Test: Wie wasserdicht ist das iPhone
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Wie wasserdicht ist das iPhone (XS, 11, 12, 13 & 14)?

Wie wasserdicht ist das iPhone? Laut Apple können die Luxus-Smartphones einiges einstecken. Die Kalifornier werben beim iPhone - je nach Modell - mit der Zertifizierung IP67 bzw. IP68.

Das iPhone XS und das iPhone 11 sollen bis zu 30 Minuten in einer Wassertiefe von zwei Metern schadlos überstehen. Das iPhone 11 Pro soll bis zu vier Meter für bis zu 30 Minuten unter Wasser aushalten. Beim iPhone 12 und 13 nennt Apple Werte sogar von sechs Metern für bis zu 30 Minuten. Das sollte doch reichen, um das Smartphone mit in den Pool zu nehmen, ohne sich Gedanken zu machen - oder?

Doch was ist dran am Werbeversprechen, das iPhone sei wasserdicht? Ich habe mein iPhone während eines Unterwassershootings getestet. Wie sich das Smartphone unter Wasser schlägt, liest du in meinem Testbericht.

Aktualisiert am 05.01.2023

 

So wasserdicht ist das iPhone

Eine Unterwasseraufnahme in der Therme mit dem iPhone XS aufgenommen
Eine Unterwasseraufnahme mit dem iPhone XS aufgenommen – doch hält das Smartphone das auch länger aus?

Test: Mit dem iPhone XS im Wasser

Als Fotograf teste ich gerne die Grenzen meiner Ausrüstung. Immer mit dem Wissen, dass die teure Technik durchaus Schaden nehmen kann. Das nehme ich in Kauf. Nicht gerne, aber ich muss wissen, was möglich ist und was nicht. Hin und wieder überschreite ich dabei leider auch Grenzen. So auch beim iPhone XS?

Das Smartphone soll immerhin 30 Minuten in einer Wassertiefe von bis zu zwei Metern überstehen. Fotos im Pool sollten also ohne die Angst gelingen, das sündhaft teure Smartphone könnte ins Wasser fallen und Schaden nehmen.

Schwimmer unter Wasser, aufgenommen mit dem iPhone XS
Für Aufnahmen unter Wasser ist die Smartphone-Kamera bestens geeignet. Du solltest aber besser eine Unterwasserhülle benutzen, wenn du keinen teuren Wasserschaden riskieren willst

Selbst Unterwasseraufnahmen scheinen möglich. Zum Tauchen oder Schnorcheln nimmt sicher niemand das Luxus-Smartphone her. Aber für lustige Fotos, schnell unter Wasser geschossen, sollte der Standard IP68 doch ausreichen.

Mit dem iPhone unter Wasser fotografieren

Darauf vertraute ich bei meinem Selbstversuch. Nachdem mich die Kamera des iPhone XS schon ziemlich begeistert (hier geht’s zu meinem iPhone-XS-Kameratest), musste das Smartphone den Unterwasser-Test überstehen.

Die Aufgabe: Zugegebenermaßen sehr spontane Unterwasseraufnahmen in einer Therme. Das Gerät wurde etwa 20 Mal untergetaucht, aber nie weiter als 30 bis 40 Zentimeter und nie länger als 30 Sekunden. Laut den Herstellerangaben dürfte das ja kein Problem für das iPhone XS sein. Zumindest nicht, wenn man Apples Angaben für bare Münze nimmt.

Unterwasseraufnahme mit dem iPhone in einer Therme
Lustig sind solche Pool-Bilder ja schon. Es gibt aber einiges zu beachten, wenn du mit dem iPhone unter Wasser fotografieren willst

Wie macht sich so ein Wasserschaden bemerkbar?

Umso überraschter war ich dann, dass das iPhone XS diesen Test leider nicht bestand. Nach dem Unterwassershooting war sichtbar Wasser ins Gerät eingedrungen. Zu erkennen an Kondenswasser in der Frontkamera.

Zudem haben die im iPhone verbauten Flüssigkeitssensoren ausgeschlagen (die färben sich bei Kontakt mit dem Wasser rot). Einer der Flüssigkeitssensoren sitzt im Fach der Simkarte. Softwareseitig machte sich der Wasserschaden bei meinem Gerät durch den Ausfall von Face-ID, Ruckeln und permanente Software-Abstürze bemerkbar.

Greift die Garantie bei einem Wasserschaden?

Apple wirbt zwar damit, dass Gerät sei wasserdicht (im Rahmen der angegebenen Grenzen). Wasserschäden sind von der Garantie aber ausdrücklich ausgeschlossen.

Das macht auch irgendwie Sinn. Schließlich kann das Gerät ja auch viel tiefer oder viel länger ins Wasser eingedrungen sein als erlaubt. Für den Nutzer, der meint, ein paar Unterwasseraufnahmen mit dem Gerät schießen zu könne, ist das aber natürlich sehr ärgerlich.

Reparaturen von Flüssigkeitsschäden an einem iPhone sind nicht durch die einjährige eingeschränkte Garantie von Apple abgedeckt. Wenn ein iPhone durch eine Flüssigkeit beschädigt wurde (zum Beispiel durch Kaffee oder Limonade), ist die Reparatur nicht durch die einjährige eingeschränkte Garantie von Apple abgedeckt. Das iPhone verfügt über einen eingebauten Flüssigkeitssensor (LCI), der anzeigt, ob das Gerät mit Wasser oder wasserhaltigen Flüssigkeiten in Verbindung gekommen ist.

Quelle: Apple

Was kostet ein Wasserschaden beim iPhone?

Ein Wasserschaden geht beim iPhone ziemlich ins Geld. Eine Reparatur ist bei Apple nicht möglich. Mir wurde für das iPhone XS mit Wasserschaden ein Tauschgerät für 600 Euro angeboten.

Glück, wenn du beim Kauf deines iPhones das Service-Paket AppleCare+ für 229 Euro abgeschlossen hast. In dem Preis sind innerhalb von 24 Monaten zwei Reparaturen bei unabsichtlicher Beschädigung abgedeckt, für die jeweils eine Servicegebühr von 29 Euro für Beschädigungen am Display oder 99 Euro für jeden anderen Schaden anfällt.

Ist das iPhone nun wasserdicht?

Laut der Zertifizierung ja – eben bis zu den angegebenen Werten. Laborwerte sind aber mit großer Vorsicht zu betrachten. Das ist wie bei den Verbrauchswerten bei Autos. Ähnlich ist es mit den Angaben bei der Wasserdichtigkeit.

Hinzu kommt, dass laut Apple im Laufe der Zeit die Wasserdichtigkeit nachlässt, etwa durch Erschütterungen und Stürze. Heißt: Im Grunde ist dein iPhone nur nagelneu aus der Fabrik wasserdicht nach der jeweilgen Zertifizierung (IP 67 oder IP68). Und das gilt für alle iPhones – egal ob iPhone XS, iPhone SE, iPhone XR, iPhone 11 oder iPhone 12 (Pro).

Mein Tipp: Halte das Smartphone besser von Wasser fern. Der verbaute Wasserschutz ist eher für den Notfall gedacht. Fällt das Gerät etwa einmal ins Waschbecken oder kurz in den Pool, wird sicher nichts passieren. Längere Unterwasser-Shootings solltest du mit dem iPhone ohne entsprechende Schutzhülle aber nicht machen.

Für Unterwasseraufnahmen ist das Smartphone definitiv nicht gebaut. Geht’s mit dem iPhone ins Wasser, solltest du immer ein Unterwassergehäuse nutzen. Ein gutes Unterwassergehäuse für das iPhone gibt’s bereits für unter zehn Euro.

Infinity-Pool mit Blick über die Stadt Retz
Pool-Shootings sind mit dem iPhone XS (und anderen Modellen mit Wasserschutz) kein Problem, solange das Gerät nicht länger unter Wasser ist

Kann man mit dem iPhone tauchen oder schnorcheln?

Definitiv nein! Um mit dem iPhone zu tauchen oder zu schnorcheln, rate ich dir dringend zu einer universellen Unterwasserhülle oder einem speziell für dein Smartphone passendes Unterwassergehäuse.

Kann man das iPhone mit unter die Dusche nehmen?

Wenn das Smartphone dem Wasserstrahl nicht direkt ausgesetzt ist, sollte das Gerät die Dusche schadlos überstehen. Aber bedenke: Die Apple-Garantie gilt nicht für Wasserschäden.

Was solltest du machen, wenn dein iPhone einen Wasserschaden hat

Ist Wasser in dein Smartphone eingedrungen, solltest du das Gerät sofort ausschalten und zum Apple-Store bringen und auf keinen Fall mehr aufladen. Frag am besten, ob ein Techniker das Gerät öffnen und das Wasser im Inneren entfernen kann. Wird das Gerät danach nicht neu verklebt, geht der Wasserschutz dabei aber vollkommen verloren. Mehr Infos dazu erhälst du im Apple-Store.

Wenn du viel Glück hast, erholt sich dein iPhone von dem Wasserbad im Laufe der Zeit mehr oder weniger. Lass das Handy einige Tage ausgeschaltet, öffne den Simkarten-Schacht (damit die restliche Feuchtigkeit leichter entweichen kann) und drück die Daumen, dass die Probleme verschwinden. So was es bei mir: Mein iPhone XS war eine Woche nach dem Wasserschaden tatsächlich wieder einsatzbereit – allerdings blieb die Face-ID defekt.

Hilft das alles nichts, musst du wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und viel Geld für das Tauschgerät auf den Tisch legen. Eine Alternative sind spezielle Anbieter, die sich auf die Reparatur von Wasserschäden bei Smartphones spezialisiert haben. Oftmals sind dabei sogar noch alle Daten auf dem Smartphone zu retten.

📸 Tipp: In unserem großen Online-Fotokurs lernst du in wenigen Wochen, wie du wirklich grandiose Fotos schießt. Hier findest du außerdem unseren großen iPhone-14-Pro-Kamera-Test.

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