Schottland – Tag 3 – Die „Harry Potter“-Brücke Glenfinnan Viadukt

Der Glenfinnan Viadukt im Nebel

Harry Potter lässt grüßen

Beim Blick aus dem Fenster verschlägt es uns den Atem. Ein Tal, umgeben von schroffen Bergen, in dem dichter Nebel schwabbert und der nur ab und an einen Blick auf die Umgebung eröffnet. So stellt man sich die schottischen Highlands vor. Wir haben heute Nacht auf der Straße zum Parkplatz des Ben Nevis übernachtet. Hier muss früher etwas schreckliches passiert sein. Normalerweise kann ich mich nur selten an Träume erinnern – und wenn, dann nur schemenhaft. Diese Nacht war das anders. Ich war inmitten einer Gruselgeschichte. Ein älteres Hexer-Pärchen hatte versucht, uns umzubringen. Jetzt wird’s aber wirklich schaurig: Auch Biggi hatte einen Albtraum, in dem ein Mörder uns ebenfalls an den Kragen wollte. Ich bin alles andere als abergläubisch – aber vielleicht gibt es doch Dinge zwischen Himmel und Erde, die nicht in unser Weltbild passen. Nicht umsonst ist Schottland die Heimat vieler schauriger Sagen.

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Das Tal Glen Nevis

Nebel im Tal Glen Nevis

Das Tal Glen Nevis im Morgengrauen. Die kleinen weißen Punkte sind übrigens Schafe – von denen gibt es ja einige in Schottland

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Wanderung am Fuße des Ben Nevis

Der Ben Nevis steht eigentlich auf unserer To-do-Liste. Das schlechte Wetter hält uns aber davon ab, die rund .. Kilometer lange Wanderung auf den mit 1345 Meter höchsten Berg Schottlands zu unternehmen. Wir wurden im Vorfeld von Freunden gewarnt, die Tour wirklich nur bei guten Bedingungen anzugehen. Wir fahren ein Stück in das Tal Glen Nevis hinein. An einem großem Parkplatz vor einer Brücke wechseln wir unseren fahrbaren Untersatz gegen die Wanderschuhe. Ein Wanderweg führt am Fluss entlang zur 1,6 Kilometer entfernten Paddy’s Bridge. Es regnet wie aus Kübeln – trotzdem genießen wir diese Tour. Wir sind ganz alleine in dieser atemberaubenden Landschaft. Die frische Luft ist eine Wohltat und wie könnte man besser abschalten als bei einer Wanderung in solch einer tollen Umgebung.

Wasserfall

Hier an diesem Wasserfall beginnt die kurze Wanderung zu Paddy’s Bridge

Flussufer Glen Nevis

Anfangs führt der Wanderweg am Flussufer entlang

Glen Nevis

Es regnet und die Sicht ist schlecht – aber gerade das macht die kurze Wanderung auch zu einem kleinen Abenteuer

Waldweg

Wir wandern durch einen mystischen Wald. Hier ist alles moosbewachsen

Der Weg zieht einige Meter an und eröffnen einen traumhaften Rundumblick auf die Berge und das Tal. Paddy’s Bridge erreichen wir nach 45 Minuten. Der Fluss rauscht hier in imposanten Stromschnellen in die Tiefe. Für den Rückweg wählen wir den Fahrweg, der laut Ausschilderung nicht für Camper geeignet ist. Zur Hochsaison ist das richtig. Wenn allerdings kaum etwas los ist, kann man die enge Piste auch problemlos mit dem Camper befahren.

Paddy's Bridge

Wir erreichen die Brücke Paddy’s Bridge

Stromschnellen Glen Nevis

Paddy’s Bridge führt über diese imposanten Stromschnellen

Berge Glen Nevis

Wir wandern über die Straße zurück. Die Landschaft bleibt atemberaubend schön

Nebelschwade Glen Nevis

Den Nebel werden wir heute nicht mehr los

Die „Harry Potter“-Brücke Glenfinnan Viadukt

Unsere Reise führt uns weiter gen Westen nach Glenfinnan. Bekannt ist der kleine Ort in den schottischen Highlands wegen der “Harry Potter”-Filme – doch dazu später mehr. Es regnet immer noch und wir schlüpfen wieder in unsere klammen Regenklamotten. Direkt am Visitor Center von Glenfinnan führt ein Weg durch einen verwunschenen Zauberwald. Die Bäume sind moosbewachsen und der Blick auf Loch Shiel ist trotz des dichten Nebels umwerfend. An einer Abzweigung biegen wir links ab. Es geht einige Höhenmeter nach oben. Die Sicht von dem Hügel ist überwältigend.

Glenfinnan Wanderweg

In Glenfinnan beginnt dieser neu angelegte Wanderweg

moosbewachsener Baum

Ein moosbewachsener Baum

Brücke Loch Shiel

Diese Brücke führt uns trockenen Fußes über Loch Shiel

Baum im Nebel

Ein Baum im Nebel – so stellt man sich Schottland vor

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Loch Shiel

Der See Loch Shiel

Das absolute Highlight ist aber der Glenfinnan Viadukt. Die 380 Meter lange Brücke mit ihren imposanten Steinbögen wurde 1901 eingeweiht. Damals dachte wohl niemand daran, dass eines Tages ganze Menschenmassen nur wegen des Viadukts in Reisebussen angekarrt werden. Zu Weltruhm brachte es der Glenfinnan Viadukt nicht nur wegen seiner einmaligen Schönheit, sondern vor allem wegen der Harry Potter Filme, in denen die Brücke immer wieder vorkommt. Die Bilder, wenn der Hogwart-Express über den Glenfinnan Viadukt brettert, sind unvergessen. Noch heute rauscht der Zug über den Viadukt, nämlich auf der Strecke von Fort William nach Mallaig. Ein besonderes Highlight aber ist der berühmte Jakobite Steam Train. Wenn die Dampflok über die Brücke schnaubt, stehen unzählige Schaulustige oberhab der Brücke, um das Spektakel zu verfolgen. Natürlich kannst du auch mit dem Dampfeisenbahn fahren. Die Abfahrtszeiten findest du auf der Seite der Betreibergesellschaft. Hier kannst du auch die Fahrkarten online kaufen.

Drohnen-Verbotsschild

Ein Drohnen-Verbotsschild auf dem Weg zum Glenfinnan Viadukt

Glenfinnan Viadukt

Nach ein paar Minunten auf einer Straße errichen wir schon das Glenfinnan Viadukt, bekannt aus den “Harry Potter”-Filmen

Glenfinnan Viadukt

Wir folgen hinter dem Viadukt dem Wanderweg und erhaschen diesen tollen Blick

Prince’s Cairn

Der Sonnenuntergang fällt leider wieder ins Wasser. Wir entscheiden spontan, an die Küste zu fahren. Vom Glenfinnan Viadukt sind es nur rund 20 Kilometer bis ans Meer. Direkt bei Prince’s Cairn am Loch nan Uamh finden einen Stellplatz für unser Wohnmobil. Das ist übrigens der Platz, an dem der lange im Exil lebende Prinz Charles Edward Stuart 1746 aus Schottland floh. Ein Jahr zuvor war Stuart mit einem Dutzend Männern in Schottland gelandet und eroberte mit Unterstützung einiger schottischer Clans sogar Edinburgh. Es war der Zweite Jakobitenaufshand. Stuarts Sieg war allerdings nur von kurzer Dauer, aber immerhin gelang ihm die Flucht. 1788 starb Stuart in seiner Geburtsstadt Rom.

Wir sind gespannt, was uns am Morgen erwartet. In der Nacht hören wir Eulen und andere Vögel. Sie sind ganz in der Nähe, aber so gut versteckt, dass wir sie im Dickicht nicht entdecken. Überhaupt ist das die dunkelste Nacht, die ich wohl je erlebt habe. Ohne Taschenlampe sieht man die Hand vor Augen nicht. Durch die dicken Wolken am Himmel und durch die fehlenden Ortschaften fällt auf dieses Stück Erde in dieser Nacht kein Funken Licht.

Unsere Schottland-Reise im Überblick

Tag 1 Edinburgh | Tag 2 Glencoe | Tag 3 Die „Harry Potter“-Brücke Glenfinnan Viadukt | Tag 4 Im Fischerhafen von Mallaig | Tag 5 Rund um Loch Ness: auf der Suche nach Nessie | Tag 6 Die Oban Distillery | Tag 7 In vier Stunden durch Glasgow

Du willst es lieber kurz und knackig? Eine Zusammenfassung unserer Schottland-Reise findest du hier

Alle Highlights unserer Schottland-Reise

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Schottland 2017

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Etappe 1 - Edinburgh Castle: 55.948689, -3.200122
Etappe 1 - Forth Bridge: 55.992453, -3.405504
Etappe 1 - Calton Hill: 55.954748, -3.181851
Etappe 2 - Etive Mòr Wasserfall: 56.647587, -4.865913
Etappe 2 - The Meeting of the Three Sisters: 56.662735, -4.965327
Etappe 3 - Die „Harry Potter“-Brücke Glenfinnan Viadukt: 56.876133, -5.431881
Etappe 4 - Der Fischerhafen von Mallaig: 57.007021, -5.828290
Etappe 4 - Loch Eilt: 56.883439, -5.611471
Etappe 5 - Inverness: 57.476317, -4.225488
Etappe 5 - Urquhart Castle: 57.324107, -4.441996
Etappe 5 - Fort Augustus: 57.145039, -4.681420
Etappe 6 - Castle Stalker: 56.571353, -5.385962
Etappe 6 - Dunstaffnage Castle: 56.454606, -5.437374
Etappe 6 - Oban Distillery: 56.414951, -5.472286
Etappe 7 - Doune Castle: 56.185190, -4.050082
Etappe 7 - George Square: 55.861137, -4.250143
Etappe 7 - \'The Lighthouse\': 55.859782, -4.255389
Etappe 7 - Kelvingrove Art Gallery: 55.868574, -4.290622

Übrigens: Mit unserer Karte kannst du dich auch navigieren lassen. Klicke einfach auf einem Spot auf “Directions” und Google Maps wird geöffnet

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4 replies
  1. Hubert
    Hubert says:

    Muss gerade gewaltig grinsen – gutes Wetter scheint an der Brücke echt selten zu sein, wir standen im strömenden Regen davor vor vier Jahren 😉

    Und jetzt hab ich wieder Lust auf Schottland. Sollte das vielleicht für meinen 45. Geburtstag nächstes Jahr wieder planen :))

    Schöne Bilder habt ihr mitgebracht!

    Reply
    • Florian Westermann
      Florian Westermann says:

      Hi Hubert,

      ja, der Regen gehört einfach dazu. Aber hey, es gibt ja kein schlechtes Wetter, nur schlechte Klamotten ggg

      Mal sehen, ob wir es dieses Jahr noch einmal nach Schottland schaffen, wäre schon toll

      Viele Grüße
      Florian

      Reply
  2. Bergpixel
    Bergpixel says:

    Sehr stimmungsvolle Bilder und eine traumhafte Landschaft.
    Der Bericht macht Lust Schottland einmal selbst zu erkunden. Ich hoffe es klappt bald mal.

    Viele Grüße, Maik

    Reply

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