Im Test: Manfrotto Element Traveller Reisestativ Carbon

Das Manfrotto Element Traveller im Test

Hält das Reisestativ, was es verspricht?

Ein gutes Stativ ist oft die Grundvoraussetzung für ein gelungenes Foto. Landschaftsfotografien bei Dämmerlicht ohne Stativ? Das kann man im Grunde vergessen. Zumindest, wenn das Foto wirklich eine beeindruckende Qualität haben soll. Oftmals liegen die Belichtungszeiten bei einer Sekunde und noch viel länger. Aus der Hand ist so etwas nicht mehr zu machen. Daher ist ein gutes Stativ in der Landschaftsfotografie unerlässlich. Wenn du dich schon ein wenig mit dem Thema Stativ auseinandergesetzt hast, wirst du sicher auch auf den Namen Manfrotto gestoßen sein. Die Firma aus Italien zählt zu den bekanntesten Stativ-Herstellern und ist für ihre hochwertige Qualität bekannt. Dafür kosten die Stative aus dem Hause Manfrotto auch ein bisschen was. Mit der Element-Reihe will Manfrotto nun auch preissensiblere Kunden ansprechen. Doch lohnt sich der Kauf der Element-Serie? Ich habe das Manfrotto Element Traveller in der Carbon-Ausführung auf Herz und Nieren getestet.

Über den Autor: Florian ist professioneller Landschaftsfotograf und veranstaltet Fotoreisen und Fotokurse. Seine Fotos waren schon in bekannten Magazinen zu sehen und wurden in großen Ausstellungen gezeigt. Einen Überblick über seine Arbeiten gibt es in der Online-Fotogalerie und auf Landschaftsfotografien.com. Außerdem ist er Autor mehrerer Bücher zum Thema Fotografie.

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Der erste Eindruck

Das Manfrotto Element macht im ersten Moment einen durchaus robusten Eindruck und auch die Verarbeitung ist wie gewohnt gut. Allerdings musste ich zwei Schrauben (mit dem mitgelieferten Werkzeug) nachziehen. Das Stativ wiegt mit dem mitgelieferten Kugelkopf 1,4 Kilo – ein guter Wert. Das Packmaß ist mit 42cm angemessen. Das Stativ passt ohne große Probleme in den Koffer oder in den Rucksack. Ideal also für Fotografen auf Reisen. Der mitgelieferte Kugelkopf ist für eine leichte DSLM ausgelegt. Für eine Vollformatkamera ist der mitgelieferte Stativkopf zu klein dimensioniert. Da ich auf Reisen immer auch mit der Vollformatkamera unterwegs bin, habe ich den Kugelkopf kurzerhand durch einen stabileren ersetzt. Zudem bietet der Manfrotto-Kugelkopf keine Friktionseinstellung. Damit kann man die Kugelgängigkeit (schwer oder leicht) einstellen. Gerade mit einer schweren Kamera ist das sehr wichtig. Warum? Mit einer Feststellschraube (Friktionseinstellung) knickt eine schwere Kamera nicht gleich weg, wenn der Kugelkopf gelöst wird.

Mit dem Manfrotto Element auf Reisen

Mit einer leichten DSLM (spiegellose Systemkamera) wie der  Sony Alpha 5000 hat das Manfrotto Element überhaupt kein Problem. Die Kamera steht felsenfest, selbst wenn die Stativbeine maximal ausgezogen sind. Das war aber eigentlich auch kein Wunder bei einem Carbon-Stativ. Selbst bei ausgefahrener Mittelsäule – die Arbeitshöhe erreicht damit 164 cm – ist das Stativ mit einer DSLM ausreichend stabil.

Viel spannender ist der Test mit der Vollformatkamera, die mit einem Weitwinkelobjektiv mehr als zwei Kilo auf die Waage bringt. Die Beine des untersten Stativsegments sind relativ dünn und dementsprechend nicht für große Kameras ausgelegt. Solange kein stärkerer Wind weht, schafft das Manfrotto Element aber auch diese Disziplin. Kritisch wird es indes mit einem Teleobjektiv. Jede noch so kleine Bewegung versaut die Aufnahme. Bei einer Vollformatkamera mit aufgesetztem Teleobjektiv kommt das Manfrotto Element also an seine Grenzen. Ausgelegt ist das Stativ zwar für Kameras bis acht Kilo, in der Realität sind solche Angaben aber mit Vorsicht zu genießen. Für Vollformatkameras mit einem Teleobjektiv ist das Stativ aber auch nicht gebaut. Das Stativ richtet sich klar an Fotografen mit einer leichten DSLM. Schön zu wissen ist es aber doch, dass selbst die schwere Vollformatkamera zumindest teilweise genutzt werden kann.

Manfrotto Element mit Nikon D810

Das Manfrotto Element trägt auch eine Nikon D810

Manfrotto Element auf Mallorca im Einsatz

Süßwasser ist nicht so das Problem. Salzwasser zerstört aber auf lange Sicht jedes Stativ

Strand von Sa Calobra

Ohne Stativ ist es kaum möglich, dieses Motiv genau so umzusetzen

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Sony Alpha 5000

Mit einer kleinen DSLM wie der Sony Alpha 5000 hat das Manfrotto Element überhaupt kein Problem

Das Manfrotto Element im harten Feldeinsatz

Salzwasser ist der Tod für jedes Stativ. Aber deswegen nicht am Meer fotografieren? Nein, natürlich kann man am Meer keine Rücksicht auf das Stativ nehmen. Das Stativ wurde also am Meer ordentlich malträtiert. Sand und Salzwasser setzen jedem Stativ zu. Bei entsprechender Pflege ist das Meerwassershooting aber gar nicht so schlimm. Heißt, spätestens am Abend muss das gesamte Stativ auseinander gebaut und mit viel Wasser gereinigt werden. Das Manfrotto Element macht es einem zum Glück recht einfach. Die Beine lassen sich schnell zerlegen und wieder zusammenschrauben. 15 bis 20 Minuten muss man aber schon rechnen, will man alles gründlich reinigen. Aber auch nach zwei Wochen Salzwassereinsatz – und gründlicher Pflege – hatte das Stativ keine Macken.

Manfrotto Element

Nach dem Meer in die Dusche. Wenn du lange Freude an deinem Stativ haben willst, musst du es täglich vom Salz reinigen

Die volle Punktzahl kann ich in dieser Disziplin trotzdem nicht vergeben. Das Salzwasser setzt nämlich den Schrauben zu. Manche der Schrauben zeigen nach dem Extrem-Einsatz am Meer ersten Rostansatz. Da würde ich mir doch eine andere Legierung wünschen, die auch Salzwasser besser Standhält. Die Drehverschlüsse arbeiten indes problemlos. Zwar hat sich trotz der täglichen Reinigung etwas Sand in den (geölten) Gewinden festgesetzt, das stört aber nicht weiter. Ob man bei einem Stativ eher zum Drehverschluss oder zum Klemmverschluss bevorzugt, ist reine Geschmackssache. Mit Drehverschlüsse benötigt man in der Regel etwas länger beim Auf- und Abbau – aber da geht es nur um Sekunden.

Das Manfrotto Element Carbon – kaufen oder nicht?

Für Besitzer einer DSLM ist das Manfrotto Element in der Carbon-Ausführung durchaus eine Überlegung wert. Das Stativ ist stabil und lässt sich sehr weit ausfahren (bis 164cm). Bei der maximalen Arbeitshöhe sollte allerdings kein starker Wind wehen. Ein schönes Extra ist die Möglichkeit, das Stativ als Einbeinstativ zu nutzen (dazu die Mittelsäule auf das Stativbein mit dem Kälteschutz installieren). Der Kälteschutz (Schaumstoff an einem der Beine) ist in kalten Regionen ein angenehmes Extra, das nicht jedes Stativ bietet. Die Beine lassen sich natürlich unabhängig voneinander auch im Anstellwinkel verändern. Mit rund 230 Euro liegt das Stativ eher im gehobenen Preissegment in dieser Klasse. Schade ist, dass der mitgelieferte Stativkopf keine Feststellschraube (Friktion) besitzt. Fotografen mit einer schweren DSLR dürften diesen vermissen. Übrigens: Es gibt auch eine günstigere Alu-Version dieses Stativs – aus Erfahrung rate ich aber prinzipiell immer zu Carbon.

Pro

  • Trotz der kompakten Maße sehr robust
  • Mit 1,4 Kilo auch für längere Wanderungen geeignet
  • Sehr gute Arbeitshöhe bis 164cm
  • Kälteschutz an einem Bein
  • Auch als Einbeinstativ nutzbar
  • Drei unabhängige Beinanstellwinkel
  • Arca-Swiss kompatible Schnellwechselplatte (Stativkopf)

Neutral

  • Mit einem Verkaufspreis von ca. 230 Euro eher im oberen Preissegment in dieser Klasse

Contra

  • Bei Lieferung waren nicht alle Schrauben festgezogen
  • Einige Schrauben setzten nach Salzwasserkontakt Rost an
  • Der mitgelieferte (auswechselbare) Kugelkopf besitzt keine Feststellschraube (Friktion) und ist daher nur für kleinere Kameras geeignet

 

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