Die wichtigsten historischen Orte in Deutschland
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Deutschland: 15 historische Orte und Sehenswürdigkeiten

Geschichtsträchtige Orte Deutschlands mit einer spannenden Historie: Wieviele kennst du davon? In diesem Artikel zeige ich dir, wie du deinen Sommerurlaub mit einer Zeitreise in ferne Epochen bereichern kannst. Und das Beste daran ist, dass du dafür kein Flugticket brauchst.

In Deutschland wimmelt es nur so vor geschichtsträchtigen Orten, die darauf warten, entdeckt zu werden. Freue dich auf eine historische Rundreise durch Deutschland, bei der ich dir neben einigen Klassikern auch viele Geheimtipps verrate. Nicht nur Geschichtsfans werden begeistert sein.

Aktualisiert am 29.07.2022

15 besonders historische Orte in Deutschland

Diese einzigartigen historischen Orte in Deutschland sind mehr als sehenswert:

  1. Technisches Museum U 995
  2. Gedenkstätte Berliner Mauer
  3. Ringheiligtum Pömmelte
  4. Völkerschlachtdenkmal
  5. Wartburg
  6. Aachener Dom
  7. Dokumentationsstätte Regierungsbunker
  8. Michaelskapelle
  9. Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
  10. KZ-Gedenkstätte Dachau
  11. Ruine Dietfurt
  12. Ringwall von Otzenhausen
  13. Kehlsteinhaus
  14. Historisch-Technisches Museum Peenemünde
  15. Zeche Zollverein

1. Technisches Museum U 995

Unsere Rundreise beginnt im hohen Norden. An einem Strand nördlich von Kiel liegt ein langes, graues und wie gestrandet wirkendes Boot. Es handelt sich um das U-Boot U 995, das 1943 gebaut und von deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg gegen Feinde im Nordmeer eingesetzt wurde.

Nach dem Krieg diente es der norwegischen Marine als Test- und Ausbildungsboot und ging 1965 als Zeichen der Versöhnung wieder in den Besitz der deutsches Bundesmarine zurück. 1972 wurde das U-Boot in einer aufwendigen Aktion am Fuße des Marine-Ehrenmals in Laboe abgesetzt und ist seit jeher ein historisch-technisches Museum der besonderen Art.

Die Besichtigung des Bootes ist nichts für Leute, die unter Klaustrophobie leiden: Es ist ein beklemmendes Gefühl, sich durch die stickigen Räume zu zwängen und sich dabei vorzustellen, wie hier Soldaten wochenlang auf engstem Raum gelebt haben.

Als Mahnmal erinnert uns U 995 an das Leiden im Zweiten Weltkrieg auf beiden Seiten. In der deutschen Kriegsmarine starben etwa 30.000 der über 40.000 U-Boot-Fahrer.

Rohre im technischen Museum U-995
Das technische Museum U-995 gehört zu den spannendsten Orten in Deutschland

2. Gedenkstätte Berliner Mauer

Der Blick auf ein Stück Mauer an der East Side Gallery in Berlin
Die East Side Gallery in Berlin ist einer der bedeutendsten historischen Orte in Deutschland

Auf deiner Reise in die deutsche Vergangenheit gehört ein Besuch der Gedenkstätte Berliner Mauer (Website) zum Pflichtprogramm. Sie erstreckt sich über 1,4 Kilometer auf dem ehemaligen Grenzstreifen und ist das Symbol für die Teilung Deutschlands. Auf der Bernauer Straße befand sich zwischen 1961 und 1989 ein Teil der Berliner Mauer und wurde zum Ort dramatischer Fluchtversuche nach West-Berlin.

Die heutige Anlage umfasst ein 70 Meter langes Originalstück der Mauer sowie spannende Ausstellungen. Hier kannst du dir einen Eindruck von der ehemaligen Grenzanlage machen und dich über die Geschichte der Teilung und das Leben der Menschen auf beiden Seiten der Mauer informieren.

Die Gedenkstätte an diesem historischen Ort führt dir vor Augen, dass die Mauer noch vor etwas mehr 30 Jahren an der Stelle stand, wo du jetzt stehst, und die Schicksale ganzer Generationen geprägt hat. Sie ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten Berlins.

3. Ringheiligtum Pömmelte

Vor etwa 4.300 Jahren war es eine wichtige Kultstätte und fasziniert die Menschen bis heute: das Ringheiligtum Pömmelte in Sachsen-Anhalt. Wie das englische Stonehenge entstand es am Ende der Steinzeit und diente den Menschen jahrhundertelang als Heiligtum, Opfer- und Begräbnisstätte. Abgesehen von Ritualen wurden hier auch im Laufe des Jahres verschiedene Feste gefeiert.

1991 wurde das Ringheiligtum entdeckt und von 2005 bis 2008 erforscht und ausgegraben. Die rekonstruierte Anlage umfasst sieben Ringe aus Holzpfählen, Gruben und Wällen und beeindruckt durch ihre Größe. Begib dich auf eine spannende Zeitreise und erlebe die Kultstätte hautnah! 

Um deinen Besuch abzurunden, kannst du in der nächstgelegenen Stadt auch das Salzlandmuseum besichtigen, wo dir viele Originalfunde wie Beile, Keramikgefäße und Mahlsteine einen Eindruck von den Hintergründen des Kultortes geben.

Das Ringheiligtum Pömmelte
Das Ringheiligtum Pömmelte

Empfehlenswerte Reiseführer für Geschichtsinteressierte

Wenn dich jetzt das Geschichtsfieber gepackt hat, sind folgende Reiseführer genau das Richtige, um weitere geheimnisvolle historische Orte in Deutschland zu entdecken.

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4. Völkerschlachtdenkmal

Weiter geht es im Südosten Leipzigs. Hier erinnert ein imposantes Denkmal an die Völkerschlacht von 1813, die als die erste große Schlacht der Menschheitsgeschichte gilt und sich vor den Toren der Stadt abspielte. Dabei besiegten die Truppen Russlands, Preußens, Österreichs und Schwedens Napoleon und seine Verbündete. Die blutigen Kämpfe und die Ausbreitung von Seuchen kosteten mehr als 110.000 Menschen das Leben.

Blick auf das Völkerschlachtdenkmal
Das imposante Völkerschlachtdenkmal gehört ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten Leipzigs und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt

Um die Gefallenen zu ehren, wurde anlässlich des 100. Jahrestages der Schlacht 1913 das Völkerschlachtdenkmal eingeweiht. Mit seinen 91 Metern Höhe und seiner Spiegelung im davorliegenden Wasserbecken hinterlässt es auch heute noch einen bleibenden Eindruck. Einen Blick in die monumentale Ruhmeshalle mit Reiterkuppel, riesigen Statuen und Krypta solltest du dir ebenfalls nicht entgehen lassen.

Ein weiteres Highlight ist die Aussichtsplattform, von wo du einen tollen Blick auf Leipzig und seine Umgebung hast. Am Fuß des Denkmals befindet sich außerdem das Museum FORUM 1813, das dir alles Wissenswerte über die Hintergründe der Völkerschlacht verrät. Das Völkerschlachtdenkmal zählt zu den Top-Sehenswürdigkeiten in Leipzig.

5. Wartburg

Der Blick auf die Wartburg in Thüringen
Die Wartburg in Thüringen war sogar das Vorbild für Schloss Neuschwanstein in Bayern

Über der thüringischen Stadt Eisenach thront die wohl bekannteste und geschichtsträchtigste Burg Deutschlands: die Wartburg (Website). Das Thüringer Wahrzeichen gilt als nationales Denkmal und ist ein Zeitzeuge fast 1000-jähriger deutscher Geschichte – die Burg wurde bereits 1067 gegründet. Ihre künstlerische Blütezeit erlebte die Wartburg um 1200 als Sitz des Landgrafen Herman I., der sie zum Hauptort der deutschen Dichtung machte. Sie ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten Deutschlands.

Zeugnis davon ist der sagenumwobene Sängerkrieg, ein angeblicher Wettstreit zwischen berühmten Dichtern und Minnesängern wie Wolfram von Eschenbach und Walter von der Vogelweide und ihren fiktiven Konkurrenten. Vor diesem legendären Hintergrund entstand eine bedeutende Sammlung mittelhochdeutscher Spruchgedichte, auf der unter anderem Richard Wagners berühmte Oper „Tannhäuser“ aufbaut.

Die Wartburg war aber auch Wirkungs- und Aufenthaltsort der heiligen Elisabeth sowie Martin Luthers. er übersetzte hier während seines Exils 1521 das Neue Testament in nur elf Wochen ins Deutsche. Anlässlich der Jahrestage der Völkerschlacht bei Leipzig und der Reformation fand 1817 das Wartburgfest statt, im Rahmen dessen Studenten für einen einheitlichen Nationalstaat protestierten.

Im 19. Jahrhundert wurden die mittelalterlichen Bauten der Wartburg restauriert, 1999 wurde sie als erste deutsche Burg zum UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Kein Wunder: An historischer Bedeutung ist sie kaum zu überbieten.

Die Wartburg bei Nacht ist eine Top-Sehenswürdigkeit
Die Wartburg ist bei Nacht ein tolles Fotomotiv

Heutzutage kannst du nicht nur zahlreiche Veranstaltungen wie die sommerlichen Wartburgkonzerte oder den historischen Weihnachtsmarkt besuchen, sondern bei einem Rundgang auch die Geheimnisse der Burg lüften. Besonders sehenswert sind der spätromanische Palas aus dem 12. Jahrhundert sowie die wertvolle Kunstsammlung, die auf eine Idee von Goethe zurückgeht und unter den vielen Kunstwerken auch berühmte Gemälde von Lucas Cranach enthält.

Was natürlich auch nicht fehlen darf, ist ein Besuch der Lutherstube, wo Martin Luther unter dem Namen „Junker Jörg“ einst Geschichte schrieb. Zurzeit kannst du außerdem bei einer spannenden Sonderausstellung die enge Verbindung von Wartburg und Musik entdecken.

Du merkst schon: Die Wartburg ist nicht nur für Geschichtsliebhaber ein Must-See. Weitere Top-Sehenswürdigkeiten in der Gegend findest du übrigens in Paulines Artikel Urlaub in Thüringen.

Goldene Mosaike in der Wartburg in Thüringen
Die Wartburg gehört zum Weltkulturerbe und zu den touristischen Highlights Thüringens

6. Aachener Dom

Der Aachener Dom (Website) ist zweifellos eine der bedeutendsten historischen Sakralbauten in Deutschland. Er wurde als Pfalzkapelle im Auftrag Karls des Großen zwischen 795 und 803 erbaut und symbolisierte als Abbild des Himmlischen Jerusalem die Berührung von Himmel und Erde.

In seiner 1200-jährigen Geschichte hat der Dom so einiges miterlebt. 500 Jahre lang war er der Krönungsort 30 deutsch-römischer Könige und ist bis heute die Grabstätte Karls des Großen sowie Wallfahrtskirche für die alle sieben Jahre stattfindende Heiligtumsfahrt. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass er 1978 als erstes deutsches Kulturdenkmal in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Hier findest du unsere Top-Sehenswürdigkeiten in Aachen.

Im Inneren des Aachener Doms
Das Innere des Doms in Aachen lässt uns staunen

Mit seiner einzigartigen Architektur und seinem majestätischen Ambiente zieht der Dom seit vielen Jahrhunderten die Besucher in seinen Bann. Das Highlight ist natürlich das karolingische Oktagon, die achteckige Kapelle, mit seinem Kuppelmosaik, das eine Szene aus der Offenbarung des Johannes zeigt. Das heutige Kunstwerk stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Sehenswert sind auch der marmorne Karlsthron im Obergeschoss und die gotische Chorhalle mit ihren hohen Glasfenstern aus dem 15. Jahrhundert, wo du den prachtvollen Karlsschrein mit den Gebeinen Karls des Großen bewundern kannst.

Der Aachener Dom von außen
Auch von außen ist der Aachener Dom eine imposante Erscheinung

Im Kreuzgang des Doms findest du die Schatzkammer und damit den bedeutendsten Kirchenschatz nördlich der Alpen. Zu den Kulturschätzen zählen die silbervergoldete Karlsbüste und das um das Jahr 1000 angefertigte Lotharkreuz, beide von unschätzbarem Wert. Ich schätze, dass die Kaiserstadt Aachen mit ihrem Dom auf jeden Fall einen Besuch wert sind.

7. Dokumentationsstätte Regierungsbunker

Im rheinland-pfälzischen Ahrtal befindet sich das wohl geheimste Gebäude in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschlands: der Regierungsbunker. Unter strengster Geheimhaltung wurde er in den 1960er-Jahren im Auftrag des Bundesinnenministeriums errichtet und sollte der deutschen Bundesregierung als Ausweichsitz der Verfassungsorgane dienen. Diese waren in der damaligen Hauptstadt Bonn ansässig, also nur etwa 25 Kilometer entfernt.

Eindrücke aus der Dokumentationsstätte Regierungsbunker
Die Dokumentationsstätte Regierungsbunker gehört für uns definitiv zu den Top-Reisezielen in Deutschland. Das Museum entführt dich in eine längst vergangene Zeit Deutscher Geschichte

In zwei ungenutzten Eisenbahntunneln im Ahrgebirge entstand eine einmalige Bunkeranlage, die dafür ausgerichtet war, dass sich dort 3000 Menschen 30 Tage lang ohne Kontakt zur Außenwelt aufhalten konnten. Der Gedanke war, dass die Bundesregierung im Verteidigungsfall hätte weiter regieren können. Dieser trat glücklicherweise nie ein. Neben den Zimmern für die Regierungsmitglieder gab es sogar einen unterirdischen Friseursalon.

1971 wurde der 17,3 Kilometer lange Bunker fertiggestellt und beinhaltete ganze 936 Schlaf- und 897 Büroräume. Inzwischen sind nur noch 203 Meter der ehemaligen Anlage zu besichtigen. Einen Besuch kann ich dir dennoch mehr als empfehlen: Seit 2008 findest du hier eine spannende Dokumentationsstätte, wo du dich über die Geheimnisse des Bunkers informieren und in die bedrohliche Zeit des Kalten Kriegs zurückversetzen kannst.

Gut zu wissen: Die Besichtigung des Regierungsbunkers findet immer im Rahmen einer etwa 90-minütigen Führung statt. Für die Touren gibt es keine festen Zeiten, sie hängen stets vom Besucheraufkommen ab. Freue dich auf einen absoluten Geheimtipp – im wörtlichen Sinne!

Der Regierungsbunker
Im Inneren des Regierungsbunkers. Hinter Flo geht es tief hinein in den Berg

8. Michaelskapelle

Ebenfalls in Rheinland-Pfalz findet sich in einer kleinen Stadt namens Oppenheim an der Nordseite der imposanten gotischen Katharinenkirche die Michaelskapelle. Sie wurde vermutlich entweder zu Beginn des 11. oder 14. Jahrhunderts errichtet und ist dem Erzengel Michael, dem Gefährten der verstorbenen Seelen, geweiht.

Von außen erscheint das zweigeschossige Gebäude recht gewöhnlich, das täuscht allerdings. Ein Blick durch die Gitterstäbe ins Innere der Kapelle ist nichts für schwache Nerven: Im geheimnisvollen Gewölbe ruhen die Schädel und Knochen von 20.000 Verstorbenen, die bis an die Decke aufeinandergestapelt sind. Damit ist die Kapelle das größte Beinhaus Deutschlands.

Zwischen 1400 und 1750 wurden die Gebeine der Toten vom Friedhof ins Kellergewölbe der Kapelle umgebettet, da in dieser Zeit die nötigen Grabplätze auf dem Kirchhof aufgrund von Hungersnöten und Seuchen fehlten. Noch heute kannst du die Michaelskapelle mit dem Beinhaus bei einer besonderen Führung besichtigen. Es wird auf jeden Fall ein Besuch sein, den du so schnell nicht vergessen wirst.

9. Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände

Die fränkische Stadt Nürnberg ist vor allem für ihren Christkindlesmarkt, ihre historische Altstadt sowie ihre Lebkuchen und Rostbratwürste bekannt. Klingt doch nach einem idyllischen Tagesausflug, oder? Allerdings haben wenige deutsche Orte eine solche dunkle Vergangenheit.

Blicken wir einmal knapp 90 Jahre zurück: Unter dem Rassenwahn der Nationalsozialisten wurde Nürnberg zur „deutschesten aller deutschen Städte“ erklärt und dementsprechend inszeniert. Auf einem riesigen Gelände im Südosten der Stadt fanden von 1933 bis 1938 die alljährlichen Reichsparteitage der NSDAP statt: Diese Propagandaschauen sollten das Gemeinschaftsgefühl des deutschen „Volkes“ stärken und den Personenkult um Hitler intensivieren.

Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg
Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg

Zum Programm gehörten auch Aufmärsche und Paraden von SA und SS in der Luitpoldarena, der damals als größter Aufmarschplatz der Welt für 150.000 Teilnehmer gedacht war. Bis heute zeugen die grauen Monumentalbauten von der unvergleichbaren Machtdemonstration der Nazis. Die unvollendete Kongresshalle erinnert an das römische Kolosseum und ist der größte noch erhaltene Bau aus der Zeit des Dritten Reiches.

In der Halle befindet sich heute ein Dokumentationszentrum, das die Dauerausstellung „Faszination und Gewalt“ beherbergt. Diese beschäftigt sich mit den Ursachen und Folgen des Nationalsozialismus und beleuchtet dabei besonders den Bezug zu Nürnberg. Hier erfährst du alles rund um die Geschichte der Reichsparteitage, die Nürnberger Rassengesetze von 1935 und die Nürnberger Prozesse nach dem Zweiten Weltkrieg.

Um dir zumindest einen kleinen Eindruck von der NS-Inszenierungsmaschinerie verschaffen zu können, hast du auch die Möglichkeit, die weiteren Bauten auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände zu besichtigen.

10. KZ-Gedenkstätte Dachau

Für den nächsten Erinnerungsort bleiben wir in Bayern. Nördlich von München befindet sich die KZ-Gedenkstätte Dachau (Website), ein geschichtsträchtiger Ort des Grauens wie kaum ein anderer in Deutschland. Auf dem Gelände einer Munitionsfabrik eröffneten die Nationalsozialisten 1933 ihr erstes Konzentrationslager in Dachau, wohin zunächst politische Gefangene gebracht wurden.

Bis zur Befreiung des Lagers 1945 durch die US-Armee waren dort 12 Jahre lang mehr als 200.000 Menschen inhaftiert, mindestens 41.500 Häftlinge wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten oder den Folgen der Haft.

Ein makabrer Ort: die Verbrennungsöfen in Dachau
Ein makabrer Ort: die Verbrennungsöfen in Dachau

Seit 1965 erinnert die KZ-Gedenkstätte an das unfassbare Leiden der Gefangenen und ermöglicht dir eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Die 2003 eröffnete Hauptausstellung steht unter dem Motto „Weg der Häftlinge“ und dokumentiert das Schicksal der Inhaftierten von der Ankunft im KZ bis hin zu ihrem Tod beziehungsweise ihrer Befreiung.

Besichtigen kannst du auch erhaltene Gebäude wie das Jourhaus, den Ein- und Ausgang des KZ, oder den „Bunker“, das Lagergefängnis, in dem die Häftlinge den Gräueltaten der SS besonders ausgesetzt waren. Der zentrale Ort des Terrors war der abgeschiedene Krematoriumsbereich, wobei die sogenannte „Baracke X“ – das zweite Krematoriumsgebäude – noch heute zugänglich ist.

Es fällt schwer, das Ausmaß des Grauens in Worte zu fassen. Dennoch ist die Erinnerung an dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte unglaublich wichtig – auch im Hinblick auf zukünftige Generationen.

Betten im Konzentrationslager Dachau
Betten im Konzentrationslager Dachau

11. Burgruine Dietfurt

Im Weiler Dietfurt im Donautal liegt auf einer Anhöhe die Burgruine Dietfurt, die alles andere als eine gewöhnliche Ruine ist. In der Tat steckt sie voller Geheimnisse: Unter der Ruine verborgen befindet sich eine Burghöhle, die bereits in der Altsteinzeit von Menschen genutzt wurde.

Viele Jahrtausende später, genauer gesagt zwischen 1928 und 1939, wurde sie zum deutschen Hauptsitz des Neutemplerordens, einem elitären Männerbund, der 1900 von einem abtrünnigen Mönchen namens Adolf Joseph Lanz gegründet wurde. Das rassistische und antisemitische Weltbild des Ordens wirkte sich auch auf die Ideologie von Adolf Hitler aus.

In der Burghöhle Dietfurt versammelten sich die etwa 15 Tempelherren in regelmäßigen Abständen, um eigene „Gottesdienste“ zu feiern und okkulte Rituale abzuhalten. Die wappengeschmückte Kultstätte kannst du noch heute im Rahmen einer spannenden Führung erkunden und dich auf die Spuren der obskuren Neutempler begeben.

Von April bis September bietet die Bergwacht Sigmaringen Besichtigungen der Burghöhle an. Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an Walter Paape (walther.paape@bergwacht-wuerttemberg.de).

Ich hoffe, meine kleine historische Deutschlandreise hat dir gefallen. Geschichtsträchtige Orte gibt es in Deutschland wirklich sehr viele. Verrate mir in den Kommentaren gerne deine ganz persönlichen Lieblingsorte.

12. Ringwall von Otzenhausen

Einer der spannendsten historischen Orte Deutschlands ist der Ringwall von Otzenhausen, im Volksmund auch Hunnenring, im Nationalpark Hunsrück-Hochwald im Saarland.

Biggi auf der Treppe des Ringwalls
Der Ringwall von Otzenhausen gehört zu den geschichtsträchtigsten Orten in Deutschland

Anders als es der Name vermuten lässt, hat die mächtige Befestigungsanlage nichts mit den Hunnen zu tun. Vielmehr handelt es sich beim Ringwall von Otzenhausen um einen keltischen Bau. Heute sind bis zu zehn Meter hohe Steinmauern erhalten und machen den Ort zu einem besonders beeindruckenden Reiseziel.

Du erreichst den Ringwall von Otzenhausen nur zu Fuß. Die Wanderung ist recht einfach und auch für Familien mit Kindern bestens geeignet.

13. Kehlsteinhaus

Natürlich darf auch das Kehlsteinhaus im Berchtesgadener Land nicht in unserer Liste der wichtigsten historischen Orte in Deutschland fehlen.

Das Kehlsteinhaus in imposanter Bergkulisse
Das Kehlsteinhaus gehört zu den geschichtsträchtigsten Orten Deutschlands

Das Kehlsteinhaus, das über der Dokumentation Obersalzberg thront, wurde von der NSDAP gebaut und diente den Nazis als Repräsentationsgebäude. Adolf Hitler und seine Gefolgsleute waren regelmäßig vor Ort. Eine Fotoausstellung erinnert an die finstere Geschichte des Kehlsteinhauses.

Der Kehlstein ist wegen seiner Geschichte einer der meistbesuchten Gipfel in den Bayerischen Alpen.

Vom Parkplatz Obersalzberg (Google Maps) führt ein Panoramaweg gemütlich in rund drei Stunden zum Kehlstein-Gipfel. Die Alternative ist die Buslinie 849 (ab Anfang Mai bis Ende Oktober), auf der Spezialbusse für die steilen Straßen hinauf zum Kehlstein zum Einsatz kommen. Die letzten Höhenmeter kannst du mit einem historischen Fahrstuhl zurücklegen.

14. Historisch-Technisches Museum Peenemünde

Auch die schöne Ostseeinsel Usedom im Mecklenburg-Vorpommern wartet mit einer spannenden historischen Highlight auf. Das Historisch-Technisches Museum Peenemünde gehört ohne Zweifel zu den geschichtsträchtigsten Orten in Deutschland.

Alte Schornsteine der FabrikDie alte Schornsteine des Kraftwerks
Im Inneren des KraftwerksZu entdecken gibt es hier viel
Eine Rakete in Peenemünde auf dem AußengeländeEine Rakete auf dem Außengelände

Bereits in den 1930er Jahren wollten die Deutschen ein Waffensystem herstellen, für das es keine Gegenwaffe gab. Der Ort Peenemünde lag für dieses Geheim-Projekt strategisch günstig. Hier konnten die Ingenieure den Flug einer Rakete über 300 Kilometer verfolgen. So wurde Peenemünde ab 1936 Entwicklungsstätte der Flüssigkeitsrakete Aggregat 4. Man nannte den Ort auch Heeresversuchsanstalt.

Im Werk Ost entwickelte das Heer Raketen, im Werk West erprobte man die Bomben. Auch die Flügelbombe V1 wurde in Peenemünde getestet. Im Werk Süd produzierte man die Rakete-A-4.

Heute kannst du das Historisch-Technische Museum Peenemünde besuchen. Im Turbinenhaus der alten Maschinenfabrik kannst du die alten Maschinen begutachten und die riesigen, imposanten Öfen ansehen. Das Kraftwerk wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zum Glück nicht gesprengt. Daher kannst du diesen wichtigen historischen Ort auch heute noch erkunden.

15. Zeche Zollverein

Die Zeche Zollverein – gelegen zwischen Essen und Gelsenkirchen – ist aus historischer Sicht ebenfalls super spannend. In der Zeche Zollverein wurde von 1851 bis 1986 Steinkohle abgebaut.

Die Zeche Zollverein mit dem markanten Turm
Die Zeche Zollverein wird auch “Eiffelturm des Ruhrgebietes” genannt und ist eines der Top-Ausflugsziele in der Region

Das oft als „schönste Zeche der Welt“ bezeichnete Industriedenkmal war einst die größte Steinkohlenzeche der Welt. Heute kannst das riesige Gebiet auf eigene Faust erkunden – oder du schließt dich einer Führung an.

Natürlich gibt es auf dem Areal des UNESCO-Welterbes auch zahlreiche Restaurants, die für das leibliche Wohl sorgen.

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