Alle Infos zum Lehrgang Trainer C Bergwandern
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Deutscher Alpenverein: Alle Infos zur Ausbildung Trainer C Bergwandern

Der Trainer C Bergwandern schließt an die Ausbildung zum Wanderleiter (offiziell Wanderleiter/Trainer C Bergwandern - Lehrgang 1) an. Heißt: Um zu dem Kurs zugelassen zu werden, musst du zunächst die Wanderleiter-Ausbildung, also Lehrgang 1, meistern. Die Ausbildung zum Trainer C Bergwandern dauert effektiv fünf Tage.

Mit An- und Abreise bist du sieben Tage unterwegs. Um dich zum Trainer C Bergwandern beim Deutschen Alpenverein (DAV) ausbilden zu lassen, benötigst du neben dem "Wanderleiter" natürlich die Zustimmung deiner Sektion. Zudem benötigst du offiziell ein Tourenbuch mit mindestens 20 Bergtouren mit zirka 1200 Höhenmetern.

Auf die Höhenmeter kommt es dabei aber nicht immer an. So nennt der DAV als Beispiel etwa die recht kurze, aber doch knackige Wanderung aufs Ettaler Manndl. Viel Wert wird hier aufs Gelände gelegt. Für den Trainer C Bergwandern musst du auf alle Fälle leichte Kletterstellen meistern können.

Aktualisiert am 20.08.2022

Die Ausbildung zum Trainer C Bergwandern: das Fernstudium

Für die Ausbildung Trainer C Bergwandern wird schon viel Wissen vorausgesetzt. Was du bei der Wanderleiter-Ausbildung im Lehrgang 1 gelernt hast, solltest du recht sicher beherrschen. Was genau du für die Ausbildung wissen musst, wird dir lange vor der Ausbildung vom DAV mitgeteilt.

Mein Tipp: Du solltest wirklich ein paar Wochen vor der Ausbildung mit der anschließenden Prüfung lernen. Anders als bei der Wanderleiter-Ausbildung musst du einen Theorie-Test bestehen. Bei uns wurde der Test am Tag vor der Abreise angesetzt. Für die Beantwortgung der Fragen hatten wir eine Stunde Zeit. Dein Vorteil: Die Fragen bekommst du vorab zugesandt. Du kannst also alle Fragen bereits zuhause lösen und dich entsprechend auf den Test vorbereiten. Um zu bestehen, musst du mindestens die Hälfte der möglichen Punktzahl erreichen. Um mit „Gut“ zu bestehen, sind mindestens 75 Prozent der Punkte zu erreichen. Diese Praxis ist natürlich nicht ganz unumstritten. Gut möglich, dass sich der DAV von dieser Test-Methode verabschiedet und die Theorie in Zukunft deutlich anspruchsvoller wird.

Was musst du im Theorie-Test wissen

Es werden fünf Themenfelder abgefragt:

Der Lehrgang Trainer C Bergwandern ist sehr praxisorientiert. Die Theorie-Stunden finden zum Großteil in Teil 1 statt. Dieses Wissen wird vorausgesetzt. Während des Kurses hast du kaum noch Zeit zum Lernen. Die Touren sind lang und am Abend willst du sicher auch noch was mit den anderen auf der Hütte trinken. Kurzum: Zeit zum Lernen während des Lehrgangs hast du quasi nicht mehr.

Die Ausbildung zum Trainer C Bergwandern: die Praxis

Die Praxis spielt beim Lehrgang Trainer C Bergwandern die Hauptrolle. Touren mit 1200 Höhenmetern und acht Stunden Gehzeit sollten kein Problem für dich sein. Zudem musst du schwarz markierte Wege mit ausgesetzten Passagen, weglose Strecken und ausgesetzte Grate problemlos meistern.

Tag 1 Ausbildung zum Trainer C Bergwandern

Der erste Tag unserer Ausbildung diente unseren Ausbildern Ludwig und Michael – beides erfahrene Bergführer – vor allem dazu, ihre Schützlinge einmal im Gelände gehen zu sehen. Die Route wurde am Vorabend festgelegt, die Führung dementsprechend von uns Anwärtern auf den Trainer C übernommen. Viele Schnitzer in der Orientierung solltest du dir nicht leisten – schließlich wird am Ende der Ausbildung das Gesamtbild der Woche bewertet. Von der Lindauer Hütte – das ist einer der Standorte, an denen der Lehrgang angeboten wird – auf 1744 Metern im Sulzfluh-Gebiet führte unsere erste gemeinsame Tour in Richtung Öfapass und dann weglos auf den 2374 Meter hohen Öfakopf. Von hier ging es weglos über den Grat in Richtung Kreuzspitze (2353 Meter). Kurz vor der Geisspitze (2334 Meter) stiegen wir aus Zeitgründen ab.

Die Lindauer Hütte
Die Lindauer Hütte im Sulzfluh-Gebiet war für eine Woche die Basis für den Lehrgang Trainer C Bergwandern
Wanderung auf dem Grat in Richtung Kreuzspitze
Tag 1 führte uns vom Öfakopf über den Grat in Richtung Kreuzspitze
Wanderweg unterhalb der Kreuzspitze
Der Weg ist in keiner Karte zu finden und Höhenangst solltest du auf diesen Passagen nicht haben
Blick auf die drei Türme
Der Blick auf die bekannten drei Türme

Tag 2 Ausbildung zum Trainer C Bergwandern

Tag zwei unserer Ausbildung führte uns von der Lindauer Hütte in den Sporentobel unterhalb des 2489 Meter hohen Sporaturms. Hin und wieder gibt es ein paar Wegmarkierungen, meist mussten wir aber unsere Route suchen. Als Trainer C geht es nicht nur darum, Touren zu leiten. Vielmehr sollst du deine Teilnehmer zu selbständigen Bergwanderern ausbilden oder das zumindest können. Tag zwei verbrachten wir also mit zahlreichen Lehrübungen. Wie orientiere ich mich im Gebirge mit Karte und Kompass, wie führe ich eine Gruppe durch ein Schneefeld und wie bremse ich einen Sturz auf einem steilen Firnfeld? Für die Übungen im Schnee sind Regenklamotten und Handschuhe sehr nützlich.

Wandergruppe im Geröllfeld
Tag 2 führte uns in den Sporentobel unterhalb des Sporaturms
Schneefeldquerung
Ende Juli lag hier oben noch Schnee. Gehen über Firn gehört natürlich auch zur Ausbildung
Wanderer im Sporentobel
Die Route führte uns rechts durch die Senke
Blick auf die Sulzfluh
In der Ferne blicken wir auf die Sulzfluh. Den Gipfel erklommen wir am Tag darauf

Tag 3 Ausbildung zum Trainer C Bergwandern

Die „große Tour“ führte uns von der Lindauer Hütte auf die 2817 Meter hohe Sulzfluh. Der Aufstieg (bzw. für die andere Gruppe der Abstieg) erfolgte durch den sogenannten „Rachen„. Aber nicht etwa auf dem markierten Weg, sondern weglos. Auf dieser Passage kamen immer wieder Karte und Hände zum Einsatz. Ein Weg ist nicht auszumachen. Der jeweils führende muss sich die beste Route durch die Steinwüste suchen. Der Abstieg führte unsere Gruppe auf den unmarkierten Grat der 2443 Meter hohen Verspala und den Bilkengrat. Höhenangst ist hier definitiv fehl am Platze.

Wandergruppe im Rachen unterhalb der Sulzfluh
Die große Ausbildungstour führte uns durch den „Rachen“ in Richtung Sulzfluh
Blick auf den Sulzfluh-Gipfel
Nach dem schweißtreibenden Aufstieg durch den Rachen kam der Sulzfluh-Gipfel in Sichtweite
Brotzeit
Geschafft. Nach sechs Stunden standen wir am Gipfel. Zeit für eine Brotzeit
Gipfelfoto mit den Anwärtern
Am Gipfel trafen wir auch die andere Gruppe (unsere Gruppe wurde für die Touren aufgeteilt). Es war aber nur ein kurzes Wiedersehen
Abstieg von der Sulzfluh
Der Abstieg von der Sulzfluh ist aussichtsreich
Alpenblick
Wir wanderten durch diese grandiose Bergkulisse
Wandergruppe auf dem Bilkengrat
Der Bilkengrat hatte es noch einmal in sich
Abstieg vom Bilkengrat
Mitunter ging es recht steil nach unten
Wanderer vor Bergkulisse
Warum ich die Berge so liebe? Dieses Bild erklärt alles

Tag 4 Ausbildung zum Trainer C Bergwandern

Nach der langen und fordernden Wanderung auf die Sulzfluh und angesichts eines angekündigten Wetterumschwungs war die Wanderung an Tag vier recht entspannt. Unsere Gruppe führte es – zum Teil weglos – von der Lindauer Hütte zur Oberen Latschätzalpe und auf die 2334 Meter hohe Geisspitze. Am Nachmittag stand Theorieunterricht auf dem Programm.

Das richtige Verhalten auf Schnee und Firn gehört zum Lehrgang. Aber zugegeben: Für dieses Foto haben wir ein wenig geschummelt
Grat zur Geisspitze
Die letzte Tour des Lehrgangs führte uns aussichtsreich auf die Geisspitze
Wanderer vor Bergkulisse
Ein grandioser Abschluss einer tollen Woche

Tag 5 Ausbildung zum Trainer C Bergwandern

Tag 5 begann mit den Lehrproben. Wie bereits angesprochen, sollst du als Trainer C Bergwandern Wissen vermitteln, und nicht einfach nur Touren führen. Keine leichte Aufgabe, wenn man das vielleicht erst Mal macht. Die Theorieprüfung folgte am Nachmittag. Die Ergebnisse wurden am Abend verkündet. Von den elf Teilnehmern bestanden übrigens alle. Es gibt aber durchaus auch Kurse, in denen relativ viele Teilnehmer durchfallen.

Tag 6 Ausbildung zum Trainer C Bergwandern

Die Ausbildung ist vorbei. Nach dem Frühstück stiegen wir alle gutgelaunt und voller Tatendrang ins Tal ab.

Eispickel für den drei Türmen
Das ist übrigens Eispickel „Ernst“, quasi das Maskottchen unseres Lehrgangs

Die Voraussetzungen für den Trainer C Bergwandern

Literatur zur Ausbildung Trainer C Bergwandern

Absolut notwendig ist das „Handbuch Ausbildung des Deutschen Alpenvereins“ (hier bestellen). Sehr hilfreich ist zudem der „Alpinlehrplan 6 Wetter & Orientierung“ (hier bestellen*).

Ausrüstungsliste Trainer C Bergwandern

Hier findest du die Ausrüstungsliste, die der DAV zur Ausbildung empfiehlt. Ich habe die Liste ein wenig angepasst – denn nicht alles brauchst du unbedingt. Was in Klammern steht, ist meiner Meinung nach bei der Ausbildung entbehrlich.

Tätigkeitsfelder Trainer C Bergwandern

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4 Kommentare

  • - Georg

    Hallo Florian und Brigitte,

    sehr schöner Bericht von Euch zum Trainer C.
    Meine Freundin und ich machen in 3 Wochen ebenfalls den Kurs und lernen auch schon, es gibt doch einige Fragen die nicht so ganz eindeutig beantwortet werden können, oder wir nicht genau verstehen, kann auch sein. ;-) Da kommt es zu gewissen Unsicherheiten und manchmal sogar zu Selbstzweifel…aber wird schon werden.

    Drei Fragen hätten wir:
    Wie viele Fragen werden insgesamt gestellt in der theoretischen Prüfung?
    Wieviel Fragen je Thema?
    Wählen die konkreten Prüfungsfragen die Ausbilder vor Ort aus?

    Über Eure Antwort würden wir uns sehr freuen!

    Viele Grüße und Bergheil

    Georg und Barbara

    • - Florian

      Hallo ihr zwei,

      so genau weiß ich das nicht mehr, mit ein wenig Vorbereitung ist das aber gut zu schaffen. Der DAV hat ja außerdem kein Interesse daran, die Leute reihenweise durchfallen zu lassen (bei mir haben alle bestanden). Ihr werdet Spaß haben!

      Viele Grüße
      Florian

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