Backup-Strategie: So sicherst du deine Fotos zuhause und auf Reisen
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Fotos sichern: die perfekte Backup-Strategie für deine Daten

Hast du schon einmal einen Datenverlust gehabt und alle Fotos der vergangenen Jahre waren weg? Wenn nicht: Glück gehabt! Wenn du deine Bilder nicht ordentlich sicherst, besteht die Gefahr, dass all deine Fotos, Videos und andere wichtige Daten für immer verloren gehen.

Denn: Sicherst du deine Daten bzw. Fotos nur auf deinem Laptop oder einem PC, besteht höchste Gefahr.

Eine Festplatte kann immer kaputt gehen. Mit etwas Glück und viel Geld kann ein Datenspezialist die verlorenen Daten zurückholen. Aber eine Garantie gibt es nicht.

Es ist das Horrorszenario für jede Fotografin und jeden Fotografen, wenn die Bilder der vergangenen Jahre für immer verloren gehen. Daher ist es wichtig, deine Fotos, Videos und Daten mehrfach zu sichern. Wir stellen dir hier die perfekte Backup-Strategie für deine Fotos und Videos vor.

Aktualisiert am 04.08.2022

Also, wie sicherst du deine Fotos am besten? Eine Möglichkeit ist natürlich, deine Bilder nicht nur auf dem Laptop oder PC, sondern zusätzlich auf einer externen Festplatte zu sichern. Das ist aber nicht nur die günstigste und einfachste Möglichkeit der Datensicherung, sondern mit Abstand auch die schlechteste. Wir selbst habe durch diese Nachlässigkeit schon schöne Bilder verloren und wissen leider, wovon wir sprechen.

Wir zeigen dir hier also die besten Möglichkeiten, deine Fotos zu sichern. Es gibt sicher noch andere Wege der Datensicherung, aber das ist seit Jahren unser gut funktionierender Workflow – für uns die perfekte Backup-Strategie

Datensicherung zuhause

1. Sicherung auf dem NAS

Zuhause bzw. im Büro sichern wir alle Bilder auf einem Network Attached Storage (NAS). Einfach gesagt ist das ein Speicherserver, der mit einem Computernetzwerk verbunden ist.

Bei unserem NAS (Synology DS918+ mit 8GB RAM; hier Preis checken*) können wir bis zu vier Festplatten einschieben.

Die Synology DS918+
Keine Angst mehr vor dem Datenverlust: Zur Sicherung unserer Fotos und Videos nutzen wir das NAS-System Synology DS918+. Zudem sichern wir alle Daten zusätzlich in der Cloud

Du solltest dein NAS mindestens im „RAID 1“-Modus (RAID steht für „Redundant Array of Independent Disks“) betreiben. Das heißt, alle Daten auf dem NAS werden doppelt gesichert. Geht eine der Festplatten kaputt, sind die Daten nicht verloren.

Im Falle einer defekten Festplatte können wir diese einfach ersetzen, die Daten bleiben erhalten. Der Nachteil von Raid 1 ist, dass dir nur die Hälfte der installierten Festplattenkapazität zur Verfügung steht. Außerdem kannst du das System nicht einfach so erweitern. Sind die Festplatten eines Tages voll, kannst du im „RAID 1“-Modus keine weiteren Festplatten zum System hinzufügen.

Willst du das NAS flexibel betreiben, solltest du ein „RAID 5“ (mindestens drei Festplatten) oder ein „RAID 6“ (mindestens vier Festplatten) einrichten.

Bei unserer Synology DS918+ nutzen wir übrigens den „Synology Hybrid Raid„-Modus (SHR), ein speziell von Synology entwickeltes System. Das SHR entspricht dem „RAID 1“, lässt sich aber ohne Probleme um weitere Festplatten vergrößern.

Wir nutzen für das NAS übrigens spezielle NAS-Festplatten, die laut Hersteller im Dauerbetrieb besonders haltbar sind (Seagate Ironwolf Pro). 

Verwendest du allerdings Festplatten aus der gleichen Charge, musst du bei einem Festplattenausfall womöglich schnell handeln und eventuell sogar alle Festplatten tauschen. Der Fehler, der an der ersten Festplatte zum Ausfall führte, könnte bald auch die andere(n) Festplatte(n) betreffen. 

Ein RAID 1-System kannst du übrigens auch ohne NAS am heimischen PC installieren (vorausgesetzt, du hast genug Festplattenschächte).

Tipp: Um das NAS vor plötzlichen Stromausfällen zu schützen, haben wir ein Eaton USV EL650USB installiert (es gibt aber noch viele andere Modelle). USV steht für „Unterbrechungsfreie Stromversorgung“. Im Falle eines Stromausfalls sorgt das USV dafür, dass das NAS weiterhin mit Strom versorgt wird. Kommt der Strom nicht innerhalb weniger Minuten zurück, fährt das NAS regulär runter. Damit wird ein Datenverlust und – noch wichtiger – ein möglicher Defekt der installierten Festplatten verhindert.

2. Backup aller Daten in der Cloud

Ein NAS mit einem Raid 1 ist allerdings keine vollwertige Datensicherung. Im schlimmsten Fall gehen zwei Festplatten zeitgleich kaputt, ein Computervirus befällt das System oder das NAS wird zerstört (Feuer, Wasser) oder bei einem Einbruch entwendet.

Für diesen Fall nutzen wir zur Datensicherung den Cloud-Backupservice von Synology (C2 Storage). Hier werden die Daten auf dem NAS regelmäßig in der Cloud gesichert. Im Bedarfsfall können alle Daten aus der Cloud wiederhergestellt werden. Je angefangenem Terrabyte sind bei Synology im Advanced-Tarif mit stündlicher Sicherung der NAS rund 70 Euro im Jahr fällig.  

Egal wie du deine Daten nun zusätzlich sicherst: Denk dabei immer an eine räumliche Trennung!

3. Zusätzliches Backup auf externen SSD-Festplatten

Neben NAS und Cloud sichern wir unsere Fotos und Videos zusätzlich auf externen SSD-Festplatten (Modell: Sandisk Extreme Portable SSD mit Schutzklasse IP55). Das ist natürlich immer mit etwas Aufwand verbunden, die Daten auf den externen SSD-Festplatten aktuell zu halten.

Zwei externe Festplatten vom Typ Sandisk Extreme Portable SSD
Die externen Festplatten vom Typ Sandisk Extreme Portable SSD eignen sich hervorragend zur Datensicherung

Der Vorteil der externen SSD-Festplatten ist, dass diese immer griffbereit sind und uns auch etwa auf Reisen begleiten. Wir bevorzugen externe SSD-Festplatten, weil diese anders als herkömmliche Festplatten keine beweglichen Teile besitzen, was sie deutlich haltbarer macht (in die pralle Solle solltest du sie aber nicht legen). Außerdem sind SSD-Festplatten klein und leicht.

Unsere Backup-Ausrüstung zuhause/ im Büro:

Datensicherung auf Reisen

Ein weiteres wichtiges Thema für Fotografinnen und Fotografen ist die Datensicherung der Fotos auf Reisen

1. Nutze eine Kamera mit zwei Kartenslots

Im Idealfall hast du zunächst eine Kamera mit zwei Kartenslots. Ist das der Fall, solltest du alle Fotos/ Videos gleichzeitig auf beiden Karten in beiden Slots sichern (wie das geht, steht in der Bedienungsanleitung deiner Kamera). 

Die zwei Kartenschächte der Sony Alpha 7 IV
Die zwei Kartenschächte der Sony Alpha 7 IV. Für Profis ist das ein Muss

Profikameras wie hier die Sony Alpha 7 IV sind mit zwei Kartenslots ausgestattet. Geht eine der Speicherkarten verloren oder kaputt, sind alle Daten auf der zweiten Speicherkarte gesichert. Du solltest darauf achten, ausreichend große Speicherkarten zu nutzen und immer genügend Speicherplatz zur Verfügung zu haben. Ist nämlich eine der Speicherkarten voll, kannst du keine Fotos/ Videos mehr speichern, auch wenn auf der anderen Karte noch Speicherplatz zur Verfügung steht.

2. Setze auf teure Speicherkarten

Zwei Kartenslots bieten allerdings nur teurere Profikameras an. Günstigere Kameras haben leider nur einen Kartenslot. Hier solltest du noch mehr darauf achten, Speicherkarten eines namhaften Herstellers zu kaufen und auf Billigangebote bei Ebay zu verzichten.

3. Nutze die Smartphone-Cloud

Fotografierst du (auch) mit dem Smartphone, solltest du die automatische Cloud-Sicherung aktivieren (bei großen Datenmengen ist eine WLAN-Verbindung hilfreich/ nötig). So werden deine Bilder auch in der Cloud gespeichert und sind nicht verloren, sollte dein Smartphone abhandenkommen oder kaputt gehen.

4. Datensicherung: Laptop, externe Festplatte oder Smartphone

Auf Reisen solltest du deine Bilder auf der Kamera täglich manuell entweder auf einem Laptop und/ oder einer externen SSD-Festplatte (auch dazu brauchst du leider das Laptop oder ein Tablet) sichern.

Eine andere Möglichkeit ist, die Bilder von der SD-Speicherkarte aus der Kamera regelmäßig auf dem Smartphone oder dem Tablet zu sichern. Das geht mit einem SD-Kartenleser fürs Smartphone sowohl bei Android-Phones als auch mit dem iPhone.

Voraussetzung ist natürlich, dass auf dem Smartphone/ Tablet genug freier Speicher zur Verfügung steht. Gerade die RAW-Dateien hochauflösender Vollformat-Kameras benötigen unglaublich viel Speicherplatz.

Ein SD-Kartenleser für das iPhone
So klein und handlich ist ein SD-Kartenleser für das iPhone

*Werbelink / Bilder von der Amazon Product Advertising API

5. Externe Festplatten mit SD-Kartenleser

Eine andere praktische, aber leider auch teure Möglichkeit sind tragbare externe Festplatten mit SD-Kartenleser. Mit diesen Geräten kannst du deine SD-Karten ohne Computer/ Laptop auf der Festplatte sichern.

Wenn dich diese Methode der Datensicherung interessiert, halte Ausschau nach folgenden Produkten (leider gibt es hier zum Teil seit langer Zeit massive Lieferprobleme):

6. Behalte die Fotos auf der Speicherkarte

Noch ein letzter wichtiger Tipp zum Thema Datensicherung: Bevor du die Bilder auf deinen Speicherkarten in der Kamera löschst, solltest du sie zuhause zunächst auf dein NAS-System und in die Cloud laden. Vorher gilt: Finger weg von den Daten auf der Speicherkarte.

Mit der hier vorgestellten Backup-Strategie sollte deinen Bildern, Videos und anderen wichtigen Daten nichts passieren.

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4 Kommentare

  • - Thomas

    Hi,

    guter Guide. Synology kannte ich noch nicht.

    Was denkst du von den Adobe Cloud Lösungen?
    Zwar teurer mit 10€ für 1TB aber synchronisiert auch Lightroom.

    Bin gerade am überlegen, ob ich das erweitern sollte.

    Grüße

    Thomas

    • - Florian

      Hi Thomas,

      für uns wäre 1 TB nicht ausreichend, wir haben schon alleine in der Apple Cloud für unsere Smartphone-Fotos und Videos 2 TB belegt .-)

      Die Adobe-Cloud kann ich leider nicht einschätzen, da wir diese überhaupt nicht nutzen, sorry.

      Wir sichern auf der Synology ja noch andere wichtige Daten, nicht nur Bilder und Videos.

      Viele Grüße
      Florian

  • - Alexander Baetz

    Sehr interessanter Artikel :-)!
    Ich beschäftige mich gerade mehr und mehr mit der Hochzeitsfotografie und habe meine Bilder bisher immer auf zwei externen Festplatten gespiegelt, was natürlich nicht unbedingt optimal ist.
    Hast du Erfahrungen, wie es funktioniert, wenn man eine NAS hat und diese Daten in die Cloud spiegeln will?
    Das klappt dann mit Lifedrive wahrscheinlich nicht oder?
    Viele Grüße und weiter so :-)
    Alex

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