Sizilien – Tag 4 – Die Anapo-Schlucht und die Cava Grande

Geheime Grabkammern in der Anapo-Schlucht

Eine Wanderung durch atemberaubende Landschaft

Heute müssen wir Michele leider Lebewohl sagen. Aber nicht ohne ein leckeres Frückstück im Garten unter riesigen Kiwi-Bäumen. Mit Stolz präsentiert uns Michele noch seinen alten Maserati. Der Wagen hat offenbar ein kleines Problem, schnurrt aber wohl trotz seiner mehr als 300.000 Kilometern immnoch wie ein Kätzchen. “Der ist für die Ewigkeit gebaut”, sagt Michele.  Auf unserem Weg in die Anapo-Schlucht machen wir Halt an einer Tankstelle, an der wird gestern Abend 25 Euro in den Tankautomaten gesteckt haben – nur leider die falsche Benzinpumpe . “Das Geld seht ihr wohl nie wieder”, hatte uns noch jemand mit auf den Weg gegeben. Aber nach einem Anruf Micheles bei der Tankstelle bietet sich uns ein anderes Bild. Ohne ein Wort drückt uns der Tankwart die 25 Euro in die Hand, fragt fröhlich woher wir kommen, wünscht eine angenehme Weiterfahrt und verabschiedet uns mit Handschlag. 

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Die Anapo-Schlucht

Am Vormittag erreichen wir die Anapo-Schlucht (GPS: N 37 08.491, E 15 02.216). Das Thermometer zeigt bereits mehr als 30 Grad an – wohl auch deswegen ist nicht allzuviel los. Wir parken das Auto direkt vor dem Eingang – der Zutritt ist kostenlos – und folgen einem steinigen Trail. Der mehrere hundert Meter tiefe Canyon zieht uns sofort in seinen Bann. Kaum zu glauben, dass wir uns nur gut zwei Flugstunden von Deutschland entfernt befinden.  Die Landschaft ist atemberaubend, von weit unten ist das Rauschen des Flusses Anapo zu hören. Das Besondere sind die über 5.000 Grabhölen, die einst in die Felswände geschlagen wurden. Die ersten Ansiedlungen in der Gegend lassen sich auf das 13. Jh. v. Chr. datieren. 1903 wurde in einer der Höhlen sogar ein immenser Gold- und Silberschatz gefunden. Christen hatten diesen hier vor den Arabern versteckt. Heute findet man in der Gegend aber wohl keinen Goldschatz mehr. 

Anapo-Schlucht Anapo-Schlucht Anapo-Schlucht

Nach einem Abstecher in eine tiefe Grotte, in der offenbar auch Fledermäuse zu Hause sind, folgen wir dem Trail noch einige Zeit und erreichen schließlich den Grund der Schlucht. Kurz darauf stoßen wir auf einen wahrhaft himmlischen Ort – eine Oase des Glücks, wie es scheint. Das kristallklare Wasser plätschert mehrere kleine Wasserfälle hinab, bunte Libellen ziehen ihre Kreise. Dank der dichten Vegatation ist die Temperatur angenehm zum Verweilen. Trotz der Schönheit dieses Platzes sind wir weit und breit die einzigen Menschen.

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Anapo-Schlucht

Nach einer Abkühlung ziehen wir weiter und stoßen auf eine riesige Alcove, in der vor  Jahrtausenden Menschen gelebt haben müssen. Leider haben wir keine Zeit, uns weiter  umzusehen – eine Wanderung durch den gesamten Canyon ist mit Sicherheit ein Abenteuer.

Anapo-Schlucht

Am Nachmittag erreichen wir das Tal Cava Grande. Der Fluss Cassibile hat sich im Laufe der Zeit 250 Meter tief in den Fels gegraben und ein natürliches Badeparadies mit mehreren wassergefüllten Becken geschaffen. Vom Parkplatz aus geht es etwa 40 Minuten steil nach unten, bis wir das kühle Nass erreichen. Ganz alleine sind wir hier nicht, aber es ist ausreichend Platz. Das kristallklare Wasser strömt über Kaskaden durch mehrere Becken und verleitet geradezu zum Baden.

Cava Grande Cava Grande Cava Grande

Um fünf Uhr setzt der “Bademeister” leider einen Schlussstrich – es folgt der schweißtreibende Aufstieg, den wir in gut 30 Minuten meistern. Schließlich wartet am Capo Murro Di Porco noch ein Leuchtturm auf uns. Wir kämpfen uns über ein trockengelegtes Korallenriff durch das Gelände. Ein falscher Schritt kann hier fatale Folgen haben. Tiefe Löcher in den scharfkantigen Felsen schlitzen einem das Bein mühelos auf. Schon nach wenigen Minunten sind wir ein gefundenes Fressen für hunderte Moskitos. Ohne Mückenschutz ergreifen wir so schnell es geht die Flucht. Am Ende des Tages zählen wir fast 80 Mückenstiche.

Capo Murro Di Porco

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