Raw vs. JPG - welches Bildformat ist besser
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RAW vs. JPG: 3 Gründe, warum du im RAW-Format fotografieren solltest

RAW vs. JPG - welches Bildformat solltest du beim Fotografieren nutzen? Ich stelle dir hier alle Vor- und Nachteile vom RAW-Format und vom JPG-Format vor.

Eines vorweg: Willst du das bestmögliche Ergebnis, kommst du am RAW-Format nicht vorbei. Aber natürlich hat auch das JPG-Format seine Vorzüge und seine Berechtigung. Welche das sind, erkläre ich dir in diesem Artikel.

Aktualisiert am 03.03.2022

Was ist das RAW-Format

„Raw“ ist englisch und bedeutet übersetzt „roh“. Im RAW-Format speichert deine digitale Kamera alle Daten im Rohformat ohne kamerainterne Bearbeitung bzw. Veränderung, wie es beim stark komprimierten JPG-Format der Fall ist. Mit dem RAW-Format stehen dir alle Bildinformationen in voller Qualität zur Verfügung.

Die folgenden drei Fotos wurden im RAW-Format aufgenommen und anschließend mit Adobe Lightroom entwickelt. Gut zu erkennen sind die drei völlig unterschiedlichen Bildstile.

Ein Foto von einem Bergsee, entwickelt mit Adobe Lightroom
Ein Foto von einem Bergsee, entwickelt mit Adobe Lightroom
Ein Foto von einem Bergsee, entwickelt mit Adobe Lightroom

RAW vs. JPG: Vor- und Nachteile

Im direkten Vergleich mit dem JPG-Format besitzen RAW-Daten Unmengen an Informationen, die du bei der digitalen Entwicklung mit einem Bildbearbeitungsprogramm wie Adobe Lightroom nutzen kannst, während viele dieser Informationen im komprimierten JPG-Format verloren sind. Wenn du dir das Foto als einen Balken vorstellst, der von dunkel nach hell reicht, sind die Enden dieses Balkens beim JPG-Format links und rechts abgeschnitten. Speziell zu dunkle Bildbereiche lassen sich im RAW-Format in der Regel problemlos aufhellen.

Dieser Vorteil ist aber auch einer der größten Nachteile vom RAW-Format. Die Rohdaten verbrauchen aufgrund der immensen Bildinformationen nämlich deutlich mehr Speicherplatz als eine komprimierte JPG-Datei. Fotografierst du im RAW-Format, brauchst du für die Kamera Speicherkarten mit deutlich mehr Speicherplatz. Dasselbe gilt für die Festplatte deines Computers.

Zum Glück sind große Speicherkarten und Festplatten heute erschwinglich. Teuer wird es nur, wenn du sehr große Datenmengen in der Cloud speicherst (was du zum Schutz deiner Daten immer machen solltest). Hier verrate ich dir übrigens, wie du deine Fotos am besten sicherst.

Das spricht fürs RAW-Format

Das spricht fürs JPG-Format

RAW-Dateien müssen entwickelt werden

RAW-Dateien müssen immer „digital entwickelt“ werden. Das ist ein Nachteil, wenn du deine Fotos schnell an Freunde verschicken willst. Eine RAW-Datei ist ohne Entwicklung in einem Bildbearbeitungsprogramm nutzlos für dich. Du kannst sie nicht einfach wie eine bereits kameraintern entwickelte und komprimierte JPG-Datei per Messenger an Freunde schicken oder bei Instagram hochladen.

Die Vorteile des RAW-Formats überwiegen aber: Die Entwicklung der RAW-Dateien liegt ganz in deiner Hand – du kannst deine Bilder also genauso gestalten, wie es dir gefällt. Das ist in gewissem Maße auch mit JPG-Dateien möglich, die RAW-Datei gibt dir aber deutlich mehr Spielraum bei der Entwicklung.

Bei sehr großen RAW-Dateien, wie sie hochauflösende Digitalkameras schießen, ist allerdings ein leistungsfähiger Computer mit einer starken Grafikkarte und viel Arbeitsspeicher gefordert. Computer und Laptops, die nicht für Foto- und Videoarbeiten konzipiert sind, gehen schnell in die Knie und verweigern ihren Dienst (beziehungsweise sind so langsam, dass die Entwicklung keinen Spaß mehr macht).

Die Entwicklung der RAW-Dateien kostet natürlich Zeit. Außerdem benötigst du ausreichende Speicherkapazität (Speicherkarten und Speicher zuhause) und einen leistungsfähigen Computer. Das sind auch die Gründe, weshalb viele Hobbyfotografen nicht im RAW-Format fotografieren und lieber auf das JPG-Format setzen.

Tipp: Mit unseren Lightroom-Presets gelingt dir die Entwicklung deiner RAW-Dateien in wenigen Sekunden.

Mein Workflow

Hier stelle ich dir kurz meinen Workflow vor, RAW-Dateien zu entwickeln. Zunächst wähle ich die besten Fotos einer Serie aus – und nur diese entwickle ich. Zur Entwicklung meiner RAW-Dateien nutze ich Adobe Lightroom.

Wenn mir die Entwicklung gefällt, exportiere ich das Bild nach Adobe Photoshop. Hier schaue ich noch einmal in der 100-Prozent-Ansicht jeden Bereich des Fotos an, ob sich eventuell Staub- und Sensorflecken eingeschlichen haben. Das geht auch mit Lightroom – aber nur mit Photoshop in der 100-Prozent-Ansicht entdeckst du auch die kleinsten Unregelmäßigkeiten.

Im Set bekommst du Lightroom und Photoshop* günstiger (leider nur als Abo-Modell). Eine Alternative ist etwa Luminar*.

Darum solltest du im RAW-Format fotografieren

Wie bereits angesprochen beinhalten RAW-Dateien deutlich mehr Bildinformationen als JPG-Dateien. Fotos, die im RAW-Format gespeichert wurden auf den ersten Blick komplett falsch belichtet sind, kannst du in der Nachbearbeitung in der Regel ohne Probleme retten.

Mit Fotos im RAW-Format geht aber noch mehr, als nur Tiefen aufzuhellen oder Lichter zurückzuholen. Bei der Entwicklung deiner Rohdaten kannst du etwa den Weißabgleich ändern (ein extrem wichtiger Faktor bei der Bildwirkung), Kontraste anpassen oder auch einzelne Farben kräftiger machen. All das funktioniert mit JPG-Dateien nur eingeschränkt.

An einem konkreten Beispiel will ich dir den Unterschied zwischen dem RAW-Format und dem JPG-Format vor Augen führen. Das folgende Foto habe ich mit der Sony Alpha 7 III bewusst viel zu kurz belichtet (also unterbelichtet). Auf dem Kameradisplay wird das Foto quasi als Schwarzbild angezeigt.

Tipp für den PC: Am besten klickst du die Bilder einzeln an und vergleichst die Details in der vollen Ansicht.

Ein stark unterbelichtetes, fast schwarzes Foto
Das ist das Foto, wie es als JPG-Datei aus der Kamera kam („Out of Cam“)
Eine JPG-Datei, die maximal aufgehellt einen Wasserfall erahnen lässt
Das ist die JPG-Datei, maximal in Lightroom aufgehellt. Viele Bildinformationen sind komplett verloren gegangen, das Bildrauschen ist brutal
Eine RAW-Datei, die maximal aufgehellt einen Wasserfall gut erkennen lässt
Das ist die RAW-Datei, maximal in Lightroom aufgehellt. Hier sind noch recht viele Bildinformationen erhalten und auch das Bildrauschen hält sich in Grenzen

Tipp: Die meisten Kamerasensoren besitzen sehr große Reserven in den Tiefen. Oft lohnt es sich daher, bei schwierigen Lichtbedingungen etwas unterzubelichten und die Tiefen später quasi rauschfrei aufzuhellen. Merke dir: Dunkle Bildbereiche kannst du eher retten als überbelichtete, zu helle Bildbereiche.

Tipp: Nutze RAW und JPG immer gleichzeitig

Im RAW-Format aufgenommene Bilder bergen enorme Reserven und sind dem JPG-Format in dieser Disziplin weit überlegen. Trotzdem nehme ich meine Fotos immer im RAW-Format und zusätzlich im JPG-Format auf. Das gilt auch für meine Smartphone-Bilder. Bei schwierigen Lichtbedingungen setze ich auch beim Handy auf das RAW-Format.

Die JPG-Dateien, die ich in der kleinstmöglichen Auflösung auf der Kamera speichere, eignen sich hervorragend, um sie per Smartphone schnell an Freunde zu senden oder bei Instagram oder Facebook hochzuladen. Außerdem nutze ich die JPG-Dateien für die schnellere Ansicht auf dem Computer. In der kleinstmöglichen Bildqualität benötigen die JPG-Dateien auch nicht viel Speicherplatz.

Tipp: Natürlich lohnt es sich auch, JPG-Dateien nach der Aufnahme noch zu bearbeiten. In der Regel erzielst du mit ein paar wenigen Klicks ein deutlich besseres Resultat als das, was aus der Kamera kommt.

Verschiedene RAW-Dateiformate

Verschiedene Hersteller nutzen anderslautende Namen für ihre Rohdaten. Selbst innerhalb eines Herstellers gibt es mitunter verschiedene Dateiformate – gemeint ist aber immer dasselbe:

Fazit RAW versus JPG

RAW versus JPG: In Sachen Bildqualität geht nichts am RAW-Format vorbei. Wenn du mit einer sündhaft teuren Kamera unterwegs bist, solltest du die Vorteile auch nutzen. Und das geht nur mit dem RAW-Format. Für den schnellen Schnappschuss fürs Internet reicht aber natürlich das JPG-Format.

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