Stadttor von Mdina, das mystische unterirdische Hypogäum und die Megalith-Tempel von Ġgantija – Bauwerke, die älter sind als die Pyramiden von Gizeh! – sind alle bequem an einem verlängerten Wochenende zu erreichen. Tipp: Für das Hypogäum musst du Tickets Monate im Voraus reservieren.
Wer mindestens einen Tag länger bleibt, nimmt die Fähre nach Gozo. Auf Maltas kleiner Schwesterinsel geht es im April ausgesprochen ruhig zu. Dich erwartet eine der schönsten Tagestour-Destinationen im Mittelmeer. Es lohnt sich aber durchaus, einige Tage auf Gozo zu verbringen – besonders dann, wenn du ein ruhiges Plätzchen suchst.
Für wen? Kulturreisende, Geschichtsinteressierte, Osterurlauber und alle, die in 2,5 Stunden Flugzeit ein schönes Mittelmeer-Erlebnis suchen.
🌡 Wetter im April: ca. 18–22 Grad, meist sonnig | ✈️ Flugzeit: ca. 2,5 Stunden ab Deutschland
5. Kreta: Wandern, Wildblumen & die Samaria-Schlucht

Kreta ist ein echter April-Geheimtipp. Zu dieser Jahreszeit erwartet dich die Insel in ihrer schönsten Form, bevor der Massentourismus in den Sommermonaten einsetzt.
Im April ist die Samaria-Schlucht, eine der längsten und spektakulärsten Schluchten Europas, in der Regel noch geschlossen. Aber es gibt Alternativen zu einem der größten Outdoor-Abenteuer auf Kreta: Die Imbros-Schlucht wird als die kleine Schwester der Samaria-Schlucht bezeichnet und ist im April bereits zugänglich. Schwierigere Stellen können stets auf dem gut ausgebauten Weg umgangen werden. Hier muss niemand kraxeln. Die Tour durch die Imbros-Schlucht ist absolut familienfreundlich – zumindest, wenn die Kinder schon etwas größer sind und Spaß am Wandern haben.
Überall auf der Insel blühen im April Wildblumen, die Bergdörfer im Hinterland wie Archanes oder Zaros sind noch komplett von Einheimischen bevölkert und ein Teller frischer Dakos beim alten Wirt in der Taverne kostet noch 4 Euro.
Wer nicht nur wandern, sondern auch die ersten Sonnenstrahlen am Wasser genießen will: Der Strand von Falassarna im Westen der Insel ist im April noch fast menschenleer und gehört zu den schönsten Stränden des gesamten Mittelmeers. Mit einer Wassertemperatur von nur 16 bis 18 Grad ist der Sprung ins Wasser aber tatsächlich nur etwas für Hartgesottene.
Für wen? Aktive Wanderer, Naturliebhaber und alle, die Griechenland abseits der Instagram-Spots entdecken wollen – bevor alle anderen kommen.
🌡 Wetter im April: ca. 17–22 Grad, sonnig | 🥾 Wandertipp: Samaria-Schlucht (14 km, ca. 6 Stunden) – Startpunkt Xyloskalo
6. Schweiz: Berner Oberland – Wenn die Wasserfälle erwachen

Eiger. Mönch. Jungfrau. Drei Namen, die allein schon Fernweh machen. Das Berner Oberland im April ist kein klassisches Frühjahrs-Reiseziel – es ist etwas viel Besseres. Es ist der Moment, in dem der Winter langsam loslässt, die Schneeschmelze beginnt und die Wasserfälle mit einer Kraft donnern, die dir den Atem verschlägt.
Fahr nach Lauterbrunnen. Stell dich auf den Dorfplatz. Schau nach oben. Über 70 Wasserfälle stürzen von den senkrechten Felswänden des Tals – und im April, wenn der Schnee zu schmelzen beginnt, sind sie auf ihrem absoluten Höhepunkt. Der Staubbachfall fällt über 297 Meter frei in die Tiefe, der Wasserstaub hängt wie Nebel in der Luft. Kein Wunder, dass Goethe hier war. Kein Wunder, dass J.R.R. Tolkien das Tal besuchte und seine Eindrücke aus den Berner Alpen später in die Naturbeschreibungen von „Herr der Ringe“ einfließen ließ. Du stehst buchstäblich in einer Welt, die Legenden inspiriert hat.
Ein Muss im April sind auch die Trümmelbachfälle – zehn unterirdische Wasserfälle tief im Berginneren, die die Gletscher von Eiger, Mönch und Jungfrau-Nordwand entwässern. Sie öffnen in der Regel Anfang/Mitte April und sind seit 1913 öffentlich zugänglich. Das Donnern des Wassers in den Felskorridoren ist unbeschreiblich. Pack unbedingt eine Regenjacke ein.
Und wenn du höher hinaus willst: Das Jungfraujoch auf 3.454 Metern – der höchste Bahnhof Europas – ist auch im April mit der Zahnradbahn erreichbar und bietet ein atemberaubendes Panorama über den Aletschgletscher. Beachte, dass auf dieser Höhe im April noch tiefster Winter herrscht. Die Temperaturen liegen weit unter Null!
Bevor du vor Ort einen Schock bekommst, sage ich es lieber gleich: Die Preise sind, typisch für die Schweiz, gesalzen. Die Fahrt mit der Jungfraubahn aufs Jungfraujoch kostet mindestens 211 Franken (umgerechnet etwa 230 Euro). Tipp: Wer Zeit sparen will, nutzt ab Grindelwald den modernen Eiger Express. Die Gondel bringt dich in nur 15 Minuten zur Station Eigergletscher (2.320 Meter), mit Logenplatz-Blick auf die berühmte Nordwand. Hier kannst du in die Jungfraubahn umsteigen und zum Jungfraujoch fahren.
Tipp: Nutze Lauterbrunnen oder Grindelwald als Basis. Von dort aus erreichst du Jungfraujoch, Trümmelbachfälle und die schönsten Wanderwege des Tals bequem ohne Auto – die Schweizer Bahn macht’s möglich.
Für wen? Naturliebhaber, Wanderfans und alle, die einmal in einer Landschaft stehen wollen, die so surreal schön ist, dass sie Tolkien zu Mittelerde inspiriert hat.
🌡 Wetter im April: ca. 8–15 Grad im Tal, Schnee auf den Gipfeln | 🚂 Anreise-Tipp: Mit dem Zug von München oder Stuttgart in ca. 5–6 Stunden nach Interlaken
7. Mostar: Bosniens Balkan-Perle zur besten Reisezeit

Mostar ist einer der besten Reisetipps, die ich dir für den April geben kann. Freu dich auf die Stari Most – die berühmte alte Brücke aus dem 16. Jahrhundert. Darunter rauscht die smaragdgrüne Neretva, flankiert von osmanischen Minaretten und bunten Basarständen. Die Gassen der Altstadt sind im April noch relativ ruhig, die Kaffeehäuser am Flussufer gerade erst aus dem Winterschlaf erwacht. Ein Mittagessen mit Blick auf die Brücke kostet nur einen Bruchteil davon, was du in anderen europäischen Städten bezahlst.
Mach unbedingt einen Ausflug zu den bis zu 28 Meter hohen Kravice-Wasserfällen, rund 40 Kilometer südlich von Mostar. Das ist Bosniens kleiner Plitvice – ein hufeisenförmiger Wasserfall mit 120 Metern Durchmesser, der in einen türkisblauen Naturpool stürzt, im April noch ohne Menschenmassen und mit vollem Wasserstand nach dem Winterregen. Aber Achtung: Zum Baden ist es im April noch viel zu kalt – das Wasser kommt direkt aus dem Karst.
Ein weiteres Highlight rund um Mostar ist die Karstquelle Vrelo Bune am Fuße einer imposanten Felswand. In dieser spektakulären Kulisse schmiegt sich ein Derwisch-Kloster direkt an den Fels. Das Kloster wurde im 16. Jahrhundert gegründet und im 18. Jahrhundert in seiner heutigen Form vollendet.
Auch das osmanische Städtchen Počitelj auf dem Weg dorthin ist einen Stopp wert. Dich erwarten mittelalterliche Festungsmauern, Weinberge und alles, nur kein Massentourismus. Dafür kannst du getrockneten Feigen, Honig, Walnüsse oder dem berühmten Herzegowina-Wein (Žilavka) von Einheimischen am Wegesrand kaufen.
Anreise-Tipp: Mostar ist bequem per Bus oder Mietwagen von Dubrovnik (ca. 2,5 Stunden) oder Split (ca. 3 Stunden) erreichbar – ideal für eine Kombireise an der Adriaküste. Wichtig: Da du die EU verlässt, halte an der Grenze deinen Personalausweis oder Reisepass bereit.
Für wen? Entdecker, Budgetreisende und alle, die das echte Europa suchen – abseits der ausgetretenen Pfade und bekannter Städte in Europa.
💶 Budget: sehr günstig – gutes Abendessen mit Wein ca. 10–15 € pro Person | 🌡 Wetter im April: ca. 14–20 Grad, frühlingshaft
8. Madeira: Blütenrausch, Levada-Wanderungen & ewiger Frühling

Madeira nennt sich selbst die „Blumeninsel“ – und im April versteht man warum. Die Hortensien blühen zwar noch nicht, dafür tauchen die Jacarandas die Straßen von Funchal in ein sattes Lila und der „Stolz von Madeira“ (der Madeira-Natternkopf) leuchtet blau an den Hängen. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 20–24 Grad. Nicht zu heiß, nicht zu kalt. Einfach perfekt.
Der absolute Höhepunkt im April ist das Festa da Flor, das Blumenfest von Funchal. Einmal im Jahr, immer im April oder Anfang Mai, verwandelt sich die Hauptstadt in ein riesiges Blumenmeer. Umzüge, Blumenteppiche, Live-Musik auf den Plätzen – das ist kein aufgesetztes Touristenprogramm, das ist echter madeirischer Stolz. Prüf vor der Buchung aber das genaue Datum, das von Jahr zu Jahr variiert!
Die Levada-Wanderungen sind ein Muss für alle Aktiv-Urlauber. Die Levadas sind alte Bewässerungskanäle, die sich wie ein Netz durch die gesamte Insel ziehen – und an ihren Rändern führen traumhafte Wanderwege entlang.
Mein Tipp: die Wanderung zum Grünen Kessel Caldeirão Verde im Nordosten der Insel nahe Santana. Der Weg führt vom Startpunkt (Queimadas) durch Lorbeerwälder, an Wasserfällen vorbei und endet an einem spektakulären Kessel mit smaragdgrünem Bergsee. Sehr beliebt ist auch die Wanderung zu den 25 Quellen, die in einen natürlichen Pool münden. Im April steht die Vegetation nach dem immer milden Winter im schönsten Grün.
Was Madeira so besonders macht: Du kannst morgens in Funchal in einem Straßencafé sitzen, Bica trinken (eine portugiesische Espressovariation) und aufs Meer schauen – und nachmittags auf dem Pico do Arieiro auf 1.818 Metern Höhe im Nebel stehen und dich fragen, ob du noch auf derselben Insel bist. Für sehr erfahrene Wanderer ist die Tour vom Pico do Arieiro (zu erreichen mit dem Auto) zum Pico Ruivo, mit 1.862 Metern Madeiras höchster Berg, und zurück ein Highlight. Wichtig: In dieser Höhe kann es im April noch bitterkalt sein, während unten in Funchal T-Shirt-Wetter herrscht. Eine Jacke gehört unbedingt in den Rucksack!
Für wen? Naturbegeisterte, Wanderfreunde und alle, die Erholung suchen – mit dem Gefühl, ans Ende der Welt gereist zu sein, ohne den ganzen Tag im Flieger zu sitzen.
🌡 Wetter im April: ca. 20–24 Grad, mild und sonnig – im Landesinneren deutlich kühler | ✈️ Flugzeit: ca. 5 Stunden ab Frankfurt – ideal für eine Woche Urlaub
Sehenswürdigkeiten auf Madeira
9. Kappadokien: Wandern, Ballonfahren & Feentäler in der Türkei

Kappadokien ist zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Reiseziel. Aber im April stimmt einfach alles. Die Region ist bekannt für die Feenkamine (Peribacalar). So nennt man die erodierten Felsformationen, die im Mittelalter ausgehöhlt wurden, um Häuser, christliche Kirchen und ganze unterirdische Städte zu schaffen.
Die Temperaturen von rund 12 bis 18 Grad sind ideal zum Wandern durch das Rosental (Güllüdere Vadisi), das Schwerttal (Kılıçlar Vadisi) oder das Taubental (Güvercinlik Vadisi): drei der schönsten Schluchten der Region. Die Vegetation erwacht, überall sprießt zartes Grün zwischen den Tuffsteinformationen, und die Luft riecht nach Frühling und rotem Staub.
Wenn du eine konkrete Route suchst: Der Wanderweg vom Göreme Open Air Museum durch das Rosental und das Rote Tal (Kızılçukur), vorbei an der Höhlenkirche Haçlı Kilise (Kreuzkirche), nach Çavuşin – bekannt für seine alten Höhlenwohnungen – ist mit rund sieben Kilometern ideal für einen halben Tag und liefert unvergessliche Ausblicke.
Der Star des Aprils ist aber noch ein anderer: die Heißluftballonfahrten. Der Frühling gilt als eine der besten Jahreszeiten dafür. Die Luft ist klar, der Wind meist ruhig, und die Chancen auf perfekte Sichtbedingungen beim Aufstieg über Göreme sind so hoch wie selten. Buche die Ballonfahrt unbedingt Wochen im Voraus! Seriöse Anbieter wie Cappadocia Voyager Balloons oder Royal Balloon sind regelmäßig ausgebucht.
Der April ist tatsächlich eine gute Zeit. Aber er ist auch der Monat, in dem das Wetter schnell einmal „umspringt“. Es kommt vor, dass die Ballons wegen zu starker Winde ein bis zwei Tage am Boden bleiben müssen. Du solltest also mindestens drei Nächte einplanen. Wenn der Flug am ersten Tag wegen Wind ausfällt, hast du noch zwei Backup-Tage.
Tipp: Auch wenn es im April tagsüber recht mild ist, können die Nächte in dieser Höhenlage auf über 1.000 Metern sehr kalt (Temperaturen um den Gefrierpunkt) werden. Wenn du mit dem Ballon fahren willst, sind eine warme Jacke und Handschuhe für den frühen Morgen beim Ballonstart unverzichtbar.
Für wen? Abenteurer, Wanderbegeisterte und alle, die einmal von oben auf eine Mondlandschaft schauen wollen – kurz nach Sonnenaufgang, mit einem Glas Sekt in der Hand.
🌡 Wetter im April: ca. 12–18 Grad, sonnig mit leichtem Wind | 📸 Bestes Motiv: Ballon-Starts kurz nach Sonnenaufgang über Göreme
10. New York: Kirschblüte, Central Park & die Stadt von ihrer besten Seite

Im April zeigt sich New York von seiner besten Seite. Der Winter ist vorbei, die Terrassen öffnen, und der Central Park explodiert im Rosa der Kirschblüten. Mitten in Manhattan – das ist schlicht magisch.
Die Cherry Blossom Week rund um den 1915 eröffneten Japanese Hill-and-Pond Garden im Brooklyn Botanic Garden (zum Kirschblüten-Tracker) ist ein absoluter Pflichttermin. Hunderte von Kirschbäumen, Japanische Trommelmusik und Picknickdecken auf dem Rasen – kaum zu glauben, dass das New York ist. Dazu kommen moderate Temperaturen um die 12–17 Grad, ideal zum Stadtbummeln mit einem Jäckchen. Sichere dir dein Ticket für den Brooklyn Botanic Garden unbedingt vorab online. Die Tickets zur Kirschblüte sind schnell ausverkauft.
Es gibt in New York aber noch einige anders schöne Plätze, um die Kirschblüte zu genießen. Einer der Top-Spots ist der riesige Central Park und hier das Jacqueline Kennedy Onassis Reservoir, Great Lawn, Cherry Hill, Pilgrim Hill und Sheep Meadow.
Auch die Preise für Hotels und Flüge sind im April günstiger als im Hochsommer. Wenn du frühzeitig buchst, bekommst du Manhattan noch etwas erschwinglicher als vielleicht gedacht. Ein guter Richtwert: Rechne mit etwa 1.500 bis 2.000€ pro Person für eine Woche inklusive Flug und Hotel, wenn du rechtzeitig planst.
Tipp: Reserviere angesagte Restaurants wie das Le Bernardin, das Saga oder das Rezdôra (mehr Top-Restaurants in New York findest du bei Michelin) unbedingt exakt zum Buchungsstart (oft 30 Tage vorher), da die Tische binnen Minuten weg sind. New York schläft nie, aber im Frühling wacht es besonders hungrig auf. Hier findest du unsere Übersicht über die besten Food-Spots in New York.
Ach ja, geh früh morgens auf die Brooklyn Bridge und genieße den Blick auf die Skyline. Um 7 Uhr gehört die Brücke fast dir allein.
Für wen? Städtereisende, Erstbesucher und alle, die New York ohne Schweißausbruch und mit weniger Touristen als im Sommer erleben wollen.
🌡 Wetter im April: ca. 12–17 Grad, wechselhaft mit Regenschaunern | ✈️ Flugzeit: ca. 8–9 Stunden ab Frankfurt
Sehenswürdigkeiten in New York
11. Kalifornien: Highway 1 – Der legendäre Roadtrip von San Francisco nach Los Angeles

Von San Francisco nach Los Angeles. Die California State Route 1, besser bekannt als Highway 1. Einer der schönsten Roadtrips der Welt und im April ein absoluter Höhepunkt.
Warum April? Weil nach dem regenreichen Winter die Wasserfälle in Big Sur in voller Pracht stehen, die Hügel grün leuchten – im Sommer sind sie wegen der Hitze eher goldbraun – und auf der legendären Küstenstraße weniger los als im Juli oder August. Auch die McWay Falls – der Wasserfall fällt je nach Gezeiten direkt ins Meer oder auf den Strand – ist im April besonders schön. So ist Kalifornien im Frühling, mit einem ganz eigenen, rauen Charme.
Die Route im Detail: San Francisco → Half Moon Bay → Santa Cruz → Big Sur → San Simeon (Hearst Castle!) → Morro Bay → Santa Barbara → Los Angeles. Plane für die knapp 800 Kilometer mindestens 7–10 Tage ein. Mein Tipp für die Tagesaufteilung: Gönn dir zwei Nächte in Big Sur – eine reicht nicht. Die Gegend wird dich in ihren Bann ziehen. Übernachte im Pfeiffer Big Sur State Park Campground direkt bei den Redwoods, oder im legendären Post Ranch Inn* für das unvergessliche Luxus-Erlebnis mit Meerblick.
Ganz wichtig: Ich empfehle bewusst die Fahrtrichtung von San Francisco nach Los Angeles! Viele Reisende machen den Fehler und planen andersherum. Aber nur in dieser Richtung fährst du auf der aussichtsreichen Meerseite (Ocean Side) und kannst einfach an allen Aussichtspunkten anhalten.
Tipp: Miete das Auto in San Francisco und gib es in Los Angeles ab (One-Way). Die Autoverleiher verlangen dafür zwar einen Aufpreis (in der Regel 150 bis 300 Dollar). Dafür sparst du dir aber die Rückfahrt. Und prüfe vor der Abfahrt unbedingt die aktuelle Straßenlage auf der Caltrans-Website. Erdrutsche führen in der Big-Sur-Region leider regelmäßig zu monatelangen Teilsperrungen, die eine durchgehende Fahrt verhindern einen Umweg über das Landesinnere nötig machen.
Für wen? Freiheitsliebende, Naturbegeisterte und alle, die einmal mit offenem Fenster, chilliger Musik und dem Pazifik zur Rechten die Straße hinunterfahren wollen.
🌡 Wetter im April: ca. 13–20 Grad, meist sonnig | 🚗 Mietwagen-Tipp: In SF mieten, in LA abgeben – One-Way (gegen Aufpreis)
Sehenswürdigkeiten in Kalifornien
12. Vietnam: Hội An – Laternen, Maßanzüge & Magie am Thu Bon River

Mein nächstes Reiseziel ist Zentralvietnam und hier ganz speziell das bezaubernde Städtchen Hội An. Der April ist einer der besten Monate, um die Region zu besuchen, bevor es im Sommer zu heiß für einen angenehmen Urlaub wird. Im April erwarten dich viele sonnige Tage und Temperaturen von 23 bis 30 Grad, die Luftfeuchtigkeit ist vergleichsweise niedrig und Regen selten. Perfekt also, um die Altstadt und die Umgebung zu erkunden.
Die UNESCO-Welterbestätte ist eine der besterhaltenen alten Handelsstädte Südostasiens. Der historische Stadtkern mit seinen gelb getünchten Gebäuden, traditionellen Holzfassaden und unzähligen bunten Laternen versetzt dich in eine andere Zeit. Besonders magisch wird es nach Einbruch der Dunkelheit, wenn tausende Laternen die Stadt in ein mollig warmes Licht tauchen – und der April bringt dafür die perfekten lauen Abende mit sich. Die Gassen leuchten in Orange und Gold, auf dem Thu Bon River kreuzen Ruderboote mit Besuchern aus aller Welt.
In den Vollmondnächten findet außerdem das Laternenfest statt, bei dem die Altstadt ab Punkt 18 Uhr ausschließlich mit Laternen beleuchtet und der motorisierte Verkehr verbannt wird. Prüfe vor der Reisebuchung, ob der Vollmond in deine Reisezeit fällt. Es lohnt sich, deinen Urlaub danach zu planen.
Zu den weiteren Highlights gehören die berühmte Japanische Brücke, die alten Kaufmannshäuser und die traditionellen Versammlungshallen. Besorg dir das offizielle Altstadt-Ticket, um die Japanische Brücke und die Kaufmannshäuser auch von innen zu sehen.
Strandliebhaber finden an der Ostküste zwischen Đà Nẵng im Norden (hier liegt auch der internationale Flughafen) und Hội An das Paradies mit einem schier unendlich langen Sandstrand und Beach-Bars.
Für wen? Kulturreisende, Genussreisende, Fotografen und alle, die einmal in einer Stadt ankommen und einfach nicht mehr abreisen wollen.
🌡 Wetter im April: ca. 23–30 Grad, sonnig und trocken | ✈️ Flugzeit: ca. 15–17 Stunden ab Frankfurt, immer mit Zwischenstopp (meist Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt, Bangkok oder Singapur)
13. Südkorea: Kirschblüten-Finale in Jinhae

Wenn du Kirschblüten liebst, denkst du vielleicht zuerst an Japan. Verständlich. Aber Jinhae? Das ist eine andere Liga und kaum jemand weiß davon, zumindest bei uns. Oder hast du schon einmal davon gehört?
Das Jinhae Gunhangje Festival ist das größte Kirschblütenfest der Welt. Über 360.000 Kirschbäume verwandeln die südkoreanische Hafenstadt in ein rosafarbenes Traumland. Der Höhepunkt ist der berühmte Yeojwacheon-Bach mit seinen Stegen und der Yeojwacheon Romance Bridge. Die Ufer sind auf beiden Seiten von Kirschbäumen gesäumt – einfach nur wow! Ein beliebtes Fotomotiv ist auch die Gyeonghwa Station. Der stillgelegte Bahnhof mit 800 Meter langem Gleisstück und ausrangiertem Zug ist heute als Gyeonghwa Station Cherry Blossom Street bekannt. Aber sei auf einen extremen Besucheransturm vorbereitet.
Das Festival findet traditionell Ende März bis Anfang April statt, der genaue Einzug der Blüte ist wetterabhängig. Plane daher mehrere Tage Puffer ein! Ein zu früh oder zu spät gebuchter Flug kann den Unterschied zwischen rosa Blütenmeer und kahlen Ästen bedeuten.
Für wen? Absolute Pflicht für Fotografen, Naturliebhaber und alle, die Japan-Feeling suchen. Wer Südkorea noch nicht kennt, wird hier extrem überrascht.
🌡 Wetter im April: ca. 10–17 Grad, mild und frühlingshaft | ✈️ Flugzeit: ca. 11–12 Stunden ab Frankfurt nach Seoul oder Busan. Von Busan aus erreicht man Jinhae in ca. 45–60 Minuten mit dem Bus
Wann wohin verreisen? Die besten Reiseziele für jeden Monat
Häufige Fragen zu Reisezielen im April
Im April sind besonders Europa-Ziele mit Frühlingsflair ideal: die Niederlande zur Tulpenblüte, die Toskana, Mallorca, Malta, Kreta und Madeira bieten angenehme Temperaturen zwischen 15 und 25 °C ohne Hochsaison-Gedränge. Wer weiter reisen möchte, liegt mit Hội An in Vietnam, Kappadokien in der Türkei oder Kalifornien goldrichtig – überall ist April der ideale Zeitpunkt kurz vor der Sommerhitze. Die Wahl hängt letztlich vom Reisetyp ab: Kulturreisende, Strandliebhaber, Wanderer und Entdecker finden im April gleichermaßen perfekte Bedingungen.
Mit Kindern sind im April Mallorca, Kreta und Malta besonders empfehlenswert: Das Wetter ist angenehm warm ohne Extremhitze, die Strände sind ruhig und das Angebot an familienfreundlichen Unterkünften ist riesig. In Kappadokien begeistert eine Heißluftballonfahrt jede Altersgruppe. Wer Europa verlassen möchte: Hội An in Vietnam ist mit seiner sicheren Altstadt und dem überschaubaren Tempo erstaunlich familientauglich. Vermeide im April noch Ziele mit Ostertourismus-Hochbetrieb, wenn du Ruhe suchst oder plane gezielt um die Ostertage herum.
Zu den günstigsten Reisezielen im April zählen Bosnien (Mostar) sowie Vietnam, wo maßgeschneiderte Kleidung, Restaurants und Unterkünfte einen Bruchteil des Westpreises kosten. Auch Kappadokien ist im April noch keine Hochpreisregion. Innerhalb Europas ist Madeira eine erschwingliche Alternative zu den teuren Balearen-Hochsaisonpreisen – besonders als Kurztrip mit günstigen Direktflügen ab ca. 5 Stunden.
Das kommt auf das Ziel an. Kreta, Malta und Mallorca haben im April Wassertemperaturen von 17–19 °C – für Schwimmer, die nicht kälteempfindlich sind, absolut badetauglich. Wer es wärmer mag, ist mit Vietnam oder den Kanarischen Inseln besser bedient. Generell gilt: Der April ist in Südeuropa kein klassischer Bademonat, aber ein perfekter Monat zum Wandern, für Kultur und für Entdecker – und die Strände gehören einem praktisch alleine.
Für beliebte Ziele wie Mallorca, Kreta und Malta empfiehlt sich eine Buchung mindestens 3–4 Monate im Voraus, also spätestens im Januar. Bei Fernzielen wie Vietnam oder den USA sind 5–6 Monate Vorlauf sinnvoll, um günstige Flüge zu sichern. Für Highlights wie die Tulpenblüte in den Niederlanden oder das Blumenfest in Funchal lohnt es sich, das genaue Datum im Voraus zu recherchieren und die Reise gezielt danach auszurichten. Last-Minute funktioniert im April noch – aber nur außerhalb der Osterferien.
Absolut! Deutschland bietet im April spektakuläre Kirschblüten. Der Bodensee oder Bayern locken mit traumhaften Wandertouren und grünen Wiesen. Die Ostseeinsel Rügen ist im April noch ruhig und günstig. Wer abenteuerlich unterwegs sein möchte, findet in der Sächsischen Schweiz oder dem Schwarzwald wunderbare Frühlingswanderungen. Deutschland lohnt sich im April besonders als Kurztrip-Ziel – einfach ins Auto oder in den Zug und los.
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