Schottland – Tag 7 – In vier Stunden durch Glasgow

Glasgow im Schnelldurchlauf

Eine andere Welt

Was für ein Stress. Heute müssen wir unseren Camper abgeben. Heißt, die letzten Klamotten in die Koffer werfen und den Wohnraum noch einmal fegen und schrubben. Mitten in der Pampa ist das aber gar nicht so einfach. Einmal kurz ins Freie gesprungen, trägt man sofort wieder Drecks ins Innere. Hinzu kommt, dass unsere Gasheizung nicht funktioniert. Der Grund ist simpel: Die Tür, hinter der die Gasflasche lagert, ist in der eisigen schottischen Nacht festgefroren. Wir halten uns also ran, um schnell den Motor starten zu können und ein wenig Wärme zu bekommen.

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Doune Castle

Auf dem Weg nach Broxburn – hier hat der Camper-Verleiher seinen Sitz – stoppen wir am Doune Castle. Die alte Burg hat so früh am Morgen natürlich noch geschlossen. Aber auch von Außen ist die alte Festung beeindruckend. Es war eigentlich ein ziemlicher Zufall, dass wir so früh am Morgen beim Doune Castle gelandet sind. Wir haben die Burg nur auf der KArte gesehen und entschieden, einmal hinzufahren. Zum Glück muss man sagen, denn die Burg ist inzwischen ziemlich berühmt. Die im 13. Jahrhundert gebaute Festung ist heute ein beliebter Drehort für Filmproduktionen. In der Kult-Serie “Game of Thrones” wird aus Doune Castle die Burg Winterfell, der Heimat des Stark-Clans rund um Jon Schnee. Im Doune Castle wurden aber etwa auch der Klassiker “Ivanhoe” und die “Ritter der Kokosnuß” von Monty Python gedreht.

Doune Castle

Doune Castle ist die Heimat von Jon Schnee in “Game of Thrones”

Wissenswertes, Reiseführer und Literatur zu Schottland

Loch-Lomond-and-the-Trossachs-Nationalpark

Kurz vor Sonnenaufgang machen wir Halt am David Stirling Monument. Sir Archibald David Stirling, 1990 in London gestorben, war ein schottischer Laird, Bergsteiger, Offizier der britischen Armee und Gründer des Special Air Service (SAS). Eine ziemlich beeindruckende Persönlichkeit also. Stirling hat während Hitlers Afrikafeldzugs im zweiten Weltkrieg große militärische Erfolge gegen die Nazis verbucht. Er geriet zwar in deutsche Gefangenschaft, kam nach dem Krieg aber wieder frei. Vor dem Krieg hatte sich Stirling eigentlich darauf vorbereitet, den damals noch unbezwungenen  Mount Everest zu besteigen. Erst am 29. Mai 1953 gelang es Edmund Hillary und Tenzing Norgay, als erste Menschen den höchsten Berg der Welt zu erklimmen.

David Stirling Monument

Die Statue von David Stirling im Licht der aufgehenden Sonne

Nun, ganz so hoch sind wir auf der kleinen Anhöhe nicht. Trotzdem ist der Blick auf die weit entfernten Berge des Loch-Lomond-and-the-Trossachs-Nationalpark atemberaubend. Die Landschaft liegt unter einer frischen Schneedecke – und es ist im wahrsten Sinne des Wortes arschkalt. Mir frieren beim Fotografieren fast die Finger ab, so fühlt es sich zumindest an. Das Thermometer zeigt nur minus drei Grad – geführt hat es aber mindestens minus zehn Grad. Der See Loch Lomond ist mit 71 km² übrigens der größte See Schottlands. Am Ostufer von Loch Lomond liegt der 974 Meter hohe Ben Lomond. Der Berg ist einer der meistbestiegenen Munros (Berge mit einer Höhe von mehr als 3000 ft (914m)) Schottlands.

Loch Lomond and the Trossachs Nationalpark

Blick in Richtung Loch Lomond and the Trossachs Nationalpark. Nicht von der Perspektive täuschen lassen. Das Foto wurde mit einem Teleobjektiv aufgenommen. Die Berge sind viele Kilometer entfernt

Loch Lomond and the Trossachs Nationalpark

Die bunten Bäume im Vordergrund und die schneebedeckten Berge sind ein traumhafter Anblick

 

Mit dem Camper nach Schottland?

Bis nach Broxburn sind es noch einige Kilometer auf der Autobahn. Die Landschaft rauscht wie im Flug an uns vorbei. Unsere Reise in die Highlands ist hier zu Ende – weiter geht es nach Glasgow. War es eine gute Idee, mit dem Camper in die schottischen Highlands zu fahren? Wir sind geteilter Meinung. Es kommt immer darauf an, was man will. Für uns wäre ein kleineres, wendigeres Auto definitiv die bessere Alternative gewesen. Mit über sechs Metern Länge und mehr als zwei Metern Breite ist es auf den schmalen schottischen Straßen echt anstrengend. Spontan halten oder wenden ist nicht so einfach. Mit einem SUV oder einem kleinen Camper in der Größe eines VW Busses wäre das deutlich entspannter. Auf der anderen Seite hat man natürlich viel Stauraum, ein vollweriges Bett, einen Herd, eine Spüle, eine Dusche mit Warmwasser, eine Heizung und eine chemische Toilette, wobei wir die wegen dem Problem mit der Entsorgung schnell aus unserem Alltag verbannt haben. Das giftige blaue Zeug in der Toilette muss jeden Tag entleert werden. Wenn man aber nicht auf einem Campingplatz übernachtet, ist das nicht möglich. Einmal haben wir das auf einer öffentlichen Toilette gewagt – und sofort “Anschiss” bekommen. Aber wohin sonst mit dem Zeug? In die Natur kann man das unmöglich kippen. Auf die chemische Toilette hätten wir also gut verzichten können. Wer Schottland mit dem Camper erkunden und dabei unabhängig sein will, sollte in jedem Fall ein kompaktes Modell wählen. Auch wer das Abenteuer sucht und gerne mal bei Dunkelheit in enge Straßen fährt, ohne zu wissen, was einen dort erwartet, sollte sich für ein kleines Wohnmobil entscheiden. Wer indes immer längere Zeit auf Campingplätzen steht, kann zur XXL-Variante greifen.

Wohnmobil im Sonnenaufgang

Die Sonne steigt langsam über den Horizont

Auf nach Glasgow – mit dem Bus 900

Wir sind unseren Camper los und das Gepäck liegt im Hotel – auf nach Glasgow. Zwischen Edinburgh und Glasgow verkehrt die Buslinie 900 – und das rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche. Zu Stoßzeiten fährt alle 15 Minuten ein Reisebus – zumindest in der Theorie. Wir warten eine halbe Stunde in der Kälte, bis ein Bus kommt. Ob das die Regel ist oder die Ausnahmen, können wir nicht sagen. In Glasgow fuhr der Bus in der Nacht zumindest pünktlich los. Mit zehn Pfund pro Person für die Hin- und Rückfahrt ist der Preis unschlagbar günstig.

Start am Buchanan Busbahnhof

In Glasgow starten wir unsere Sightseeing-Tour am Buchanan Busbahnhof. Wir haben leider nur vier Stunden, um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen, bevor das Abendprogramm mit VisitScotland ansteht. Unser erster Eindruck von Glasgow: Die Stadt ist eine Mischung aus New York und San Francisco. Natürlich ist Glasgow viel älter – und daher wohl eine der Vorlagen für die beiden US-Metropolen. Glasgow ist an vielen Stellen ziemlich heruntergekommen, beeindruckt dann aber auch wieder mit vielen imposanten historischen Gebäuden und unzähligen Bars und Pubs und dem ganzen Trubel auf der Straße. In Glasgow treffen Armut und Reichtum brutal aufeinander. In der Innenstadt sitzen unzählige Bettler in eisiger Kälte auf Pappkartons und hoffen auf ein paar Pennys. Daneben gibt es zahlreiche Hipster-Cafés, in denen der Esspresso drei Pfund kostet die und gerammelt voll sind. Entweder verliebt man sich in Glasgow – oder man hasst die Stadt. Dazwischen gibt es kaum etwas. Wir sind uns schnell sicher: Wir lieben Glasgow mit seinen vielen Ecken und Kanten und hätten gerne mehr Zeit, auf Entdeckungstour zu gehen.

Straßenszene Glasgow

Straßenszene in Glasgow: Die Stadt erinnert uns stark an New York

George Square

Vom Busbahnhof ist es nicht weit bis zum George Square. Der Platz gehört zu den ersten Anlaufstellen in Glasgow, wenn man die Stadt das erste Mal erkundet. Rings um den Platz stehen Statuen von berühmten schottischen Persönlichkeiten. Eingerahmt wird der George Square von historischen Gebäuden. Das bekannteste sind die Glasgow City Chamber. Hier ist die Verwaltungsbehörde der Stadt untergebracht. In den Wochen vor Weihnachten wird übrigens ein großer Weihanchtsmarkt auf dem Platz aufgebaut.

Weihnachtsmarkt George Place

Der Weihnachtsmarkt auf dem George Place gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten in der kalten Jahreszeit

Museum of Modern Art

Nur einen Steinwurf entfernt liegt das Museum of Modern Art. Ein Besuch der Austellungsräume lohnt in jedem Fall. Gut zu wissen: Museen sind in Schottland in der Regel kostenlos. Wer kann, lässt eine Spende da.

Museum of Modern Art

Das Museum of Modern Art beeindruckt nicht nur von außen, sondern lohnt auch einen Besuch

“The Lighthouse”

Auch die Ausstellungsräume von „The Lighthouse“ stehen auf unserem Speed-Sightseeing-Programm. Besonders cool ist das Treppenhaus hinauf zur Ausichtsplattform, von der aus man einen grandiosen Blick über Glasgow genießt. Auch hier ist der Eintritt frei.

Blick über Glasgow

Der Blick vom “Lighthouse” über Glasgow

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Central Station

Auf dem Weg zum River Clyde machen wir einen Abstecher in die Central Station. Der 1879 eröffnete Bahnhof ist eine Top-Sehenswürdigkeit in Glasgow. In der riesigen Bahnhofshalle fühlt man sich fast 100 Jahre in der Zeit zurückversetzt. Die Dachkonstruktion, durch die das Tageslicht fällt, beeidnruckt. Nicht verpassen darf man die große Bahnhofsuhr.

Central Station Dachkonstruktion

Der Hauptbahnhof in Glasgow beeindruckt mit seiner Dachkonstruktion

Am Clyde River

Jetzt ist es nicht mehr weit zum Clyde River. Die Sonne steht schon tief und verleiht der Stadtkulisse die passende Atmosphäre. Ganz in der Nähe steht die prächtige Roman Catholic Metropolitan Cathedral of St Andrew. Ein kurzer Blick ins Innere lohnt.

Roman Catholic Metropolitan Cathedral of St Andrew

Im Inneren der Roman Catholic Metropolitan Cathedral of St Andrew

Tolbooth Steeple

Wir schlendern weiter am Ufer entlang und laufen in Richtung Tolbooth Steeple. Der Turm mitten in der Stadt sticht schon von Weitem ins Auge. Der Turm kann leider nur von außen besichtigt werden, ein Abstecher lohnt sich aber wirklich.

Tolbooth Steeple

Der Glockenturm Tolbooth Steeple

Stadtrundfahrt

Hier endet unsere Sightseeing-Tour durch Glasgow vorerst. Am frühen Abend startet das Programm von VisitScotland mit einer privaten Rundfahrt mit dem Doppeldecker. Unser Guide Chris – eine junge Frau aus Paris, die aber schon lange in Glasgow lebt – erzählt so viele spannende Geschichten, dass der Platz hier nicht ausreicht. Die Tour ist wirklich spannend und wer das erste Mal in Glasgow ist, sei eine Rundfahrt mit Chris ans Herz gelegt.

Kelvingrove Art Gallery

Sehr beeindruckend ist die Kelvingrove Art Gallery, die wir im Rahmen der Tour am Abend ganz alleine für uns haben. Auf einer einstündigen Privattour mit vielen anderen Bloggern aus Europa erzählt unser Guide viele spannende Geschichten. Wer das ganze Museum halbwegs erkunden will – der Eintritt ist auch hier frei – sollte aber mindestens einen halben Tag einplanen.

Flugzeug in der Kelvingrove Art Gallery

In der Kelvingrove Art Gallery wird nicht nur Kunst gezeigt

Die Wellparkbrauerei

Der krönende Abschluss der Tour ist ein Privat-Konzern mit drei Musikern beziehungsweise Bands in der Wellparkbrauerei. Die Brauerei wurde 1740 gegründet und erlangte ab 1885 mit dem Hauptprodukt Tennent’s Lager auch Bedeutung weit über Glasgow hinaus.

Unsere Schottland-Reise im Überblick

Tag 1 Edinburgh | Tag 2 Glencoe | Tag 3 Die „Harry Potter“-Brücke Glenfinnan Viadukt | Tag 4 Im Fischerhafen von Mallaig | Tag 5 Rund um Loch Ness: auf der Suche nach Nessie | Tag 6 Die Oban Distillery | Tag 7 In vier Stunden durch Glasgow

Du willst es lieber kurz und knackig? Eine Zusammenfassung unserer Schottland-Reise findest du hier

Alle Highlights unserer Schottland-Reise

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Schottland 2017

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Etappe 1 - Edinburgh Castle: 55.948689, -3.200122
Etappe 1 - Forth Bridge: 55.992453, -3.405504
Etappe 1 - Calton Hill: 55.954748, -3.181851
Etappe 2 - Etive Mòr Wasserfall: 56.647587, -4.865913
Etappe 2 - The Meeting of the Three Sisters: 56.662735, -4.965327
Etappe 3 - Die „Harry Potter“-Brücke Glenfinnan Viadukt: 56.876133, -5.431881
Etappe 4 - Der Fischerhafen von Mallaig: 57.007021, -5.828290
Etappe 4 - Loch Eilt: 56.883439, -5.611471
Etappe 5 - Inverness: 57.476317, -4.225488
Etappe 5 - Urquhart Castle: 57.324107, -4.441996
Etappe 5 - Fort Augustus: 57.145039, -4.681420
Etappe 6 - Castle Stalker: 56.571353, -5.385962
Etappe 6 - Dunstaffnage Castle: 56.454606, -5.437374
Etappe 6 - Oban Distillery: 56.414951, -5.472286
Etappe 7 - Doune Castle: 56.185190, -4.050082
Etappe 7 - George Square: 55.861137, -4.250143
Etappe 7 - \'The Lighthouse\': 55.859782, -4.255389
Etappe 7 - Kelvingrove Art Gallery: 55.868574, -4.290622

Übrigens: Mit unserer Karte kannst du dich auch navigieren lassen. Klicke einfach auf einem Spot auf “Directions” und Google Maps wird geöffnet

Wissenswertes, Reiseführer und Literatur zu Schottland

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