Dänemark – Tag 2 – Filsø-See, Kærgård und der Nationalpark Wattenmeer

Familienwanderung am Filsø-See

Der Filsø-See bei Henne

Der Wetterbericht hatte es bereits angekündigt: Wind und Regen. Der Blick am Morgen aus dem Fenster bestätigt die Prognose. Der Himmel ist tiefgrau und leichter Regen vernebelt die Sicht. Typisches Herbstwetter, nicht nur an der Nordseeküste. Wir lassen den Tag gemütlich angehen, bevor wir uns ins Dänemark-Abenteuer stürzen. Nur einen Steinwurf vom Hotel entfernt befindet sich der Filsø-See. Mit dem Auto erreichen wir den Parkplatz in wenigen Minuten. Sprühregen empfängt uns. Außer unserem ist nur noch ein weiteres Auto auf dem Parkplatz. Offenbar wagt sich bei diesem Wetter noch niemand ins Freie. Mit Wanderschuhen, Regenhose und Regenjacke trotzen wir Wind und Wetter – eine Riesengaudi.

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Familienwanderung am Filsø-See

Vom Parkplatz führt ein kleiner Pfad am Ufer des Filsø-Sees an einer großen Lagerhalle entlang. Der See wurde 2012 übrigens künstlich erweitert und bildet heute die Heimat tausender Vögel. Nach wenigen Minuten erreichen wir einen Damm, der das Westufer mit dem Ostufer verbindet. Wind und Regen peitschen uns ins Gesicht. Die Finger sind bald steif. Da hilft es nur, die Hände tief in den Jackenärmeln zu verstecken. Wir lassen das Seeufer immer weiter hinter uns. Links und rechts ist nichts als Wasser. Das Ufer ist weit entfernt – ein tolles Gefühl hier draußen den Naturgewalten ausgesetzt zu sein. Mitten auf dem Filsø-See fegt ein regelrechter Sturm über uns hinweg. Was für ein Spaß. Die vielen Vögel auf dem Filsø-See lassen sich davon aber nicht beeindrucken und stehen im Wind.

Damm Filsø-See

Hier beginnt der Damm über den Filsø-See

Damm Filsø-See

Rund eine Viertelstunde geht es ohne Windschutz über den Damm

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Nach einer Viertelstunde wird der Damm breiter und die Bäume lenken den Wind über uns hinweg. Ein Schwan zieht seine Runden am Ufer auf der Suche nach Futter. Wenig später erreichen wir einen Abzweig. Wir folgen einem verwunschenen Waldweg. Von den Bäumen fallen dicke Wassertropfen auf uns herab. Die Luft ist herrlich frisch – genau das richtige für unsere vernebelten Großstadtlungen. Bald erreichen wir ein kleines Häuschen. Insgesamt sind wir jetzt zweieinhalb Kilometer vom Parkplatz aus gewandert. Von hier aus kann man die imposante Vogelwelt am Filsø-See genau beobachten. Die Fenster schützen vor Wind und Regen, lassen sich bei Sonnenschein aber auch aufschieben. In der Ferne sehen wir ganze Vogelschwärme, die sich in dem Gebiet niedergelassen haben. Ein Paradies, um Vögel in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Wir machen uns auf den Rückweg und genießen noch einmal die tolle Aussicht. Mit dem Wind im Rücken und dick eingepackt ist es hier draußen auf dem Filsø-See richtig gemütlich.

Schwan auf dem Filsø-See

Ein Schwan auf Futtersuche

Brücke am Filsø-See

Über diese Brücke führt der Wanderweg

Gestrüpp

Dichtes Gestrüpp bietet den Tieren Schutz

Häuschen am Filsø-See

Es gibt mehrere dieser kleinen Häuschen, aus denen man die Vogelwelt beobachten kann

Schild Vogelarten am Filsø-See

Die Vogelwelt am Filsø-See

Schwäne auf dem Filsø-See

Die Schwäne ziehen in der Ferne ihre Runde. Ein Fernglas ist hier sehr zu empfehlen

Kühe im Gras

Auch Rindviecher gibt es rund um den Filsø-See

Kærgård Klitplantage – versandete Eichen bei Henne

Ein weiteres Highlight in der Gegend rund um Henne sind die versandeten Eichen der Kærgård Klitplantage. Der Wanderparkplatz ist mit dem Auto nur ein paar Minuten vom Filsø-See entfernt. Zwei Wanderwege führen durch das Gebiet. Wir entscheiden uns für die kürzere Variante, markiert mit einem roten Punkt. Die Wanderung ist 1,2 Kilometer lang (die gelb markierte Wanderung ist 4,5 Kilometer weit) und führt uns zunächst ein Stück parallel zur Straße nach Süden, bevor der schmale Pfad in die Sanddünen abbiegt. Bald sind wir umgeben von versandeten Eichen. Man muss aber genau hinsehen, um das zu erkennen. Rings um uns, das sind keine Sträucher, sondern die Kronen der Bäume, deren Stämme im Laufe vieler Jahre vom Sand meterhoch eingeschlossen wurden. Ein faszinierendes Naturschauspiel. Der Weg führt uns idyllisch durch die unwirkliche Landschaft. Immer wieder prasseln Regentropfen auf uns ein. Das macht aber nichts. Ganz im Gegenteil. Die nassen Eichenblätter glitzern im Licht – ein fantastisches Naturschauspiel. Der sandige Weg ist immer gut zu gehen und überwindet nur wenige Höhenmeter – die perfekte Familienwanderung.

Kærgård Plantage

Wir starten unsere kurze Wanderung durch die Kærgård Plantage

Moosbewachsene Bäume

Die Kærgård Plantage steht seit 1955 unter Schutz

Eichenblätter

Wir laufen durch die Kronen der Eichen. Das wird einem aber nicht auf den ersten Blick bewusst

Kærgård Plantage

Ja, das sind alles Baumkronen

Pilze

Pilze gibt es natürlich auch in der Kærgård Plantage

Kærgård Plantage

Trotz Regen eine tolle Ansicht

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Was du rund um Esbjerg sehen musst

Unser nächstes Ziel ist das  Wattenmeer-Zentrum (Vadehavscentret) in Ribe (GPS: N 55 17.738, E 8 40.159  Google Maps), rund 40 Kilometer südlich von Esberg und von Henne in einer guten Stunde mit dem Auto zu erreichen. Das Wattenmeer ist Dänemarks größter Nationalpark und zählt zum UNESCO Weltnaturerbe. Auf dem Parkplatz ist einiges los – das Wattenmeer-Zentrum ist mit mehr als 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Das moderne Gebäude selbst ist dank der spannenden Architektur und der gelungenen Verquirlung von Natur und Moderne schon einen Ausflug wert. Der Eintritt ist übrigens frei und wer Lust hat, kann hier auch einen Kaffee zu einem Stück Kuchen trinken, während die Kids durchs Gebäude toben. Das Zentrum ist auch ein ideales Ausflugsziel für Tage mit schlechtem Wetter. Hier treffen wir Alex, der ein Freiwilliges Ökologisches Jahr macht. Natürlich fragen wir Alex, was man denn in der Gegend unbedingt machen muss, wenn man nicht gerade durchs Watt wandert.

Straßenverlauf Heidelandschaft

Wir fahren gen Süden in Richtung Wattenmeer Zentrum

Baum in der Landschaft

Es bleibt regnerisch – aber gerade das passt ja so gut zu der Landschaft

Wattenmeer Zentrum

Schon das Gebäude des Wattenmeer Zentrums ist ein Highlight

Ausstellung Wattenmeer Zentrum

Im Inneren wartet eine große Ausstellung auf die Besucher

Ausstellung Wattenmeer Zentrum

Beim Blick durch die Ferngläser erwachen die Vögel zum Leben

Wattenmeer Zentrum Mitarbeiter

Alex erklärt uns die Möglichkeiten, die das Wattenmeer Zentrum anbietet

  • Ein ganz heißer Tipp – nicht nur bei Regen – ist die bekannte Tirpitz-Stellung in der Nähe von Blåvand bei der Stadt Esbjerg. Die Bunkeranlage wurde während des Zweiten Weltkrieges begonnen, aber nie fertiggestellt. Heute ist das ganze ein  Museum – Gänsehautmomente garantiert.
  • Sehr spannend ist auch das  Fischerei- und Seefahrtsmuseum in Esbjerg.
  • Außerdem locken die drei Wattenmeerinseln Rømø, Mandø und Fanø. Alle drei Inseln haben ihren eigenen Charme. Mandø erreicht man bei Niedrigwasser übrigens über einen sieben Kilometer langen Schotterdamm, den Låningsvej, der sogar mit dem eigenen Auto befahren werden kann. Wer das seinem Auto nicht antun möchte, nimmt den Mandø-Bus. Das sind große Traktoren, die Anhänger hinter sich herziehen.

Auch im Wattenmeer-Zentrum wird neben der großen Ausstellung einiges geboten. Je nach Jahreszeit können Besucher etwa an Wattwanderungen, Seehundsafaris, Austernsafaris und Vogeltouren teilnehmen. Wir melden uns für den Abend für die “Schwarze Sonne” an. Hunderttausende Stare machen auf ihrem Weg in den Süden Halt im Nationalpark Wattenmeer. Wenn die Vögel am Abend Unterschlupf für die Nacht im dichten Schilf suchen, kann man Zeuge eines atemberaubenden Spektakels werden. Schreckt ein Greifvogel die Stare auf, erheben sie sich zu tausenden vom Boden und verdecken die Sonne. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Wir buchen eine Tour für den Abend und sind voller Hoffnung, das ein Greifvogel am Himmel auftaucht.

Ein absolutes Highlight in Dänemark: eine Watt-Wanderung

Bis zum Abend – erst dann landen die Stare im Schilf – haben wir noch genug Zeit, einen kleinen Spaziergang im Watt zu unternehmen. Wir haben Glück – es ist gerade Ebbe. Vom Wattenmeer-Zentrum sind es mit dem Auto nur wenige Minuten bis zum Strand. Das Wetter ist gewohnt rau mit viel Wind und Schauern – genau passend für die Umgebung. Weit im Watt sehen wir einige Leute umherlaufen, offenbar auf der Suche nach Austern. Es ist schon ein tolles Gefühl, auf dem Meeresboden entlangzulaufen. Wir passen auf, keine Muscheln oder Schnecken zu zertreten. Witzig anzuschauen sind die unzähligen Häufchen der Wattwürmer, die sich durch den Schlamm arbeiten. Das Wasser ist selten tiefer als zehn Zentimeter. So kommen wir selbst mit unseren wasserdichten Wanderschuhen weit ins Watt hinein. Besser wären aber natürlich Gummistiefel.

Stare über dem Wattenmeer

Stare über dem Wattenmeer

Biggi im Wattenmeer

Biggi im Wattenmeer. Weit und breit ist kein Land zu sehen

Die “Schwarze Sonne”

Am späten Nachmittag treffen wir Alex. Zusammen mit 50 bis 60 anderen Schaulustigen machen wir uns zu Fuß auf den Weg in die Heidelandschaft. Auf einem kleinen Hügel positionieren wir uns. Es strömen immer mehr Menschen in das Gebiet. Viele haben Ferngläser dabei – und alle warten darauf, dass hunderttausende Stare die Sonne verdunkeln. Leider lässt sich die Sonne heute nicht mehr blicken. Der Himmel ist grau und es windet. Alle paar Minuten kommt ein Schwarm Stare, um im Schilf zu landen und auf den nächsten Morgen zu warten. Wir warten eine geschlagene Stunde bis nach Sonnenuntergang, aber leider lässt sich kein einziger Raubvogel am Himmel blicken. Die Stare bleiben in ihrem Versteck – das erhoffte Spektakel fällt heute aus.

Gruppe Vogelbeobachter

Am Abend warten alle auf die Stare

Stare im Landeanflug

Mit etwas Glück wird der Himmel komplett schwarz

Stare am Himmel

Die Stare kommen schwungweise und suchen dann Schutz im Schilf

Nützliche Links

Unsere Dänemark-Reise im Überblick

Tag 1 Henne | Tag 2 Filsø-See, Kærgård und der Nationalpark Wattenmeer | Tag 3 Hvide Sande, Lyngvig Fyr und Stauning Whisky | Tag 4 Ringkøbing, Søndervig und Bagges Dæmning | Tag 5 Mønsted Kalkgruber und Slettestrand | Tag 6 Thorup Strand und Rad-Tour zu den Svinklovene | Tag 7 Der Leuchtturm von Rubjerg Knude | Tag 8 Råbjerg Mile, Radtour durch Skagen und Grenen | Tag 9 Christiansfeld, Haderslev und Schloss Gråsten

 

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Warst du auch schon im Wattenmeer unterwegs oder hattest du mehr Glück mit der “Schwarzen Sonne”? Berichte doch davon in den Kommentaren – wir freuen uns sehr darüber 🙂

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