Mallorca: alle 5 Höhlen im Test – welche Höhle man unbedingt gesehen haben muss

Mallorca: alle Höhlen im Test

Diese 5 Höhlen könnt ihr auf Mallorca besichtigen & unsere Empfehlung

Dass Mallorca wunderschöne Strände bietet und welche  Fotospots ihr auf der Insel unbedingt besuchen müsst, haben wir euch ja schon erzählt. Aber was viele sicher nicht wissen, ist, dass es auf Mallorca über 4000 Höhlen, Grotten und Spalten gibt. Mallorca besteht aus Kalkgestein. Durch diese geologische Gegenheit haben sich über Jahrtausende unzählige Höhlen entwickelt. Etwa 200 davon sind Tropfsteinhöhlen. Auch diese Zahl ist ungewiss, da viele Höhlen noch unerforscht sind. Richtige Höhlen-Fans kommen auf Mallorca aber voll auf ihre Kosten, wie uns der Besitzer der Coves de Génova erzähl. Er selbst ist privat in vielen Höhlen unterwegs. Das ist aber nur etwas für Profis. Viele Höhleneingänge liegen etwa unter Wasser und sind nur mit einer entsprechenden Tauchausrüstung zu finden. Wer mehr Infos über die geheimen Höhlen Mallorcas haben will, kann das Thema bei einem Besuch der Coves de Génova sicherlich einmal ansprechen.

Insgesamt gibt es auf Mallorca fünf Tropfsteinhöhlen, die für Besucher frei zugänglich sind und die problemlos besichtigt werden können. Wir haben für euch den großen Höhlen-Check gemacht und alle fünf Höhlen – die Coves d’Artà, Coves de Campanet, Coves de Génova, Coves del Drach und Coves dels Hams – besichtigt. Unsere ganz persönliche Einschätzung lest ihr in diesem Artikel. Wir können euch schon vorab verraten: Die Unterschiede zwischen den Höhlen sind immens und reichen von absoluter Wow-Effekt bis hin zu Touristenfalle. Doch welche Höhle muss man unbedingt gesehen haben und wo kann man sich das Geld sparen? Wir verraten es euch.

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Unser Höhlen-Top-Tipp: Coves de Artà

Für uns sind die Coves d’Artà das Highlight schlechthin auf der Ferieninsel Mallorca. Wer auf seiner Reise nur Zeit für eine Tropfsteinhöhle hat, muss die Coves d’Artà sehen. Die Höhlen findet ihr an der Ostküste Mallorcas, genauer im Gemeindegebiet von Capdepera östlich des Ortes Canyamel. Die Coves d’Artà wurden ganz früher sowohl bewohnt, als auch als Zufluchtsort genutzt. So sollen sich beispielsweise Piraten und auch Soldaten in den Höhlen versteckt haben. Die Coves d’Artà sind nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Die Führung ist mehrsprachig und wird sowohl auf spanisch, deutsch und englisch gehalten.

Schon der Eingang der Höhle ist spektakulär und auch der natürliche Zugang zur Höhle. Man tritt durch ein großes Loch im Fels ins dunkle Innere der Höhle. Gleich der erste Saal ist atemberaubend. Sie ist bis zu 25 Meter hoch und birgt riesige Formationen an Stalagtiten und Stalagmiten. Der Anblick ist wirklich beeindruckend. Die höchste Höhle ist über 54 Meter hoch. Jeder Saal hat einen bestimmten Namen – ausgesucht nach den Formationen der dortigen Tropfsteine. Der Saal der Flaggen beispielsweise zeigt Tropfsteine, die in der Tat wie große Flaggen aussehen. Die höchste Säule ist beispielsweise 22 Meter hoch.

 

Coves d'Artà

Die Tropfsteinhöhle Coves d’Artà – groß wie eine Kathedrale – muss man einfach gesehen haben. Die Führung ist sehr gut gemacht und informativ

Coves d'Artà

Riesige Gebilde wie diese erinnern an den Film “Alien”

Coves de Artà

Die Säle in der Tropfsteinhöhle sind goß wie Kathedralen

Coves de Artà

Wilde Formen überall

Coves de Artà

Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus

In so manchem Raum hat man das Gefühl, sich in einer riesigen Kathedrale zu befinden. Und ganz so abwegig ist dieser Gedanke dann auch nicht. Große Künstler wie Gaudi beispielsweise haben sich schon von den Coves d’Artà inspirieren lassen. Eine Höhle wird die “Hölle” genannt. In ihr findet auch eine großartige Licht- und Musikshow statt. Zur Oper Carmina Burana wird dem Besucher ein schönes Spektakel geboten. Ebenfalls toll fanden wir die Tropfsteinsäulen, die beim Klopfen unterschiedliche Töne von sich geben. Der Guide führt diese Besonderheit vor, danach dürfen die Besucher ebenfalls auf die Steine klopfen und unterschiedliche Töne erzeugen. Laut dem Veranstalter sind die Coves d’Artà das älteste Höhlensystem auf Mallorca, zumindest von den frei zugänglichen.

Lichtshow Coves de Artà

Die Lichtshow in den Coves de Artà ist gut gemacht und mit monumentaler Musik unterlegt

Extra Tipp: Ihr solltet auf jeden Fall die Treppenstufen hoch laufen und mit Glück könnt ihr, wenn gerade eine Gruppe herauskommt, von oben einen Blick in die Höhle werfen. Aber natürlich ist das nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was euch im Inneren erwartet.

  • Eintrittspreis: Erwachsene 14 €; Kinder 7 bis 12 Jahre: 7 € (Stand Oktober 2017)
  • Höhle: 10/10
  • Show und Erlebnisfaktor: 8/10
  • Preis/Leistung: 1 (sehr gut)
  • Fotos erlaubt: ja
  • Extra: Lichtshow mit Musik
  • Wo: Ostküste
  • Adresse: Carretera de las Cuevas, s/n, 07589 Canyamel ( Google Maps)
  • Öffnungszeiten: April bis Oktober: 10:00 bis 18:00 Uhr, November bis März: 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
  • Website

Fazit: Die Coves d’Artà gewinnen unseren großen Höhlen-Test und sind ein Highlight auf Mallorca, das wir jedem wärmstens empfehlen können. Landschaftlich gesehen übertreffen die Coves d’Artà alle anderen Tropfsteinhöhlen auf Mallorca. Wir würden die Höhle auch noch ein zeites Mal ansehen, weil man bei einer Tour gar nicht alle tollen Formationen in Ruhe bestaunen kann. Wir hätten leicht die doppelte Zeit dort verbringen können, weil die Höhlen und die Formationen wirklich äußerst beeindruckend sind. Im Rahmen der Führung kann man sich leider nicht ewig im Inneren aufhalten.

Wissenswertes rund ums Thema Fotografie und Mallorca

Die starke Nummer-2-Höhle: Coves del Drach (Drachenhöhle)

Der Name Coves del Drach bedeutet übersetzt Drachenhöhlen. Die Covas del Drach hat ein besonders beeindruckendes Highlight: den größten unterirdischen See Europas, den Lago Martel. Er  ist 177 Meter lang, 40 Meter breit und neun Meter tief. Zudem liegt er 39 Meter unter der Erde. Auf diesem See findet auch eine Show statt. Das komplette Höhlensystem der Coves del Drach ist 1700 Meter lang. Insgesamt liegen in der Höhle sechs unterirdische Seen.

Bei den Coves del Drach empfehlen wir, möglichst früh vor Ort zu sein und die erste Führung um 10 Uhr zu buchen. Die Karten kann man vorab online kaufen. Warum? Weil der Besucheransturm auf die Coves del Drach einfach immens ist. Als wir da waren, wurden etwa 400-500 Personen eingelassen – am Morgen und zur Nebensaison. Zu den späteren Führungen kommen noch viel mehr Besucher. Dann kann es bisweilen schon ganz schön eng und gedrängt werden. In der Höhle selbst gibt es bis zur Show, dem großen Finale, keine Führung. Man hat etwa 40 Minuten, um die schön geformten Stalagtiten und Stalagmiten auf eigene Faust anzusehen.

Eingang der Drachenhöhle

Am Eingang der Drachenhöhle

Drachenhöhle

Bei der Beleuchtung der Tropfsteinhöhle wurde viel wert darauf gelegt, alles natürlich zu beleuchten

Tropfsteine in der Drachenhöhle

Die Tropfsteine in der Höhle begeistern die Besucher

Wasser in der Drachenhöhle

Besonders schön ist, dass man immer wieder Wasser in der Höhle hat

Dann erreicht man den größten unterirdischen See Europas. Hier sind Sitzbänke aufgebaut, Handys und Kameras dürfen jetzt nicht mehr genutzt werden, Fotos sind nicht erlaubt. Ein Guide führt in die Show in verschiedenen Sprachen ein. Und dann erfolgt ein 15-Minütiges-Live-Konzert mit Pianist, Geigen und anderen Instrumenten. Vier Musikstücke werden den Besuchern dargeboten. Die Musiker werden auf einem Boot über den See gefahren. Die Stimmung ist wunderschön und die Boote sind beleuchtet. Nach dem Konzert besteht die Möglichkeit, eine kleine Strecke auf dem See mit dem Boot zurückzulegen. Für Kinder ist das natürlich ein Highlight. Man kann die paar Meter aber auch einfach zu Fuß gehen. Natürlich ist der Ansturm auf die Boote recht groß – hier ist mitunter Geduld gefragt.

  • Eintrittspreis: Erwachsene 15 €; Kinder 3 bis 12 Jahre: 8 € (Stand Oktober 2017)
  • Höhle: 8/10
  • Show und Erlebnisfaktor: 10/10
  • Preis/Leistung: 1 (sehr gut)
  • Fotos erlaubt: in der Höhle ja, während der Show nein
  • Extra: 15 Minuten Live-Klassik-Konzert, kurze Bootsfahrt möglich
  • Wo: Ostküste
  • Adresse: Ctra Cuevas s/n 07680, Porto Cristo ( Google Maps)
  • Öffnungszeiten: 13. März bis 31.Oktober: 10:00 bis 17:00 Uhr; 1. November bis 12. März: 10:45 bis 15:30 Uhr, 25. Dezember und 1. Januar geschlossen
  • Website

Fazit: Die Coves del Drach sind wunderschön und das Live-Konzert ist wirklich traumhaft. Für den Preis von 15 Euro erhält der Besucher ein tolles Programm, das er so bei keiner der fünf Höhlen erhält. Die Show ist große Klasse. Abzüge gibt es für den starken Besucherandrang. Die Höhlen sind sehr schön, aber nicht ganz so beeindruckend wie die großen Sääle beim Höhlen-Sieger Coves de Artà.

Der Geheimtipp: Coves de Campanet

Die Coves de Campanet kann man definitiv noch einen Geheimtipp nennen. Ihr findet sie im Norden Mallorcas, genauer beim Ort Campanet, in der Nähe von Sa Pobla. Was uns an den Höhlen von Campanet gefällt: Hier werden keine riesigen Menschenmassen herangekarrt und der Besucheransturm hält sich in Grenzen. Das macht diese Höhlen zu einem feinen Erlebnis. Es kann durchaus passieren, dass man eine halbe Stunde bis zur nächsten Führung warten muss, in unserem Fall sogar ein wenig länger. Die Zeit kann man gut auf der Terrasse des Cafés verbringen und dort die vielen Katzen, die von den Betreibern gepflegt werden, beobachten. So mancher Stubentiger lässt sich sogar kraulen.

Zu Beginn der Führung werden die Besucher in die verschiedenen Sprachen unterteilt. Jede Gruppe erhält eine Begrüßung in der passenden Sprache. Jede Gruppe läuft ein wenig anders durch die Höhle und dadurch verteilen sich die Menschen gut in der Höhle. Zwar sind die Coves de Campanet nicht so groß wie die anderen Höhlen, sie sind jedoch sehr schön. Auf Lichtshows wird komplett verzichtet, die Höhlen sind natürlich beleuchtet. Die Führung ist sehr kindgerecht gehalten. Bei uns durften zum Beispiel zwei dreijährige die Gruppe “anführen”. Unser Guide war äußerst charmant und bisweilen witzig. Zudem hat sie spannende Informationen gut erzählt. Auch die Geschichte der Entdeckung mutet so ursprünglich an wie die Höhle es auch heute noch ist. So wurden die Coves de Campanet von einem jungen Schäfer entdeckt. Unser Guide ging auch auf die Fragen der Besucher ein und nahm sich viel Zeit. Es entstand eine sehr nette, familiäre Atmosphäre. Der einzige Nachteil ist, dass man keine Fotos machen darf. Jedoch hat uns der Veranstalter sofort Fotomaterial zugesandt.

Coves de Campanet

Die Coves de Campanet sind fast noch ein Geheimtipp auf Mallorca

Tropfsteine Coves de Campanet

Filigrane Tropfsteingebilde

See in der Coves de Campanet

Auch ein kleiner See ist in der Höhle

Coves de Campanet

Eine der beeindruckendsten Formationen in den Coves de Campanet

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  • Eintrittspreis: Erwachsene 15 €; Kinder 3 bis 12 Jahre: 8 € (Stand Oktober 2017)
  • Höhle: 7/10
  • Show und Erlebnisfaktor: 6/10
  • Preis/Leistung: 2 (gut)
  • Fotos erlaubt: nein
  • Extra: kinderfreundlich
  • Wo: Nordosten
  • Adresse:
  • Öffnungszeiten: Winter: 10:00 bis 17:30 Uhr; Sommer: 10:00 bis 18:30 Uhr
  • Website

Fazit: In familiärer Atmosphäre ohne großen Besucherandrang kann man hier eine tolle Höhle besichtigen, die auf jeden Fall beeindruckend ist. Die Guides sind extrem bemüht, den Besuch zu einem tollen Erlebnis werden zu lassen. In der Höhle wird auf kitschige Lichteffekte verzichtet, was uns sehr gefällt.

Klein aber fein: Coves de Génova

Ebenfalls begeistert waren wir von den Coves de Génova in Palma. Das Höhlensystem ist deutlich kleiner als bei den anderen Höhlen, aber auch noch recht ursprünglich gehalten wie die Coves de Campanet. Als wir ankamen, hatte der Besitzer eigentlich gerade alles abgeschlossen. Ein heftiger Wolkenbruch hatte den Eingang unter Wasser gesetzt. Mit unseren Wanderschuhen ließ er uns jedoch in die Höhle und so hatten wir die Cuevas de Génova ganz für uns alleine. Zu den Höhlen gehört ein Restaurant, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Dort werden nur Speisen mit Produkten aus dem direkten Umfeld angeboten. Der Besitzer ist selbst ein Höhlen-Freak und erzählte, dass er erst kürzlich wieder eine der schwer zugänglichen Höhlen Mallorcas erkundete. Dafür musste er jedoch tauchen.

In die Coves de Génova kann man bequem hineinlaufen. Bis zu 39 Meter geht es in die Tiefe. Im Inneren der Höhle finden sich eigensinnig wachsende Formationen, die mitunter bunt angestrahlt werden. Sie sehen nicht aus wie die normalen Stalagtiten oder Stalagmiten, sondern wachsen nach unten und dann in bogenförmigen Gebilden wieder nach oben. Daraus ergeben sich merkwürdige Gebilde. 1906 wurde die Tropfsteinhöhle bei Erdarbeiten auf der Suche nach Wasser entdeckt. Das schöne an den Höhlen: der Besucher geht wirklich ganz nah an den Formationen vorbei. Es gibt keine Absperrungen oder Gitter. Die Höhlen sind täglich geöffnet.

Tropfsteine in den Coves de Génova

Tropfsteine in den Coves de Génova

Tropfsteine in den Coves de Génova

Das Spiel mit den Farben wird hier gut umgesetzt

Tropfsteine in den Coves de Génova

Obwohl die Höhle recht klein ist, gibt es viel zu entdecken

  • Eintrittspreis: Erwachsene 10 €; Kinder: 5 € (Stand Oktober 2017)
  • Höhle: 5/10
  • Show und Erlebnisfaktor: 5/10
  • Preis/Leistung: 3 (befriedigend)
  • Fotos erlaubt: ja
  • Extra: Lichtshow
  • Wo: Westküste (Palma)
  • Adresse: Carrer Barranc, 45 07015 Palma (Google Maps)
  • Öffnungszeiten: 11:00 bis 16:00 Uhr & 18:00 bis 23:00 Uhr
  • Website

Fazit: Die Coves de Génova sind die mit Abstand kleinsten zugänglichen Höhlen auf Mallorca. Uns hat gefallen, dass es hier recht ursprünglich zugeht und die Schönheit der Natur ohne viel Kitsch zu bewundern ist. Zwar werden die Tropfsteine bunt angestrahlt, das Konzept ist aber stimmig. Mit zehn Euro ist der Eintritt deutlich niedriger als bei den anderen Höhlen, wenngleich das natürlich in Relation zur Größe der Höhle gesehen werden muss. Wer nur ein paar Tage in Palma oder im Westen Mallorcas hat, kommt an den Coves de Génova ohnehin kaum vorbei. Die übrigen Höhlen liegen alle in der Inselmitte oder im Osten der Insel.

Coves dels Hams – eine Touristenfalle par exellence

Der stolze Eintrittspreis von 21 Euro macht die Covas dels Hams zu den mit Abstand teuersten Höhlen auf Mallorca. Entdeckt wurden die Höhlen 1905 von Pedro Caldentey und seit 1910 sind sie für Besucher zugänglich. Laut Betreiber handelt es sich um die erste Höhle Spaniens, die öffentlich zugänglich gemacht wurde. Von der Ursprünglichkeit, von der noch ein paar Plakaten zeugen, ist heute nicht mehr viel zu sehen. Grelle Werbetafeln legen den Fokus auf das Essen im Restaurant und auf die Filmvorführungen. Am Eingang wird an einer Felswand von jedem Besucher ein Foto gemacht – ob er möchte oder nicht. Angekündigt werden drei Höhlen. Wobei die erste Höhle – die runde Höhle – der Ort ist, an dem die Besucher auf die Führung warten. Hier gibt es auch ein Café. Den meisten Besuchern wird wohl erst später klar, dass sie sich schon in Höhle Nummer eins befinden.Eine Höhle ist das hier aber noch nicht. Wer sich umblickt, sieht durchaus schöne Felswände und die runde Formation. Groß angekündigt wird auch der botanische Garten mit einheimischen Tierarten. Das sind die Pflanzen, die neben der Treppe angelegt wurden und daneben Schilder, die einheimische Vögel beschreiben. Bei dem Eingangs-Tumult lässt sich jedoch keiner der Vögel blicken. Die Schilder dienen der Information. Wobei auch hier die Frage ist, ob der Besucher, der damit beschäftigt ist, die Treppen hinunter zu laufen, überhaupt die kleinen Pflanzen und Schilder an der Seite bemerkt.

Runde Höhle Coves dels Hams

Die sogenannte runde Höhle ist eigentlich keine Höhle, wird aber als solche verkauft

Die Führung beginnt mit einer Filmvorführung – ein Dokumentarfilm über die Entdeckung Mallorcas. Für Kinder mag dieser Film spannend sein, für alle anderen weniger. Danach führt uns der Guide durch die sogenannte Blaue Höhle. Der Name rührt einfach von der blauen Beleuchtung. An einer großen Felswand wird schließlich ein weiterer Film vorgeführt – Genesis, die Geschichte des Lebens. Ein Zeitraffer vom Urknall bis heute. Wer diese Filme nicht sieht, hat sicher nichts verpasst.

Dann geht es auch schon wieder raus in die runde Höhle. Von hier gehen wir weiter in die Haupthöhle. Die Begrüßung sowie Infos während der Tour erfolgen in mehreren Sprachen. Im Inneren der Höhle wird ein Tonband abgespielt, ebenfalls in mehreren Sprachen, das weitere Informationen zur Höhle liefert. Die Höhle ist sehr kitschig in allen erdenklichen Farben beleuchtet. Spannend sind jedoch die Formationen der Tropfsteine. Diese wachsen eigensinnig nach unten und dann in bogenförmigen Gebilden wieder nach oben. Ein bisher ungeklärtes Naturphänomen. Das hatten wir bisher in keiner der anderen Höhlen so ausgeprägt beobachten können. Diese Anormalie ist das Highlight der Coves dels Hams.

Coves dels Hams

Offenbar meinen die Betreiber der Höhle, mit vielen Farben mehr Besucher anlocken zu können

Coves dels Hams

Auch hier Farben ohne Ende. Die Tropfsteine sind dafür sehr interessant

Die Coves dels Hams besitzen außerdem einen kleinen unterirdischen See. Hier findet eine Vorführung statt. Ein einsamer Ruderer mit beleuchtetem Boot fährt zu unterschiedlichen Musikstücken auf dem See. Erneut werden Filmsequenzen an die Wände projiziert, unter anderem Auszüge aus der Oper Papageno. Zum Schluss wird griechische Musik gespielt und die griechischen Flagge eingeblendet (warum eigentlich, wir sind auf Mallorca). Diese Show kann man getrost als Zeitverschwendung bezeichnen. Am Ausgang der Höhle werben wieder riesige bunte Plakate für das Essen im Restaurant.

See mit Boot Coves dels Hams

Die Lichtshow auf dem kleinen See könnte man sich wirklich sparen. Die Musik kommt aus dem Lautsprecher und auf dem See fährt ein Böötchen. Kitsch pur

Werbetafeln

Wer aus der Höhle kommt, wird von Werbetafeln erschlagen

  • Eintrittspreis: 21 € (Stand Oktober 2017)
  • Höhle: 5/10
  • Show und Erlebnisfaktor: 4/10
  • Preis/Leistung: 5 (mangelhaft)
  • Fotos erlaubt: ja
  • Extra: Zwei Filme, Lichtshow mit Musik und Boot auf dem See
  • Wo: Ostküste
  • Adresse: ( Google Maps)
  • Öffnungszeiten: 30. Oktober bis 30. Juni: 10:00 bis 16:30 Uhr; 1. Juli bis 29. Oktober: 10:00 bis 17:00 Uhr
  • Website

Fazit: Völlig überteuert und eine Touristenfalle par excellence. Interessant sind jedoch die unwirklich geformten Tropfsteine. Würden wir die Höhle noch einmal besichtigen? Nein. Würden wir sie weiterempfehlen? Nur sehr bedingt. Wer auf Vergnügungsparks mit viel Kitsch steht, der könnte Gefallen an den Coves dels Hams finden. Die Filme dürften insbesondere für Kinder interessant sein. Sehr nervig sind die Tonbandansagen in der leider auch sehr beengten Höhle, die sich in allen möglichen Sprachen ständig wiederholen. Auf Guides, die die Besucher führen, wird verzichtet. Der Eintrittspreis ist in unseren Augen viel zu hoch und steht in keinem Verhältnis zum Gebotenen. Viel weniger Kitsch, der halbe Eintrittspreis und eine geführte Tour mit guten Guides, dann könnten wir diese Höhle auch empfehlen. So leider nicht.

Alle für Besucher zugänglichen Höhlen auf Mallorca

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Tropfsteinhöhlen Mallorca

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Coves de Artà: 39.656003, 3.451000
Coves del Drach: 39.536067, 3.330767
Coves de Campanet: 39.792172, 2.968364
Coves de Génova: 39.561828, 2.598867
Coves dels Hams: 39.545836, 3.320603

Übrigens: Mit unserer Karte kannst du dich auch navigieren lassen. Klicke einfach auf einem Spot auf “Directions” und Google Maps wird geöffnet

Kleine Tropfsteinhöhlenkunde

  • Je nach Anordnung des Tropfsteins spricht man von Stalaktit, Stalagmit oder Stalagnat. Stalaktiten kommen von der Decke, Stalagmiten wachsen vom Boden in die Höhe. Der Stalagnat ist eine durchgehende Säulenform und kommt relativ selten vor. Schwer zu merken oder? Zum Glück gibt es ein paar Eselsbrücken. Eine der bekanntesten ist – kein Scherz: “Die Mi(e)ten steigen und die Tit(t)en hängen”.
  • Tropfsteine wachsen nur sehr langsam. Als Faustregel kann man sagen: acht bis 15 Millimeter pro 100 Jahre sind realistisch.
  • Tropfsteine anfassen ist tabu. Durch die Fettschicht auf dem Finger kann sich der Kalk nicht mehr ablagern. Das Wachstum kommt zum Erliegen.

Wissenswertes rund ums Thema Fotografie und Mallorca

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Zahlen und Fakten über Mallorca

  • Mallorca ist die größte der balearischen Inseln und die siebtgrößte Mittelmeerinsel
  • Auf Mallorca leben rund 860.000 Menschen – davon sind rund 18.600 Deutsche
  • 180 Strände sind auf der Insel zu finden
  • Vier deutschsprachige Zeitungen werden auf Mallorca herausgebracht
  • Die spektakuläre Schlucht des Torrent de Parreis ist 3,3 Kilometer lang
  • Der höchste Berg, den man wegen der Militärbasis am Gipfel allerdings nur mit einigem Verwaltungsaufwand besteigen kann, ist der Puig Major mit 1445 Metern
  • 1579 Quadratkilometer Mallorcas stehen unter Naturschutz
  • Im Durchschnitt bietet die Insel 7,9 Sonnenstunden am Tag
  • Etwa zehn Millionen Menschen besuchen Mallorca pro Jahr
  • Mallorca ist die Lieblingsinsel der Deutschen – rund vier Millionen Deutsche besuchen pro Jahr die Insel
  • Es gibt rund 3700 Restaurants und 5600 Bars auf der Insel. Natürlich ändern sich diese Zahlen jedes Jahr ein wenig

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