Dänemark Fahrradtour – Tag 3 – Flensburger Förde und Umgebung

Dänemark mit dem Fahrrad – Flensburger Förde erleben

Vorbei an weißen Stränden mit Blick auf Deutschland

An der Flensburger Förde treffen die Länder Dänemark und Deutschland zusammen. Hier verläuft nämlich die Grenze zwischen Dänemark und Deutschland. Flensburg liegt direkt am Ende der Förde. Wer sich jetzt fragt, ob ich mich verschrieben habe: Nein, es heißt in diesem Fall Förde und nicht Fjord. Laut dem Flensburger Tageblatt ist ein Fjord im Gegensatz zu einer Förde ein überflutetes beziehungsweise „ertrunkenes“ Trogtal im Hochgebirge. Bei der Förde handelt es sich hingegen um die Ausschürfung einer Gletscherzunge innerhalb des Inlandeises. Dieser Vorgang erfolgte während einer bestimmten Kältezeit. Zwar erklärt das jetzt immer noch nicht ganz den Unterschied, aber Fakt ist, dass der Abschnitt in Sonderjylland, den ich besucht habe, an einer Förde liegt.

Ich habe heute das Umland an der Flensburg Förde mit dem Fahrrad erkundet und bin dabei diesmal so lange wie schon ewig nicht mehr mit dem Fahrrad unterwegs gewesen und habe es sehr genossen. Ich nehme dich nun mit auf 55 Kilometern durch wunderschöne Natur, vorbei an weißen Sandstränden und Orten, die die Geschichte maßgeblich geprägt haben

⭐ Dieser Reisebericht entstand im Rahmen einer Recherchereise mit VisitDenmark.

⭐ Alle Bilder entstanden mit der  Sony Alpha 6000 und wurden diesmal alle von mir geschossen ;-) Handybilder sind auch dabei.

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Der berühmte Kiosk in Sonderhav

Meine heutige Stecke startet am Parkplatz in Sonderhav. Hier befindet sich gleich das erste Highlight: der berühmte Annies Kiosk. Früher war es üblich, als Tourist, nachdem man sein Ferienhaus gemietet hatte, sich bei Annies noch einen Hotdog zu gönnen. Und diese Hotdogs sind wohl in ganz Dänemark berühmt. Jedenfalls wurde mir sehr darüber vorgeschwärmt. Bedeutet im Umkehrschluss: wenn du Lust auf Hotdog hast, dann musst du dir hier einen kaufen – daran führt kein Weg vorbei ;-) Für mich als Vegetarier war es leicht keinen Boxenstopp zu machen. Ich habe mich gleich mal der Förde und dem Wasser gewidmet.

Kiosk an Flensburger Förde

Dieser Kiosk an der Flensburger Förde ist berühmt

Frau am Steg

Hier seht ihr mich auf einem der unzähligen Stege an der Flensburger Förde

Ochseninsel Flensburger Förde

Die Ochseninsel in der Flensburger Förde – sieht das nicht idyllisch aus

Auf dem N8 unterwegs

Der N8 – der neue Radweg an der Ostsee, den ich teste – verläuft auf der Strecke des D1 (so heißt diese Fahrradstrecke). Zu Beginn kannst du noch den Ausblick auf die Förde genießen, dann fährst du allerdings Landstraße. Da mir dieser Part recht wenig gefallen hat, habe ich mit meinem 3-Gang-City-Flitzer, den ich übrigens Mathilda genannt habe, den Wanderweg am Wasser auserkoren. Die Landschaft dort ist wirklch traumhaft schön und ich kann den Weg für Wanderbegeisterte nur empfehlen. Die Strecke ist für die ganze Famlie geeignet. Ich genieße die Fahrt durch den Wald und den Blick auf das Wasser.

Sandstrand an der Flensburger Förde

An diesem kleinen Sandstrand führte mich der Weg gleich zu Beginn

Wissenswertes, Reiseführer und Literatur zu Dänemark

Grasten Slot – das Schloss Gravenstein

Später geht es für mich wieder zurück an die Hauptstraße. Da ich bald schon in der Nähe der Sommerresidenz der dänischen Königsfamilie bin, an Schloss Gravenstein, mache ich dort noch einen Abstecher hin. Wir waren zwar schon letztes Jahr dort im Herbst, jedoch hatte es damals nur geregnet. Bei Sonnenschein sieht das ganz anders aus.

Zunächst fahre ich noch durch das schöne Örtchen Gravenstein. Wimpel und kleine Fahnen sind über die Straßen gespannt. Es sicht toll aus, wie sie im Wind flattern. Übrigens lassen es sich die Bewohner in Gravenstein nicht nehmen, die Königsfamilie während ihrer Sommerresidenz gut gegen aufdringliche Touristen abzuschirmen. Du wirst hier im Ort wohl nicht erfahren, ob die Königsfamilie gerade unterwegs ist. Die Leute sind hier stolz darauf, das Schloss in unmittelbarer Nähe zu haben. Im Schlossgarten der Königsfamilie blühen die Blumen richtig schön und auch die Rosen, die Lieblingsblumen der bereits verstorbene Königin Ingrid von Schweden stehen, blühen in voller Pracht. Ingrid heiratete 1935 den dänischen König Frederik IX. und war somit von 1947 bis 1972 dänische Königin. Die Königin liebte die Sommerresidenz und ihre Rosen. Daher kannst du heute die wunderschönen Rosenanpflanzungen in Schloss Gravenstein bewundern. Als großer Blumenfan, muss ich die Rosen natürlich fotografieren.

Gravenstein Innenstadt

Das Örtchen Gravenstein hat seine Innenstadt schön geschmückt. Hier kam ich durch auf dem Weg zum Schloss Gravenstein

Das Schloss Grasten im Sonnenschein

Blumen im Schlossgarten

Die Blumen im Schlossgarten gaben ein tolles Motiv ab

Rosen vor Schloss Gravenstein

Die dänische Königin Ingrid liebte Rosen

Erkundung  von Broager, Iller und Brunsnæs

Nachdem ich durch den Schlossgarten geschlendert bin, führt mich meine Tour nun wieder zurück durch Gravenstein. Da mich die Flensburger Förde nicht loslässt, fahre ich über die lange Brücke nach Egernsund auf die inselartige Landzunge rüber. Meine Strecke verläuft nun durch Broager. Hier kann ich dir empfehlen, unbedingt an der Broager Kirke (an der Kirche) einen kurzen Stopp einzulegen. Zu dieser romanischen Kirche gibt es eine kleine Erzählung: Angeblich hat damals der Ritter des Schloss Broager die Kirche erbauen lassen. Bevor die Kirche jedoch fertiggestellt war, machte sich der Ritter auf ins Heilige Land. Seiner Frau, die gerade schwanger war, trug er auf, die Fertigstellung der Kirche zu überwachen. Sollte sie einen Sohn gebähren, sollte die Kirche einen spitzen Turm erhalten. Wenn sie ein Mädchen bekommen würde, lediglich einen stumpfen Turm. Als der Ritter zurückkehrte, fand er eine Kirche mit zwei spitzen Türmen vor. Er erfuhr daraufhin, dass seine Frau Zwillinge bekommen hatte, zwei Jungs.  So jedenfalls erzählt es die Legende. Ich finde die Geschichte schön. Der gotische Doppelturm ist weit hin zu sehen.

Auf dem Weg folgt nun das Ziegeleimuseum Cathrinesminde, das direkt an der Flensburger Förde liegt. Das Museum kannst du besuchen und du erfährst hier sehr viel über die Geschichte der Ziegelei in Dänemark. Ich lasse jedoch mein Rad an der Ziegelei den Berg hinunter rollen und komme an den Stränden hier am Förde-Ufer an. Das Ufer zieren nach wie vor ganz viele Ziegel. Auch die Uferpromenade ist hier mit Ziegeln angelegt. Solche geschichtlichen Themen interessieren mich sehr. Umso mehr freut es mich, dass ich mit dem Rad den Teglværksstien, also den Ziegeleipfad entlangradeln kann. Überall in dem Örtchen Iller und an der Straße entlang befinden sich nicht nur unzählige Ziegel, sonder auch Schilder, die über die acht Ziegeleien am Illerstrand berichten. Das ist für mich super interessant.

Übrigens verläuft genau hier auch der Gendarmstien. Hierbei handelt es sich um einen Wanderweg, den du heute laufen kannst, auf dem einst dänische Gendarme patrouillierten. Das Tourismusbüro von Sonderjylland bietet auf dem Gendarmen-Wanderweg auch einen Gepäcktransport an. Wenn du den kompletten Trail laufen möchtest, aber dein komplettes Gepäck nicht tragen möchtest, kannst du es auch von Unterkunft zu Unterkunft bringen lassen.

Mein letzter Punkt an der schönen Flensburger Förde ist Brunsnæs. Dieser Ort ist vor allem bei Anglern beliebt. Sie fischen hier Hering oder Meerforelle. Der alte Fährhafen bietet schöne Strände, ein seichtes Ufer und eine tolle Landschaft. Diesem Fleckchen bin ich wirklich verfallen. Ich setzte mich eine Weile in den Sand und beobachtete die Wellen, die ruhig ans Ufer schwappten. Schon ganz früh, im 13. Jahrhundert, legte in diesem Ort die Fähre an. Sie brachte vor allem Mönche über die Förde.

dänische Häuser

Eine schöne Häuserzeile auf meinem Weg durch Broager

Kirche zu Broager

Die Kirche von Broager hat eine spannende Sage zu den zwei Türmen

Turm bei Kirche in Broager

Dieser Turm hier steht ebenfalls neben der Kirche – dort habe ich übrigens auch meine Wasserblase im Bikerucksack wieder aufgefüllt

Ziegeleimuseum Broager

Mein Radweg brachte mich auch am Ziegeleimuseum (Tegelværk) Cathrinesminde in Broager vorbei

Steg am Ufer

Direkt am Ziegeleimuseum befindet sich dieser Steg für kleine Boote. Überall am Ufer liegen Ziegel

Frau am Wasser

Mit meinem Bike-Rucksack von Gregory war ich täglich unterwegs

Ziegeln am Ufer

Siehst du die Ziegel an der Uferpromenade? Sie sind Zeitzeugen der acht Ziegeleien, die es früher hier in Iller gab

Strand von Brunsnaes

Hier habe ich in Brunsnaes umgedreht. Aber vorher gab es noch eine Pause im weichen Sand

Rückkehr nach Aabenraa und ab ins Wasser

Von Brunsnæs aus sind es 31 Kilometer bis in mein Fjordlyst Hostel. Ich fahre an schönen Feldwegen entlang und genieße die sich im Wind wiegenden Kornfelder. Später wird mich die übrige Strecke von 15 Kilometern eher an einer Schnellstraße entlang führen. Das hat mir jetzt ehrlich gesagt nicht so zugesagt, aber ich hatte ja auch nicht nach dem N8 nach Aabenraa gesucht, sondern nach dem schnellsten Weg nach Aabenraa. Nach 55 Kilometern mit meinem Drei-Gang-City-Flitzer wohlgemerkt, komme ich am Strand von Aabenraa an. Jetzt heißt es erst einmal die Füße abkühlen.

Zur Stärkung nach dieser wirklich tollen und erlebnisreichen Tour, gehts heute ins Fox and Hounds. Eine schottische Bar, die sich im Europa-Hotel in Aabenraa befindet. In diesem Hotel hatten wir bei unserem letzten Trip schon genächtigt. Das Hotel kann ich nur empfehlen. Die Küche dort ist hervorragend und abends gab es richtig tolle Live-Musik in besagter Bar Fox and Hounds. Ich teste diesmal den Veggie-Burger mit Süßkartoffel-Pommes und bin begeistert.

Fischerboote in Aabenraa

Nachdem ich 55 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren war, kam ich an diesem kleinen Bootshafen in Aabenraa vorbei

Kraftwerk Aabenraa

Auf dem Weg nach Aabenraa habe ich kurz an diesem Kraftwerk gehalten

Burger mit Pommes

Diesen Burger gab es im Fox and Hounds in Aabenraa

Tour mit einem Nachtwächter

Nach der Kalorienbombe wartet heute noch ein weiteres schönes Highlight auf mich. Ich darf nun auf Tour mit dem Nachtwächter gehen. Yann der Nachtwächter wartet auf die Gruppe am Nachtwächterplatz (Vægterpladsen). In seiner alten Kluft und dem ganz schön gefährlich aussehenden Morgenstern macht Yann eine gute Figur. Der Morgenstern diente den Nachtwächtern früher zur Verteidigung. Die Kugel ist mit langen Eisenspitzen gespickt. Da möchte man sich nicht mit Yann anlegen.

Die Nachtwächter-Tour kann ich euch sehr empfehlen. Yann hat nicht nur ein umfassendes geschichtliches Wissen rund um Aabenraa und die dänische Geschichte, sondern auch recht tiefverwurzelte Ahnen in Aabenraa. Fast an jedem Haus kann er stehenbleiben und eine Geschichte erzählen. Seine Erzählungen sind kurzweilig und spannend. Zum Beispiel wohnte in einem kleinen Häuschen, das er uns zeigt, eine Wahrsagerin. Sie sagte vorher, dass Dänemark in eine Schlacht verwickelt sein würde. Aber sie wusste auch, dass Schleswig zurück an Dänemark gehen würde und der König dann siegreich mit einem weißen Pferd einreiten würde – alles trat ein wie vorhergesagt. Auch Yanns Familie suchte bei der Wahrsagerin Rat. So fragte man damals zum Beispiel, ob man ein Haus kaufen sollte, oder nicht – die Wahrsagerin wusste, ob es brennen würde oder nicht.

Als wir vor einem weißen Haus stehen, stellt sich heraus, dass hier der letzte Henker von Aabenraa gelebt hat. Als Henker hatte man offenbar keine guten sozialen Kontakte. Niemand wollte mit dem Henker zusammen sein. Als der Henker schießlich doch heiratete, war es die Tochter eines anderen Henkers, die ebenfalls niemand haben wollte. Eine makabre Geschichte oder? 1788 starb der letzte Henker, dessen Innitialien immer noch die Wände des weißen Hauses zieren. Als damals seine Frau das Amt übernehmen wollte, wurde es ihr untersagt.

Schließlich führt uns Yann auch noch in einen für damals typischen Innenhof. Fast hat man das Gefühl auf dem alten Balkon würde gleich Julia aus Shakespeares Romeo und Julia heraustreten. Der Innenhof ist schön anzusehen. Efeu hat die Wände des Innenhofes überwuchert. Alles ist grün. Und hier befindet sich die Werkstatt eines bekannten Orgelbauers. Marcussen und Sohn bauen Orgeln für Kirchen in Japan und Australien.

All das, was ich dir jetzt beschrieben habe, ist natürlich nur ein kleiner Auszug aus der wirklich umfangreichen Geschichte, die Yann erzählen kann. Dass er mit Leib und Seele seinen Job macht, brauche ich hier glaube ich nicht mehr groß erwähnen. Die Tour ist eine Bereicherung für jeden interessierten Touristen. Wenn dich ein Spaziergang mit dem Nachtwächter durch Aabenraa interessiert, dann findest du die Termine auf der Website des Tourismusbüros Visitaabenraa und kannst dort die Tour buchen.

Nachtwächter-Skulptur

Yann der Nachtwächter steht hier neben der Nachtwächter-Skulptur in Aabenraa mit seinem Morgenstern in der Hand

Nikolai-Kirche Aabenraa

Die Nikolai Kirche in Aabenraa wird von der Abendsonne angestrahlt

Haus der Wahrsagerin

Yann der Nachtwächter ist in seinem Element – er erzählt gerade die Story über die Wahrsagerin. Sie hat in diesem Haus gewohnt

Haus des Henkers von Aabenraa

In diesem Haus lebte der letzte Henker Aabenraas – seine Initialien stehen am Giebel

Sonnenuntergang Dänemark

Sonnenuntergang in Aabenraa mit dem Nachtwächter

Meine Fahrradtour durch Dänemark im Überblick

Tag 1 Hadersleben erkunden | Tag 2 Aabenraa und Umgebung | Tag 3 Flensburger Förde und Umgebung | Tag 4 Sønderborg mit Karibik-Feeling | Tag 5 Historisches Sønderborg

Deine Meinung ist uns wichtig

Warst du auch schon an der Flensburger Förde? Was war dein persönliches Highlight dort? Berichte doch davon in den Kommentaren – wir freuen uns sehr darüber :-)

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