USA – Tag 8 – Mesa Verde Nationalpark

Ein Abstecher in den Mesa Verde Nationalpark

Der Mesa Verde Nationalpark lockt mit unzähligen Ruinen aus längst vergessener Zeit

Die Nacht ist kurz. Obwohl ich nur drei Stunden schlafe, finde ich am Morgen zu alter Stärke zurück. Lange vor Sonnenaufgang stehe ich am Needles Overlook (Google Maps), von dem aus man einen sagenhaften Blick auf die Landschaft des Canyonland Nationalparks genießt. Trotz meiner dicken Klamotten geht die Kälte durch Mark und Bein – der starke Wind tut sein Übriges, dass es hier draußen so früh am Morgen nicht wirklich gemütlich ist. Schon nach ein paar Minuten bereue ich, dass ich bei meiner Ausrüstung an den Handschuhen gespart habe.

Needles Overlook2

Advertisements

Der Ausblick von hier oben in die unendlichen Weiten des Wilden Westens ist einfach atemberaubend. Mit den ersten Sonnenstrahlen steigt die Temperatur schlagartig und ich kann die Jacke ablegen. Eine Stelle hat es mit besonders angetan. Soll ich oder soll ich nicht? Ein falscher Schritt und es wäre der letzte. Direkt vor mir geht es locker 500 Meter, vielleicht sogar 1.000 Meter in die Tiefe – so genau kann ich das von hier oben nicht einschätzen. Ich wage es und positioniere mich auf einer markanten Felsspitze – unter mir nichts als gähnende Leere. Ich springe gut ein Dutzend Mal auf den Felsvorsprung, um das perfekte Foto zu erhaschen. Viel Zeit bleibt mir hier leider nicht mehr, ich habe noch einen langen Weg vor mir.

Florian Westermann3

Der Mesa Verde Nationalpark im US-Bundesstaat Colorado

Das nächste Ziel meiner Reise führt mich in den Bundesstaat Colorado in den Mesa Verde Nationalpark. Die 120 Meilen spule ich auf dem Highway schnell ab. Mit jeder Meile, die ich nach Osten komme, wandelt sich die Landschaft. Während in Utah die Wüste das Bild prägt, sind es hier grüne Wiesen, Farmen und schneebedeckte Gipfel. Die USA sind ein Land der Kontraste – das wird mir hier wieder einmal bewusst.

Farm in Colorado Bergkette in Colorado

Anzeige
Nationalparkroute USA - Südwest: Routenreiseführer
Von Marion Landwehr
Preis: EUR 14,95
58 neu von EUR 14,958 gebraucht von EUR 8,33
Routenreiseführer
Broschiertes Buch
Sandstein leuchtet in allen Farben und präsentiert sich in bizarrsten Formen, bevor grüne Landschaften die nahenden Gebirge ankündigen und man schließlich vor endlos großen Stauseen mitten in der Wüste weitere Wunder der Natur bestaunt. Der Südwesten ist weit mehr als nur die Prärie der Westernfilme, was die Natur hier in Jahrmillionen geschaffen hat, ist schier unbeschreiblich.

Entlang einer der landschaftlich eindrucksvollsten Reiserouten der USA drängen sich weltberühmte Nationalparks aneinander: Zion National Park, Bryce Canyon, Capitol Reef, Arches und Canyonlands National Park, Mesa Verde und natürlich der gigantische Grand Canyon. Daneben sorgen National Monuments wie Grand Staircase Escalante oder Natural Bridges und außergewöhnliche Erholungsgebiete wie der Lake Powell für ein hohes Maß an Abwechslung.

- Detaillierte Beschreibung einer 2.400 km langen Rundreise zu den berühmtesten Nationalparks der westlichen USA, ausgehend vom schillernden Las Vegas.

- Mit zahlreichen Ausflügen und Abstechern zu abseits der Hauptroute liegenden Highlights.

- Ausführliche Beschreibungen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten, mit allen notwendigen Empfehlungen für Übernachtungen auf Campgrounds sowie in Hotels und Motels.

- Umfangreiches Kartenmaterial, viele Abbildungen und top-aktuelle Reiseinformationen zur Vorbereitung und stressfreien Durchführung der Reise.

4. aktualisierte Auflage, komplett in Farbe

Der Mesa Verde Nationalpark ist bekannt für seine Ruinen indianischen Ursprungs – über 600 verstecken sich hier in den Canyons. Etwa 40 Pueblos und Cliff Dwellings sind von Aussichtspunkten aus zu sehen. Ab 750 n. Chr. legte der Stamm der Anasazi seine Wohnungen auf der Mesa zu Pueblos, also kleinen Dörfern, zusammen. Um 1200 verlegten die Bewohner ihre Behausungen in Nischen im Fels. Die Felsüberhänge boten Schutz vor Feinden und Naturgewalten und konservierten die Bauten bis heute. Die neuen Wohnungen sollten aber nur rund 100 Jahre genutzt werden. Um 1300 verließen die Anasazi das Plateau. Über die Gründe wird bis heute spekuliert. Für kriegerische Auseinandersetzungen mit anderen Stämmen gibt es keine Beweise. Möglich ist, dass die bis zu 5.000 Bewohner der Natur, von der sie lebten, zu sehr zusetzen.

Advertisements

Um die schönsten und größten Behausungen zu erkunden, melde ich mich im Visitor Center zu einer geführten Tour an. Zu dieses Jahreszeit ist das kein Problem, ich habe freie Wahl. Nur leider ist die Strecke zum Long House noch gesperrt. Die Tour wird erst in einigen Wochen wieder angeboten. Dafür geht’s zum Balcony House und zum Cliff Palace. Die Touren sind kurz und erfordern keine Erfahrung im Berg. Menschen mit Höhenangst oder Platzangst könnten allerdings mit den hohen Leitern und zum Teil sehr engen Durchgängen ein Problem haben.

Die Ruinen des Balcony House mit 40 Räumen finden sich in einer Alcove in einer riesigen Felswand. Wer die Ruine besuchen will, sollte nicht unter Höhenangst leiden. Unter der Führung eines Rangers geht es über eine steile, zehn Meter hohe Leiter nach oben und durch enge Gänge.

Balcony House im Mesa Verde Nationalpark Balcony House im Mesa Verde Nationalpark2 Balcony House im Mesa Verde Nationalpark3 Balcony House im Mesa Verde Nationalpark4

Der Cliff Palace ist die Attraktion im Mesa Verde Nationalpark. Eine geführte Tour führt hinunter zu den alten Ruinen. Die 150 Räume boten etwa 100 Bewohnern eine Unterkunft.

Cliff House im Mesa Verde Nationalpark5 Cliff House im Mesa Verde Nationalpark6 Cliff House im Mesa Verde Nationalpark7 Cliff House im Mesa Verde Nationalpark9 Cliff House im Mesa Verde Nationalpark8

Leider sind die meisten der Ruinen nur im Rahmen einer geführten Tour zu erkunden und sogar die Straßen zu den Sehenswürdigkeiten werden nach Sonnenuntergang geschlossen. Angesichts des zunehmenden Vandalismus einiger Idioten in vielen Nationalparks ist diese Regel allerdings nachzuvollziehen.

Die Nacht verbringe ich auch dem Morefield Campground, der mitten im Mesa Verde Nationalpark liegt. Günstiger kann man nicht übernachten. Allerdings ist es mit meiner Iso-Matte nicht weit her, mein Bett ist hart wie ein Brett. Ein paar Stunden Schlaf kommen aber doch zusammen.

0 replies

Leave a Reply

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *