Schicksale in der Corona-Krise
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Corona-Schicksale auf der ganzen Welt: „Die Lage ist schrecklich“

Verwaiste Hotels, geschlossene Grenzen und Menschen, deren Lebensgrundlage von einem Tag auf den anderen entzogen wurde. Das Corona-Virus ist der Super-Gau für die Tourismusbranche. Egal ob große Airline, Touristik-Konzern, Reisebüro oder kleiner Tourenanbieter in einem fernen Land: Alle leiden unter der Corona-Krise, deren verheerende Auswirkungen auf die ganze Welt vor wenigen Monaten noch niemand ahnte.

Während angeschlagene Großkonzerne auf Staatshilfe hoffen können, brechen für Millionen Menschen in anderen Regionen der Welt die Einnahmen weg - einfach so ohne Vorwarnung, wie ein Tsunami.

Aktualisiert am 04.04.2022

Geisterorte und Schicksale

Von „Overtourism“ ist nichts mehr zu sehen. Ganze vom Tourismus abhängige Regionen sind zu Geisterorten geworden. Wann und ob überhaupt sich die Lage für die Menschen in den oft armen Ländern bessert, steht in den Sternen. Hilfe vom Staat? Gibt es dort nicht. Für viele geht’s ohne die Touristen aus dem Ausland ums nackte Überleben.

Hände mit einer aufgemalten Weltkarte
Die globalisierte Welt, wie wir sie kannten, wird nach der Corona-Krise eine andere, vielleicht bessere Welt, sein

Hier wollen wir auf diese Zustände aufmerksam machen. Reiseblogger erzählen persönliche Geschichten und Schicksale von Menschen, die sie auf Reisen getroffen haben. Oft wird aus einer Begegnung ein langwährender Kontakt oder gar eine tiefe Freundschaft. Zusammen mit einigen Reiseblogger-Kollegen begaben wir uns auf die Suche nach persönlichen Geschichten, die zu Tränen rühren – in der Hoffnung, den Menschen eine Stimme zu geben.

Hilf mit und spende Menschen in Not

Um ein wenig zu helfen, rufen wir eine Spendenaktion ins Leben. Wir würden uns freuen, wenn jeder, der kann, an der Spendenaktion teilnimmt. Jeder noch so kleine Betrag hilft, die Corona-Krise in Ländern, die keine so gute Absicherung wie in Deutschland haben, etwas zu mildern. Jeder Blog hat einen eigenen Spenden-Button für eine Organisation seiner Wahl oder für seine von der Corona-Krise betroffenen Freunde.

„Ich habe nur noch meinen Gemüsegarten“

Bikas zeigt auf Facebook ein Foto von sich, wie er gerade einen Korb flechtet. Bikas gehört zum Volk der Sherpa in Nepal und ist Wanderführer. In Deutschland sagen viele „Sherpa“ (was nicht korrekt ist, denn Sherpa sind eine Ethnie). Wanderführer ist ein angesehener Beruf in Nepal. Nicht jeder Nepalese kann Wanderführer werden. Man muss schon in die richtige Familie hineingeboren werden.

„Sherpa“ tragen kein Gepäck von A nach B. Sie sind ortskundige Wanderführer. Sie wissen viel über die Natur und kennen die Geschichte ihres Landes ganz genau. Sie sind ganz besondere Weggefährten.

Bikas und Flo am Everest Basecamp
Unser Guide Bikas im Jahr 2017 mit Flo am Everest Basecamp. Drei Jahre später gibt es wegen Corona keine Touristen in Nepal – Bikas und seiner Familie ist die Lebensgrundlage weggebrochen

Gefährten, die uns den Traum erfüllt haben, ins → Mount Everest Base Camp zu wandern. Nach unserer unbeschreiblichen Tour halten wir bis heute Kontakt mit Bikas.

Der Tourismus liegt auch in Nepal wegen der Corona-Pandemie am Boden. Menschen wie Bikas, die sonst Touristen durch ihr wundervolles Land führen, sind arbeitslos.

Bikas vertreibt seine freie Zeit damit, im Dorf und Zuhause anzupacken. Sein Ort, Gatlang, liegt auf 2280 Metern. Er baut Gemüse im kleinen Garten an, verrichtet harte Feldarbeit und flechtet Körbe – in der Hoffnung, einen Abnehmer zu finden. Die Situation hat dazu geführt, dass er sich um seine Eltern und seine eigene Familie kümmern muss. Doppelte Belastung, aber kein Geld, um die Familie zu ernähren.

Bikas ist normalerweise eine Frohnatur, aber auch ihn bedrückt die aktuelle Situation. Er schreibt uns, dass er immmerhin noch seinen Gemüsegarten hat. Doch im Mai wächst noch nicht viel.

Bikas mit Handschrift
Bikas fühlt sich aktuell nicht so gut – wie sein Brief zeigt
Bikas in einer Lodge
Normalerweise ist Bikas immer gut gelaunt

Wir können uns die umtriebige nepalesische Hauptstadt Kathmandu gar nicht vorstellen. Leise soll es auf den sonst so lauten, quirligen, vollgestopften Straßen sein. Wie ausgestorben. Wir hoffen, dass es nach dem Lockdown wieder voller wird und die Touristen wieder in dieses wundervolle Land reisen. Besucher, die dieses arme und doch so wunderschöne Land und Menschen wie Bikas und seine Familie unterstützen.

Wenn du auch eine unglaublich tolle Wanderung mit Bikas erleben möchtest, dann kannst du das entweder individuell bei ihm buchen oder über → Nepalwelt-Trekking, → Himalayan Leisure und → Himalaya Chyangpa Treks and Expedition.

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Wir würden uns über eine Spende für den Freundeskreis Nepalhilfe sehr freuen, der Waisen- oder Halbwaisen-Kindern ein besseres Leben in einem der ärmsten Ländern der Welt ermöglicht.

Spenden

Ohne Geld kein Schutz

Aus Südafrika erreichte uns ein verzweifelter Hilferuf von Debby, den wir euch keinesfalls vorenthalten wollen:

„Stellt euch vor, wir wären die letzte Generation, die ein Nashorn gesehen hat! Einige kennen mich bereits, für die anderen: Ich bin Debby und lebe in Südafrika. Seit 6 Jahren bin ich freiwillige Mitarbeiterin in einem Game Reserve und sammle momentan Spenden für unsere Nashörner, die ohne den Tourismus keine Geldzuwendungen mehr bekommen und ohne die ihr Schutz nicht gewährleistet werden kann.

In unserem Reservat (→ Website) sind von der Armee ausgebildete Männer, die unsere Nashörner Tag und Nacht schwer bewaffnet bewachen. Dies ist sehr teuer. Ich setze mich mit Herzblut für unsere Nashörner ein und habe daher die Bitte, ob ihr unsere gofundme-Aktion auf euren Kanälen teilen könntet.

Ich, das gesamte Team und unsere Nashörner würden sich unheimlich darüber freuen und es euch ebenso von Herzen danken! Eure Debby, Binky und Co. 

Nashörner im Sibuya Game Reserve in Südafrika
Debby arbeitet seit sechs Jahren freiwillig zum Schutz der Nashörner in Südafrika
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„Die Lage in Mombasa ist schrecklich“

Es dauerte damals nicht lang, bis wir Charlie ins Herz schlossen. Für ein Videoprojekt bereiste ich mit einer kleinen Gruppe Reporter alle Strände Kenias und Charlie war derjenige, der unseren Kleinbus über gute und schlechte Pisten steuerte. Tag für Tag begrüßte er uns mit einem Strahlen über das ganze Gesicht und er verströmte eine geradezu kindliche Neugierde.

Er fragte uns viel zu unserer Heimat und erzählte uns auch einiges aus seinem eigenen Alltag. Unsere ganze Gruppe wurde schon nach ein paar Tagen zum großen Fan des jungen Mannes und wir stellten sicher, dass er uns überall hin begleitete, was in Kenia für Fahrer eher unüblich ist.

Charlie hat eine kleine Familie zu ernähren und weiß momentan nicht, wie er das bezahlen soll. Einer meiner Kollegen und ich haben ihm schon etwas Geld geschickt, aber das ist natürlich auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es muss momentan sehr schwierig sein, sich in Kenia über Wasser zu halten. 

Ich habe noch mal mit Charlie gesprochen. Er hat eine Frau und zwei Kinder zu ernähren und ist in Mombasa. Charlie: „Die Situation in Mombasa ist schrecklich! Alles ist wegen Corona geschlossen. Ich bin abhängig von meinem Job als Reiseleiter und Fahrer, aber seit März habe ich kein Einkommen mehr“.

Blogger und Journalist Marco Buch in Kenia mit Charlie
Blogger und Journalist Marco Buch in Kenia mit Charlie – lange vor der weltweiten Corona-Krise

Null Einnahmen, und das schon seit fast drei Monaten

Nicht nur kannte unser Tourguide Willie (Facebook & Instagram) jeden Winkel seines wundervollen Landes Jamaica. Er war auch wahnsinnig herzlich und immer zu einem Spaß aufgelegt. Seine Einladung, bei meiner nächsten Reise auf die karibische Insel ihn und seine Familie zu besuchen, möchte ich unbedingt irgendwann wahrnehmen.

Willie hat mir vor ein paar Tagen die Situation in Jamaica geschildert: Das komplette Leben steht still, sonst vollgepackte Hotels sind völlig verlassen. Für ihn heißt das natürlich auch: Null Einnahmen, und das schon seit fast drei Monaten.

Willies Frau arbeitet in einer Apotheke und so gibt es wenigstens ein kleines Einkommen, aber mittelfristig wird das nicht mehr ausreichen. Man hat ihr gerade das Gehalt gekürzt, und Willie und sie müssen sich zusätzlich zur Tilgung von Krediten noch um ihre verwaisten Nichten und Neffen kümmern.

Blogger und Journalist Marco Buch in Kenia mit Willie auf Jamaica
Marco mit Willie auf Jamaica

Marco Buch schreibt auf Life is a Trip über nahe und ferne Abenteuer, ungewöhnliche Arten zu reisen sowie unbekannte Orte in Berlin. Er war in fast 90 Ländern unterwegs und hat doch immer noch Lust weiterzuziehen.

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Marco will seine Freunde in Kenia und Jamaica direkt unterstützen und leitet alle Spenden, die bei ihm eintreffen, weiter.

„Ich fürchte um meinen Job“

Oscar haben wir auf unserer Costa Rica Reise kennengelernt. Er hat uns als Tourguide das Schönste aus Natur und Tierwelt gezeigt. Oscar liebt seinen Job von Herzen, das haben wir immer wieder gespürt. Ansonsten würde er sich wohl nicht so unglaublich gut auskennen. Er kennt wohl ALLE Pflanzen und Tiere in dem Land. Oscar geht nachts übrigens auch viel lieber auf die Suche nach Eulen anstatt zu schlafen.

Dadurch, dass er als Guide in der Tourismusbranche tätig ist, der Branche, die aktuell am härtesten getroffen ist, fürchtet er seinen Job zu verlieren. Aktuell werden ihm noch 50 Prozent seines Gehalts durch den Arbeitgeber ausbezahlt. Damit kommt er noch klar – wenn da nicht die große Angst um den Job wäre.

Stefan und Stephanie von Journeyglimpse mit Oscar aus Costa Rica
Stefan und Stephanie von Journeyglimpse mit Oscar (Bildmitte) aus Costa Rica

Entlassen

Als wir Eslon kennengelernt hatten, hat er in einer Lodge nahe dem Fish River Canyon in Namibia gearbeitet und war da für das Check-in zuständig. Ursprünglich hat er ein Studium im Bereich Finance abgeschlossen. Da es in diesem Bereich aber keine Jobs gibt, hat er sich auf die Branche fokussiert, die bis dahin eine der größten in dem Land war: die Tourismusbranche. Seit unserem Kennenlernen hat sich Eslon zum Tourguide hochgearbeitet, ein großer Karriereschritt für ihn.

Wegen der Corona-Krise und dem Ausbleiben der Touristen wurde Eslon entlassen und erhält aktuell überhaupt kein Geld mehr. Dies ist deshalb besonders tragisch, weil in Afrika oft die ganze Familie mitfinanziert wird. Darunter sind auch Elternteile, wie in seinem Fall die Mutter, die unbedingt Bluthochdruck senkende Mittel benötigt.

Stefan und Stephanie von Journeyglimpse mit Eslon aus Namibia
Stefan und Stephanie von Journeyglimpse mit Eslon aus Namibia

Mit Oscar und Eslon sprachen Stefan und Stephanie von Journeyglimpse. Die beiden lieben Orte, an denen spannende Reisegeschichten geschrieben werden. Auf den Kanälen der beiden teilen sie Reiseerlebnisse und die besten Tipps für Weltenbummler.

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Stefan und Stephanie liegt das Barnabas Children Center in Kenia sehr am Herzen. „Ein super cooles Projekt im Bereich Bildung. Die haben ganz viele Vollwaise und Halbwaise bei sich und geben ihnen Bildung und ein Zuhause in diesem Center.“

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„Ich weiß nicht, wie es weitergeht“

Wir sind im vergangenen Jahr im Sommer zwei Wochen durch Georgien gereist. Was uns neben den wunderschönen Bergen im Kaukasus-Gebirge und dem guten Wein am meisten fasziniert hat, waren die Menschen. Noch nie zuvor haben wir so eine authentische Gastfreundschaft erlebt.

Wir sind deshalb immer wieder mit George Tevdorashvili, Inhaber der Reiseagentur → Georgia Insight in Kontakt. Er hat uns damals viel von seinem Land gezeigt und von ihm wollten wir wissen, wie es diesem und vor allem der Tourismusbranche in Zeiten von Corona aktuell geht.

Seit März herrscht in Georgien Ausnahmezustand und es ist kein einziger Tourist mehr im Land. Die Regierung habe zwar bei den Corona-Maßnahmen schnell reagiert (insgesamt ca. 600 Infizierte, Stand Anfang Mai 2020), allerdings nicht bei den Hilfspaketen für die Tourismusbranche. Weniger Einkommens- und Vermögenssteuer helfen wenig, wenn die Kassen komplett leer bleiben.

Um seine Mitarbeiter weiterhin bezahlen zu können, hat George vor einem Monat einen Hilfeaufruf an Freunde und ehemalige Gäste gestartet, die ihm mit zinslosen Darlehen und Gutscheinkäufen unterstützen. „Jetzt kann ich die Gehälter meiner Mitarbeiter zumindest bis Ende Juli zahlen. Wie es danach weitergeht, weiß ich nicht. Ich befürchte, dieses Jahr keine Reisen mehr durchzuführen“.

Er betont immer wieder seine größte Hoffnung: „Die Tourismusbranche kann dieses Jahr nur überleben, wenn gebuchte Reisen nicht storniert werden, sondern verschoben werden und Gutscheine akzeptiert oder sogar jetzt im Voraus für nächstes Jahr gekauft werden“.

Nina und Tom in Georgien
George und seine deutsche Frau Katrin bringen Nina und Tom bei einer Einladung zum Essen die georgische Kultur näher

Mit George haben Nina und Tom vom Blog Traveloptimizer gesprochen. Die beiden Reiseverrückten verbinden Fernweh mit Fulltimejob. Die begrenzte Urlaubszeit wollen die beiden so optimal wie möglich nutzen: Von günstigen Flügen über die optimale Reiseroute bis hin zur richtigen Unterkunft und den coolsten Ausflügen.

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Nina und Tom sammeln Spenden für die SOS Kinderdörfer in Georgien.

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„Wir wissen nicht, wann diese Pandemie endet“

In meinem zweiten Sabbatjahr ging es nach Ostafrika und Tansania stand auch auf meiner Liste. Kurz vor dem Abflug traf ich „Issa“ auf der weltgrößten Tourismusmesse ITB in Berlin. Wir kamen ins Gespräch und keine fünf Monate später saß ich in einem seiner Safari-Jeeps.

Es ging in die Serengeti und zum Ngorongoro Crater. Seit dieser Zeit stehen wir in Kontakt. Zur Corona-Krise habe ich Issa gefragt, wie es ihm geht und wie er mit seiner kleinen Firma die Zukunft sieht. Wer nach Tansania auf Safari gehen möchte, dem kann ich Issa mit seiner Safari-Firma übrigens sehr empfehlen.

„Wir wissen nicht, wann diese Pandemie endet. Wir befürchten, dass Jahr 2020 mindestens 60 bis 70 Prozent weniger Touristen kommen“.

Gerade hat Issa einige Touren für Juni absagen müssen. Immerhin: Viele Gäste haben die Reise auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, nur wenige haben die Reise komplett abgesagt.

Statt Touristen durch Tansania zu führen, reparieren Issas Mitarbeiter Fahrzeuge, gestalten die Website neu oder planen neuen Touren. Für 2020 ist Issa nicht positiv gestimmt. Alle Aktivitäten wie die Besteigung des Kilimandscharos oder der Besuch der Serengeti sind derzeit strengstens verboten.

Issa hofft, dass die Corona-Krise die Tourismuswirtschaft in Tansania nicht komplett zerstört. „Früher oder später müssen sich die Dinge normalisieren“, hofft er.

Blogger Jens mit Issa auf der ITB
Issa auf der ITB in Berlin. Aktuell hat er kein Einkommen mehr

Mit Issa sprach Jens von Overlandtour. Bei Jens findest du Reiseberichte für Backpacker & Flashpacker, Reisetipps und Inspirationen für Weltreisende & Langzeitreisende.

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Jens möchte Geld für Ärzte ohne Grenzen sammeln, die weltweit medizinische Nothilfe in Krisen- und Kriegsgebieten leisten.

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Kein finanzielles Polster mehr

„Wenn uns das jemand vor vier Monaten erzählt hätte, hätten wir es wohl kaum geglaubt“. So fasst Sophie die aktuelle Situation zusammen. Gemeinsam mit ihrem Mann Hella betreibt die gebürtige Britin auf Lombok ihr Guest House Ibludan – eine kleine Oase mit ganz viel Herz.

Wir lernte die beiden 2018 während unserer Flitterwochen kennen und erlebten im Ibludan das erste Erdbeben unseres Lebens – leider jedoch nicht das letzte. Nach diesem ersten Beben suchte eine Reihe starker Erdstöße Indonesien heim und insbesondere Lombok war schlimm betroffen – tausende Menschen verloren ihr zuhause, zahlreiche sogar ihr Leben.

Der Tourismus kam komplett zum Erliegen. In dieser Situation zeigten Sophie, Hella und viele andere Menschen auf Lombok nicht nur viel Herz und Gastfreundschaft, sondern auch einen beeindruckenden Optimismus.

Der zweite Rückschlag in drei Jahren macht dem Paar zu schaffen. Aktuell ist das Ibludan wegen der Corona-Krise auf unbestimmte Zeit geschlossen; die Insel befindet sich im Lockdown. Statt Gäste zu betreuen, bringen Sophie und Hella gerade alles auf Vordermann. Sophie: „Der Tourismus auf Lombok war gerade wieder richtig angelaufen. Viele Menschen auf der Insel leiden stark unter der aktuellen Situation weil sie durch die Erdbeben 2018 kein finanzielles Polster mehr haben. Wir hoffen gemeinsam auf bessere Zeiten.“

Pool im Guest House Ibludan
Im Guest House Ibludan fehlen derzeit die Touristen

Alle Hoffnung lag auf dieser Saison

Wir lernten Sasangi und ihre Mutter Wasantha im Sommer 2019 in ihrer Kochschule mit Restaurant in Unawatuna kennen – nur drei Monate, nachdem Sri Lanka von Terroranschlägen heimgesucht worden war.

Es war ruhig auf der Insel; durch die Anschläge hatten viele Touristen ihre Reisen storniert. Im Restaurant waren wir die einzigen Gäste, obwohl es sonst sehr voll ist. So konnten wir bei unserem Besuch nicht nur die leckeren Curries von Wasantha genießen, sondern auch ausgiebig mit ihr und Sasangi quatschen. Trotz allem wirkten die beiden damals optimistisch. Ihre Hoffnung lag auf den folgenden Saisons. Allen voran auf der kommenden.

Anfangs sah es auch noch danach aus, als könnte 2020 wieder ein ganz normales Jahr für Sri Lanka werden. Im März wurden dann wegen Corona erste Buchungen storniert; doch noch waren viele Menschen auf der Insel – einige von ihnen waren quasi gestrandet.

Deshalb verkaufte Wasanthas Familie Essen zur Abholung. Während der Ausgangssperre versorgte die Familie dann auch Einheimische und Touristen, die durch die plötzlichen Umstände kaum noch an frische Lebensmittel kamen.

Aktuell wissen Wasantha und Sasangi nicht, wie es weiter geht. „Aber wir hoffen, dass alles bald wieder in Ordnung sein wird.“

Wasantha's Cuisine & Cookery
Wasantha (rechts) aus der Kochschule mit einer ihrer Schülerinnen

Mit Sophie und Hella auf Lombok und Sasangi und Wasantha in Sri Lanka sprachen Laura und Matthias. Auf ihrem Reiseblog  YOURneys findest du Tipps für individuelle Reisen, besondere Erlebnisse, Wohlfühlmomente und leckere Reise-Rezepte

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Laura und Matthias möchten gerne Spenden für Ärzte ohne Grenzen sammeln, die weltweit medizinische Nothilfe in Krisen- und Kriegsgebieten leisten.

Spende

„Bleibt zuversichtlich“

Wir werden diesen Moment nie vergessen: Wir sitzen am Lagerfeuer und Duffy holt eine Flöte hervor. Nachts unter einem gigantischen Sternenhimmel erklingt der Ton der Flöte, während wir über die Weiten des Monument Valley blicken. Wir hatten Gänsehaut.

Duffy ist Tourguide und gehört zum Stamm der Navajo. Mit seinen umgebauten Pickups fährt Duffy Touristen zu ganz besonderen Orten im Monument Valley.

Wegen Corona ist das komplette Navajo-Reservat in Utah und Arizona für Besucher geschlossen, erzählt Duffy. Die Menschen im Reservat haben keine Einnahmen mehr. Duffy lebt aktuell von seinen Ersparnissen. „Es ist gerade genug, um über die Runden zu kommen“.

Aber Duffy ist optimistisch gestimmt und findet, der einzige richtige Slogan lautet „staying positive„. Er hofft darauf, dass er bald wieder Besucher durch das heilige Land seiner Ahnen führen darf.

Unser Navajo-Tourguide Duffy Holiday im Monument Valley
2013 waren wir mit dem Navajo-Guide Duffy Holiday in einer entlegenen Ecke des Monument Valley. Wegen der Corona-Krise sind Duffy alle Einnahmen weggebrochen. Aktuell lebt er von seinem Ersparten

Wir hoffen, wir konnten dir mit unserem Roundup einen kleinen Einblick in die aktuelle Lage auf der ganzen Welt geben. Für viele Destinationen ist es aktuell nicht einfach. Sie brauchen dringend Unterstützung von uns allen, die gerne reisen.

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3 Kommentare

  • - Jagat Jung Thapa

    the country like nepal is one of the major tourist hub in the world but because of the corona most of the trekking agencies had already shutdown the business and getting back to normal would takes yeas of hardwork from now.

  • - Costa Rica Reisen Fan

    Von meinen Ferien in Costa Rica weiss ich, wie umfangreich die Tier- und Pflanzenwelt in dem Land ist. Das wurde uns sogar als Besonderheit erklärt und hängt mit der Lage zusammen, weil sich die Tiere von Norden und Süden dort quasi gesammelt haben. Ist wirklich bewundernswert, wenn sich jemand so gut auskennt und dann aber um sein Auskommen bangen muss.

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