Wanderung auf Seinskopf (1961m) und Signalkopf (1895m)

Der Seinskopf und der Blick auf die Schöttelkarspitze

Die Wanderung auf den Seinskopf belohnt mit atemberaubenden Aussichten

Das Wetter schreit geradezu nach einer Bergtour und so breche ich am Morgen auf in Richtung Krün. Von München aus erreiche ich den Wanderparkplatz (GPS: N 47 30.266, E 11 17.091 – Google Maps) über die A95 in eineinviertel Stunden. Auf dem Plan steht heute eigentlich der 2.050 Meter hohe Gipfel der Schöttelkarspitze in der Soierngruppe im bayerischen Karwendel. Im Laufe der Wanderung stellt sich jedoch heraus, dass der Weg zur Schöttelkarspitze noch nicht oder nur unter einem sehr hohen Risiko begehbar ist. Am Morgen höre ich auch schon den Rettungshubschrauber, offenbar auf dem Weg zur Schöttelkarspitze.

Vom Parkplatz in Krün erreichen ich direkt das Ufer der Isar. Eine Brücke bringt mich trockenen Fußes über den Fluss. Ein Wegweiser zeigt auch schon die richtige Richtung zur Schöttelkarspitze, den Seinskopf und den Schwarzkopf. Allerdings gibt es zwei Varianten auf den Gipfel der Schöttelkarspitze. Ich halte mich hier rechts. Von der angegebenen Gehzeit von 5:05 Stunden sollte man sich nicht abschrecken lassen, in der Regel schafft man den Weg deutlich schneller.

Eine Brücke führt mich trockenen Fußes über die Isar

Eine Brücke führt mich trockenen Fußes über die Isar

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Es geht Anfangs gemütlich durch den Wald. Nach 20 Minuten erreiche ich eine Lichtung und die Hüttlebachklamm, der man bei Lust und Laune in einem kurzen Abstecher einen Besuch abstatten kann. Ich lasse die Hüttlebachklamm links liegen und folge dem Waldweg, der mich jetzt rasch nach oben führt. Es lohnt sich, hin und wieder Stopp zu machen und seinen Blick auf das Wettersteingebirge, zur Westlichen Karwendelspitze und zum Barmsee schweifen zu lassen.

Die Wanderung führt mich anfangs gemütlich durch den Wald

Die Wanderung führt mich anfangs gemütlich durch den Wald

An der Hüttlebachklamm geht es links ab

An der Hüttlebachklamm geht es links ab

Der Blick in die Hüttlebachklamm. Wer mag macht hier einen kurzen Abstecher

Der Blick in die Hüttlebachklamm. Wer mag macht hier einen kurzen Abstecher

Immer wieder genieße ich einen tollen Blick in die Berge

Immer wieder genieße ich einen tollen Blick in die Berge

Hier ist der Weg ein wenig ausgesetzt

Hier ist der Weg ein wenig ausgesetzt

Der Blick zurück auf den Wegverlauf

Der Blick zurück auf den Wegverlauf

Und wieder einer dieser tollen Aussichten

Und wieder einer dieser tollen Aussichten

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Nach einer längeren, leicht ausgesetzten Querung erreiche ich das Felsenhüttl auf 1.570 Metern. Hier geht es rechts ab weiter durch den Wald und durch ein grobes Geröllfeld. Immer wieder gibt der Wald freie Sicht auf die umliegenden Berge.

Am Felsenhüttl auf 1.570 Metern geht es rechts ab

Am Felsenhüttl auf 1.570 Metern geht es rechts ab

Die Schöttelkarspitze rückt in den Blick

Nach eineinhalb Stundes erblicke ich das erste Mal die Schöttelkarspitze – ein beeindruckendes Felsmassiv. Von hier an folge ich dem Bergrücken durch die Latschen mit einem schönen Blick ins Isartal. Stellenweise liegt noch tiefer Schnee, das ist hier aber kein Problem.

Die Schöttelkarspitze thront wie ein König über die Landschaft

Die Schöttelkarspitze thront wie ein König über die Landschaft

Inzwischen ist auch der Seinskopf zu sehen. Ich folge dem Weg durch die Latschen bis zum Seinskopf-Gipfelhang. Der Hang liegt nordseitig und noch immer unter einer dicken Schneedecke. Von oben kommt mir ein Wanderer entgegen und mahnt auch gleich zur Vorsicht. Ohne Grödel ist der steile Hang kaum zu begehen. Wenige Minuten später verstehe ich seinen Einwand. Der Hang ist im oberen Teil so steil, dass kaum Schnee liegt. Dafür ist der Lehmboden gefroren und extrem glatt. Ich finde keinen Gripp und breche an dieser Stelle ab. Ich versuche es noch einmal ein Stück weiter südlich zwischen den Latschen. Der Schnee ist hier zum Teil noch hüfttief und liefert mir den nötigen Gripp. Durch die hoch stehende Sonne ist die weiße Pracht aber stark instabil. Nur wenige Meter neben mir geht eine Lawine ab. Keine Lawine wie in einem spektakulären Video, aber eine, die mich in jedem Falle in die Tiefe gerissen hätte. Schon alleine deswegen bleibe ich so gut es eben geht zwischen den Latschen.

Auch der Barmsee ist bestens im Blick

Auch der Barmsee ist bestens im Blick

Blick auf den Herzogstand (links), den Walchensee und rechts den Jochberg

Blick auf den Herzogstand (links), den Walchensee und rechts den Jochberg

Im Sommer ist der Aufstieg zum Seinskopf kein Problem - bei Schnee sieht das anders aus

Im Sommer ist der Aufstieg zum Seinskopf kein Problem – bei Schnee sieht das anders aus

Der Seinskopf-Gipfel

Auf den letzten Metern zum Grat zieht der Hang noch einmal an und Latschen sind hier weit und breit nicht mehr zu sehen. Augen zu und schnell nach oben – geschafft! Der Blick auf die Karwendelgruppe entschädigt für die Strapazen. Hier oben treffe ich andere Wanderer, die einen schneefreien Aufstieg über den Lausberg (1.855m) und den Signalkopf (1.895m) gegangen sind. Sogleich höre ich auch die Warnung, der Weg zur Schöttelkarspitze sei wegen des vielen Schnees kaum begehbar. Das macht nichts, in wenigen Minuten erreiche ich über das Grat das Seinskopf-Gipfelkreuz auf 1.961 Metern. Viel Platz ist hier oben nicht, für die Brotzeit reicht es aber allemal. Außerdem ist der Blick vom Seinskopf auf die Schöttelkarspitze überwältigend.

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Auf diesem Grat geht es die letzten Meter zum Seinskopf-Gipfel

Auf diesem Grat geht es die letzten Meter zum Seinskopf-Gipfel

Die Schöttelkarspitze liegt noch in weiter Ferne

Die Schöttelkarspitze liegt noch in weiter Ferne

Vom Seinskopf genießt man einen herrlichen Blick auf die Schöttelkarspitze

Vom Seinskopf genießt man einen herrlichen Blick auf die Schöttelkarspitze

Der Gipfelblick vom Seinskopf sucht seinesgleichen

Der Gipfelblick vom Seinskopf sucht seinesgleichen

Die Schöttelkarspitze aus der Luft gesehen

Die Schöttelkarspitze aus der Luft gesehen

Abstieg über den Signalkopf

Der Weiterweg in Richtung Schöttelkarspitze sieht von hier zwar unproblematisch aus, allerdings verläuft der Weg auf dem letzten Stück in einer Flanke, die noch tief verschneit sein dürfte. Für den Abstieg wähle ich die schneefreie Route über den Signalkopf und den Lausberg. Die Runde ist hier oben ein absoluter Genuss mit einem tollen Fernblick. Um zum Signalkopf-Gipfelkreuz zu gelangen, muss ein meterhoher Fels überwunden werden. Dank der in den Fels gehämmerten Stahlstufen ist die leichte Kletterei aber leicht zu meistern.

Der Weg führt mich jetzt in Richtung Signalkopf

Der Weg führt mich jetzt in Richtung Signalkopf

Der Signalkopf rückt immer näher

Der Signalkopf rückt immer näher

Der Signalkopf mit dem Barmsee im Hintergrund

Der Signalkopf mit dem Barmsee im Hintergrund

Eisenstufen erleichtern den Aufstieg zum Signalkopf

Eisenstufen erleichtern den Aufstieg zum Signalkopf

Das Signalkopf-Gipfelkreuz

Das Signalkopf-Gipfelkreuz

Vom Signalkopf genieße ich noch einmal einen herrlichen Blick ins Isartal und zurück auf die Schöttelkarspitze. Von hier aus trete ich nun den langen Abstieg in Richtung Krün an. Der Weg führt mich zum Lausberg, der wohl das kleinste Gipfelkreuz der Alpen hat, und weiter durch den Wald. Ich werde immer wieder mit schönen Ausblicken belohnt.

Hier blicke ich noch einmal zurück zum Signalkopf

Hier blicke ich noch einmal zurück zum Signalkopf

Immer vor Augen: die Karwendelkette

Immer vor Augen: die Karwendelkette

Das Lausberg-Gipfelkreuz muss man fast mit der Lupe suchen

Das Lausberg-“Gipfelkreuz” muss man fast mit der Lupe suchen

Der Wanderweg ist an einigen Stellen leicht ausgesetzt

Der Wanderweg ist an einigen Stellen leicht ausgesetzt

Auch auf Mittelwald hat man einen tollen Blick

Auch auf Mittelwald hat man einen tollen Blick

Der Abstieg erfolgt auf einem schmalen Pfad

Der Abstieg erfolgt durch den lichten Wald auf einem schmalen Pfad

Ich komme auch noch an der Seinsbachklamm vorbei. Der Seinsbach hat sich hier tief ins Gestein gefressen – für ein Canyoning-Abenteuer ist die Klamm wie geschaffen. Die letzten dreieinhalb Kilometer zurück zum Parkplatz in Krün folge ich einem breiten Forstweg.

Fazit:

Die Wanderung auf den Seinskopf ist schweißtreibend und verlangt an einigen Stellen Trittsicherheit, zumal der Weg stellenweise leicht ausgesetzt ist. Belohnt wird man mit tollen Ausblicken in das Isartal, auf die Schöttelkarspitze und in die Karwendelkette. Vom Seinskopf aus kann man auch weiter zur Schöttelkarspitze wandern, jedoch sollte der Weg dazu absolut schneefrei sein. Wer wie ich über den Signalkopf und den Lausberg absteigt, wird immer wieder mit tollen Ausblicken belohnt.

Tourdaten Seinskopf:

Datum: 21. Mai 2016
Gesamtweglänge: 14,3 Kilometer
Höhenmeter: 1.100 Meter
Reine Gehzeit: 5:30 Stunden

Die GPS-Daten als Download

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Nützliche Links

  • Der Wanderparkplatz (GPS: N 47 30.266, E 11 17.091 – Google Maps)

 

 

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