Alle Infos zur Wanderung auf dem Sentiero Azzurro im Nationalpark Cinque Terre
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Sentiero Azzurro (Cinque Terre): alle Infos zur Wanderung

Er ist einer der beliebtesten und bekanntesten Wanderwege in Italien: der Sentiero Azzurro. Der "Blaue Weg" mit stetigem Meerblick, der zu den schönsten Fischerdörfern an der ligurischen Küste in Italien führt: zu den Cinque Terre.

Wir wandern zu allen fünf Dörfern an einem Tag und zeigen dir ausführlich die Etappen zu den Orten Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore. Insgesamt sind wir über 18 Kilometer unterwegs und erleben traumhafte Ausblicke auf die schönsten Dörfer Italiens.

Aktualisiert am 23.05.2022

Alle Infos zum Wanderweg Sentiero Azzurro

Der Blick vom Sentiero Azzurro auf Vernazza
Der Sentiero Azzurro – hier mit Blick auf Vernazza – ist einer der bekanntesten Wanderwege Italiens

Der berühmte Wanderweg Sentiero Azzurro, der „Blaue Weg„, verbindet in vier Etappen die fünf Dörfer Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore – die fünf bekannten Dörfer der Cinque Terre.

Die vier Etappen des Sentiero Azzurro:

Die ersten beiden Etappen von Monterosso nach Vernazza und weiter nach Corniglia sind von April bis Oktober gebürenpflichtig.

Der Sentiero Azzurro im Nationalpark Cinque Terre verläuft relativ gemütlich in Ufernähe, lediglich die Etappe von Monterosso nach Vernazza und von Vernazza nach Corniglia weisen ein deutliches Höhenprofil auf.

Stand Mai 2022 sind nur die ersten beiden Etappen des Sentiero Azzurro von Monterosso nach Vernazza und nach Corniglia begehbar. Um Manarola und Riomaggiore zu Fuß zu erreichen, musst du auf den Höhenweg ausweichen. Die Etappen drei und vier (Via dell’Amore) sind wegen Bauarbeiten gesperrt. Die Wiedereröffnung des gesamten Sentiero Azzurro mit allen vier Etappen ist für Sommer 2024 geplant.

Die Cinque Terre Trekking Card kostet 7,50 Euro pro Tag oder 14,50 Euro für zwei Tage. Mit der Cinque Terre Trekking Card erhältst du Zutritt zu den Sentiero Azzurro-Etappen Monterosso – Vernazza und Vernazza – Corniglia.

Mit der Cinque Terre Card Treno kannst du die ersten beiden Etappen wandern und die Regionalzüge auf der Strecke Levanto – Cinque Terre – La Spezia unbegrenzt nutzen. Die Cinque Terre Card Treno kostet 18,20 Euro pro Tag, 33 Euro für zwei Tage und 47 Euro für drei Tage. Die Cinque Terre Card Treno muss vor der ersten Fahrt mit dem Zug entwertet (gestempelt) werden. Die Karten sind immer nur bis Mitternacht gültig (nicht 24 Stunden).

Welche Wanderausrüstung brauchst du für den Sentiero Azzurro? Die Etappen Corniglia – Manarola und Manarola – Riomaggiore verlaufen nach der Wiedereröffnung 2024 unschwierig an der Küste und sind zudem nicht besonders lang. Hier ist keine besondere Ausrüstung nötig. Für die Etappen Monterosso – Vernazza und Vernazza – Corniglia solltest du zumindest gute Wanderschuhe (die sind sogar offiziell vorgeschrieben), Sonnenschutz und ausreichend Wasser dabei haben. Das gilt ebenso für den schweißtreibenden Höhenweg.

Die Baustelle auf der Via dell'Amore
Die Via dell’Amore ist aktuell wegen Bauarbeiten gesperrt. Der Wanderweg wird voraussichtlich im Sommer 2024 wieder freigegeben

Die Wanderung zu den Cinque Terre an einem Tag – Sentiero Azzurro

Hier findest du einen ausführlichen Tourenbericht mit allen Infos und tollen Bildern zu dieser Wanderung auf dem Sentiero Azzurro an der ligurischen Küste in Italien. Die Etappen von Corniglia nach Manarola und weiter nach Riomaggiore mussten wir auf dem aussichtsreichen Höhenweg laufen. Wir erwandern alle fünf Dörfer, die Cinque Terre, an einem Tag. Viel Spaß mit unserer Wanderung.

Zusammenfassung

Tourdaten

Die Karte zur Cinque Terre-Wanderung

Du kannst dir den GPS-Track als GPX-Datei kostenlos herunterladen (blauer Pfeil rechts oberhalb der Karte)

Start der Wanderung auf dem „Blauen Weg“

Wir erleben den Sonnenaufgang in Monterosso al Mare. Es ist das nördlichsten Dorf der wunderschönen fünf – der Cinque Terre. Fünf Fischerdörfer liegen malerisch an der ligurischen Küste Italiens – und die zeigen wir dir nun in diesem Beitrag auf dem Wanderweg. Der Sentiero Azzurro verbindet die Orte miteinander.

Monterosso ist der einzige Ort der Cinque Terre, der einen echten Sandstrand hat. Nachmittags ist hier auch einiges los. Jetzt am Morgen sind hier nur wir und das Meer. 

Wir laufen am Morgen zum Sonnenaufgang los, denn dieser Wanderweg ist sehr begehrt – auch in der Nebensaison. Daher wollen wir so früh wie möglich unterwegs sein, damit wir die Landschaft noch ohne Trubel genießen können. 

Die meisten Wanderer kommen mit dem Zug an und laufen dann los. Wir haben in Monterosso unsere Unterkunft und starten direkt an der Uferpromenade im neuen Viertel Fegina. 

Ein großer Felsen trennt das neue Viertel Fegina von der Altstadt von Monterosso. Entweder läufst du durch den Tunnel, oder nimmst wie wir einen kleinen Umweg mit tollem Ausblick in Kauf. Dafür steigst du ein paar Treppen hinauf und erklimmst den Felsen. Wir kommen am Wachturm Aurora vorbei und gelangen zur Statue des Franz von Assisi. Über uns thront das Franziskanerkloster. 

Ein Abstecher in die Altstadt von Monterosso al Mare lohnt sich übrigens sehr. Schlendere noch ein wenig durch die Gassen und sauge das Flair auf, bevor die Wanderung richtig beginnt. Die Hauptattraktion in dem schönen Örtchen ist die auffällig gestreifte Kirche San Giovanni Battista aus dem 13. Jahrhundert. Auch im Inneren finden sich die typischen Streifen wieder. 

Der Wachturm Torre Aurora thront über dem Örtchen MonterossoDer Umweg zum Wachturm Torre Aurora lohnt sich
Der Blick zurück zum Wachturm Torre AuroraNun wandern wir ein Stück direkt am Strand entlang
Der Einstieg zum Wanderweg Sentiero AzzurroHier beginnt er nun offiziell, der Sentiero Azzurro. Wir folgen dem Pfeil in Richtung Vernazza

Etappe 1 von Monterosso nach Vernazza

Unterhalb eines Hotels führen Treppen nach unten. Hier beginnt die erste Etappe des Sentiero Azzurro nach Vernazza. Wir verweilen hier oben nochmal kurz und schauen zurück nach Monterosso.

Der Blick vom Sentiero Azzurro auf Monterosso
Das ist der Blick vom Sentiero Azzurro auf Monterosso

Danach laufen wir gemütlich am Meer entlang. Der Weg ist super ausgeschildert. Du kannst ihn nicht verfehlen. Wir kommen an das erste Kassenhäuschen. Hier wird das Ticket für die Wanderung kontrolliert bzw. du kannst es hier kaufen. So früh am Morgen ist noch niemand da – aber es gibt auf der Wanderung mehrere Kontrollstellen.

Ein Hinweisschild am Sentiero Azzurro, Wanderschuhe zu tragen
Wanderschuhe sind auf der Wanderung auf dem Sentiero Azzurro offiziell vorgeschrieben

Info: Das Tagesticket inkl. Zugfahrten kostet 18,20 Euro pro Person.

Jetzt führt uns der Sentiero Azzurro hinein in die steilen Weinhänge zwischen Monterosso und Vernazza. Auf engen Pfaden machen wir uns langsam an den aufstieg hinein in die Steilhänge. Dank des milden Mikroklimas reift hier hervorragender trockener Weißwein. Die Ernte im Steilhang ist beschwerlich. Doch der Wein ist so gut, dass er bereits in der Antike gerne getrunken wurde. Das weiß man von Weinbehältnissen, die man  bei Ausgrabungen in Pompeji entdeckt hat.

Der Weg führt steil bergauf. Zum Wein gesellen sich nun auch Zitronenbäumchen. Die Luft ist angenehm frisch, wir sind nach wie vor alleine unterwegs und genießen die Landschaft sehr.

Wir laufen über malerische Steinbrücken, vorbei an Wasserläufen. Und immer wieder haben wir den Blick zurück auf den Ort Monterosso. Das ist das schöne auf der gesamten Tour: du wirst immer wieder einen der schönen fünf Orte vor oder hinter dir sehen. Langsam wird es fast ein wenig Dschungel artig und dann taucht auf einmal schon Vernazza vor uns auf. Wir können nur erahnen, welch schöner Ort auf uns zukommt. 

Eine steile Treppe auf dem Wanderweg des Sentiero AzzurroDer Wanderweg führt nun steil nach oben. Jetzt wird klar, warum festes Schuhwerk Vorschrift ist
Der Blick vom Sentiero Azzurro auf das Meer und auf MonterossoWir gewinnen schnell an Höhe und genießen diesen tollen Ausblick auf Monterosso
Ein Tiefblick auf die Steilküste der Cinque TerreDer Wanderweg eröffnet herrliche Tiefblicke

Der Ausblick, der sich uns eröffnet, ist sehr toll. Von einem Felsvorsprung aus betrachten wir den wunderschönen Ort Vernazza. Nachdem wir zuvor hinaufgestiegen sind, müssen wir jetzt wieder hinunter in Richtung Ort. Vernazza spitzt jetzt immer mal wieder vor uns durch die Olivenzweige hindurch. Der Blick von oben auf Vernazza und den kleinen Hafen verzaubert uns.

Der Wanderweg Sentiero Azzurro verläuft an einer Wand entlang
Hier wandern wir weiter
Der Blick vom Sentiero Azzurro auf Vernazza
Hier spitzt schon Vernazza durch die Blätter

Übrigens laufen wir immer an Schienen vorbei. Damit werden bei der Weinernte die vollen Behälter mit Weintrauben transportiert. Hier oben begegnet uns auch eine Katze – sie begleitet einen Bauern. Das war so eine schöne Begegnung.

Jetzt geht es die Stufen hinunter in Richtung Vernazza. Langsam können wir verstehen, warum dieser Wanderweg so überlaufen und berühmt ist – diesen einzigartigen Blick auf die Dörfer hast du nur vom Wanderweg aus. 

Je weiter wir nach unten gelangen, desto schöner wird der Blick, desto mehr verlieben wir uns in den Anblick von Vernazza. Die malerischen bunten Häuser, das türkise Wasser – wir sind hin und weg. Am Ende gelangen wir noch zu einem tollen Aussichtspunkt.

Der Blick vom Wanderweg Sentiero Azzurro auf Vernazza
Diesen tollen Blick auf Vernazza hast du kurz vor dem Ende der ersten Etappe

Und dann wartet schon jemand im Kassenhäuschen darauf, dass wir unsere Tageskarte für die Benutzung des Trails im Nationalpark Cinque Terre herzeigen. 

⭐ Empfehlenswerter Wanderführer

Folgenden Wanderführer können wir dir für deinen Wanderurlaub an der ligurischen Küste sehr ans Herz legen. Viel Spaß auf deiner Tour auf dem Sentiero Azzurro in Cinque Terre.

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Vernazza – das zweite Dorf der Cinque Terre

Unser Trail führt uns zunächst über Stufen hinunter, vorbei an bunten Hauswänden und wunderschön bepflanzten Blumenkübeln. Am Marktplatz, direkt am Meer gönnen wir uns ein Frühstück nach der ersten Etappe. Die Kircheturmglocken schlagen 10 Uhr.

Eine enge Gasse in Vernazza
Vernazza ist vielleicht das schönste Dorf der Cinque Terre – oder ist es Manarola? Wir sind uns da nicht ganz einig
Kaffee und Gebäck im Hafen von Vernazza
In Vernazza wird es Zeit für ein Frühstück

Malerisch – anders kann man Vernazza nicht beschreiben. Und irgendwie ist uns dieser beschauliche Morgen ganz besonders im Herzen geblieben, denn für uns ist Vernazza das schönste der fünf Dörfer. Oder doch nicht? Wir können uns noch nicht entscheiden.

Boote im Hafen von Vernazza
Der Hafen von Vernazza ist definitiv ein Highlight auf der Wanderung auf dem Sentiero Azzurro

Vom Hafen in Vernazza aus blicken wir wieder zurück nach Monterosso. In Vernazza ist heute Markttag. Wäsche baumelt zum Trocknen im Wind in der Morgensonne. Alles ist so friedlich. Wir steigen noch hinauf zur Burg. Von der ist allerdings nur noch der große runde Turm übrig, der das Stadtbild prägt. Doch der Blick von hier oben auf den Ort ist auch nochmal schön. 

Extra-Tipp: Übrigens kannst du alle fünf Dörfer auch mit einem kleinen Passagierboot anfahren – dann hast du nochmal einen ganz anderen Blick auf Cinque Terre. Die Fahrt kostet 30 Euro (15 Euro für Kinder) für Cinque Terre. Eine Richtung kostet 23 Euro (15 Euro für Kinder).

Etappe 2 von Vernazza nach Corniglia

Der Wegweiser bringt uns nun auf die zweite Etappe des Sentiero Azzurro – nach Corniglia. Und wieder erwarten uns einige Treppenstufen. Je höher wir kommen, desto schöner wird der Blick zurück auf Vernazza. Auch hier ist alles wieder super ausgeschildert. Je höher wir kommen, desto mehr Weinterassen bauen sich vor uns auf. Wein – so weit das Auge reicht.

Schließlich bietet sich uns eine einmalige Perspektive auf Vernazza von der anderen Seite mit Blick auf den Burgturm und den Ort. Erneut kommen wir an einem Kassenhäuschen vorbei, zweigen unser Tagesticket und dann geht es weiter die Stufen hinauf. 

Der Blick vom Sentiero Azzurro auf Vernazza mit der Burg
Wir lassen Vernazza hinter uns und genießen diesen tollen Blick auf den Ort mit der Burg, die du auch besuchen kannst (die aber ehrlich gesagt nicht sonderlich spektakulär ist)

Der Sentiero Azurro enttäuscht uns keineswegs – der Blick aufs blaue Meer ist immer gegeben. Langsam wird es richtig warm, die Sonne scheint und wir arbeiten uns weiter die unzähligen Treppenstufen hinauf. Der Ausblick sorgt aber so für Ablenkung, dass wir die Steigung gar nicht merken. Vorbei geht es durch blühende Obstbäume.

Auf dem Meer unter uns fahren die Boote von Ort zu Ort. Langsam läuft die Touristen-Maschinerie am Morgen an. Wir erreichen jetzt den kleinen Ort Prevo. Hier befindet sich eine kleine Bar, die wohl den größten Orangensaft Umsatz in ganz Cinque Terre macht. Natürlich holen wir uns einen frisch gepressten Orangensaft und setzen uns auf die kleine Terrasse in dem Ort mit herrlichem Ausblick aufs Meer. 

Treppenstufen auf dem Sentiero AzzurroDie ersten zwei Etappen des Sentiero Azzurro erfordern schon etwas Kondition
Eine Bar im kleinen Ort PrevoEin weiteres Highight auf dem Sentiero Azzurro ist das Örtchen Prevo. Ein Glas frischer Orangensaft ist ein Muss!
Ein Glas Orangensaft mit Blick aufs MeerBei diesem schönen Ausblick schmeckt der Orangensaft noch besser

Mit dem Saft in der Hand schauen wir bereits auf Corniglia – den dritten Ort der Cinque Terre. Corniglia ist der einzige Ort ohne Hafen und Meerzugang. Das Dorf liegt auf einem Plateau. Wir steuern nach unserer Erfrischung direkt auf Corniglia zu. Immer wieder haben wir einen guten Blick direkt darauf. Der Pfad führt wieder über Steinbrücken und bietet tolle Ausblicke auf die Küste.

Der Blick vom Wanderweg Sentiero Azzurro auf Corniglia
Dieser schöne Blick auf Corniglia eröffnet sich vom Wanderweg

Und dann liegen plötzlich die bunten Häuser schon zum greifen nah vor uns. Aber ein kleines Stück ist es schon noch, bis wir in den Ort kommen. Zur Mittagszeit wird es voll auf dem Trail. Die Touristen laufen den Weg in beide Richtungen. Der nächste Checkpoint für die Tickets wartet auch schon. Wir folgen weiter der Beschilderung in den Ort hinein und dann sind wir in Corniglia angekommen. Bis hierher waren wir jetzt knapp 10 Kilometer unterwegs. 

Corniglia – der dritte Ort der Cinque Terre

Bunte Häuser, die sich aneinanderreihen. Wäsche baumelt im Wind und die Kirche steht im Zentrum. Zur Mittagszeit füllen sich die Gassen – hier ist jetzt einiges los. Wir lassen uns wieder treiben. Wir laufen vorbei an malerischen Türen, an bunten Blumenkübeln und schlendern durch die verwinkelten Gassen. Eine rote Katze sitzt vor einer grünen Tür.

Eine Bar in der Altstadt von CornigliaAm Ende der zweiten Etappe des Sentiero Azzurro machen viele Wanderer Rast
Eine enge Gasse in CornigliaDie Altstadt von Corniglia ist äußerst sehenswert
Frische Zitrusfrüchte in einem Laden in CornigliaNatürlich hat Corniglia einige Läden, Bars und Restaurants zu bieten

Wir schauen uns noch ein wenig Corniglia an und gönnen uns dann das angeblich beste Eis der Cinque Terre bei Alberto Gelateria

Schließlich gelangen wir zu einem schönen Aussichtspunkt. Von hier sehen wir bereits Ort Nummer vier der Cinque Terre: Manarola

Der Blick von Corniglia auf Manarola
Das ist der Blick von Corniglia auf Manarola. Direkt unten an der Küste verläuft der Sentiero Azzurro – wir müssen hier aber auf den Höhenweg ausweichen und wieder aufsteigen

Etappe 3 – Höhenweg von Corniglia nach Manarola

Die letzten beiden Etappen des Sentiero Azurro sind schon längere Zeit gesperrt und werden es auch noch längere Zeit bleiben. Vermutlich wird eine Strecke erst wieder 2024 eröffnen.

Doch die Lösung dafür liegt auf der Hand: Oberhalb des bekannten Wanderwegs verläuft der sogenannte Höhenweg. Das bedeutet: ein langer steiler Aufstieg, aber dafür noch tollere Ausblicke. Von oben haben wir Corniglia toll im Blick.

Der Blick vom Höhenweg auf den Ort CornigliaDer Höhenweg – hier mit Blick auf Corniglia – ist wirklich aussichtsreich
Der Blick vom Höhenweg auf den Ort CornigliaFür Fotografen bietet der Höhenweg viele tolle Fotomotive

Von einem weiteren Punkt aus blicken wir schon auf Manarola. Auf dem Weg kommen wir erneut an einer Schiene für den Weintransport vorbei. Hier oben ist es noch ein wenig wilder und verwachsener. Moosbewachsene Bäume und blühende Blumen liegen direkt am Weg – die Vegetation ist richtig schön auf dem alternativen Trail. 

Bald kommen wir durch einen Garten, der zu einer Unterkunft mit Liegewiese mit herrlichem Ausblick gehört. 

Weil der Anstieg wirklich lange und steil ist, und sich der Weg zieht, dachten wir, dass wir hier alleine Unterwegs sind. Falsch gedacht. Obwohl Nebensaison ist, ist hier unglaublich viel los. Auch Familien mit Kindern sind rege am Wandern.

Der Blick vom Höhenweg auf Manarola
Das ist der Blick vom Höhenweg auf Manarola. Ist das nicht schön?
Biggi wandert dem Höhenweg zwischen Bäumen
Ist der Anstieg erst einmal geschafft, führt der Höhenweg gemütlich dahin – bis zum steilen Abstieg

Wir laufen hier jetzt direkt in den Weinhängen an den Reben vorbei. Hinter uns liegt Corniglia. Vor uns baut sich schon Manarola auf – der vierte Ort der Cinque Terre. Wir blicken direkt auf die steilen Weinhänge.

Weinberge im Nationalpark Cinque Terre
Weinberge wie hier prägen die gesamte Wanderung

Schließlich erreichen wir die Kirche von Volastra. Hier auf dem Kirchplatz machen viele Wanderer Rast, bevor sie die letzten Meter nach Manarola absteigen. Oder, um sich von dem anstrengenden Aufstieg von Manarola in Richtung Corniglia zu erholen.

Wir wandern unzählige steile Treppenstufen nach unten. Schließlich gelangen wir an ein Schild. Geradeaus nach unten geht der Weg direkt nach Manarola hinein. Rechts biegt im Hang der Panoramaweg ab. Wir entscheiden uns für letztere (schwerere) Variante.

Der Blick von oben auf Manarola
Das ist der Blick vom Panoramaweg auf Manarola

Der Panoramaweg macht seinem Namen alle Ehre. Auf einem kleinen Pfad laufen wir oberhalb von Manarola in den Weinbergen. Der Blick auf den Ort ist richtig genial. Hier oben sieht man besonders gut wie eingekesselt Manarola in die Hänge gebaut wurde und von Wein umgeben ist. 

Unzählige steile (!) Stufen geht es jetzt hinunter in Richtung Ort. Übrigens teilt sich Manarola mit Vernazza in unseren Augen den ersten Platz des schönsten Ortes. Wir können uns einfach nicht entscheiden. Die Stufen machen sich in den Waden schon ganz schön bemerkbar. Später werden wir hinter dem Ort dann wieder hinaufsteigen. 

Der Panoramaweg hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Aussicht ist unbezahlbar von hier oben. Die Stufen bringen uns jetzt in Richtung des Friedhofes oberhalb der Stadt. Und dann stehen wir auf einem der schönsten Aussichtspunkte Manarolas. Der Blick von dem Hügel gegenüber der bunten Häuser ist der Wahnsinn.

Der Blick auf Manarola
Die Wanderung führt uns nun an einem der schönsten Aussichtspunkte auf Manarola vorbei

Manarola – der vierte Ort der Cinque Terre

Der Wanderweg hat uns direkt am Haupt-Fotospot des Dorfes Manarola sozusagen ausgespuckt. Das Motiv der bunten Häuser im Hang, darunter der Hafen, wurde auf unzählige Postkarten gedruckt. Es sieht aber auch wirklich malerisch aus, wie sich die bunten Häuser in die Felswand schmiegen.

Unterhalb unseres Aussichtspunktes befindet sich die angesagteste Bar in Cinque Terre: Nessun Dorma. Kein Wunder, dass die Bar so gehyped wird – sie bietet unglaublich tollen Service, sehr leckeres Essen und einen tollen Ausblick. Wir laufen noch ein wenig durch den malerischen Ort. Manarola ist wirklich schön und sehenswert. Wenn du magst, kannst du hier auch das bekannte ligurische Pesto erstehen. 

Etappe 4 – Höhenweg von Manarola nach Riomaggiore

Für uns steht ja noch die letzte Etappe von Manarola nach Riomaggiore an. Wanderten wir zuvor die steilen Weinhänge hinunter in den Ort hinein, so müssen wir genau die gleiche Hanglage wieder auf der anderen Seite hinauf.

Die Waden brennen. Bei unterschiedlich hohen Stufen, die uns erwarten, werden die Beine nochmal ganz schön gefordert.

Da der Sentiero Azzurro von Manarola nach Riomaggiore gesperrt ist, steht erneut eine Etappe des Höhenweges an. Doch wenn du die tolle Wanderung machen willst, bleibt dir nichts anderes übrig. Der Weg der Liebe (Via dell’Amore), so heißt der alte Weg, wird wohl noch bis Mitte 2024 gesperrt bleiben. 

Der Blick vom Höhenweg auf Manarola
Es geht steil hinauf. Bald liegt uns Manarola zu Füßen

Die letzte Etappe hatte es nach diesem langen Tag wirklich in sich. Die Stufen und Treppen schienen kein Ende zu nehmen. Doch schließlich erreichten wir oben eine Art Plateau. Von hier siehst du bereits einen Teil von Riomaggiore, das fünfte Dorf. Allerdings kannst du von hier noch nicht abschätzen wie schön der Ort wirklich ist. Zunächst führen uns jedoch unzählige Stufen hinunter in den letzten Ort der Cinque Terre.

Der Blick vom Höhenweg auf Riomaggiore
Bald blicken wir auf Riomaggiore, die letzte Station unserer Wanderung

Riomaggiore – der letzte Ort der Cinque Terre

Nachdem wir die vielen Stufen abgestiegen sind, erwarten uns bunte Hauswände. Als wir an der Küste herauskommen, wedelt eine italienische Flagge auf einem Felsen im Wind.

Wir sind im letzten Ort der Cinque Terre, in Riomaggiore angekommen. Natürlich tauchen wir auch in den letzten Ort ein. Hier ist am Abend einiges los. Wir lassen uns mit den unzähligen Touristen in Richtung Hafen treiben. Hier wartet das bekannteste Motiv auf uns. Bunte Häuser übereinander gestapelt am Meer. 

Kurz vor Sonnenuntergang sitzen die Menschen auf den Felsen und genießen das Meeresrauschen, den Ausblick und warten dann später auf die untergehende Sonne. Wir steigen direkt ans Meer über Stufen hinab und klettern über große Felsenquader. Die Perspektive vom Wasser aus sieht nochmal spektakulär aus.

Während die Sonne unter geht taucht sie die bunten Häuserfassaden in ein wunderschönes warmes Licht. Wir warten noch bis es dunkel wird und die Lichter angehen. Das sieht bezaubernd aus. Die Wanderung auf dem Sentiero Azzurro war wirklich einmalig und hat uns besondere Perspektiven auf die berühmten Cinque Terre beschert.

Der Sonnenuntergang mit Blick auf Riomaggiore
Besonders schön ist Riomaggiore am Abend, wenn die Sonne im Meer verschwindet. Für uns ist der kleine Hafen auch einer der schönsten Fotospots der Cinque Terre

Anreise und Rückreise Cinque Terre Sentiero Azzurro & Hotel-Tipp

Zurück geht es für uns dann mit dem Zug nach Monterosso, unserem Ausgangspunkt. Wir empfehlen dir unbedingt den Zug zu nutzen, weil er sehr oft fährt und du so am einfachsten von Ort zu Ort gelangst. Der Zug ist im Tagesticket von 18,40 Euro inbegriffen. Du kannst an jeder Station aus- und wieder zusteigen.

Wir haben natürlich auch noch einen Hotel-Tipp für dich, der sich perfekt für die Wanderung des Sentiero Azzurro eignet. Wir haben in Monterosso, im neuen Viertel Fegina übernachtet. Fußläufig liegt die Unterkunft Villino Wanda (hier Preise checken*) nur wenige Minuten vom wunderschönen Sandstrand in Monterosso entfernt. Zudem kannst du direkt von deinem Hotel aus loslaufen und wandern gehen.

Parken kannst du am zentralen Parkplatz in Monterosso. Kostenpunkt: 25 Euro pro Tag.

Ich hoffe unser Wanderbericht über den Sentiero Azzurro entlang der ligurischen Küste hat dir gefallen. Wir waren sehr begeistert von der Tour und können sie dir auf jeden Fall empfehlen.

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